Grundversorgung kostet im Schnitt 40,39 Cent pro Kilowattstunde, ein Wechsel spart Haushalten rund 306 Euro im Jahr.
Das Wichtigste in Kürze
- Der günstigste Stromtarif für Neukunden kostet in Deutschland laut einer tagesaktuellen Auswertung des Vergleichsportals StromAuskunft vom 29. Oktober 2026 im Schnitt 31,64 Cent pro Kilowattstunde – 13,9 Prozent mehr als im September.
- Die Grundversorgung liegt bei 40,39 Cent pro Kilowattstunde; ein Wechsel zum günstigsten Neukundentarif spart einem Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch rechnerisch rund 306 Euro im Jahr.
- Auch das Vergleichsportal Verivox meldete Anfang Oktober einen Anstieg: Neukundentarife lägen bundesweit bei rund 31 Cent pro Kilowattstunde, 20 Prozent über dem Niveau von Anfang März.
- Als Grund nennt StromAuskunft gestiegene Gaspreise an den europäischen Großhandelsmärkten; ein Bundeszuschuss zu den Netzentgelten habe die Entwicklung zu Jahresbeginn nur gedämpft.
Die günstigsten Stromtarife für Neukunden sind in Deutschland binnen eines Monats um fast 14 Prozent teurer geworden. Das zeigt eine tagesaktuelle Auswertung des Vergleichsportals StromAuskunft vom 29. Oktober 2026.
Für einen Musterhaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch kostet der günstigste bundesweit verfügbare Neukundentarif damit rund 1.107 Euro im Jahr, gegenüber rund 973 Euro im September. Die Grundversorgung – der Tarif, in den Haushalte ohne aktiven Vertrag automatisch fallen – bleibt mit 40,39 Cent pro Kilowattstunde deutlich teurer als jeder Neukundentarif.
Ein Wechsel aus der Grundversorgung zum günstigsten verfügbaren Angebot spart damit weiterhin spürbar Geld, auch wenn die Neukundenpreise selbst zuletzt kräftig angezogen haben. Wie groß der Unterschied zwischen beiden Werten tatsächlich ist, zeigt der Vergleich im Detail.
Die Zahlen im Überblick
StromAuskunft wertet nach eigenen Angaben werktäglich die Tarife von Stromanbietern für mehr als 6.300 deutsche Städte und Gemeinden aus und veröffentlicht die Ergebnisse laufend auf einer eigenen Dashboard-Seite. Die Methodik ist in einem eigenen Whitepaper mit DOI-Registrierung dokumentiert. Die Zahlen unten entsprechen dem Datenstand vom 29. Oktober 2026, jeweils bezogen auf einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch.
| Kennzahl | Oktober 2026 | September 2026 | Vorjahr (Okt. 2025) |
|---|---|---|---|
| Günstigster Neukundentarif | 31,64 Ct/kWh | rund 27,8 Ct/kWh | rund 27,0 Ct/kWh |
| Grundversorgung (Schnitt) | 40,39 Ct/kWh | 40,39 Ct/kWh | – |
| Veränderung Neukundentarif | +13,89 % ggü. Vormonat | +17,32 % ggü. Vorjahr (+4,67 Ct/kWh) | |
Quelle: StromAuskunft, tagesaktuelle Tarifauswertung, Datenstand 29. Oktober 2026. Modellhaushalt 3.500 kWh/Jahr. Werte für September und Vorjahr aus der Veränderungsangabe des Portals zurückgerechnet.
Die Grundversorgung blieb laut dieser Auswertung in den vergangenen Wochen stabil bei 40,39 Cent pro Kilowattstunde, während sich die günstigsten Neukundentarife ihr spürbar angenähert haben. Vor einem Jahr lag der Abstand zwischen beiden Werten noch deutlich größer, weil die Neukundenpreise damals bei rund 27 Cent pro Kilowattstunde lagen.
Zweite Quelle bestätigt den Trend
Dieselbe Entwicklung zeigte sich bereits Anfang Oktober bei einem zweiten, unabhängigen Vergleichsportal. Verivox-Chef Daniel Puschmann bezifferte in einem Interview mit der Rheinischen Post den bundesweiten Neukundenpreis auf knapp 31 Cent pro Kilowattstunde – ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Niveau von Anfang März 2026. Eine vierköpfige Familie zahle in der Grundversorgung im Schnitt rund 1.594 Euro im Jahr, ein Anbieterwechsel könne davon rund 360 Euro sparen.
Die genauen Prozentwerte beider Portale unterscheiden sich, weil StromAuskunft den Vormonat als Vergleichsbasis nimmt und Verivox auf Anfang März verweist. Im Kern decken sich beide Erhebungen aber: Die günstigsten Neukundentarife bewegen sich aktuell in einer Spanne von etwa 31 bis 32 Cent pro Kilowattstunde und liegen damit klar über dem Niveau vom Frühjahr und vom Vorjahr.
Warum der Strompreis wieder steigt
Als Grund für den Anstieg nennt StromAuskunft gestiegene Gaspreise an den europäischen Großhandelsmärkten, die den Angaben zufolge zeitweise auf bis zu 59 Euro pro Megawattstunde kletterten. Weil in Deutschland oft Gaskraftwerke den Preis an der Strombörse setzen, wirkt sich ein teureres Gas auch auf den Strompreis aus, selbst wenn Gaskraftwerke nur einen Teil des hierzulande erzeugten Stroms liefern.
Gegengerechnet haben sich zu Jahresbeginn 2026 gesunkene Netzentgelte, die laut StromAuskunft unter anderem auf einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro zurückgehen. Dieser Effekt habe den Anstieg bei den Großhandelspreisen zwar gedämpft, ihn aber nicht ausgeglichen. Welchen Anteil einzelne Faktoren konkret am aktuellen Preisniveau haben, lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Angaben beider Portale nicht trennscharf berechnen.
Dass der Markt trotz steigender Preise weiter in Bewegung bleibt, zeigt auch der Einstieg branchenfremder Anbieter: Erst am 29. Oktober kündigte der Möbelhändler XXXLutz mit dem Tarif X-POWR seinen ersten eigenen Stromvertrag an (NETZ-TRENDS berichtete). Ob sich neue Angebote wie dieses im aktuellen Preisumfeld als günstig erweisen, zeigt sich erst im individuellen Vergleich.
Was ein Wechsel konkret bringt
Wie groß der Unterschied zwischen Grundversorgung und dem günstigsten Neukundentarif in Euro ausfällt, zeigt eine einfache Modellrechnung für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch.
Modellrechnung: Wechsel aus der Grundversorgung
- Grundversorgung: 3.500 kWh × 40,39 Ct/kWh = rund 1.414 Euro im Jahr
- Günstigster Neukundentarif: 3.500 kWh × 31,64 Ct/kWh = rund 1.107 Euro im Jahr
- Ersparnis durch Wechsel: rund 306 Euro im Jahr, etwa 22 Prozent
Rechenweg: NETZ-TRENDS, auf Basis der StromAuskunft-Werte vom 29. Oktober 2026. Vereinfacht ohne Grundpreise einzelner Anbieter, Boni oder regionale Netzentgelt-Unterschiede; der tatsächliche Betrag hängt vom gewählten Tarif und Wohnort ab.
306 Euro sind ein bundesweiter Durchschnittswert. Je nach Wohnort und individuellem Verbrauch kann die tatsächliche Ersparnis höher oder niedriger ausfallen, da sowohl Grundversorgungstarife als auch Neukundenangebote regional unterschiedlich kalkuliert werden.
Was Verbraucher vor dem Wechsel prüfen sollten
Ein einzelner Vergleichswert ersetzt keinen individuellen Tarifvergleich. Wer seinen Vertrag ohnehin bald prüfen will, sollte einige Punkte vorab klären.
Checkliste vor dem Stromanbieterwechsel
- Den eigenen Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung notieren, bevor ein Vergleichsportal genutzt wird – pauschale Musterwerte wie 3.500 Kilowattstunden passen nicht auf jeden Haushalt.
- Mindestens zwei unabhängige Vergleichsportale nutzen, da sich Ergebnisse je nach Datenbasis und Stichtag unterscheiden können.
- Preisgarantie, Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist des neuen Tarifs lesen, bevor der alte Vertrag gekündigt wird.
- Bonuszahlungen nicht mit dem laufenden Arbeitspreis verwechseln – nach Ablauf der Garantie kann der reguläre Preis deutlich höher liegen.
- Bei Unsicherheiten hilft die Verbraucherzentrale des jeweiligen Bundeslands weiter.
Keine dieser Maßnahmen ersetzt eine individuelle Beratung. Welcher Tarif passt, hängt vom eigenen Verbrauch, Wohnort und den Konditionen des bisherigen Vertrags ab.
Häufige Fragen
Wie teuer ist Strom für Neukunden aktuell in Deutschland?
Laut StromAuskunft kostete der günstigste bundesweit verfügbare Neukundentarif am 29. Oktober 2026 im Schnitt 31,64 Cent pro Kilowattstunde, rund 13,9 Prozent mehr als im September.
Wie viel kostet die Grundversorgung?
Die Grundversorgung lag laut derselben Auswertung bei 40,39 Cent pro Kilowattstunde – deutlich über dem günstigsten Neukundentarif.
Wie viel spart ein Wechsel aus der Grundversorgung?
Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden ergibt die Differenz zwischen Grundversorgung und günstigstem Neukundentarif rechnerisch eine Ersparnis von rund 306 Euro im Jahr. