Arbeiten und Leben in Dubai: Tipps für Touristen und Geschäftsleute

Wie gut es um die Wirtschaft von Dubai zunehmend bestellt ist, zeigt sich daran, dass der Dubai Financial Market Index (DFM) kürzlich die Grenze von 5000 Punkten knackte. Das war zuletzt vor acht Jahren, 2006, der Fall - also während des weltweiten Wirtschaftsbooms. Angeblich, schreibt zumindest die wichtige englischsprachige Tageszeitung Gulf News, würden "Investoren nach Dubai strömen", um am wirtschaftlichen Aufschwung Teil zu haben. Positive Signale für die Vereinigten Arabischen Emirate glauben auch die beiden wichtigsten Immobilien-Konglomerate Dubais am Firmament zu erblicken – Damac und Emaar.

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Von 18 bis 23 Uhr: Das abendliche Wasserfeuerwerk vor dem fast 900 Meter hohen Turm, dem Burj Khalifa in Dubai. Es ist kraftstrotzendes Sinnbild für eine Region, die weiter nach vorne möchte.

In Dubai geht es wirtschaftlich und touristisch wieder nach oben: Die wichtigsten Wirtschafts-Indizes klettern und erreichen das Level vor der Weltwirtschaftskrise, welche im Jahr 2008 begann. Zudem kommen die Touristen wieder. Für Deutsche oder andere Europäer, welche in Dubai arbeiten möchten, warten ideale Voraussetzungen: Steuerfreiheit, ein jährlicher Freiflug nach Hause, vier Wochen Urlaub, kostenlose Wohnmöglichkeit. Netz-Trends hat sich in Dubai umgesehen. Unser Report wirft Schlaglichter auf das boomende Araber-Land.

Dennoch kann Dubai nicht darüber hinwegtäuschen, dass das kleine Land, welches weniger Einwohner hat, als München - nämlich rund 1 Millionen Bürger, wovon 800.000 Gastarbeiter sind - immer noch über eine Staatsverschuldung in Höhe von 78 Milliarden Dollar verfügt. Allerdings ist dies im Angesicht der gigantischen Infrastruktur-Maßnahmen und Baumaßnahmen in Dubai auch kein Wunder.

So gelang es Dubais Herrschern innerhalb weniger Jahre aus einer Wüstenstadt eine zunehmend auch für Europäer urbane und durchaus lebenswerte Stadt zu machen - mit Restaurants, die teils mit hervorragendem Essen aufwarten, als auch einem Ambiente, welches sich problemlos an Top-Restaurants in Berlin, Paris, New York oder London messen kann.

Empfehlenswert ist beispielsweise, sofern das nötige Kleingeld mitgebracht wird, der Besuch eines der öffentlichen Restaurants der exklusiven Hotels, wie dem luxuriösen Atlantis-Hotel auf der künstlichen Palmeninsel, der The Palm Jumeirah (Vorbestellungen dringend zu empfehlen). Die Homepage des Hotels zeigt, welche Restaurants zur Auswahl stehen. Exklusiv ist zum Beispiel das Riesen-Aquarium-Restaurant Ossiano im Atlantis The Palm Hotel in Dubai. Ebenfalls sehr ausgefallen und exklusiv ist das Yuan-Restaurant im Atlantis The Palm Hotel. Beide Restaurants müssen mindestens ein oder zwei Tage im Voraus gebucht werden, da der Andrang in aller Regel sehr groß ist. Das gilt auch für das ebenfalls schöne Outdoor-Restaurant "One & Only" im Royal Mirage Hotel in Dubai (oneandonlroyalmirage.com).

