Seit dem 30. September ist Diesel im Schnitt 16,2 Cent billiger, E10 10,7 Cent – die Steuersenkung beträgt rechnerisch 16,7 Cent

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem ADAC-Wochenbericht vom 14. Oktober kostet Super E10 in Deutschland im Bundesmittel 2,151 Euro je Liter (+2,5 Cent zur Vorwoche), Diesel 2,247 Euro (+1,4 Cent).
  • Gegenüber dem 30. September, dem Vortag des Tankrabatts, ist Diesel 16,2 Cent und E10 10,7 Cent billiger – bei einer Steuersenkung von rechnerisch rund 16,7 Cent brutto (eigene Rechnung aus ADAC-Wochenwerten).
  • Der Tankrabatt gilt bis Ende Dezember. Der ADAC fordert, die 12-Uhr-Regel für Preiserhöhungen abzuschaffen.

Gut zwei Wochen nach dem Start des Tankrabatts in Deutschland steigen die Spritpreise wieder leicht. Nach dem Wochenbericht des ADAC vom 14. Oktober 2026 (12 Uhr) kostet ein Liter Super E10 im Bundesmittel rund 2,151 Euro, ein Liter Diesel rund 2,247 Euro. Das sind 2,5 beziehungsweise 1,4 Cent mehr als eine Woche zuvor. Der Automobilclub verweist dabei auf den Rohölpreis: Die Nordseesorte Brent kostete am 13. Oktober rund 106 US-Dollar je Barrel, in der Vorwoche etwas über 100.

Diesel ist fast um den Rabatt billiger, E10 nur zu knapp zwei Dritteln

Am 1. Oktober sank die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent je Liter; mit der Umsatzsteuer sind das nach ADAC-Angaben knapp 17 Cent. Wie die Preise seither laufen, zeigen drei Wochenberichte des Clubs: Am 30. September, dem Vortag des Rabatts, lag E10 bei 2,258 Euro und Diesel bei 2,409 Euro. Eine Woche später meldete der ADAC 2,126 und 2,233 Euro, am 14. Oktober 2,151 und 2,247 Euro.

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ADAC-Wochenbericht vom … Super E10 Diesel Brent (rund)
30. September (Vortag des Tankrabatts) 2,258 € 2,409 € 103 US-$
7. Oktober 2,126 € 2,233 € 100 US-$
14. Oktober 2,151 € 2,247 € 106 US-$
Differenz 14. Oktober zu 30. September −10,7 Cent −16,2 Cent +3 US-$
Quelle: ADAC-Berichte vom 30. September, 7. und 14. Oktober 2026, Bundesdurchschnitt Deutschland je Liter; Brent in US-Dollar je Barrel, gerundet nach ADAC-Angaben. Differenzzeile: eigene Rechnung der Redaktion.

Setzt man den ersten und den letzten Wert ins Verhältnis, ergibt sich ein deutlicher Unterschied: Diesel ist 16,2 Cent billiger als vor dem Rabatt, also gut 97 Prozent der rechnerisch möglichen 16,7 Cent. Bei Super E10 sind es 10,7 Cent, also gut 64 Prozent. Der ADAC hatte schon in seinem Bericht vom 7. Oktober festgehalten, beim Diesel komme die Entlastung großteils an, bei E10 gebe es eine „deutlichere Lücke“, und die Mineralölunternehmen aufgefordert, die Entlastung vollständig weiterzugeben.

Einordnung: keine Messung der Weitergabe

Die Differenz ist eine Rechnung der Redaktion aus zwei ADAC-Wochenwerten, kein Nachweis, wie viel der Steuersenkung die Tankstellen tatsächlich weitergegeben haben. Zwischen beiden Stichtagen hat sich Brent von rund 103 auf rund 106 US-Dollar bewegt; nach dem ADAC-Bericht vom 7. Oktober war zudem der Euro auf den schwächsten Stand seit Mai 2025 gefallen. Beides kann Preise nach oben treiben, ohne dass es etwas mit dem Rabatt zu tun hat. Eine gesetzliche Pflicht zur Weitergabe gibt es nicht, wie wir in unserem Artikel vom 26. September dargestellt haben.

Einen Vergleichswert liefert der erste Tankrabatt von 2022. Das ifo Institut kam damals in einer Schätzung vom 14. Juni 2022 zu dem Ergebnis, die Tankstellen hätten beim Diesel 100 Prozent der Senkung weitergegeben, beim Premiumbenzin 29 bis 30 der 35 Cent, also rund 85 Prozent. Das ifo Institut verglich dafür die deutschen mit den französischen Preisen und wies selbst darauf hin, dass die Ergebnisse vorläufig seien. Die Rechnung oben ist eine einfachere und deshalb nicht direkt vergleichbar.

