Google Maps erkennt in Zürich ein Jahr Autobahn-Zubringer Baustelle nicht

Manchmal fragt man sich wirklich: Alle reden von künstlicher Intelligenz und dass auch Google hier Milliarden investieren würde. Doch immer wieder wundert man sich, wie dumm beispielsweise Googles Aushängeschild „Google Maps“ ist. Beispiel Zürich:

Screenshot: Google Maps
Einfahrschneise für Millionen Autofahrer mitten in Zürich: Der 1L Autobahnzubringer Ost von rechts unten kommend, wo seit Jahren gebaut wird. Google erkennt das aber nicht und leitet nach oben rechts Richtung Flughafen komplett falsch. Links unten geht es aber auf der 1L weiter in die City. Das von Google Maps sehr früh im Navi diktierte "Reihen Sie sich jetzt rechts ein" ist also komplett falsch. Wer in der Falle sitzt, kommt dann nicht mehr nach links und muss eine große Schleife drehen.

Wer mit dem Auto nach Zürich möchte, egal von welcher Himmelsrichtung, findet in der alten Stadt an dem 35 Kilometer langen Fluss Limmat unzählige riesige Baustellen. Zürich stellt um auf Zürich 2.0.

Die schicke Metropole versucht seit Jahren durch massive bauliche Eingriffe in das teils aus dem Mittelalter stammende Straßennetz sich fit für Millionen Autos zu machen, welche täglich durch die Stadt fließen. Zürich ist nicht nur ein Magnet für Touristen, sondern auch für Berufspendler, welche vom Land in die Stadt müssen.

Mit dem riesigen Eingriff in das Straßensystem und damit in das Verkehrssystem macht Zürich etwas, was Stuttgart bis heute nicht auf die Reihe gebracht hat.

Zürich macht, was Stuttgart komplett fahrlässig verpennt

Während in Zürich und auch in ländlichen Gebieten der Schweiz selbst wenig befahrene Tunnel häufig - aber nicht immer - vierspurig sind, quält man sich durch zentralste Stuttgarter Zubringer-Tunnel in Autoschlangen in engsten Röhren zweispurig – in jede Richtung gibt es nur eine. Teils gibtes nicht mal Ausweichspuren im Falle eines Unfalls. Chaos pur und eine Bankrotterklärung sondergleichen für die Heimatstadt von Mercedes-Benz. Ganz zu schweigen vom sonstigen mittelalterlichen Straßenchaos auf zentralsten Stuttgarter Straßen.

Klar, der massive Eingriff in das zentrale Zuleiter-Verkehrssystem von Zürich ärgert manche Autofahrer, da man vor lauter Baustellen kaum mehr Straßen sieht und sich schneller verfährt, als man schauen kann.

Nun müsste man denken, eine solche Intelligenzbestie und ein solcher Spitzel-Profi wie Google, der Zugriff auf Milliarden Smartphones hat und Danke GPS fast auf den Meter genau weiß, wer gerade wo fährt, geht, sitzt oder liegt, müsste Baustellen erkennen können und daraus intelligente Lösungen finden. Zumal Baustellen, die über Monate oder Jahre gehen.

Google Maps Chaos pur in Zürich

Doch nicht so in Zürich: Google Maps leitet mit seiner mobilen App seit über einem Jahr wahrscheinlich in Summe Millionen Autofahrer komplett falsch in die City, mit einem gut 10-minütigen Umweg, der Autofahrer Nerven kostet und die Umwelt wahrscheinlich Millionen weiterer Tonnen CO2.

Unser Testbeispiel beruht auf unzähligen Straßen, die wir getestet haben, nennen wir zum Beispiel die Kernstraße in Zürich, die wir von Osten gen Konstanz liegend über den Autobahnzubringer anfahren möchten und durch Google in die Irre geführt werden.

Dabei geht es nicht um irgendeine Firlefanz-Baustelle, wo nur irgendwelche kleinen Wasserrohre ausgetauscht werden. Nein: Google checkt eine der zentralsten Zubringer-Baustellen in die City nicht und leitet komplett falsch.

Konkret geht es um den wichtigsten Autobahnzubringer 1L Ost nach Zürich. Der kommt aus Richtung Konstanz von der deutschen Grenze und geht tief nach Zürich rein.

Eigentlich müssen die Millionen Autofahrer, welche in die Zürcher City möchten einfach nur auf der 1L bleiben, also der Zubringerautobahn, die mitten nach Zürich fährt und dann am großen Autobahndrehkreuz nach links weiter in Richtung des berühmten vierspurigen Zürcher City-Tunnels, des für eine Stadt recht großen "Milchbucktunnel“ (1,8 Kilometer lang). Der Tunnel ist ein weltweites Vorbild für City-Tunnel und durchzieht fast die gesamte Zürcher Innenstadt.

Googles Irrgarten in Zürich

Dass Google Maps den Milchbucktunnel in Zürich grafisch einfach nur als blaue symbolische fiktive Straße darstellt, die mitten über Häuser und Parks führt, ist eine Seltsamkeit für sich in Google Maps.

Doch das angeblich so intelligente „Google Maps“ scheint nicht zu verstehen, welche Logik sich aus Baustellen an Autobahnzubringern ergibt. So leitet Google Maps seit über einem Jahr, mindestens seit Anfang 2018 bis jetzt, also bis Oktober 2019 und wahrscheinlich noch über Jahre, wenn das nicht endlich korrigiert wird, Millionen Autofahrer eben falsch.

Falsch heißt: Nicht links einbiegend über den 1L Zubringer zum Milchbucktunnel. Nein, Google lotst die Autofahrer komplett falsch nach rechts auf die City-Zubringerautobahn Richtung Flughafen Zürich.

Wer auf Google hört, und das dürften im Laufe des Jahres mindestens Hunderttausende wenn nicht Millionen Opfer sein, macht aber völlig unnötig die Chaos-Schleife Richtung Flughafen, statt direkt auf den Zubringer des Milchbucktunnel in die Zürcher City.

Warum checkt das Google Maps nicht?

Warum Google Maps auch nach über einem Jahr immer noch nicht checkt, dass man Millionen Autos komplett falsch auf völlig unnötige Umwege führt, um diese dann doch wieder in den Milchbucktunnel zu lotsen, nur halt über eine völlig unnötige und die Autofahrer Zeit und Benzin kostende Autobahnschleife, bleibt Googles Geheimnis.

Die Lösung ist aber wahrscheinlich einfach nur: Digitale Dummheit und mangelnde Kontrolle auf Seiten der für Google Maps zuständigen Mitarbeiter. Dabei sind diese eigentlich vor Ort. Denn sie sitzen massenhaft mitten in Zürich, der faktischen Europazentrale von Google.

Doch so oder so bleibt der Irrgarten, den Google in einer solch wichtigen Stadt wie Zürich auf den Autobahnzubringer-Baustellen veranstaltet, unerträglich und umwelttechnisch skandalös.

Auch dass das Bauamt von Zürich das nicht mitbekommt und nichts tut, ist an stadtplanerischem digitalen Murks kaum zu überbieten. Das ist schade, da die Stadtplaner ansonsten vorbildlich - wenn auch langsam - den Umbau des Straßensystems vorantreiben. Bleibt derweil nur eins: Abwarten und nicht auf Google Maps hören. Zumindest wenn man über die 1L in die Stadt will.