Luxuriös essen im Burj Al Arab Jumeirah: Unter 360 Euro geht es kaum, aber Chinesen und Russen können gewöhnungsbedürftig sein

Wirklich exklusiv und lohnenswert ist auch ein Besuch im märchenhaft gebauten 7-Sterne-Luxushotel, dem weltberühmten Burj Al Arab Jumeirah. Das Hotel kann aber nur durch vorherige telefonische Reservierung für eines der dort vorhandenen Gastrobetriebe betreten werden. Die Zeiten, da faktisch jeder das Luxushotel betreten konnte, sind vorbei. Der Massentourismus der Welt hat eben nun auch dieses Hotel erreicht. Doch was viele nicht ahnen: Ein Drittel der Hotelgäste des Burj Al Arab, seien mittlerweile Chinesen, gefolgt von Russen, Briten und auf Platz vier den Deutschen, erfahren wir diskret im Hotel.

Dass Chinesen zwar in Luxushotels gut bezahlende Gäste sind, ist bekannt, doch auch das: Ihre Tischmanieren gelten für europäische Maßstäbe häufig als schlecht. So gibt es Chinesen, wird uns berichtet, die in Dubai den Kellnern als Ausdruck eines Wohlgefühls in einem Luxus-Restaurant, schon einmal entgegenrülpsen. Es soll auch chinesische Luxusgäste geben, die nach einem guten Essen laut im Luxusrestaurant in Dubai gepfurzt haben. "Man glaubt nicht, was man sich da alles so anhören und anschauen muss", meint ein Vertreter eines solchen Luxusrestaurants in Dubai zu netz-trends.

Doch auch einige Russen sind in den Luxushotels dieser Welt, so auch in Dubai, teils verschrien: Die Maßlosigkeit des Konsums und Auftretens einiger reichen Russen in den besten Restaurants Dubais bringt zwar einerseits den Betreibern Umsatz. Auf der anderen Seite grenzt die außer Rand und Band geratene Völlerei teils schon an unzüchtigem Verhalten gegenüber qualitativ hochwertigen Lebensmitteln in Luxusrestaurants - von der Arbeit, die Köche in Sterne-Restaurants für gutes Essen investieren, ganz zu schweigen.

Netz-Trends wird beispielsweise berichtet, dass in einem Restaurant der obersten Luxusklasse in Dubai ein Russe die sündhaft teure Restaurant-Karte komplett rauf und runter bestellte und zwar für sich und seine Freundin - und das in einem 14-tägigen Zeitraum alle zwei Tage. Die Rechnungen pro Besuch im Luxusrestaurant in Dubai beliefen sich für den Russen auf jeweils mehr als 5.000 Euro. Dass von dem bestellten Essen dann 95% nicht angerührt wurde und vom Restaurant entsorgt werden musste, habe den Russen, der gerne mit zwei Bodyguards zu seiner Linken und Rechten auftrat, nicht gestört, berichtet man uns.

Jedenfalls bietet das Burj Al Arab rund 200 Suiten zu circa 1700 Euro die Nacht bei insgesamt rund 1.700 Hotelangestellten. Jede Suite hat ihren eigenen Butler. Im Schnitt sind 8 Mitarbeiter für einen Gast einer Suite zuständig. Sowohl den Hotelgästen wie Besuchern stehen fünf Restaurants, 2 Bars und 2 Lounges zur Verfügung. In fast allen Etablissements muss vorher ein Platz reserviert werden. Unser Favorit ist das hochwertige Aquarium-Restaurant im Untergeschoss des Hotels. Doch wer in dieses exklusive Restaurant möchte, der muss für zwei Personen alleine für das Essen mit rund 300 Euro rechnen und noch einmal pro Weinglas 30 Euro.

Es ist also kaum möglich, dieses Restaurant unter 360 Euro zu verlassen - aber es lohnt sich. Zudem gilt für die Herren der Schöpfung dort eine Jackettpflicht (keine Anzugpflicht). Wer in Dubai ist und für einen Restaurant-Besuch im Burj Al Arab kein Jackett dabei hat, dem wird vom Hotel Burj Al Arab eines gestellt. Allerdings kann es vorkommen, dass dieses dann nicht die passende Größe hat. Nicht erwünscht ist, dass die Männer im Aquarium-Restaurant des Burj Al Arab ihr Jackett während des Essens ausziehen. Doch es gibt Ausnahmen, wobei wir selbst so eine erlebten:

Jackettpflicht gilt, es sei denn...

