55,4 Millionen Geräte im dritten Quartal 2026: HP verliert 30,9 Prozent, Apple 7,1 Prozent – Speicherkosten laut Gartner voll im Preis

Das Wichtigste in Kürze

  • Weltweit wurden im dritten Quartal 2026 nach vorläufiger Gartner-Schätzung 55,4 Millionen PCs ausgeliefert – 22,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
  • Gartner führt den Rückgang unter anderem auf höhere Preise und die Priorisierung knapper Komponenten durch die Hersteller zurück, nicht auf Lagerüberhang; die DRAM-Kosten seien im zweiten Quartal auf das Fünffache des Vorjahres gestiegen.
  • Für Deutschland nennt die Mitteilung keine Zahlen. Die Stiftung Warentest hatte im Juni höhere Preise bei Geräten von Apple und Microsoft dokumentiert.

Der weltweite PC-Markt ist im dritten Quartal 2026 deutlich geschrumpft. Wie das Marktforschungsunternehmen Gartner am Montag, 12. Oktober, in einer Pressemitteilung aus Stamford im US-Bundesstaat Connecticut mitteilte, lieferten die Hersteller weltweit im dritten Quartal 2026 rund 55,4 Millionen Desktop-PCs und Notebooks aus. Im Vorjahresquartal waren es nach Gartners Tabelle rund 71,3 Millionen – ein Minus von 22,4 Prozent. Die Zahlen sind eine vorläufige Schätzung und können sich noch ändern.

Das Niveau entspricht nach Angaben von Gartner dem Stand von Anfang 2023. Die Marktlage sei dabei aber eine andere: Laut der Mitteilung ging der Rückgang diesmal nicht auf überschüssige Lagerbestände zurück, sondern unter anderem auf höhere Preise und die Priorisierung knapper Komponenten durch die Hersteller.

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Wen der Einbruch am stärksten trifft

Nach Gartners Zahlen lieferten alle sechs größten Anbieter weniger Geräte aus als im Vorjahresquartal. Am stärksten fiel das Minus bei HP Inc. aus: Die Auslieferungen sanken um 30,9 Prozent, HP blieb nach Gartners Ranking aber die Nummer zwei hinter Lenovo. Apple verzeichnete den geringsten Rückgang der sechs Größten (minus 7,1 Prozent) und gewann nach Gartner-Angaben 1,7 Prozentpunkte Marktanteil hinzu.

Hersteller Q3 2026 (Mio.) Q3 2025 (Mio.) Veränderung
Lenovo 15,0 19,3 −22,4 %
HP Inc. 10,4 15,0 −30,9 %
Dell 7,6 10,2 −25,4 %
Apple 5,8 6,3 −7,1 %
ASUS 4,7 5,4 −13,0 %
Acer 3,9 4,4 −11,2 %
Andere 8,0 9,0 −25,6 %
Gesamt 55,4 71,3 −22,4 %
Quelle: Gartner, Pressemitteilung vom 12. Oktober 2026. Weltweite Auslieferungen an den Vertrieb (Sell-in), vorläufige Schätzung; Stückzahlen auf eine Nachkommastelle gerundet; die Veränderung stammt aus Gartners Tabelle.

Was Gartner hier misst

Gartner zählt Desktop-PCs und Notebooks mit Windows, macOS und Chrome OS. Grundlage sind Auslieferungen an die Vertriebskanäle („Sell-in“), nicht die Verkäufe an Endkunden im Laden oder Onlineshop. Die Daten gelten weltweit; Zahlen speziell für Deutschland enthält die Mitteilung nicht.

Gartner: Speicherkosten landen im Preis

Als Treiber nennt Gartner die Kosten für Arbeits- und Massenspeicher. Die DRAM-Kosten seien im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal auf das Fünffache gestiegen, die PC-Hersteller hätten diese höheren Komponentenkosten an ihre Kundschaft weitergereicht. Die Folgen höherer Speicher- und Massenspeicherkosten seien inzwischen vollständig in den PC-Preisen sichtbar, wird Namrata Banerjee von Gartner in der Mitteilung zitiert.

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Gartner hatte die Richtung schon im Februar skizziert: In einer früheren Prognose erwartete das Unternehmen für 2026 um 17 Prozent höhere PC-Preise als 2025 und einen Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen im Gesamtjahr um 10,4 Prozent. Der Speicheranteil an den Stücklistenkosten eines PCs werde demnach von 16 auf 23 Prozent steigen, Das Segment der Einsteiger-PCs unter 500 US-Dollar werde bis 2028 verschwinden, sagte Ranjit Atwal von Gartner damals. Der Quartalswert von minus 22,4 Prozent und die Jahresprognose von minus 10,4 Prozent beschreiben unterschiedliche Zeiträume und lassen sich nicht direkt gegeneinander stellen.

Was das für Käufe in Deutschland bedeutet

Wie stark Geräte in Deutschland teurer wurden, lässt sich aus der Gartner-Mitteilung nicht ablesen. Einen Anhaltspunkt liefert die Stiftung Warentest: In ihrem Beitrag vom 26. Juni 2026 nannte sie Beispiele für Preise in Euro. Das günstigste MacBook Neo koste demnach 799 statt 699 Euro; im Apple Store gälten die neuen Preise, bei Händlern oft noch die alten. Der Surface Laptop 13,8 von Microsoft starte bei 1.699 Euro und sei rund 400 Euro teurer als das Vorgängermodell. Diese Angaben stammen von Juni und können sich inzwischen geändert haben.

Praxishinweis: Was die Stiftung Warentest im Juni riet

  • Vorhandene Geräte länger zu nutzen, schone Geldbeutel und Umwelt.
  • Bei Smartphones die Update-Zusagen der Hersteller vergleichen; die Stiftung verweist dafür auf ihre Testdatenbank.
  • Wiederaufbereitete Geräte (Refurbished) als Alternative prüfen.
  • Arbeitsspeicher und SSDs nur bei seriösen Händlern kaufen: Die Stiftung verweist auf Berichte über Betrüger, die alte oder manipulierte Chips als neu verkaufen.

Weitere Technik-Preise in Deutschland: zum Pixel 10a im deutschen Google Store und zu den Preisen der Galaxy Tab S12 haben wir zuletzt berichtet.

Was offen bleibt

Aus Gartners Mitteilung gehen weder Preissteigerungen in Euro noch eine Prognose für das Gesamtjahr oder für Deutschland hervor. Offen ist deshalb, ob sich der Rückgang im vierten Quartal fortsetzt und wie viel teurer Geräte hierzulande tatsächlich geworden sind. Die genannten Hersteller kommen in der Gartner-Mitteilung nicht zu Wort; Stellungnahmen wurden für diesen Beitrag nicht eingeholt. Endgültige Zahlen will Gartner nach eigenen Angaben später seinen Kunden zur Verfügung stellen.

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Wie haben Sie die Preise für Notebooks und PCs in den letzten Monaten erlebt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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