Was 922 WG-Zimmer in Leipzig wirklich kosten - Vom A+++ Premium-Quartier bis zum Plattenbau mit einer Preisspanne von 285 bis 690 Euro

WOHNEN · DATENANALYSE · LEIPZIG. Was 922 WG-Zimmer in Leipzig wirklich kosten — die Preisspanne reicht von 285 bis 690 Euro

Zwischen Waldstraßenviertel und Grünau-Mitte liegen 15 Euro pro Quadratmeter. Das ist ein Aufschlag von 98 Prozent für dieselbe Stadt.

Eine vollständige Auswertung von 922 Angeboten, 49 Stadtteilen und 7 Lage-Tiers — mit prominenten Straßen, Landmarken und drei konkreten Such-Strategien.

Datenanalyse · Stand 18. Mai 2026 · Quelle: WG-Gesucht (922 ausgewertete Angebote)

★ DIE WICHTIGSTEN ZAHLEN AUF EINEN BLICK

922 aktive Angebote · 49 Stadtteile · 7 Lage-Tiers (A+++ bis D)

400 € Median-Miete · 15 m² Median-Größe · 25,97 €/m² Stadt-Benchmark

Günstigster Stadtteil: Grünau-Mitte mit 15,44 €/m² · Teuerster: Anger-Crottendorf mit 30,63 €/m²

Größtes Angebot: Reudnitz-Thonberg (85 Inserate, 9,2 % des Marktes)

Top-Straße der Studie: Georg-Schumann-Straße (Möckern) mit 23 Inseraten

Sofort-frei: 73 % der Angebote sind im Mai 2026 bezugsfertig

Möbliert-Aufschlag: +45 € im Median gegenüber unmöblierten Zimmern

★ WARUM NETZ-TRENDS.DE LEIPZIG IM BLICK BEHÄLT

NETZ-TRENDS.de wurde 2011 in Leipzig gegründet — und seit dem ersten Tag prägt die Stadt die Redaktion. Die beiden Gründer haben unterschiedliche Wurzeln, aber beide einen festen Bezug zur Messestadt: Der eine ist gebürtiger Leipziger und Software-Unternehmer. Der andere — Dr. Konstantin Korosides, heute ehrenamtlicher Herausgeber von NETZ-TRENDS.de — ist Halbgrieche und kein Dauer-Einwohner. Er war über Jahre Chief Communication Officer der Leipziger UNISTER Holding und kaufte noch in dieser Zeit eine Zweitwohnung in der Waldstraße, die er rund zehn Jahre nicht nutzte, aber seit geraumter Zeit wieder regelmäßig bewohnt wann immer er in Leipzig ist. Beide kennen die Stadt aus eigener Anschauung — von den Hörsälen der Universität über die Karli und das Werk II bis zur Festwiese und dem Barfußgässchen, der Heimatstraße von UNISTER. Deshalb schaut NETZ-TRENDS.de regelmäßig auf die Themen, die Leipzig prägen — und WG-Mieten sind eines davon.

Diese Datenanalyse versteht sich als Service-Journalismus für die Studienanfänger, Berufseinsteiger und Zuziehenden, die sich auf den Leipziger Wohnungsmarkt vorbereiten — und für alle, die wissen wollen, wo ihre eigene Adresse im Stadtgefüge steht.

Leipzig hat in den letzten zehn Jahren einen WG-Markt entwickelt, der so zerklüftet ist wie die Stadtgeschichte selbst. Im prestigeträchtigen Waldstraßenviertel zahlen Studierende heute 25 Euro pro Quadratmeter für gründerzeitliche Stuckaltbauten mit Zoo-Blick. In der Plattenbausiedlung Grünau-Mitte, nur sieben Kilometer Luftlinie entfernt, kostet derselbe Quadratmeter gerade einmal 15 Euro — ein Drittel weniger. NETZ-TRENDS.de hat 922 aktuelle Angebote sortiert, klassifiziert und analysiert. Das Ergebnis: eine Karte, sieben Lage-Klassen, drei klare Empfehlungen.

