Bewertung Candy Geschirrspüler: entnervt zurückgeschickt

Der Grund für die Zurücksendung des Candy Geschirrspülers: Der Candy Geschirrspüler CANDY 4725 X zeigte ständig E1 an. Zunächst verstand ich nicht, was das E1 bedeutet. Erst in der Papier-Betriebsanleitung fand ich heraus, aha, das steht für Fehler in der Maschine. Doch um welchen Fehler es sich handelte, das musste ich selber rausfinden - durch Blättern in der Papier-Betriebsanleitung, nicht durch Einblendung auf dem Display (wie es üblich sein sollte). Immerhin fand ich im Papierprospekt schließlich, wonach E1 grob bedeuten könnte, man müsse zum Beispiel das "Salz nachfüllen". Problem nur: das hatte ich ja erst getan und der Candy Geschirrspüler lief aber trotzdem nicht:

Foto: cc
Candy Geschirrspüler: Im Test-Durchlauf zeigte sich das Sieb als Schwachstelle und zu einer Fehlermeldung E1. Heißt: Die Maschine wusch das Sieb nicht mehr sauber und stellte den Spülvorgang ein.

Test- und Erfahrungsbericht: Ich hatte mir den Candy CDP 4725 X Geschirrspüler (bzw. kurz CANDY 4725 X) online bestellt und zwar bei Media Markt. Es hätte aber auch ein beliebig anderer Elektrohändler sein können. Doch nach ein paar Test-Spülgängen habe ich den Candy Geschirrspüler zurückgeschickt. Ich war nicht zufrieden. Candy-Geschirrspüler gehören zur Candy Hoover Group aus Italien.

Jedenfalls stellte ich fest: Die Candy Geschirrspül-Maschine wäscht gut, solange kein ungewöhnlicher Schmutz auf dem Geschirr ist. Sobald aber zum Beispiel ein bisschen Wachsreste von einer Kerze auf einem Teller oder einem Kerzenständer sind, zeigte sich das Candy Gerät als überfordert und hörte einfach auf zu waschen, blendete E1 ein und teilte mir zudem nicht mit, was konkret das Problem war und wie es behoben werden konnte.

Dann stellte ich fest: Das Schmutzsieb des Candy Geschirrspülers ist so engmaschig gebaut, dass selbst kleinste Wachsreste das Sieb dermaßen zukleben, dass die Maschine wohl in Betriebsstreik geht und einfach nur E1 einblendet.

Das habe ich so bei keinem anderen meiner Vorgängergeräte (zum Beispiel AEG Favorit) erlebt und ist auch total nervig. Also musste ich das Sieb herausnehmen und umständlich von Hand schrubben, da selbst die angeblichen 70 Grad Celsius ("70°C-Intensiv-Programm"), mit welcher der Candy Geschirrspüler behauptet zu waschen, in meinem Testdurchlauf scheinbar nicht ausreichen, um ein paar Tropfen Kerzenwachs von einem Teller zu waschen und einen Spülgang ordentlich abzuschließen. Wo der beworbene "Selbstreinigende Mikrofilter" sein soll konnte ich nicht feststellen.

Wenn das Sieb des Geschirrspülers auch bei 70 Grad nicht sauber wird...

Erst nach der manuellen umständlichen Siebreinigung und nachdem der Candy Geschirrspüler für rund 8 Stunden vom Netz genommen wurde, gelang mir ein Neustart eines Spülvorgangs mit dem Geschirrspüler. Innerhalb von einer Woche musste ich dieses Szenario 5 Mal durchführen. 1 Mal war die nicht aktivierte Tab-Taste ursächlich, zwei Mal ein paar Tropfen Wachs von einer Kerze auf einem Teller. Für die anderen beiden Fälle konnte ich nicht herausfinden, wo nun das Problem lag.

Ein vertrauter Anblick: Die E1 zeigt, es klappt der Spülvorgang mal wieder nicht.Foto: cc


Aber: Auch die Trocknungsfunktion überzeugte nicht. Grund: ständig waren - trotz Klarspüler und Salz – Kalkflecken auf den Gläsern zu sehen und Wasserreste. Auch das kannte ich so von meiner alten AEG-Maschine nicht. Faktisch konnte bei meinen Spülvorgängen mit dem Candy Geschirrspüler kein Glas gänzlich ohne Flecken ins Regal gestellt werden und auf jeder Tasse waren oben noch kleine Wasserpfützen selbst nach einem angeblichen Trocknungsgang des Candy Geschirrspülers.

Ebenfalls kein Vergnügen: Die Bedienung über die Tastatur des Geschirrspülers ist nervig. So muss man bei Einsatz eines Tabs als Geschirrspülmittel immer zwei Knöpfe auf der Candy Spülmaschine betätigen, was aber nirgends richtig digital erklärt wird.

