Studenten fordern von Hillary Clinton $225,000 Rede-Gage zurück für Uni-Auftritt in Las Vegas

In gut vier Monaten - am 13. Oktober 2014 - soll Hillary Clinton für die satte Gage von 225.000 US-Dollar kräftig die Werbetrommel bei sozial tätigen Uni-Spendern - also bei philanthropists und donors - rühren, damit diese, wie in der Vergangenheit, für die University of Nevada Las Vegas (UNLV) kräftig spenden. Dass Hillary Clinton das Geld aus Sicht zahlreicher wohlhabender Spender wert sein dürfte, das hat sie bereits oftmals bewiesen. Doch darum geht es den Studenten auch gar nicht primär. Ihnen geht es um das Prinzip. So liegt das durchschnittliche Pro-Kopf-Bruttoeinkommen selbst in einer Stadt wie New York bei gerade einmal rund 30.200 US-Dollar, also 22.000 Euro (Quelle: city-data.com/city/New-York-New-York.html):

Grafik: Scrennshot unlv.edu
Bietet ein breites Studienprogramm: Die University of Nevada Las Vegas (UNLV).

Satte 225.000 US-Dollar zahle die University of Nevada Las Vegas (UNLV) Hillary Clinton, der möglichen amerikanischen Präsidentschafts-Kandidatin der Demokraten dafür, dass sie die Eröffnungsrede zu einer Spendengala für die UNLV hält. Darüber seien nun, schreiben US-Medien, Studenten der Uni empört und forderten angeblich die 225.000 US-Dollar (183.075 Euro) von Hillary Clinton zurück. Doch auch Töchterchen Chelsea kassiert kräftig: Für einen Einjahresvertrag in den NBC-News soll sie laut US-Medien 600.000 US-Dollar (488.201 Euro) kassieren.

Das bedeutet: Clinton verdient mit einer einzigen nicht einmal einstündigen Rede so viel, wie ein durchschnittlicher New Yorker Bürger in fast 8 Jahren. Bereits heute gelten sowohl Bill Clinton, ihr Mann und Ex-Präsident der USA und Hillary Clinton als Multimillionäre. Dies führte zu diverseren kritischen Berichten in den Medien. Allerdings ist auch der jetzige US-Außenminister beispielsweise mit einer Erbin von Heinz-Ketchup liiert. Die Verbindung von politischer Macht und Kapital hat in Washington D.C. also eine gewisse Tradition.

Hinzu kommt, dass sich das dicke Salär von Hillary Clinton für den Uni-Event in Las Vegas dadurch refinanzieren dürfte, da jeder, der zu ihrer Rede an der Universität anwesend sein möchte, kräftig in die Tasche fassen muss: Relativ günstig ist es noch, sich einen einfachen Platz am Dinner-Table zu kaufen. Hier sind lediglich 200 US-Dollar nötig. Teurer wird es, wer sich einen kompletten Tisch gönnen möchte - natürlich möglichst in großer Nähe zu Hillary Clinton. Hier sind dann schnell zwischen 3.000 und 20.000 Dollar nötig. Dass in einer Stadt wie Las Vegas an einer Universität wie der University of Nevada Las Vegas (UNLV) leicht 10 Tische zu jeweils 20.000 Dollar verkauft werden, gilt als sicher.

Verärgert sind die Studentinnen und Studenten dennoch. Denn alleine zwischen 2004 und 2014 hat sich das Studentenleben an der Uni in Las Vegas verdoppelt. Für viele Amerikanerinnen und Amerikaner wird Studieren immer unerschwinglicher. Nur wer reich oder wohlhabend ist, dem gilt eine akademische Ausbildung als sicher. 100.000 US-Dollar Schulden nach dem Uni-Abschluss ist für viele ärmere Studenten oder Mittelklasse-Studenten eher die Regel als die Ausnahme.

Töchterchen Chelsea kassiert auch kräftig: 600.000 US-Dollar für ein paar Auftritte in den NBC News

In einem Interview mit ABC hatte Hillary Clinton kürzlich erklärt, dass die Familie Clinton es nach dem Ausscheiden ihres Mannes aus dem Präsidentenamt finanziell angeblich nicht einfach gehabt habe: Die Kosten für Hypotheken der Clinton-Häuser sowie für die Bildung von Tochter Chelsea habe viel Geld verschlungen. Außerdem würden sie und ihr Mann regelmäßig Einkommenssteuer zu bezahlen haben, wie die normalen Bürger auch. Allerdings konnte sie damit nicht wirklich in den Medien und bei den Bürgern punkten. Sowohl Politiker von den Republikanern wie Demokraten überschütteten sie mit Kritik und sarkastischen Bemerkungen.

Für Irritationen sorgte auch das ungewöhnlich sehr hohe Salär, welches Töchterchen Chelsea Clinton kassiert: So bekommt Chelsea für vereinzelte Auftritte in den NBC News 600.000 US-Dollar im Jahr.

Doch nicht nur in den USA sind die Gagen für Politiker-Reden regelmäßig in der Kritik. Auch in Deutschland machte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück Schlagzeilen:

So schrieb spiegel-online bereits am 29. Oktober 2012, wonach Steinbrück „nach einem Zeitungsbericht… in den vergangenen drei Jahren für Vorträge 1,25 Millionen Euro“ angeblich erhalten habe. Allerdings darf man wohl davon ausgehen, dass sich Steinbrück hohe Gagen nicht für Auftritte an Universitäten hat bezahlen lassen. Insgesamt verteilten sich nach spiegel-online die 1,25 Millionen Euro Rede-Gage für Steinbrück auf 89 Honorarvorträge, wobei das höchste Honorar bei 25.000 Euro (30.725 US-Dollar) gelegen habe, das niedrigste bei 1000 Euro (1229 US-Dollar). Insgesamt 237 Vorträge habe der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück kostenfrei beispielsweise an Schulen oder gemeinnützigen Organisationen gehalten.

Auch wenn - das gestehen den Clintons die US-Medien zu - diese noch weit davon entfernt seien, Milliardäre zu sein, so seien Bill und Hillary Clinton dennoch mit Abstand das wohlhabendste noch lebende Präsidenten-Paar in den USA. Kein Wunder, bei einer möglichen Präsidentschafts-Kandidatin der Demokratin, welche ein Redehonorar an einer Uni kassieren kann, das gut 7 Mal so hoch ist, wie die höchsten Rede-Honorare des ehemaligen deutschen Kanzlerkandidatens der SPD.

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