Die Mitteilungen nennen weder Preise noch Starttermin; 1&1 verweist auf sein Einfach-Wechsel-Angebot mit 100 Euro Guthaben bei misslungenem Wechsel

Das Wichtigste in Kürze

  • 1&1 und GlasfaserPlus haben laut ihren Mitteilungen vom 15. Oktober 2026 eine langfristige Kooperation vereinbart; zunächst sollen rund 2,7 Millionen zusätzliche Haushalte in Deutschland 1&1-Glasfaser bestellen können.
  • Einen Starttermin und konkrete Preise nennen die Unternehmen nicht; die Vermarktung der Anschlüsse steht nach Angaben von GlasfaserPlus in den Gebieten an unterschiedlichen Punkten.
  • Beim Anbieterwechsel gelten gesetzliche Regeln: Nach Darstellung der Verbraucherzentrale darf der Anschluss höchstens einen Arbeitstag ausfallen.

Der Internetanbieter 1&1 und der Glasfaser-Netzbetreiber GlasfaserPlus haben nach übereinstimmenden Mitteilungen vom 15. Oktober 2026 eine langfristige Kooperationsvereinbarung geschlossen. 1&1 verbindet dazu sein bundesweites Glasfaser-Transportnetz mit den lokalen Netzen von GlasfaserPlus. Haushalte, kleine Betriebe und Selbstständige im Ausbaugebiet sollen danach 1&1-Glasfaserprodukte bestellen können. Wann das so weit ist, steht in keiner der beiden Mitteilungen.

Was feststeht – und was nicht

Beide Unternehmen sprechen von rund 2,7 Millionen zusätzlichen Haushalten in Deutschland, die das Glasfaserangebot von 1&1 damit erreicht. Nach der Mitteilung von GlasfaserPlus liegen diese Haushalte überwiegend in ländlichen Räumen sowie in kleinen und mittleren Städten und sind unterschiedlich weit vermarktet. Die Vereinbarung gilt außerdem für künftige Ausbaugebiete, die Zahl kann also wachsen. Die folgende Tabelle trennt die Angaben der Unternehmen von dem, was fehlt.

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Frage Angabe der Unternehmen
Was wurde vereinbart? Langfristige Nutzung des GlasfaserPlus-Netzes durch 1&1
Wie viele Haushalte? Zunächst rund 2,7 Millionen zusätzliche, weitere Ausbaugebiete eingeschlossen
Welche Geschwindigkeit? Laut 1&1 bis zu 1.000 Mbit/s
Ab wann bestellbar? Nicht genannt
Was kostet es? Keine Preise genannt, 1&1 spricht von „attraktiven Preisen“
Quelle: Mitteilungen von 1&1 und GlasfaserPlus vom 15. Oktober 2026. „Nicht genannt“ heißt: in den Mitteilungen nicht enthalten.

Wer hinter GlasfaserPlus steht

GlasfaserPlus ist nach Angaben von 1&1 ein Joint Venture der Deutschen Telekom und des IFM Global Infrastructure Fund. Das Unternehmen plant bis 2034 rund vier Millionen Glasfaseranschlüsse, vor allem außerhalb der Großstädte, und beteiligt sich auch an staatlich geförderten Ausschreibungen. Jens-Olaf Berwig, Chief Commercial Officer von GlasfaserPlus, nennt 1&1 in der Mitteilung „einen weiteren starken Partner“ und erwartet für die Ausbaugebiete eine größere Auswahl an Internet- und Telefonanbietern.

Ob mehr Anbieter im selben Netz auch niedrigere Preise bedeuten, geht aus keiner der Mitteilungen hervor. Belegt ist bislang nur die Ankündigung größerer Auswahl, und die stammt von den beteiligten Unternehmen selbst.

