Albern Leipzig schreibt Gleichstellungsbeauftragte für 7.132 Euro Monatsgehalt aus - Notwendigkeit oder Luxusproblem?

Die Stadt Leipzig hat kürzlich eine Stelle ausgeschrieben, die Fragen zur Notwendigkeit und Effizienz öffentlicher Ausgaben aufwirft. Laut der aktuellen Stellenausschreibung auf Leipzig.de (Jobs) vom 2. Mai 2024 wird eine Person gesucht für die Position des "Referatsleiter/-in für die Gleichstellung von Frau und Mann sowie der/des Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten (m/w/d)". Diese Ausschreibung wird eingruppiert in eine der obersten Gehaltsklassen im Öffentlichen Dienst in Deutschland, in die E 14. Das fällt in eine Zeit, in der die Diskrepanz zwischen den Gehältern im öffentlichen Dienst und denen in der Privatwirtschaft zunehmend kritisch betrachtet werden muss und wird.

Gemäß dem Tarifvertrag "E 14 TVöD VKA 2024" beläuft sich die monatliche Vergütung in der Entgeltgruppe E 14 auf 7.132,13 € für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst, wenn man mindestens fünf Jahren einschlägige Berufserfahrung hat (Quelle: www.jobs-beim-staat.de/tarif/tvoed-vka_e14).

Zusätzlich zu dem Grundgehalt kommen noch Jahressonderzahlungen auf das Einkommen hinzu. Somit ist diese Position mit einem Jahresgehalt von rund 90.000 Euro brutto dotiert. Über einen Zeitraum von zehn Jahren belaufen sich die Gesamtkosten für diese Heiße Luft-Stelle, inklusive Lohnnebenkosten, auf fast eine Million Euro.

Eine Millionen in zehn Jahren für einen Heiße Luft Job

In der Privatwirtschaft erreichen solche Gehälter nur die obersten 5 Prozent der Beschäftigten, wie Statistiken des Bundesamtes zeigen. Hinzu kommt: Im Öffentlichen Dienst sind in Deutschland eh schon fast 60 Prozent der Angestellten Frauen, wie Statista.de belegt.

Wenn eine Stadt wie Leipzig so eine Position, ein Relikt aus alten Zeiten, ausschreibt (unter leipzig.de, jobs), ist davon auszugehen, dass man bei der Besetzung nicht an eine Berufsanfängerin denkt, sondern schon an eine Person mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung, eher mit 10 oder 20. Die Besoldungsgruppe, Gehaltsgruppe, von über 7000 Euro monatlich dürfte für die Stellenanzeige einer Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Leipzig wohl als gesetzt interpretiert werden können.

Albern, teuer, relikt aus vergangenen Zeiten

Dabei stellt sich die generelle Frage: Brauchen wir überhaupt noch eine „Gleichstellungsbeauftragte/n“ – ist das nicht total old fashion und ein Relikt aus vergangenen Zeiten? NETZ-TRENDS.de meint klar: Ja, dieser Posten gehört abgeschafft, ist albern, teuer und spiegelt nicht mehr die Realität wider.

In vielen Behörden, Ministerien und Unternehmen in Deutschland, der Schweiz und Österreich liegt der Frauenanteil häufig bereits bei fast 60 Prozent. In einigen Branchen und nicht wenigen Entscheidungsgremien sind Männer mittlerweile in die Minderheit geraten. Angesichts dieser Entwicklungen erscheint die Investition in eine hochbezahlte Position wie die eines oder einer Gleichstellungsbeauftragten, der oder die sich speziell der Gleichstellung von Frauen und Männern widmet soll, zunehmend als ein Anachronismus.

Verschiebung der Gleichstellungsbedürfnisse

Berichte zahlreicher Bewerber für Jobs im Öffentlichen Dienst in Behörden und Ministerien beschreiben Situationen, in denen Männer teilweise nur noch als "Quotenhampelmänner" zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden. Das sei auch in Leipzig oder Berlin häufig der Fall.

In vielen Bewerbungsgremien, die über Einstellungen im Öffentlichen Dienst, in Behörden oder Ministerien entscheiden, fänden sich oft bis zu acht Mitglieder, von denen in zahlreichen Fällen nur ein oder zwei Männer vertreten seien. Das zumindest berichten Bewerbende des öfteren gegenüber NETZ-TRENDS.de. Diese Zusammensetzung führt zu kritischen Fragen hinsichtlich der Ausrichtung und Fairness der aktuellen Gleichstellungspolitik. Es ist bekannt, dass weibliche Führungskräfte häufig weitere Frauen nachziehen, was sich oft auch in den HR-Abteilungen zeigt, wo Recruiterinnen nach Beobachtungen von Bewerbenden häufig überproportional weibliche Bewerberinnen bevorzugen würden.

Kosten versus Nutzen: Ist die Rolle des Gleichstellungsbeauftragten noch zeitgemäß?