Zunächst wurde uns das Ausziehen des Jacketts höflich nicht gestattet. Kurz darauf kam denn aber doch ein Servicemitarbeiter des Restaurants und meinte, er könne nun doch das Ausziehen des Jacketts gestatten. Grund: Ein Stammgast, wohl der Kategorie sehr reich zuzuordnen, habe sich geweigert, sein Jackett anzulassen, beziehungsweise sei er erst gar nicht im Jackett erschienen. Da Stammgäste gewisse Freiheiten hätten, wolle er aber sicherstellen, dass alle Restaurant-Gäste die gleichen Rechte hätten.

Wer das Burj Al Arab und die dortigen hochwertigen Gastronomie-Betriebe besuchen möchte, der wendet sich am besten an den Concierge des Hotels, in welchem man sich aufhält. Möglich ist auch, dass man selbst im Burj Al Arab anruft und dort einen Platz in einem Restaurant oder der Skybar reserviert – und zwar über die Nummer 971-4017600. Alternativ kann eine E-Mail für eine Reservierung geschrieben werden (BAArestaurants@jumeirah.com). Neben einem schönen abendlichen Dinner kann im Burj Al Arab zudem gefrühstückt oder ein Asian Afternoon Tea genossen werden.

Doch es geht auch weniger exklusiv in Dubais Nachtwelt. Empfehlenswert ist beispielsweise der abendliche Besuch einer der zahlreichen Lounges. Eine ist zum Beispiel die Outdoor-Launch und Bar "cielo sky lounge" (cielodubai.com). Die Launch liegt direkt im Dubai Creek Yacht Club in der Nähe des Park Hyatt Dubai Hotels. Schön, wenn auch etwas simpel, ist die Skybar im Hilton Hotel am Strand von Dubai. Der Besuch dort lohnt sich vor allem auf Grund des guten Ausblicks auf die Palm Insel. Die Skybar im Hilton ist Tags oder abends auch für Nicht-Hotelgäste besuchbar.

Wem die Aussicht auf Dubai von Skybars nicht genügt, der kann einen Rundflug über Dubai und die Palminseln buchen. Doch billig sind diese Rundflüge nicht. Ein 25-Minütiger Rundflug kostet pro Person im Schnitt saftige 160 Euro. Das ist teurer als ein Hubschrauber-Rundflug in New York City. Einer der Anbieter ist in Dubai zum Beispiel Seawings Seaplane Tours (seawings.ae).

Einen schönen Outdoor-Restaurant-Besuch am Abend lässt sich aber auch in einem der Restaurants erleben, welche um den höchsten Turm der Welt, dem Burj Khalifa, an einem künstlichen Binnensee gruppiert sind.

Fast 900 Meter hoch, der Burj Khalifa

Doch Achtung: Am besten sind dort die arabischen Restaurants. Leider ist aber beispielsweise direkt gegenüber vom Burj Khalifa Turm in der zweiten Etage ein britisches Ketten-Restaurant (Rivington Grill Old Town Dubai) angesiedelt. Dort hatten wir Scampi bestellt, bekamen aber eher eine Art frittierte Fischstäbchen serviert – für 14 Euro ("Breaded scampi; 70 VAE-Dirham). Damit waren wir nicht zufrieden. Eine gute Informationsquelle für Ausgehmöglichkeiten und Restaurants in Dubai ist das wöchentlich erscheinende englischsprachige Magazin "Time Out Dubai".

