Saudi Arabien: Verbot Demonstration für Frauen Autofahren

Ein Demonstrationsverbot für Frauenrechtler teilte jetzt die saudische Regierung in Riyadh mit, der Hauptstadt Saudi Arabiens. Gleichzeitig warnte die saudische Regierung um King Abdullah Unterstützer von Gruppen, die derzeit versuchen, die arabische Halbinsel dazu zu zwingen, das Autofahrern auch für Frauen zu erlauben.

Grafik :oct26driving.org
Die Forderung saudischer Frauen, endlich Auto fahren zu dürfen, schlägt hohe Wellen.

In Saudi Arabien bleibt das Autofahren für Frauen primär religiös motiviert verboten. Es gilt also ein driving ban. Dieser ist zwar nicht in Stein gemeißelt, ist aber eine gelebte Tradition, die besonders von islamischen Geistlichen immer wieder und auch radikal eingefordert wird. Kaum eine saudische Familie wagt es, sich gegen diese religiösen Vorschriften zu stellen. Für Samstag den 26.10. haben derweil mehrere Frauenrechtler für eine Autodemo in Saudi Arabien geworben.

Derzeit versuchen mehrere Frauengruppen in Saudi Arabien die Regierung unter dem König dazu zu bewegen, das religiös begründete Verbot für das Autofahren von Frauen endlich aufzuheben. Im Gegensatz zu Abu Dhabi, Katar oder Ägypten - ebenfalls islamischen Ländern -ist das Autofahren für Frauen in Saudi Arabien immer noch sittlich-religiös verboten. Das Verbot gilt auch für Frauen, die im Ausland einen Führerschein erworben haben und damit derzeit versuchen, in Saudi Arabien Auto zu fahren.

Auslandsführerscheine blieben in Saudi Arabien für Frauen nach wie vor ungültig, heißt es aus Riyadh kategorisch. Wer sich an Demonstrationen beteilige, die Frauenrechte bezüglich des Autofahrens in Saudi Arabien forderten, müsse mit einer Justiz-Verfolgung rechnen, heißt es.

Eine arabische Frau fährt in Kairo, der Hauptstadt Ägyptens, verschleiert Auto im Jahr 2011.Foto: cc

Mehrere saudische Frauengruppen haben nun angekündigt, sie wollten Samstag den 26. Oktober sich in Saudi Arabien hinters Lenkrad setzen und durch saudische Straßen fahren. Derweil wird der Sprecher des saudischen Innenministers, Turki al-Faisal, mit den Worten zitiert, wonach die Regierung Demonstrationen für Frauenrechte bezüglich einer Führerscheinlizenz nicht hinnehmen werde. Verstöße gegen solche klaren öffentlichen Äußerungen können mit Gefängnis von bis zu fünf Jahren in Saudi Arabien bestraft werden.

Auch wenn für den Westen der Streit um das Verbot des Fahrens eines Autos für Frauen in Saudi Arabien seltsam mittelalterlich wirkt, so hatte die saudische Regierung in den vergangenen Jahren dennoch behutsam versucht, einige Reformen durchzuführen. Hierzu gehörte zum Beispiel die Erlaubnis für Frauen, sich im nationalen Berater-Council zu beteiligen, welches dem saudischen König, King Abdullah, zur Seite steht. Auch dürfen Frauen ab 2015 offiziell sich zu den saudischen Parlamentswahlen wählen lassen oder aktiv wählen. Auch das gab es bislang in dem reichen Ölstaat nicht.

Die saudischen Frauen versuchen derweil, sich auf der Webseite oct26driving.org zu organisieren. Am Freitag den 25.10. war darauf jedoch zu lesen, wonach diese Webseite gehackt worden sei: "Delirious is my life is Achteraqati I fell in love with hacker im Asep to death I'm sorry, Site Manager".