Gartner: Höhere Speicher- und Massenspeicherkosten stecken nun voll in den PC-Preisen – IDC rechnet mit Rabatten, aber über Vorjahresniveau
Das Wichtigste in Kürze
- Die weltweiten PC-Auslieferungen sanken im dritten Quartal 2026 laut IDC um 20,1 Prozent auf 62,7 Millionen, laut Gartner um 22,4 Prozent auf 55,4 Millionen Geräte (jeweils vorläufig).
- Gartner: Die Kosten für Arbeits- und Massenspeicher sind nun voll in den PC-Preisen angekommen; die DRAM-Kosten stiegen im zweiten Quartal im Jahresvergleich um das Fünffache.
- IDC hält kurzfristige Rabatte im Handel für möglich, erwartet die Preise aber weiter deutlich über dem Vorjahresniveau.
Die weltweiten PC-Auslieferungen sind im dritten Quartal 2026 um 20,1 Prozent (IDC) bis 22,4 Prozent (Gartner) gefallen. Laut Gartner stecken höhere Speicher- und Massenspeicherkosten nun voll in den PC-Preisen.
Für Kaufinteressierte in Deutschland heißt das nicht automatisch, dass jedes Notebook teurer ist: Beide Institute messen den weltweiten Markt und veröffentlichen keine Preise einzelner Geräte. Sie liefern aber die Erklärung dafür, warum viele Konfigurationen im Handel derzeit anders kalkuliert sein können als vor einem Jahr.
Dieser Beitrag ordnet die Marktdaten ein und zeigt, worauf Kaufinteressierte bei der Preisprüfung achten können. Er ist keine Kaufempfehlung für ein einzelnes Gerät.
Die Zahlen von IDC, Gartner und Counterpoint
Der Marktforscher IDC (International Data Corporation) nennt in seiner Mitteilung vom 8. Oktober 2026 62,7 Millionen ausgelieferte PCs im dritten Quartal, nach 78,5 Millionen im Vorjahresquartal. Das ist ein Minus von 20,1 Prozent. Gegenüber dem zweiten Quartal 2026 sanken die Auslieferungen um 9,1 Prozent.
Es ist laut IDC der zweite Rückgang in Folge. Das übliche Muster, dass das dritte Quartal stärker ausfällt als das zweite, blieb aus.
Das Beratungsunternehmen Gartner zählt in seiner Mitteilung vom 12. Oktober 2026 55,4 Millionen Geräte, 22,4 Prozent weniger als vor einem Jahr (71,3 Millionen). Gartner ordnet das als Niveau von Anfang 2023 ein. Beide Institute bezeichnen ihre Daten als vorläufig.
Die absoluten Zahlen von IDC und Gartner weichen voneinander ab und sollten nicht gegeneinander verrechnet werden; die Richtung ist bei beiden gleich. Counterpoint Research veröffentlichte zudem in dieser Woche eine Analyse zum dritten Quartal, deren Titel ein Minus von 21 Prozent nennt. Der Volltext war beim Abruf nicht einsehbar, weitere Angaben daraus übernimmt NETZ-TRENDS deshalb nicht.
Gartner: So schneiden die Hersteller ab
Alle sechs größten Hersteller verzeichneten laut Gartner Rückgänge. Lenovo blieb Marktführer, HP verlor mit 30,9 Prozent am stärksten. Apple fiel mit 7,1 Prozent am geringsten und steigerte seinen Marktanteil von 8,8 auf 10,5 Prozent.
| Hersteller | Marktanteil 3Q26 | Auslieferungen (Mio.) | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Lenovo | 27,1 % | 14,99 | −22,4 % |
| HP Inc. | 18,7 % | 10,37 | −30,9 % |
| Dell | 13,7 % | 7,58 | −25,4 % |
| Apple | 10,5 % | 5,84 | −7,1 % |
| ASUS | 8,5 % | 4,68 | −13,0 % |
| Acer | 7,0 % | 3,87 | −11,2 % |
Die Tabelle zeigt weltweite Auslieferungen der Hersteller, keine Verkäufe an Endkundschaft in Deutschland. Aussagen über die Lage einzelner Modelle oder Händler lassen sich daraus nicht ableiten.
Warum PCs teurer werden: Speicher und Vorzieheffekte
Gartner führt den Rückgang vor allem auf höhere Kosten für Arbeitsspeicher (DRAM) und Massenspeicher zurück. Die DRAM-Kosten stiegen im zweiten Quartal im Jahresvergleich um das Fünffache, und die Hersteller gaben dies an ihre Kundschaft weiter. Zudem priorisierten sie knappe Komponenten neu und setzten stärker auf höherpreisige Konfigurationen. Günstige Geräte standen dadurch laut Gartner weniger zur Verfügung.
„The impact of higher memory and storage costs is now fully reflected in PC pricing.“
Namrata Banerjee, Principal Research bei Gartner
Sinngemäß übersetzt: Die Folgen höherer Speicher- und Massenspeicherkosten seien nun vollständig in den PC-Preisen angekommen. Anders als 2023 sei nach Gartner ein Lagerüberhang nicht der Hauptgrund für den Rückgang.
