US-Fahrdienstleiter Lyft führt angeblich Verkaufsgespräche

Der amerikanische Uber-Konkurrent Lyft soll in den USA Verkaufsgespräche führen.

Bild: Screenshot Lyft.com
Lyft ist bislang auf die USA und den asiatischen Raum beschränkt. In Deutschland dürfte es Lyft schwer haben, da es ein flächendeckendes sehr gutes und lokal reguliertes Taxi-System gibt.

So soll Lyft angeblich mit GM darüber diskutiert haben, ob der US-Autokonzern bereit sei, den Fahrdienstleister für 9 Milliarden US-Dollar, umgerechnet also 7,94 Milliarden Euro, zu übernehmen. Was einmal mehr zeigt: Während in Deutschland Internet-Unternehmer sich gezwungen sehen auf dubiose Darlehens-Angebote aus Italien einzugehen, um Wachstumskapital zu bekommen, vereinnahmen die Amerikaner mit Milliarden-Finanzspritzen ein digitales Geschäftsfeld nach dem anderen.

Aus dem Unternehmen Lyft wird allerdings kolportiert, dass GM derzeit nicht bereit sei, bei Uber-Konkurrent Lyft komplett einzusteigen. Ein ernsthaftes Interesse von GM an Lyft werde derzeit eher nicht gesehen. Als weitere mögliche Käufer oder Investoren von Lyft sind mal wieder die Üblichen in den Schlagzeilen: Die Google-Holding Alphabet, Amazon, Microsoft, Qatalyst oder Apple. Allerdings heißt es auch hier, dass keiner dieser digitalen Superkonzerne bislang ein verbindliches Übernahmeangebot an Lyft abgegeben habe.

Doch egal wie die Venture Capital-Diskussionen nun ausgehen: Auf Grund vergangener Finanzierungsrunden soll Lyft genug Cash in der Kasse haben. Die Rede ist von einem angeblichen Bank-Guthaben in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar, was 1,24 Milliarden Euro entspricht.

Hinzu kommt ein stabiles Dienstleistungsaufkommen. So soll Lyft vor allem in den USA bis zu 14 Millionen Fahrdienstleistungen, die ähnlich jener von Taxis sind, pro Monat absolvieren. Uber soll es auf bis zu 62 Millionen solcher Taxi-Fahrten bringen.

Bislang gilt in den USA Lyft als einziger ernstzunehmender Konkurrent von Uber. Jedoch ist die Kriegskasse von Uber deutlich besser gefüllt. Erst kürzlich soll der Fahrdienstleiter Didi sich mit einer Milliarden US-Dollar, also 880 Millionen Euro, an Uber beteiligt haben.

Ob Uber oder Lyft: In beiden Fällen sollen zahlreiche Fahrten noch subventioniert werden und zwar mit den von Investoren zur Verfügung gestellten Milliarden.

Erst im März hatte Lyft mitgeteilt, dass Lyft und General Motors ein Programm mit dem Namen "Express Drive" anbieten. Dabei handelt es sich um ein "flexibles, All-inclusive-Verleih-Programm, welches Lyft-Fahrern Zugang zu Autos zu erschwinglichen Preisen gibt, wann immer sie dies benötigen". Darüber hinaus hatte GM früher bereits 500 Millionen US-Dollar in Lyft investiert.

Die wichtigsten Lyft-Serviceleistungen sind: Lyft Line, Lyft, Lyft Plus und Lyft Premier. Wie im Falle von Uber, Didi und anderen Fahrdienstleistern funktioniert das System über eine App. In Deutschland spielen Uber oder Lyft bislang so gut wie keine Rolle, da es vor allem in Städten eine sehr hohe Grundversorgung mit Taxis gibt, die ebenfalls über unterschiedlichste Apps bestellt werden können.

Neben den USA bietet Lyft seine Mitfahr-App bislang in folgenden Ländern an: Indonesien (in Bali und Jakarta), Malaysia (in Kuala Lumpur), Singapur, Thailand (in Bangkok, Phuket), auf den Philippinen (in Manila), sowie in Vietnam (in Hanoi und Ho Chi Minh City).

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