Erst nach dem Hinweis eines Freundes verstand ich, dass die rechts platzierte Taste Multitab meint und bei Einlegen eines Geschirrspülmittels in Form eines Tabs aktiviert, also zusätzlich gedrückt werden muss. Da ich das nicht wusste, einen Tab aber einlegte und zuvor auch Salz und Klarspüler eingefüllt hatte, zeigte die Maschine ebenfalls eine Fehlermeldung an – ohne mir wieder mitzuteilen, was los ist.

Dass ein Geschirrspüler nicht spült, nur weil man einen Tab einlegt und nicht zusätzlich zur Programmwahl noch eine weitere Taste aktiviert, mit welcher man dem Geschirrspüler erst mitteilen muss, dass man einen Tab eingelegt hat, ist doch an nicht intelligenter Bauart eines Geschirrspülers nicht mehr zu überbieten. Ich glaube, der Name der Taste, die man zusätzlich aktivieren muss, ist Multitab.

Mangelnde Darstellung der Geschirrspül-Programme

Ähnlich mangelnd Transparent ist die Darstellung der zur Wahl stehenden Spül-Programme. So bietet eine Taste lediglich die Wahl zwischen Programmen, die dann digital aufgezählt werden und zwar lediglich in Form von Ziffern: also 1, 2, 3, 4, etc. Was aber 1 ist oder 2, wird nicht digital auf dem Candy Geschirrspüler angezeigt.

Es dauerte zwei Tage, ehe ich verstand, was nun Programm 1 oder 2 oder Programm 3 ist. Denn auch in der ausgedruckten Produktbeschreibung fand zumindest ich nichts dazu. Schließlich entdeckte ich auf der Innenkante der Spülmaschine einen Klebestreifen (oben innen auf der Türe). Dort stand dann, welches Spülprogramm 1, 2, 3 etc. ist. Das ist ebenfalls nicht intelligent und wenig nutzerfreundlich gelöst.

Schön verarbeitet ist der Candy Stand-Geschirrspüler mit Edelstahl an der sichtbaren Außentüre und auch die Besteckkörbe haben überzeugt. Das war mir ursprünglich der relativ hohe Preis von über 400 Euro für einen 45 Zentimeter schmalen Geschirrspüler ursprünglich wert gewesen und mit ursächlich für den Kauf. Auch der niedrige Lärmpegel und die gute Energieeffizienzklasse hatten mich zumindest auf dem digitalen Kaufprospekt des Geschirrspülers überzeugt.

Aber unterm Strich würde ich zur Empfehlung kommen: Wer sagen kann, dass er nie irgendetwas Ungewöhnliches in dem Geschirrspüler von Candy sauber spülen lassen möchte (wie ein paar kleinere Wachstropfen auf einem Teller von einer Kerze), für den mag das Gerät ausrechend sein. Dies gilt auch, obgleich die Maschine eine scheinbar kleine Ewigkeit wäscht und trocknet. Für alle anderen Verbraucher ist der Geschirrspüler (wie für mich) eher nichts.

Jetzt Bosch statt Candy - ob das besser ist?

Deshalb: Ich habe die Candy entnervt zurückgeschickt und bin jetzt auf eine Alternative von Bosch ausgewichen und zwar auf die Bosch SPS53M32EU SilencePlus ActiveWater 45. Dieser Geschirrspüler kostet fast den gleichen Preis wie jene von Candy (circa 409 Euro zuzüglich Versandkosten), aber ich erhoffe mir auf Grund des hohen technischen Knowhows von Bosch mehr.

Anlieferung des Candy Geschirrspülers über Hermes: Das war soweit ok, obwohl 3. Stock im Altbau ohne Aufzug. Gut gefallen hat mir, dass Media Markt auch in Stockwerke ohne Aufzug liefern lässt. Beim Online-Konkurrenten notebooksbilliger hätte ich den Geschirrspüler nur bis zur Türschwelle im Erdgeschoss geliefert bekommen und auch das Altgerät hätte ich über einen extra zu bezahlenden Schrotthändler extra abholen lassen müssen – was notebooksbilliger in meinem Fall wieder teurer gemacht hätte als eine Lieferung über Media Markt.

Wenig schön bei Hermes: Da es sich bei dem Candy Geschirrspüler um einen freistehenden Geschirrspüler handelte, musste ich die Maschine selber mit den Anschlüssen versehen und auch die Maschine auspacken, da der Versender Hermes meinte, sie würden nur Einbau-Geschirrspüler abmontieren und zwar in Form der vorher von mir gewünschten Altgerätemitnahme. Das war weniger schön. Grund:

Denn obwohl ich Abbau und Aufbau des alten und neuen Geschirrspülers während meines Online-Orders bei Media Markt gewählt hatte und für diesen Service circa 35 Euro zusätzlich bezahlt hatte, blieb am Ende das Abmontieren des alten Geschirrspülers und das Anmontieren des neuen Candy Geschirrspülers doch bei mir hängen.

Immerhin: Die Abwicklung der vereinbarten Termine funktionierten durch Hermes Versand äußerst professionell, da sehr schnell und freundlich.