Das verspricht 1&1 beim Wechsel

Zum Start verweist 1&1 auf sein Programm „Einfach-Wechsel“: Der Umstieg soll nach Angaben des Unternehmens ohne Unterbrechung und ohne doppelte Kosten verlaufen, der neue Anschluss lässt sich 30 Tage testen. Gelingt der Wechsel nicht wie versprochen, gibt es 100 Euro Guthaben. Auf der Informationsseite zum Einfach-Wechsel schreibt 1&1, das Guthaben werde automatisch mit künftigen Rechnungen verrechnet. Wer es beanspruchen will, schildert den Wechsel in einer Rückmeldung im Control-Center oder in der App; 1&1 prüft die Angaben vor der Gutschrift. Verbindlich sind laut der Seite die Teilnahmebedingungen, die als separate PDF verlinkt sind. Diese Bedingungen haben wir nicht ausgewertet.

Was beim Anbieterwechsel ohnehin gilt

Unabhängig vom Angebot eines einzelnen Anbieters gelten in Deutschland beim Wechsel des Internet- oder Telefonanbieters gesetzliche Regeln. Die Verbraucherzentrale fasst sie so zusammen (Stand der Seite: 14. November 2024):

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  • Der Anschluss darf beim Wechsel höchstens einen Arbeitstag ausfallen.
  • Ab dem zweiten Arbeitstag ohne Anschluss können Betroffene für jeden weiteren Tag 10 Euro oder 20 Prozent des vereinbarten Monatsentgelts verlangen.
  • Gekündigt wird in der Regel zum Ende der Vertragslaufzeit, meist nach 12 oder 24 Monaten, mit einem Monat Frist. Nach der Mindestlaufzeit ist bei stillschweigender Verlängerung monatliche Kündigung möglich.

Praxishinweis: Das lässt sich vor einer Bestellung prüfen

  • Ob die eigene Adresse im Netz liegt: 1&1 verweist dafür auf sein Online-Informationsportal zu Glasfaser und auf telefonische Beratung.
  • Den Preis über die gesamte Laufzeit, nicht nur den Monatsbetrag zu Beginn: Laufzeit, Router- und Bereitstellungskosten stehen in den Tarifdetails.
  • Den Kündigungstermin des bisherigen Vertrags; er steht auf der Rechnung oder in den Vertragsbedingungen.
  • Die Teilnahmebedingungen des Einfach-Wechsels, bevor man sich auf die 100 Euro verlässt.

Einordnung: Reichweite ist noch kein Angebot

Die 2,7 Millionen Haushalte sind eine Reichweite, keine Bestellmöglichkeit. Nach Angaben von GlasfaserPlus sind die Anschlüsse unterschiedlich weit vermarktet, und einen Termin für den Start nennen weder GlasfaserPlus noch 1&1. Auch die Preise bleiben offen: „Attraktiv“ ist die Bewertung des Anbieters, überprüfbar wird sie erst mit konkreten Tarifen. Eine Einschätzung der Verbraucherzentralen oder der Bundesnetzagentur zu dieser Kooperation lag uns bei Redaktionsschluss nicht vor.

Für Haushalte im Ausbaugebiet ist die Meldung deshalb zunächst ein Hinweis, die Adresse im Blick zu behalten, und keine Aufforderung zum Wechsel. Wie Verbraucherzentralen Internet-Tarife in der Praxis prüfen, zeigt zum Beispiel der Fall Starlink, den wir zuletzt aufgegriffen haben.

Was jetzt als Nächstes zu erwarten ist

Belegbar ist derzeit nur, was die Unternehmen angekündigt haben: Die Vorbereitungen für die technische Integration laufen nach Angaben von GlasfaserPlus, ein Marktstart ist nicht terminiert. Sobald 1&1 Tarife und Verfügbarkeit für die neuen Gebiete veröffentlicht, lässt sich prüfen, ob das Angebot hält, was die Mitteilungen in Aussicht stellen.

Haben Sie in Ihrer Region schon Glasfaser, und welchen Anbieter nutzen Sie dort? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

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Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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