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Was 50 Liter jetzt kosten

Rechenbeispiel: eine Tankfüllung von 50 Litern

  • Super E10: 112,90 Euro am 30. September (2,258 €/l), 107,55 Euro am 14. Oktober (2,151 €/l), also 5,35 Euro weniger.
  • Diesel: 120,45 Euro am 30. September (2,409 €/l), 112,35 Euro am 14. Oktober (2,247 €/l), also 8,10 Euro weniger.
  • Bei vollständiger Weitergabe der rechnerisch rund 16,7 Cent wären es 8,35 Euro weniger je 50 Liter.

Eigene Rechnung aus den ADAC-Bundesmittelwerten; der Preis an der einzelnen Tankstelle weicht davon ab.

Kraftstoffe waren im September 37,1 Prozent teurer als vor einem Jahr

Wie hoch das Ausgangsniveau war, zeigt die Inflationsmeldung des Statistischen Bundesamts vom 13. Oktober 2026. Danach lagen Kraftstoffe im September 37,1 Prozent über dem Vorjahresmonat (August: 27,7 Prozent), leichtes Heizöl 74,9 Prozent. Energieprodukte insgesamt verteuerten sich um 14,9 Prozent, die Inflationsrate stieg auf 3,3 Prozent. Strom (−5,5 Prozent) und Erdgas (−2,8 Prozent) waren dagegen billiger als vor einem Jahr. Die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe trat erst am 1. Oktober in Kraft und steckt deshalb noch nicht in den Septemberzahlen; ob sie in der Inflationsrate für Oktober sichtbar wird, zeigen erst die Daten für diesen Monat. Wer mit Öl heizt, findet die Prognose des Heizspiegels in unserem Artikel vom 11. Oktober.

12-Uhr-Regel: ADAC will sie abschaffen

Im Wochenbericht wiederholt der ADAC außerdem seine Forderung, die 12-Uhr-Regel zu streichen. Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben; Senkungen sind jederzeit erlaubt. Rechtsgrundlage ist nach Angaben des Bundeskartellamts das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz. Die Regel habe die Zahl der Preisänderungen gesenkt und Erhöhungen vorhersehbarer gemacht, die Preise aber nicht gesenkt, argumentiert der ADAC; stattdessen sei der Preisunterschied innerhalb eines Tages gewachsen. ADAC-Verkehrspräsident Peter König sagt dazu: „Deshalb sollte sie abgeschafft werden.“

Die Einhaltung überwacht die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt automatisiert. Das Amt selbst verhängt nach eigener Darstellung keine Bußgelder; zuständig sind die Landesbehörden, die Verstöße mit bis zu 100.000 Euro ahnden können. Nach Angaben des Bundeskartellamts liegen fast 90 Prozent der erfassten Abweichungen zwischen 11:50 und 12:10 Uhr, viele davon scheinen technische Anfangsfehler zu sein. Eine Stellungnahme der deutschen Bundesregierung oder der Mineralölbranche zur ADAC-Forderung lag der Redaktion bis zum Redaktionsschluss nicht vor.

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Was der ADAC zum Tanken rät

  • Kurz vor 12 Uhr tanken: Da Preiserhöhungen erst um 12 Uhr erlaubt sind, ist es nach ADAC-Angaben kurz vor Mittag meist am günstigsten.
  • Preise vergleichen: Tankstellen unterscheiden sich meist um bis zu 7 Cent je Liter, an Autobahntankstellen oft deutlich mehr.
  • E10 statt E5: Das spart laut ADAC 5 bis 6 Cent je Liter; die meisten Benziner ab Baujahr November 2010 vertragen E10. Ob das eigene Auto dazugehört, steht in der Herstellerfreigabe.
  • Apps nutzen: Die ADAC-App „ADAC Drive“ zeigt nach Angaben des Clubs aktuelle Preise an mehr als 14.000 Tankstellen.

Wie es weitergeht

Der Tankrabatt ist befristet und endet am 31. Dezember 2026. Der ADAC legt seine Spritpreisberichte wöchentlich vor; die nächsten zeigen, ob der Abstand zwischen E10 und Diesel bestehen bleibt. Stand aller Preisangaben in diesem Artikel ist der 14. Oktober 2026.

Und Sie? Haben Sie in den vergangenen zwei Wochen gemerkt, dass der Tankrabatt an Ihrer Tankstelle angekommen ist – bei Diesel wie bei Benzin? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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