IDC setzt einen anderen Schwerpunkt. Hersteller und Handel hätten im ersten Halbjahr vorsorglich eingekauft, um Preiserhöhungen zuvorzukommen, wodurch im dritten Quartal Nachfrage fehlte. Hinzu kämen Lieferengpässe und hohe Lagerbestände im Handel. Als Folge der Speicherkosten nennt IDC zugleich den Ausbau von KI-Rechenzentren.
„What we’re seeing is the result of the strong first half pull-in.“
Jitesh Ubrani, Research Director für Consumer Devices bei IDC (International Data Corporation)
Sinngemäß: Die aktuelle Lage sei das Ergebnis der starken Vorzieheffekte im ersten Halbjahr. Für die nächsten Quartale warnt Ubrani, der Ausblick könne sich zunächst verschlechtern, bevor er besser werde.
Was Kaufinteressierte jetzt prüfen können
IDC erwartet, dass der Handel wegen hoher Lagerbestände kurzfristig mit Rabatten reagieren könnte. Die Preise blieben nach IDC-Einschätzung dennoch deutlich über dem Vorjahresniveau. Ob und wo in Deutschland tatsächlich Nachlässe auftauchen, geht aus den Mitteilungen nicht hervor.
Checkliste vor dem Notebook-Kauf
- Ausstattung vergleichen: Arbeitsspeicher und SSD-Größe sind laut Gartner die Kostentreiber – gleiche Konfigurationen nebeneinanderlegen.
- Preisverlauf ansehen: In Preisvergleichsportalen über mehrere Wochen prüfen, ob ein Angebot wirklich unter dem üblichen Preis liegt.
- Bedarf festlegen: Wer weniger Speicher braucht, kann bei Konfigurationen mit kleinerer Ausstattung sparen.
- Nicht aus Zeitdruck kaufen: IDC hält Rabatte für möglich, garantiert sind sie nicht.
Die Liste ist eine redaktionelle Orientierung, keine Vorhersage von Preisen. Wer ein bestimmtes Gerät im Blick hat, sollte dessen Preis direkt beim Händler und im Vergleichsportal prüfen.
Was die Zahlen nicht aussagen
Die Mitteilungen von IDC und Gartner enthalten keine Angaben zum deutschen Markt, keine Durchschnittspreise für Deutschland und keinen Ausblick für einzelne Händler. Auch zur Frage, wie stark sich der Preisanstieg bei Notebooks im Vergleich zu Desktop-PCs unterscheidet, enthalten die Quellen keine Zahlen.
Ebenso offen bleibt, wie sich der Markt bis Jahresende entwickelt. IDC nennt die gesamtwirtschaftliche Lage als größtes Risiko für den Ausblick auf den Rest von 2026 und auf 2027. Gartner veröffentlicht in seiner Mitteilung keine Prognose.
Häufige Fragen
Wie stark sind die PC-Auslieferungen gefallen?
Laut IDC um 20,1 Prozent auf 62,7 Millionen Geräte, laut Gartner um 22,4 Prozent auf 55,4 Millionen. Beide Angaben beziehen sich auf das dritte Quartal 2026 weltweit und sind vorläufig.
Warum werden PCs teurer?
Gartner nennt höhere Speicher- und Massenspeicherkosten, die nun vollständig in den PC-Preisen angekommen seien. IDC führt die Preiserhöhungen ebenfalls auf die Speicherpreise zurück, zum Teil auch auf den Ausbau von KI-Rechenzentren.
Sind jetzt Rabatte zu erwarten?
IDC hält kurzfristige Rabatte im Handel wegen hoher Lagerbestände für möglich. Die Preise blieben aber deutlich über dem Vorjahresniveau. Konkrete Angebote in Deutschland nennt IDC nicht.
Welcher Hersteller hat am stärksten verloren?
Nach Gartner HP Inc. mit einem Minus von 30,9 Prozent. Apple verzeichnete mit 7,1 Prozent den geringsten Rückgang unter den sechs größten Herstellern.
Haben Sie in diesem Jahr einen Laptop gekauft oder verschoben? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- IDC: Weltweite PC-Auslieferungen im 3. Quartal 2026 (PC Tracker), Pressemitteilung vom 8. Oktober 2026, vorläufige Daten.
- Gartner: Worldwide PC shipments declined 22.4 percent in third quarter of 2026, Pressemitteilung vom 12. Oktober 2026, vorläufige Daten.
- Counterpoint Research: Global PC shipments plunge 21 percent in Q3 2026, Veröffentlichung vom 21./22. Oktober 2026; nur Titel und Seitenangaben ausgewertet.
Recherche- und Quellenstand: 24. Oktober 2026. Alle Marktdaten gelten weltweit und stammen aus Pressemitteilungen der Institute, die ihre Zahlen jeweils als vorläufig bezeichnen.
Transparenz: KI-Unterstützung
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.