IT Boston Dynamics: Google Roboter macht Angst - ATLAS humanoid

Er läuft wie ein Mensch. Er steht wieder auf wie ein Mensch, wenn man ihn zu Boden wirft. Er gleicht Unebenheiten im Schnee aus und bleibt waagerecht. Er öffnet Türen.

Die Rede ist vom neuen Google-Roboter, welchen die Alphabet-Tochter Boston Dynamics in einem Video nun vorstellte. Der Name des Roboters lautet ATLAS humanoid. Neu ist dieser Roboter nicht, wohl aber seine Fähigkeiten. So ist die neuste Version dieses menschlich aussehenden und menschlich sich fortbewegenden Roboters in entscheidenden Bereichen vorangebracht worden. So ist ATLAS nun leichter, wendiger und kleiner.

In einem von Boston Dynamics vorgestellten Video sehen wir, wie der Google Roboter Atlas eine Türe öffnet. Anschließend läuft Atlas durch einen Wald und zeigt keine Probleme, dort über Schnee zu stampfen und sonstige Unebenheiten des Waldbodens abzufedern. Er marschiert, als gebe es kein Morgen.

Gründer von Boston Dynamics ist der Amerikaner Marc Raibert, 66. Der ehemalige MIT-Professor startete mit der Roboter-Firma im Jahr 1992 und legt seitdem immer wieder beeindruckende Beispiele von Robotern vor.

Eine besondere Herausforderung, so Raibert, stellten die Gelenke des neuen Atlas Roboter dar. So können sich die Gelenke hydraulisch bewegen, was Atlas nicht nur ermöglicht nach einem Hinfallen wieder aufzustehen, sondern Unebenheiten auf dem Boden viel besser auszugleichen.

Für die Erstellung der Roboter-Knie verwendete Boston Robotics ein 3D-Druckverfahren. Der Vorteil daran ist, dass die komplizierten Knie aus einem Stück gefertigt werden können. Sie müssen also nicht umständlich aus unzähligen Einzelteilen zusammengeschraubt werden. Im 3D-Verfahren wurden beispielsweise die integrierten hydraulischen Stellglieder gedruckt. Weitere Techniken, welche im Atlas Roboter verbaut wurden, sind Funk-Komponenten, eine Stereoanlage, um Geräusche zu erzeugen, sowie LIDAR-Sensoren.

Doch aus Atlas einen menschenähnlich sich fortbewegenden Roboter zu machen, gesteht Boston Dynamics-Chef Raibert, habe die Arbeit eines sehr großen Teams benötigt. Dieses habe sich um jedes Detail gekümmert bis hin zur Frage, wie die Ventile für einen bestmöglichen Roboter geschaffen sein müssen.

Neben dem Atlas Roboter hat die Google-Tochter Boston Dynamics bereits mit dem Vierbeiner-Roboter "BigDog" beeindruckend gezeigt, auf welch hohem Niveau Roboter mittlerweile in Konkurrenz zum Menschen treten können. BigDog fungierte unter anderem als Lasttier für das amerikanische Militär (wurde kürzlich aber wieder aussortiert).

Wenn der Atlas Roboter von Google auch noch intelligent wird... freuen sich die Militärs

Zusätzlich zur Roboter-Beweglichkeit von Atlas soll künftig Künstliche Intelligenz mindestens auf dem Niveau der Menschen hinzukommen. Doch das könnte sich schnell zu einem Alptraum für viele entwickeln.

Denn dann kann der Atlas Roboter nicht nur Türen öffnen, sondern strategisch denken, was passieren könnte, wenn er eine Handlung macht. Als Schreckensszenario ist noch vielen Kinogängern der iRobot-Film mit Will Smith in Erinnerung. In diesem Film machte sich ein menschenähnlicher Roboter selbstständig und brachte andere Menschen vorsätzlich um.

Dass es das Ziel sei, den Atlas-Roboter mit künstlicher Intelligenz zu versehen, daraus macht Boston Robotics-Gründer Marc Raibert kein Geheimnis: "Unser langfristiges Ziel ist es, Roboter zu machen, die Mobilität haben, Reflexe, Wahrnehmung und Intelligenz, welche vergleichbar sind mit Menschen und Tieren, oder diese vielleicht sogar überbieten." Der neue Atlas-Roboter sei ein Schritt auf diesem Weg.

Doch noch, erklärte Raibert weiter, wolle man den neuen Google Roboter vor allem im Bereich der alltäglichen Geschäfte des Menschen einsetzen. So ist im Video beispielsweise zu sehen, wie der Atlas Roboter Kisten vom Boden hochhebt und diese an anderer Stelle wieder absetzt.

Dass ein solcher Träger-Einsatz von Kisten nicht der letzte für Atlas sein wird, das dürfte allen Beteiligten klar sein.

Bill Gates warnt vor intelligenten Robotern

So träumen die Militärs seit langem davon, endlich einen Roboter zu haben, der in Flugzeugen fliegt, in Panzern oder sonstigen militärischen Fahrzeugen sitzt und natürlich auch andere Menschen umbringen kann.

Humanistischere Ziele erhoffen sich die Mediziner, vor allem Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen. So könnten menschenähnliche Roboter künftig die Pflege von Behinderten oder Alten übernehmen. Diesen aus dem Bett helfen, sie waschen oder auf die Toilette setzen. Auch beim für viele Behinderte komplizierten Anziehen von Kleidern könnten Roboter behilflich sein.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit könnte die Küche werden. Denn Atlas könnte auf Funkbefehl lernen komplizierteste Gerichte zu kochen. Die computergesteuerte Eingabe eines Rezeptes würde genügen.

Doch auch hier finden es nicht wenige Menschen und Kritiker unheimlich, einen Roboter in den eigenen vier Wänden zu haben.

Denn Atlas könnte nicht nur viel stärker sein, als jeder Mensch, sondern möglicherweise auch viel brutaler und eben irgendwann möglicherweise auch viel intelligenter. Die große Sorge ist: Was passiert, wenn sich so ein Atlas-Superroboter selbständig macht?

Selbst Bill Gates, der schwerreiche Co-Gründer von Microsoft sagte, er mache sich ernsthafte Sorgen, wenn die Entwicklung künstlicher Intelligenz weiter einhergehe mit der Entwicklung von menschlich agierenden Robotern. Zum Anschauen des neuen Boston Dynamics-Videos zum Atlas Roboter bitte oben auf das Bild klicken.