Akku Laufzeit Laptops: Das "Bis zu" gehört verboten als betrügerische irreführe Werbung

Gestern war es wieder soweit: Ich war in den Schönhauser Allee Arcaden in Berlin Prenzlauer Berg im dortigen Geschäft für Computer, Medimax. Ein neues Notebook ist mal wieder fällig. Grund: Gestern war einmal mehr mein vor circa vier Jahren gekauftes Aspire Notebook (Ultrabook) von Acer komplett fix und foxi.

Bild: Acer
Die Laufzeit von Akkus ist häufig ein Ärgernis.

Seit 15 Jahren kaufe ich regelmäßig Notebooks. Und seit 15 Jahren ärgere ich mich. Grund: Diese werbliche Herumschwindelei mit der angeblichen Akkulaufzeit, welche mit Notebooks erreicht werden könnte.

Denn alle paar Monate hat der Maus-Zeiger meines Acer Aspire tagelang Probleme zu navigieren. Dann funktioniert auch das Schreiben nur noch im nervenaufreibenden retardierenden Sekunden-Stakkato. Als Problem gibt der Computer an, wonach der Intel Graphics Accelerator Driver für Windows 7 nicht mehr reagiert und wiederhergestellt werde. Dieses Pop-Up schlägt gefühlte 100 Mal in 24 Stunden auf, ohne dass sich irgendwas verbessert. Ein Treiber-Update wird nicht angeboten und einen passenden Ersatztreiber habe ich bislang auch nicht gefunden.

Doch das nervigste Problem bei meinem Acer Aspire Computer ist seit Anfang an der Akku. In vier Jahren musste ich ihn drei Mal auswechseln. Den ersten noch während der Garantiezeit. Die beiden weiteren schlugen mit jeweils rund 130 Euro zu Buche und jeweils bald dreiwöchiger Reparaturzeit bei Saturn.

Jedes Mal wurde damit geworben, wonach der Akku für mein Acer Notebook – und auch schon im Falle der Vorgänger Notebooks (Sony Vario, Dell) - angeblich zwischen 5 und 8 Stunden halten würde. Doch Fakt war:

In keinem Fall konnte ich jemals auch nur ansatzweise die beworbene Akkulaufzeit erreichen. Auch im Falle von Acers Aspire machte der neue Akku immer spätestens nach zwei Stunden schlapp. Ja, ich habe mich brav an die Vorgaben erhalten: Akku regelmäßig fordern, indem ich das Gerät ganz vom Netz nehme.

Dass uns die Computer-Branche erzählte, der berühmte Memory -Effekt existiere nicht mehr, man könne den Laptop angeblich so oft man wolle auch halb leer wieder ans Netz schließen, dies ist bei vielen Verbrauchern längst als Marketing-Gag verschrien. Denn trotz Akku-Pflege lief auch der neue Acer Aspire Akku schon nach wenigen Tagen nicht länger als 90 Minuten.

Nicht geholfen hatte auch der Hinweis des Verkäufers, wonach ich angeblich den Akku mehrere Wochen "trainieren" müsse. Also immer ganz entladen, eher er wieder ans Stromnetz geht. Nur wenn ich das einige Monate machen würde, würde der Akku zu seiner wahren Pracht auflaufen. Jetzt hab ich den Acer Aspire Akku bald ein halbes Jahr und die Qualität verschlechtert sich zunehmend. Von einer verbesserten Leistung mittels Akku-Training merke ich überhaupt nichts.

Nun also stand ich im Elektronik-Fachgeschäft Medimax in den Schönhauser Allee Arcarden Berlin Prenzlauer Berg vor dem neuen Toshiba Notebook Satellite Z30-B-100. Die angebliche Akku-Laufzeit dieses 1000-Euro-Gerätes: Angeblich bis zu 16 Stunden. Auf meine Frage an den Verkäufer, ob es schon Tests zu der angeblich so hohen Akku-Laufzeit gebe, sagte der Verkäufer: Nein, aber er sei sicher, dass die Angaben stimmen würden. Es wäre ja auch nur eine Angabe, wonach die Laufzeit "bis zu" 16 Stunden halten könne.

Würde dieser Wert nicht erreicht, läge dies an einem Anwendungsfehler des Nutzers. Aha. Seltsam nur, dass ich bislang nicht einen einzigen Laptop-Käufer in meinem Freundeskreis kenne, wo es nicht einen eklatanten Unterschied zwischen angeblicher und von den Computerherstellern beworbener Akku-Laufzeit und der tatsächlich erreichten besteht. Meist variieren die Abweichungen von der behaupteten BIS ZU Laufzeit und der realen um mehrere hundert Prozent. Rechtlich nennt man das eigentlich irreführend Werbung.

Warum die Computer-Hersteller damit seit Jahren vor Gerichten durchkommen, verwundert. Hilfreich dürften dabei sogenannte Labortests sein, die man angeblich wissenschaftlich durchgeführt habe. Doch was nutzen Labortests, wenn unter 100 realen Nutzern faktisch niemand der durchschnittlichen Verbraucher die beworbenen Akku-Laufzeiten von Notebooks auch nur ansatzweise erreicht? Nichts. Deshalb:

Die Gerichte und EU-Gesetzgeber müssen hier dringend für mehr Verbraucherschutz sorgen. Denn gerade die angeblich erreichbare Akkulaufzeit ist für Millionen Käufer durchaus ein kaufentscheidendes Argument. Für mich grenzt die Werbung mit Laufzeiten für Akkus bei vielen Computer-Herstellern seit Jahren an Betrug. Wie ist eure Meinung? Schreibt uns im Kommentarbereich dazu.

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