Klarstellung gleich vorweg: Altbau und Premium-Lage sind in Leipzig nicht dasselbe. Gründerzeitliche Stuckaltbauten gibt es in jedem Tier — von der A+++-Adresse im Waldstraßenviertel bis zum sanierten Hinterhaus in Volkmarsdorf. Die statistische Auswertung zeigt sogar: Inserate, die explizit mit „Altbau" werben, kosten im Median 22,57 €/m² — also 13 Prozent UNTER dem Stadt-Schnitt. Wer dagegen einen sanierten Altbau möchte, zahlt mit 32,86 €/m² den höchsten Aufpreis der Studie. Bau-Stil und Lage-Klasse sind in dieser Datenanalyse strikt getrennt.


Abb. 1: Die Eckdaten des Leipziger WG-Marktes Mai 2026

Das Lage-System: A+++ bis D

NETZ-TRENDS.de hat jedem der 48 Stadtteile (plus „Unbekannt") eine Lage-Klasse zugewiesen. Die Klassifizierung berücksichtigt Zentrumsnähe, ÖPNV-Anbindung, Wohnlage-Reputation, Szeneviertel-Status und Studierenden-Affinität. Sieben Stufen — vom Premium-Tier A+++ bis zur Vorort-Klasse D.


Abb. 2: Alle 7 Lage-Tiers auf einen Blick — Marktanteil und mediane Quadratmeterpreise

Auffällig: Die A-Tiers — von Premium (A+++) bis solide Wohnlage (A) — decken zusammen 93 Prozent des gesamten WG-Marktes ab. Die B-, C- und D-Lagen zusammen liefern weniger als fünf Prozent der Angebote. Wer in Leipzig WG sucht, sucht praktisch immer im Speckgürtel der Innenstadt.

Die Stadt als Spirale


Abb. 3: Konzentrische Spirale von Leipzig — vom Alten Rathaus nach außen, mit Lage-Tier-Markern

NETZ-TRENDS.de hat Leipzigs WG-Markt in vier konzentrische Ringe gegliedert. Im Zentrum: der Markt. Von dort spiralt sich die Stadt nach außen — die Gründerzeit-Quartiere im zweiten Ring tragen mit 63,8 Prozent den Hauptanteil aller WG-Angebote. Die Tiers wandern von rot (A+++) im Inneren über orange-gelb (A++, A+) im Gründerzeit-Gürtel zu grün (A), blau (B) und braun-grau (C/D) am Rand.


Abb. 4: Marktanteil pro Stadtring und Lage-Tier — wo werden die Zimmer angeboten?

Die Verteilung erzählt eine klare Geschichte: 17,7 Prozent der Angebote liegen im inneren Ring rund um den Markt. Im breiten Gründerzeit-Gürtel (Ring 2) konzentrieren sich satte 63,8 Prozent — hier wohnt der Großteil der Leipziger Studierenden. Erst 13,1 Prozent fallen in den mittleren Stadtrand, nur 2,8 Prozent in die echten Außenbezirke und Vororte.


Tier A+++ — Premium · 7,6 % des Marktes

Fünf Stadtteile, 70 Angebote, Median 25,14 €/m² — und damit überraschend günstig pro Quadratmeter, weil die Premium-Lagen großzügige Gründerzeit-Grundrisse bieten. Diese Adressen sind das, was Touristen meinen, wenn sie „typisch Leipzig" sagen.























Abb. 6: A+++ ist nicht gleich A+++ — die fünf Premium-Stadtteile im Vergleich

Achtung: Der A+++-Median täuscht — die Wahrheit liegt im Stadtteil-Detail

Der A+++-Gesamtmedian von 416 € wirkt auf den ersten Blick überraschend niedrig für Premium-Lagen. Die Erklärung liegt im Detail: A+++ ist heterogen. Im Waldstraßenviertel — der wahren Premium-Adresse Leipzigs mit Rosental, Zoo und Red Bull Arena vor der Tür — liegt der Median bei 460 € (Spannweite 416–575 €). Im Zentrum sind es 456 € (Spannweite 300–610 €). Erst Zentrum-Süd mit 397 € und vor allem Zentrum-West mit 375 € Median ziehen den Schnitt nach unten. Grund: In Zentrum-West finden sich viele kleinere Studierenden-WG-Zimmer im Niedrigpreissegment, in Zentrum-Süd das Studierendenwerk und ähnliche Strukturen. Das Musikviertel ist mit nur 2 Inseraten statistisch nicht aussagekräftig.

Lesehinweis für Vermieter und Suchende: Wer im Waldstraßenviertel oder im historischen Zentrum eine WG sucht, sollte mit 450–510 € rechnen — nicht mit 416 €. Wer als Vermieter sein Premium-Inserat unter 450 € anbietet, verschenkt Geld. Die 416 € sind ein STATISTISCHER MITTELWERT über alle 70 A+++-Inserate, nicht der Marktpreis für die Spitzenadressen.