Wer den fast 900 Meter hohen Turm, den Burj Khalifa, nicht nur im spektakulären abendlichen Wasser-Feuerwerk (ab 18 Uhr bis 23 Uhr, alle 30 Minuten) besichtigen mag – welches größer ist, als jenes vor dem Hotel Bellagio Las Vegas – sondern den Turm befahren möchte, der sollte bereits vor Reiseantritt online ein Ticket zu 25 Dollar pro Person lösen. Denn wer direkt vor Ort kauft, der muss 75 Dollar pro Kopf bezahlen. Wir haben uns eine Fahrt auf die öffentliche Aussichtsplattform im Burj Khalifa gespart, da Dubai von oben nicht unbedingt der größte Hit ist. Doch wer den imposanten weltgrößten Turm Burj Khalifa erlebt, der merkt sehr schnell: Das höchste Gebäude der Welt ist gleichzeitig ein kraftstrotzendes Sinnbild für eine Region, die weiter nach vorne möchte.

Umweltfreundlichkeit in Dubai

Neben dem wirtschaftlichen und touristischen Wachstum setzt Dubai zunehmend auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit – die großen Themen des 21. Jahrhunderts. Ein derzeitiges Projekt ist dabei beispielsweise das Thema Mülltrennung. Bereits heute stehen zwar an Stränden und in vielen Hotels nach europäischem Vorbild Recycle-Mülleimer bereit, doch vor allem Hunderttausende Privathaushalte kennen Recycling einfach nicht.

Unter den 800.000 in Dubai lebenden Gastarbeitern kommen Hunderttausende aus Entwicklungs- oder Schwellenländern wie Indien, Bangladesch, Pakistan oder Sri Lanka und diese Menschen haben meist andere Sorgen, als Müll zu trennen. Dennoch bemüht sich Dubai auch den einfachen Gast- und Wanderarbeitern die Mülltrennung beizubringen.

Neben dem Recyceln von Haushalts-Alltagsmüll will Dubai die Bewohner dahingehend beeinflussen, dass Möbel oder ausgediente größere Elektrogeräte nicht einfach irgendwo hingeworfen werden, sondern dass diese im Rahmen des von der Stadt initiierten "bulk waste disposal programme" entsorgt werden. Die Rede ist also von den vor allem in Deutschland von den Kommunen bereit gestellten klassischen Sperrmülldiensten.

Abdul Majeed Abdul Aziz Saifaie, der Direktor des Dubai Municipality Waste Management Department, sagte gegenüber der Tageszeitung Gulf News Ende April 2014, wonach man bislang 697 Anfragen von Bewohnern erhalten habe, dass Sperrmüll abgeholt werde. Das Programm sei also bislang ein voller Erfolg und helfe, Dubai sauber zu halten. Das Sperrmüllprogramm Dubais ist für die Bewohner simpel zu aktivieren. So richtete die Stadtverwaltung von Dubai die Hotline-Nummer 800900 ein. Wer sich dort meldet, wird registriert und erhält in den Folgetagen eine SMS, in welcher ihm oder ihr mitgeteilt wird, wann der Sperrmüll abgeholt wird.

Nur 9,7% der Emiratis arbeiten in Dubai in der Privatwirtschaft

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Regierung von Dubai ist es, vor allem junge Araber, also Emiratis, in Lohn und Brot zu bekommen. Bislang sind fast 90% der in Dubai lebenden rund 225.000 Emirati, sofern sie überhaupt arbeiten, in Staatsdiensten.

Nur rund 9,7% Emirati arbeiten nach Angaben des UAE Ministry of Labour im privaten Sektor – also rund 22.000 Emirati. Das Ziel der Regierung von Dubai ist es, diese Quote deutlich zu erhöhen. Als zentrale Jobmesse für dieses Ziel dient der Regierung die jährliche "Careers UAE". Dieses Jahr wurde sie vom Sohn des absolutistisch regierenden Herrschers von Dubai, von Shaikh Maktoum, eröffnet. Insgesamt 160 Unternehmen zeigten auf der Jobmesse Ende April interessierten Emirati und sonstigen Bürgern Möglichkeiten der beruflichen Tätigkeiten in Dubai. Dabei waren 70 Unternehmen regierungsnahe und 90 gehörten dem privaten Sektor an.

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