Trump weitet dubiose U.S. Kampagne gegen Huawei aus

Kommentar - Dass die aktuelle US-Regierung von Donald Trump es als strategisches Ziel sieht, Wirtschafts-Konkurrenten politisch und wirtschaftlich zu schaden, egal mit welchen Mitteln, zeigt sich seit vielen Monaten.

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Trump weitet seinen Wirtschaftskrieg aus.

Ob Autos aus Deutschland und Japan oder Smartphones von Huawei aus China: Für Trump sind es Produkte des Bösen.

- Im Falle von Autos aus Europa oder Fernost regt sich Trump auf, diese würden der internationalen Industrie-Handelsbilanz der USA schaden.

- Ganz so, als wäre es schuld der Deutschen oder Japaner, dass U.S. Autobauer wie Dutch eher schlechte Karren bauen, die hierzulande kaum einer haben möchte. Wer jemals in einem Dutch saß, dürfte aber wissen, was gemeint ist.

- Zudem ignoriert Trump mit seinem Handelsbilanz Getöse, dass dort Hunderte Milliarden Euro an Umsatz und so gut nicht versteuerte Gewinne der amerikanischen Digital Branche komplett fehlen.

- Denn die Umsätze und Gewinne von Apple, Google, Facebook, Amazon, Ebay & Co werden schön in der Handelsbilanz außen vorgelassen.

- Im Falle von Smartphonebauer Huawei schiebt ausgerechnet die U.S. Regierung in die Öffentlichkeit: Die Chinesen würden angeblich mit dem Handy aus China Spionage in die Welt bringen. Belegt werden konnte das nie.

- Heikel zudem: Ausgerechnet die USA werfen Chinas Huawei Spionage vor. Dabei sind es die USA, die jedes andere Handy auf der Welt und jeden Computer längst zu einer Wanze pervertiert haben. Kein Land treibt weltweit so viel illegale Bürgerspionage bei Milliarden Menschen, wie die USA.

Während sich das Huawei Smartphone auch in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) immer größerer Beliebtheit erfreut, hat die U.S. Regierung die Kampagne gegen den chinesischen Apple Konkurrenten Huawei Technologies Co. weiter ausgebaut.

Regel tritt ein

Zum Freitag dieser Woche gilt die neue dubiose amerikanische Regel, dass nicht nur das größte Technologieunternehmen des Reichs der Mitte auf den Index verbotener Produkte in den USA gesetzt ist. Jetzt ist auch klar, dass viele Töchter und sogar selbst U.S.-Zulieferer gemeint sind. Bloomberg schreibt:

"In einer am Donnerstag veröffentlichten Bekanntmachung im Federal Register teilte das Handelsministerium mit, dass die Beschränkungen für Huawei und 67 seiner Tochtergesellschaften gelten, die in 26 Ländern von Deutschland bis Madagaskar verstreut sind. Es handelte sich hauptsächlich um private Tochterunternehmen, die der Netzwerkriese besitzt und nutzt, um in verschiedenen Städten oder Ländern Geschäfte zu tätigen oder tätigen zu lassen, und daher vorrangige Ziele für den Fall verfolgt, dass das Weiße Haus beschließt, Exportbeschränkungen zu verfolgen." [i]

Weiter schreibt Bloomberg, wonach die Trump-Regierung alles daransetze, "Chinas Aufstieg zu bremsen, mit möglicherweise verheerenden Konsequenzen für den Rest der Welt".

Tritt auch gegen U.S. Zulieferer

Weiter führt der amerikanische Wirtschaftsnachrichtendienst aus: Blockierten die USA den Zuliefer-Verkauf an Huawei, also die Lieferung beispielsweise von Halbleitern, könne es auch U.S.-Unternehmen hart treffen.

- Betroffen könne beispielsweise der amerikanischen Chip-Riese Qualcomm Inc. sein oder Micron Technology Inc.

Als nächsten Kampagnenschritt kündigte die Trump-Administration an, man überlege derzeit, wonach Huawei und die Zulieferer weitere drastische Maßnahmen zu erwarten hätten. So sei in der Pipeline, Huawei auf eine "Entity List" zu setzen.

Dies bedeute, "dass jedes US-Unternehmen eine spezielle Lizenz benötigt, um Produkte an den weltweit größten Netzwerkausrüster und die zweitgrößte Smartphone Marke" der Welt, also an Huawei, zu verkaufen.

150 weitere Tage

U.S. Handelsminister Wilbur Ross habe gegenüber Bloomberg Television mitgeteilt, wonach man die nächsten 150 Tagen nutzen werde, den Markt weiter zu prüfen und dann die nächsten Schritte einzuleiten.

Huawei selber erklärte hingegen am Donnerstag: "Dies wird den amerikanischen Unternehmen, mit denen Huawei Geschäfte tätigt, erheblichen wirtschaftlichen Schaden zufügen, Zehntausende von amerikanischen Arbeitsplätzen beeinträchtigen und die derzeitige Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen in der globalen Lieferkette stören."

Schon im Dezember 2018 ließen die USA in einem völkerrechtlich illegalen Akt, die Tochter des Huawei-Gründers, die Chief Financial Officer Meng Wanzhou, verhaften und in Kanada in U-Haft nehmen.

Huawei weist bis heute jegliches Fehlverhalten zurück und verklagte die U.S. Regierung in den USA selber. Grund: Die Spionage Vorwürfe seien nicht belegbar und verleumderisch.

Einzelnachweise

[i] U.S. Places Huawei and Scores of Affiliates on Export Blacklist, in: Bloomberg Nachrichten vom 17.5.2019.

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