Was Sie in A+++ erwartet

Maximale Zentrumsnähe oder Prestige-Adresse. Im Waldstraßenviertel laufen Sie in 12 Minuten zum Hauptbahnhof, in 8 Minuten ins Rosental, und der Zoo liegt praktisch um die Ecke. Im Musikviertel teilen Sie sich die Adresse mit der Hochschule für Musik und Theater. Im Zentrum-Süd nachbarn Sie mit dem Neuen Rathaus und dem Bundesverwaltungsgericht.

Wer mietet hier? Zahlungskräftige Studierende, Doktoranden, Berufseinsteiger, Berufstätige im Sabbatical. Wer flieht hier? Niemand — der Mietspiegel hier ist nach oben kaum gedeckelt.

Tier A++ — Sehr gute Lage · 26,4 % des Marktes

Sieben Stadtteile, 243 Angebote, Median 26,07 €/m². Innenstadtnah, etabliert, mit hervorragender Infrastruktur. Hier liegt der mit Abstand größte Block hochwertiger Angebote.














Was Sie in A++ erwartet

Südvorstadt ist Leipzigs Studentenherzkammer — die Karli (Karl-Liebknecht-Straße) ist die Lebensader. 69 Angebote allein in diesem Stadtteil, fast acht Prozent des Marktes. Schleußig glänzt mit Karl-Heine-Kanal, Sportbad an der Elster und einem hohen Anteil familiärer WGs. Gohlis-Mitte und -Süd bieten klassisch-bürgerlichen Altbau-Charakter mit Park-Anschluss an Rosental und Pferderennbahn Scheibenholz.

Im inneren Ring (Zentrum-Nord/Ost/Südost) wird es kompakter — kleinere Zimmer, höhere Quadratmeterpreise, dafür minimale Wege. Wer von Zentrum-Nord aus den Hauptbahnhof in zwei Minuten erreicht, zahlt dafür gerne einen Aufpreis.

Tier A+ — Beliebte Szene-/Studentenviertel · 37,2 % des Marktes

Acht Stadtteile, 343 Angebote, Median 26,83 €/m² — das mit Abstand größte Tier des Marktes. Hier konzentriert sich die hippe junge Stadt: Plagwitz mit Spinnerei und Karl-Heine-Straße, Connewitz mit Conne Island und Werk II, Reudnitz-Thonberg mit dem schieren Angebotsmengen-Rekord (85 Inserate). Und überraschend: Diese Lage ist pro Quadratmeter teurer als das Premium-Tier — weil die Zimmer hier kleiner sind.


Was Sie in A+ erwartet

Diese Stadtteile haben eines gemeinsam: junge Bevölkerung, dichte Kulturszene, Cafés, Bars, Galerien. Plagwitz ist das Brooklyn Leipzigs — ehemalige Industriebauten, in denen heute Designer und Galerien sitzen. Connewitz ist linksautonomes Stammland, mit eigener Konzertkultur und einem starken sozialen Gewebe. Reudnitz-Thonberg ist die Mengen-Wunderwaffe: hier finden Sie die größte Auswahl, und mit der Konsumzentrale und dem Lene-Voigt-Park gibt es Identität.

Wer hier mietet, akzeptiert höhere €/m²-Werte für das Gefühl, mitten im Leben zu sein. Die Sommerfelder Straße in Stötteritz mit 43,33 €/m² ist der teuerste Einzelposten der Studie — kleine Zimmer in begehrter Innenstadtnähe.

Tier A — Solide Wohnlage · 21,8 % des Marktes

Elf Stadtteile, 201 Angebote, Median 26,00 €/m² — also exakt Stadtdurchschnitt. Solide bürgerliche Wohnlagen mit guter Anbindung. Hier liegt Möckern, unser absolute Schnäppchen-Tipp: 23 Inserate auf der Georg-Schumann-Straße, die meistgenannte Straße der gesamten Studie.


