Destatis bestätigt den Jahreshöchststand: Kraftstoffe kosten 37,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, Strom 5,5 Prozent weniger
Das Wichtigste in Kürze
- Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im September 2026 um 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat (August: 2,9 Prozent). Zum Vormonat stiegen sie um 0,6 Prozent.
- Energie war nach Angaben des Statistischen Bundesamts erneut der Treiber: leichtes Heizöl +74,9 Prozent, Kraftstoffe +37,1 Prozent. Strom (−5,5 Prozent) und Erdgas (−2,8 Prozent) waren günstiger als vor einem Jahr.
- Die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe (Tankrabatt) gilt seit dem 1. Oktober und steckt deshalb noch nicht in den September-Werten.
Die Inflationsrate in Deutschland ist im September 2026 auf 3,3 Prozent gestiegen. Das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden hat damit am 13. Oktober sein vorläufiges Ergebnis für September bestätigt. Im Juli hatte die Rate bei 2,8 Prozent gelegen, im August bei 2,9 Prozent. „Die Inflationsrate erreichte im September mit über drei Prozent einen neuen Jahreshöchststand“, wird Destatis-Präsidentin Ruth Brand in der Pressemitteilung Nr. 364 zitiert. Nach Destatis-Angaben war es zugleich der höchste Wert seit Dezember 2023.
Energie treibt die Rate – vor allem Heizöl und Kraftstoffe
Verantwortlich für den Anstieg war laut Destatis erneut die Entwicklung der Energiepreise. Energieprodukte insgesamt kosteten im September 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor; im August waren es 10,5 Prozent, im Juli 8,3 Prozent und im Juni 3,4 Prozent. Das war nach Angaben der Behörde der größte Anstieg bei den Energiepreisen seit Februar 2023.
Besonders stark zog der Preis für leichtes Heizöl an: Er lag 74,9 Prozent über dem Vorjahresmonat und 18,5 Prozent über dem Vormonat. Kraftstoffe an Tankstellen verteuerten sich um 37,1 Prozent gegenüber September 2025 und um 6,9 Prozent gegenüber August (Diesel +7,5 Prozent, Superbenzin +6,7 Prozent). Auch feste Brennstoffe wie Brennholz und Holzpellets legten zu, und zwar um 15,6 Prozent.
| Güter und Gruppen | Veränderung zum Vorjahresmonat |
|---|---|
| Leichtes Heizöl | +74,9 % |
| Kraftstoffe | +37,1 % |
| Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe | +15,6 % |
| Eier | +15,2 % |
| Frisches Gemüse | +12,0 % |
| Erdgas (ohne Betriebskosten) | −2,8 % |
| Strom | −5,5 % |
| Butter | −29,5 % |
Strom und Gas bremsen – Heizöl und Sprit nicht
Die Energiepreise sind nicht überall gestiegen. Strom war im September 5,5 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, Erdgas ohne Betriebskosten 2,8 Prozent und Fernwärme 1,0 Prozent. Die Haushaltsenergie insgesamt, also Strom, Gas und andere Brennstoffe zusammen, lag nach Destatis-Angaben 0,5 Prozent über dem Vorjahresmonat und 1,2 Prozent über dem Vormonat.
Für die Frage, ob ein Haushalt die Teuerung spürt, kommt es damit stark darauf an, womit er heizt und wie viel er fährt. Die Gesamtrate ist ein Durchschnitt über alle Güter. Für Strom und Erdgas weisen die Destatis-Daten niedrigere Preise als vor einem Jahr aus. Wer Heizöl tankt oder viel Kraftstoff braucht, steht ganz anders da.
Einordnung: Was die 3,3 Prozent nicht sagen
Rechnet man Heizöl und Kraftstoffe heraus, liegt die Inflationsrate laut Destatis bei 1,8 Prozent. Ohne Energie insgesamt sind es 2,1 Prozent, und die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie steht mit 2,4 Prozent unverändert auf dem Wert von Juli und August. Rechnerisch liegt die Gesamtrate ohne Heizöl und Kraftstoffe damit 1,5 Prozentpunkte niedriger.
Destatis nennt keine Euro-Beträge je Haushalt; wie viel Mehrkosten bei einer einzelnen Ölheizung oder einem einzelnen Auto anfallen, hängt von Verbrauch und Zeitpunkt des Kaufs ab und lässt sich aus den Indexwerten nicht ablesen.
Lebensmittel, Waren und Dienstleistungen
Nahrungsmittel kosteten im September 0,4 Prozent mehr als vor einem Jahr (August: 0,1 Prozent). Einzelne Posten laufen weit auseinander: Eier verteuerten sich um 15,2 Prozent, frisches Gemüse um 12,0 Prozent, Fisch und Meeresfrüchte um 4,5 Prozent. Speisefette und Speiseöle waren dagegen 15,0 Prozent günstiger, frisches Obst 4,9 Prozent und Molkereiprodukte 5,5 Prozent.
- Waren insgesamt: +3,8 Prozent. Informationsverarbeitungsgeräte wie Computer kosteten 9,2 Prozent mehr; Haushaltsgeräte waren 2,5 Prozent günstiger.
- Dienstleistungen insgesamt: +2,7 Prozent. Fahrzeugwartung verteuerte sich um 4,7 Prozent, Friseur und Körperpflege um 4,3 Prozent, Pauschalreisen um 3,8 Prozent.
- Telekommunikation: +0,2 Prozent.
Zu den Preisen für Computer und Zubehör hat NETZ-TRENDS gesondert über die Entwicklung im Großhandel und bei Hardwarepreisen berichtet; die allgemeine Preislage auf Großhandelsebene beschreibt der Beitrag zu den Großhandelspreisen im September.
Tankrabatt: noch nicht in den Zahlen
Die Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe trat nach Angaben von Destatis erst am 1. Oktober 2026 in Kraft und ist deshalb in den Septemberwerten nicht enthalten. Ob und wie sich die Maßnahme in der Inflationsrate niederschlägt, lässt sich aus den jetzt veröffentlichten Zahlen nicht ablesen; dafür sind die Werte für Oktober abzuwarten. Wie sich die Preise an den Zapfsäulen zuletzt entwickelt haben, steht im Beitrag zu den aktuellen Spritpreisen laut ADAC.
Wie spüren Sie die Preisentwicklung im eigenen Haushalt – beim Heizen, an der Tankstelle oder im Supermarkt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Inflationsrate im September 2026 bei +3,3 %, Pressemitteilung Nr. 364 vom 13. Oktober 2026
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Inflation rate at +3.3% in September 2026, englische Fassung derselben Pressemitteilung
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Inflationsrate im September 2026 voraussichtlich +3,3 %, vorläufiges Ergebnis
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