Nach der ene’t-Auswertung vom 8. Oktober liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzgebiet knapp 195 Euro im Jahr

Das Wichtigste in Kürze

  • Für einen Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch reichen die vorläufigen Netzkosten 2027 von 237,93 Euro (Nord-Netz) bis 432,60 Euro (Westnetz), jeweils netto.
  • Nach der ene’t-Auswertung steigen die Kosten bei Bayernwerk Netz um 10,6 Prozent und sinken bei Westnetz um 8,8 Prozent; im gewichteten Schnitt der zwölf Betreiber gehen sie um 1,0 Prozent auf 354,39 Euro zurück.
  • Alle Werte sind vorläufig: Das Gesetz für den Bundeszuschuss von 5,525 Milliarden Euro ist nach ene’t-Angaben noch nicht beschlossen, bis zum 7. Dezember 2026 soll Rechtssicherheit bestehen.

In Deutschland entscheidet 2027 stärker über die Netzkosten beim Strom, wo ein Haushalt wohnt, als darüber, wie stark sich einzelne Entgelte ändern – jedenfalls in den Daten einer Auswertung des Unternehmens ene’t GmbH vom 8. Oktober 2026, die auf den vorläufigen Preisblättern von zwölf Stromnetzbetreibern beruht. Ein Musterhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden zahlt demnach im gewichteten Schnitt 354,39 Euro netto für das Netz, nach 357,89 Euro im Jahr 2026. Das sind 3,50 Euro oder 1,0 Prozent weniger, rechnerisch knapp 30 Cent im Monat.

Was ene’t ausgewertet hat

Die zwölf Betreiber versorgen nach Angaben von ene’t zusammen 56,6 Prozent des stromversorgten Gebiets. Berücksichtigt sind nur Betreiber, die bereits ein vorläufiges Entgelt für 2027 veröffentlicht haben; ene’t erfasst nach eigenen Angaben zunächst bevorzugt Flächennetzbetreiber. Die Durchschnittswerte sind nach Netzgröße gewichtet, alle Preise sind Nettobeträge, die Umsatzsteuer kommt hinzu.

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Was sind Netzentgelte?

Netzentgelte sind der Teil der Stromrechnung, der für die Nutzung der Leitungen anfällt. Sie werden je Netzgebiet festgelegt und gelten für alle, die in diesem Gebiet Strom beziehen. Sie sind nur ein Baustein des Strompreises; Energiebeschaffung, Vertrieb, Steuern und Umlagen kommen hinzu.

Drei Netzgebiete, drei Richtungen

Die größte Spanne liegt zwischen den Gebieten, nicht zwischen den Jahren. Die Tabelle zeigt die drei Betreiber, die ene’t für den Musterhaushalt herausstellt, und den gewichteten Schnitt.

Netzbetreiber Netzkosten 2027 Änderung in Euro Änderung in Prozent
Nord-Netz (günstigstes Netz) 237,93 € +10,80 € +4,8 %
Bayernwerk Netz (größter Anstieg) 329,40 € +31,60 € +10,6 %
Westnetz (teuerstes Netz) 432,60 € −41,95 € −8,8 %
Gewichteter Schnitt, 12 Betreiber 354,39 € −3,50 € −1,0 %
Quelle: ene’t GmbH, Auswertung vom 8. Oktober 2026 (vorläufige Preisblätter, Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch, Nettopreise, Änderung gegenüber 2026). Stand: 12. Oktober 2026.

Nord-Netz hat nach der ene’t-Auswertung mit 237,93 Euro das niedrigste Niveau der erfassten Betreiber, erhöht aber um 10,80 Euro oder 4,8 Prozent. Bayernwerk Netz weist mit 10,6 Prozent den größten prozentualen Anstieg aus: Die Kosten steigen um 31,60 Euro auf 329,40 Euro, der Arbeitspreis klettert von 7,45 auf 8,24 Cent je Kilowattstunde. Westnetz senkt um 41,95 Euro auf 432,60 Euro und bleibt trotzdem das teuerste Netz der Auswertung; der Arbeitspreis liegt dort bei 10,82 Cent je Kilowattstunde.

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Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Netzgebiet liegen 194,67 Euro im Jahr, so die Differenz der beiden Werte aus der Tabelle (Berechnung: NETZ-TRENDS). Auch nach der Senkung zahlt ein Haushalt im Westnetz-Gebiet 103,20 Euro mehr als im Gebiet von Bayernwerk Netz nach dessen Anstieg.

Rechenbeispiel: Was heißt das im Monat?

  • Westnetz: 41,95 Euro weniger im Jahr entsprechen rund 3,50 Euro weniger im Monat.
  • Bayernwerk Netz: 31,60 Euro mehr im Jahr entsprechen rund 2,63 Euro mehr im Monat.
  • Nord-Netz: 10,80 Euro mehr im Jahr entsprechen 0,90 Euro mehr im Monat.

Berechnung: NETZ-TRENDS aus den ene’t-Werten, netto und nur für den Netzanteil.

Warum die Zahlen noch wackeln

Alle Preisblätter sind vorläufig, bis zum Jahreswechsel sind Änderungen möglich. Das gilt nach ene’t besonders für die Stromnetzentgelte, weil die endgültigen Kosten der Übertragungsnetzbetreiber und die rechtliche Absicherung eines Bundeszuschusses noch offen sind. Die Übertragungsnetzentgelte steigen laut ene’t von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde. Ein Zuschuss von 5,525 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds, vorgesehen bis einschließlich 2029, begrenzt den Anstieg und fällt für 2027 rund eine Milliarde Euro niedriger aus als 2026.

Das zugrunde liegende Gesetz ist nach ene’t noch nicht verabschiedet. Gibt es bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit, dürften die endgültigen Entgelte nach Einschätzung von ene’t deutlich höher ausfallen. Wie der Bundestag darüber berät, steht in unserem Beitrag zum Netzzuschuss und Übertragungsentgelt 2027.

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Was die Auswertung nicht sagt

Die Auswertung ist nicht repräsentativ für ganz Deutschland: Sie umfasst zwölf Betreiber, vor allem größere Flächennetze. Sie zeigt außerdem nur das Netzentgelt, nicht den Preis eines Stromtarifs; ob und wie ein Versorger Änderungen an seine Haushalte weitergibt, ist damit nicht gesagt. Die Gründe der einzelnen Betreiber für ihre Änderungen hat die Redaktion nicht geprüft; Stellungnahmen der genannten Netzbetreiber liegen nicht vor.

Für Gas gilt eine ähnliche Logik mit anderen Zahlen: Dort steigen die Netzentgelte nach derselben Auswertung im Schnitt um rund 1,2 Prozent, wie unser Beitrag zu den Gasnetzentgelten 2027 zeigt.

Was Haushalte jetzt prüfen können

  • Den eigenen Netzbetreiber ermitteln; er ist üblicherweise auf der Stromrechnung angegeben.
  • Das vorläufige Preisblatt dieses Betreibers für 2027 auf dessen Internetseite suchen und mit dem Wert für 2026 vergleichen.
  • Bei der nächsten Preismitteilung des Stromversorgers darauf achten, ob und wie Netzentgelte genannt werden.

Eine Kaufempfehlung für einen bestimmten Tarif ist damit nicht verbunden: Die Netzentgelte hängen am Wohnort, nicht am gewählten Tarif.

Ihre Meinung

Hat Ihr Netzbetreiber seine Entgelte für 2027 schon veröffentlicht, und weicht der Wert von den Zahlen oben ab? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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