Was Sie in A erwartet

Das Tier der Wahlmöglichkeiten. Wer flexibel bei der Lage ist, findet hier außergewöhnliche Werte: Anger-Crottendorf liegt mit 30,63 €/m² zwar an der Spitze der Quadratmeterpreise, hat aber 34 Angebote — die Gentrifizierung ist in vollem Gange. Kleinzschocher (30,09 €/m²) ist ein vergleichbarer Aufsteiger. Möckern dagegen ist mit 21,67 €/m² ein echter Underdog — die Georg-Schumann-Straße ist gut angebunden, sanierter Altbau, und kostet weniger als das Stadt-Median.

Volkmarsdorf, der Stadtteil entlang der Eisenbahnstraße, hat mit 61 Inseraten ein großes Angebot — die Eisenbahnstraße selbst hat 15 Inserate und ist eine der günstigsten Straßen Leipzigs (Median 340 €). Wer mit dem Ruf der Straße umgehen kann, findet hier viel Wohnraum für wenig Geld.

Tier B — Stadtrand mit Anschluss · 2,3 % des Marktes

Sechs Stadtteile, 21 Angebote, Median 23,63 €/m² — und damit fast 10 Prozent unter Stadt-Median. Hier beginnen die echten Schnäppchen-Regionen für Pendler und alle, die Ruhe schätzen.


Was Sie in B erwartet

Mockau-Süd, Wahren, Neulindenau, Paunsdorf — Stadtteile mit Straßenbahn- oder S-Bahn-Anschluss, aber mit spürbarer Distanz zum Zentrum. Lößnig hat mit 285 € Median-Miete die niedrigste in unserer Statistik, Großzschocher folgt mit 410 € auf größeren Zimmern. Paunsdorf hat das große Paunsdorf Center direkt vor der Tür — wer Einkäufe schätzt, ist hier richtig.

Für wen lohnt sich B? Für Berufstätige mit Auto, für Studierende der HTWK Leipzig (die im Süden liegt), und für alle, die zwar nicht im Zentrum wohnen, aber doch noch in Leipzig sein wollen.

Tier C — Plattenbau und Außenrand · 1,5 % des Marktes

Fünf Stadtteile, 14 Angebote, Median 23,87 €/m². Das sind die Plattenbau-Gebiete und echte Außenlagen.


Was Sie in C erwartet

Grünau ist Leipzigs größte Plattenbausiedlung — und liefert die günstigsten Mieten der Stadt: 285 € Median (Grünau-Mitte), 15,44 €/m². Das ist mehr als 40 Prozent unter dem Stadt-Median. Die Anbindung mit S-Bahn und Straßenbahn ist solide, das Allee-Center bietet alle Versorgungsbedürfnisse, und der Kulkwitzer See liegt direkt vor der Tür.

Heiterblick ist eine östliche Plattenbau-Insel, Dölitz-Dösen liegt am Markkleeberger See — beides Lagen, in denen WG-Angebote vor allem für Pendler und Sparfüchse interessant sind. Wer hier wohnt, sucht keinen Anschluss an Szene und Kultur, sondern bezahlbaren Wohnraum.

Tier D — Vororte und Randlagen · 0,7 % des Marktes

Sechs Stadtteile, nur 6 Angebote im gesamten Datensatz. Median überraschend hoch (28,44 €/m²) — aber bei dieser kleinen Stichprobe nicht repräsentativ. Diese Stadtteile sind im WG-Markt praktisch nicht präsent.


Was Sie in D erwartet

Dörfliche Randlagen, eigene Identität, oft mit S-Bahn-Anschluss zur Innenstadt. Engelsdorf, Holzhausen, Stahmeln, Plaußig-Portitz — Namen, die selbst Leipzig-Kenner kaum auf der Karte verorten können. Markkleeberg ist sogar eine eigene Stadt, südlich von Leipzig, mit dem Markkleeberger See als Highlight.

WGs hier sind extrem selten und meist Einzelangebote in privatem Eigentum. Wer hier sucht, sucht nicht eigentlich eine WG, sondern eine ländliche Wohngelegenheit mit Mitbewohnern.

Die Top-Straßen der Leipziger WG-Szene

Welche Straßen kommen am häufigsten in den Inseraten vor? Diese Liste zeigt, wo sich die WG-Suche konzentriert — die "Hot Streets" der Stadt:


Auffällig: Die Top-Straße ist nicht in Premium-Lage, sondern in A — die Georg-Schumann-Straße in Möckern. Das liegt an der schieren Länge der Straße und ihrer hohen Bebauungsdichte. Die Eisenbahnstraße auf Platz zwei ist mit 20,62 €/m² eine der absolut günstigsten Adressen Leipzigs — wer Auswahl und Sparpreis sucht, ist hier richtig.