Deshalb zurück zur Ausgangsfrage: Brauchen wir noch eine teuer bezahlte Luxus-Position wie jene einer oder eines Gleichstellungsbeauftragten? Die Position des Gleichstellungsbeauftragten, nicht nur in Leipzig nach einer der höchsten Entgeltgruppe im bequemen Öffentlichen Dienst, in E 14 vergütet, stellt eine erhebliche finanzielle Belastung dar.

In Städten wie Leipzig, die bereits beachtliche Fortschritte bei der Gleichberechtigung erzielt haben, und wo in der Verwaltung, in Behörden, dem Öffentlichen Dienst die Frauenquote häufig auch schon bei um die 60 Prozent liegen dürfte, stellt sich die Frage, ob die aufgewendeten Mittel nicht effektiver genutzt werden könnten. Anstatt hohe Summen in einzelne Positionen zu investieren, könnte das Budget in Bildungsprogramme, direkte Unterstützungsmaßnahmen für benachteiligte Gruppen oder in die Förderung von Einrichtungen fließen, die eine verbesserte Work-Life-Balance für alle Bürger ermöglichen.

Modernisierung der Gleichstellungspolitik

Der traditionelle Ansatz, feste Stellen für Gleichstellungsbeauftragte zu schaffen, könnte durch moderne, flexiblere Methoden ergänzt oder ersetzt werden. Projektspezifische Teams oder Task Forces, die sich dynamisch aktuellen Herausforderungen anpassen, könnten eine effizientere Methode bieten, um echte Gleichberechtigung zu fördern. Diese könnten insbesondere auch die Situation von Männern berücksichtigen, die in bestimmten Bereichen ins Hintertreffen geraten sind. Solche Teams könnten bei Bedarf schnell zusammengestellt werden, spezifische Probleme zielgerichtet angehen und sich auflösen, sobald die Ziele erreicht sind.

Wirtschaftliche Realitäten in Leipzig

Ganz abgesehen davon: In Leipzig leben fast 25 Prozent der Bevölkerung von Hartz IV (heute Bürgergeld), beziehen das dürftige Niedrigst-Arbeitslosengeld oder sind frühberentet bzw. auf andere staatliche finanzielle Unterstützungen angewiesen. Viele Unternehmen, die Universitätsabsolventen oder sonstige Berufstätige einstellen möchten, können sich keine hohen Gehälter wie die im Öffentlichen Dienst mehr leisten. NETZ-TRENDS.de weiß von einem aktuellen Fall, in dem eine lokale Firma einem promovierten Leipziger, Mitte 30, nur ein Gehalt von 2.500 Euro brutto für 30 Stunden anbietet – ein Gehalt, das in einer ostdeutschen Stadt eher die Regel als die Ausnahme darstellt.

Öffentliche vs. private Gehälter

Die Gehälter im öffentlichen Dienst stehen oft in einem krassem Widerspruch zu denen, die in der Privatwirtschaft üblich sind. Diese Diskrepanz zwischen den beiden Sektoren wird durch außenpolitische Entscheidungen, die den Bürgern und Unternehmen stark zusetzen, weiter verschärft. Maßnahmen wie die Reaktionen auf die COVID-19-Pandemie, die die Weltwirtschaft beinahe zum Stillstand brachten, und die geopolitischen Spannungen rund um die Ukraine, einschließlich der Abbestellung günstiger Energie aus Russland, haben die Situation weiter zugespitzt.

Inflation und Selbstbedienungsmentalität

Die staatlich befeuerte Inflation hat die Lebenshaltungskosten drastisch erhöht. Trotzdem erlaubt sich der Öffentliche Dienst, Behörden, Ministerien, regelmäßig Inflationsausgleiche, was angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage vieler Bürger und Unternehmen als eine Form der Selbstbedienungsmentalität wahrgenommen wird. Diese Praxis steht in starkem Kontrast zu den Herausforderungen, mit denen die Privatwirtschaft kämpft, und spottet jeglicher Beschreibung der kritischen wirtschaftlichen Situation, mit der sich viele Unternehmen und die Bürger und Bürgerinnen derzeit konfrontiert sehen.

Fazit - Schafft endlich die alberne Position einer oder eines Gleichstellungsbeauftragten ab

Wenn Frauen und Männer in vielen Bereichen bereits gleichgestellt sind und im öffentlichen Dienst in Deutschland der Frauenanteil bereits bei fast 60 Prozent liegt, könnte eine Überprüfung der Rolle des "Gleichstellungsbeauftragten" angebracht sein, insbesondere da Männer in einigen Segmenten sogar benachteiligt werden. Gleichstellung ist zweifellos eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Jedoch sollten in Zeiten knapper Kassen und wirtschaftlicher Unsicherheiten kritische Fragen gestellt werden, ob und wie öffentliche Mittel am effektivsten eingesetzt werden können. Vielleicht ist es an der Zeit, traditionelle Rollen und Strukturen zu überdenken und einen neuen Weg in der Gleichstellungspolitik zu beschreiten, der sowohl gerecht als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Dieser Weg sollte nicht nur Frauen, sondern auch verstärkt Männer berücksichtigen, um eine echte Gleichberechtigung zu fördern.

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