Wo wohnt man am besten? Wo am günstigsten?











Abb. 5: Zwei Sichten auf den Markt — links Premium-Stadtteile nach Zimmergröße, rechts die Schnäppchen-Adressen

Top 5 "Hier wohnt man am besten"

Wenn Geld eine untergeordnete Rolle spielt und Sie das Beste suchen, was Leipzig zu bieten hat:

Waldstraßenviertel — Gründerzeit-Postkartenkulisse, Zoo, Rosental, Red Bull Arena vor der Tür. Median 460 €, 16,6 m². Premium-Adresse mit minimaler Konkurrenz im Sommer.

Musikviertel — die unbekannte Top-Lage, zwischen Zentrum und Schleußig. Klein, exklusiv, ruhig, mit Hochschule für Musik direkt um die Ecke.

Zentrum-Süd — Neues Rathaus, Bundesverwaltungsgericht, Johannapark. Repräsentative Adressen, Bach-Archiv und Bibliothek in Gehweite.

Schleußig — Familienfreundlich, am Karl-Heine-Kanal, mit Sportbad und Klingerweg. Mediane 422 €, ruhige WGs.

Gohlis-Mitte — Schillerhaus, Gohliser Schlösschen, bürgerlich-historischer Altbau-Klassiker. Sehr stabile Bewohnerschaft.

Top 5 "Hier wohnt man am günstigsten"

Wenn die Quadratmeter zählen und das Konto schmal ist:

Grünau-Mitte — 285 € Median, 15,44 €/m². Plattenbau, aber S-Bahn, See, Allee-Center. Mehr als 40 % unter Stadt-Median.

Lößnig — 285 € Median, 20,36 €/m². Südliche Außenlage mit gutem Anschluss zur Innenstadt.

Schönefeld-Ost — 360 € Median, 21,38 €/m². Plattenbau-Übergang im Nordosten, sehr gut angebunden.

Möckern — 356 € Median, 21,67 €/m². Top-Empfehlung: 14 Angebote, Georg-Schumann-Straße als belebte Hauptachse, solide Bausubstanz.

Zentrum-Südost — 330 € Median, 22,14 €/m². Uniklinikum vor der Tür, Friedenspark, hohe Studentendichte.

Der Geheimtipp: Wo wohnt man gut UND günstig?

Wer das Beste aus beiden Welten will: Volkmarsdorf entlang der Eisenbahnstraße. A-Lage mit 21 €/m², direkte Innenstadtnähe (10 Minuten), 61 Angebote zur Auswahl. Der Stadtteil hat einen schlechten Ruf, aber für Studierende mit Toleranz für Großstadtkultur ist hier das Preis-Leistungs-Verhältnis exzellent. Die Ludwigstraße (12 Inserate, 394 € Median) ist eine besonders solide Adresse innerhalb des Stadtteils.

Stadtringe im Detail

NETZ-TRENDS.de hat Leipzig in vier konzentrische Ringe gegliedert. So verteilen sich die WG-Angebote — und so verteilen sich die Preise:

Bemerkenswert: Ring 1 ist zwar das Prestige-Gebiet, aber pro Quadratmeter mit 24,32 € sogar günstiger als Ring 2 (26,81 €). Wieder die Größenpenalty — innen sind die Zimmer im Median größer. Ring 4 ist auf den ersten Blick teuer (25,36 €/m²), aber mit nur 26 Angeboten extrem dünn besetzt — die Mediane sind hier mit Vorsicht zu interpretieren.

Für Vermieter: Was die Daten raten

Die Studie ist nicht nur für Suchende interessant — auch wer ein WG-Zimmer vermietet, kann seinen Preis und seine Vermarktung an den Marktdaten ausrichten. NETZ-TRENDS.de hat aus den 922 Inseraten konkrete Empfehlungen pro Lage-Tier abgeleitet.














Abb. 13: Der marktübliche Preiskorridor (25–75-Perzentil) pro Lage-Tier

Idealer Preisrange pro Lage

Der Median ist der Anker — das ist der typische Marktpreis Ihrer Lage. Wer am 75-Perzentil inseriert, signalisiert Premium-Qualität. Wer unter dem 25-Perzentil bleibt, vermietet auf Sicherheit (schneller Erfolg, weniger Geld):

Lohnt sich Möblierung?

Klare Antwort: Es kommt auf die Lage an. Der Möblierungs-Aufschlag im Median (möblierte vs. unmöblierte Inserate desselben Tiers) variiert stark:


Kurzzeit-Vermietung oder unbefristet?

Befristet inserieren bringt selten einen Aufpreis — meist im Gegenteil. In A+++ und A liegt die befristete Miete im Median niedriger als die unbefristete, weil Nachmieter-Suche unter Zeitdruck stattfindet. Die einzige Ausnahme: A++-Lagen (Schleußig, Südvorstadt, Gohlis) — hier ist die befristete Untermiete sogar +35 € teurer, weil viele Sommer-Mieter höhere Preise akzeptieren.


Wie schnell läuft der Markt?


Abb. 14: Anbieter-Aktivität — wann waren sie zuletzt auf der Plattform?

Die Plattform zeigt für 45 Prozent der Anbieter einen sichtbaren „zuletzt online"-Status. Davon waren 28 Prozent in den letzten 24 Stunden aktiv — ein Hinweis auf einen hochaktiven Markt mit kurzen Reaktionszeiten. Spannend: In A-Lagen (Volkmarsdorf, Möckern etc.) sind 40 Prozent der Anbieter heute online, in A+++ nur 17 Prozent. Lesart: In günstigeren Lagen müssen sich Vermieter aktiver bemühen — in Premium-Adressen verkauft sich die Lage selbst.

★ DIE 4 GEBOTE FÜR LEIPZIGER WG-VERMIETER

1. Preis am Median Ihrer Lage festmachen, nicht am Wunschdenken. Wer 30 % über Median inseriert, sucht im Schnitt 14+ Tage.

2. Möblieren lohnt sich nur in A++ und A+. In Premium-Lagen (A+++) und solider Lage (A) bringt es kaum etwas.

3. Unbefristet als Standard. Nur in A++ rechnet sich die befristete Sommer-Untermiete preislich.

4. Online präsent bleiben. Wer alle 2–3 Tage die Anzeige öffnet (Login zählt für die Sortierung), liegt deutlich vor inaktiven Anzeigen.

Fazit: Drei Strategien für drei Typen

Strategie 1: "Beste Lage, vernünftiger Preis"

Suchen Sie im Waldstraßenviertel, in Zentrum-West, in Schleußig oder Gohlis-Mitte. Hier finden Sie Premium-Adressen mit großen Zimmern, die den Quadratmeterpreis drücken. Erwartung: 420–480 € Median für 16–22 m². Adressen-Tipps: Waldstraße selbst, Karl-Tauchnitz-Straße, Klingerweg, Coppistraße.

Strategie 2: "Maximales Angebot, Szene-Anschluss"

Suchen Sie in Reudnitz-Thonberg, Südvorstadt, Plagwitz oder Connewitz. Hier finden Sie die größte Auswahl, hippe Nachbarschaft und mittlere Preise. Erwartung: 376–442 € Median, 14–17 m². Adressen-Tipps: Oststraße, Prager Straße, Karl-Heine-Straße, Karli, Bornaische Straße.

Strategie 3: "Maximale Quadratmeter pro Euro"

Suchen Sie in Möckern (Georg-Schumann-Straße), Volkmarsdorf (Eisenbahnstraße, Ludwigstraße), Zentrum-Südost (Philipp-Rosenthal-Straße) oder Grünau-Mitte. Erwartung: 285–390 € Median, 14–20 m², zwischen 15,44 und 22,14 €/m². Wenn Sie der Plattenbau nicht stört, sind Grünau-Werte praktisch unschlagbar.

— ENDE —

Methodik:

Datengrundlage sind 929 am 18. Mai 2026 aktive WG-Zimmer-Inserate auf WG-Gesucht.de für Leipzig. Sechs Inserate mit Preisen unter 100 € (Ablöse-Inserate / Tippfehler) wurden ausgeschlossen, eines konnte nicht geparst werden. 48 Stadtteilnamen wurden vereinheitlicht und in 7 Lage-Tiers (A+++ bis D) sowie 4 konzentrische Ringe gegliedert. Top-Straßen wurden aus den Adressfeldern extrahiert, prominente Straßen und POIs auf Basis öffentlicher Stadtteilkenntnis ergänzt. Quadratmeterpreis = Warmmiete / Zimmergröße. Mediane werden gegenüber Mittelwerten bevorzugt (Ausreißer-Robustheit).

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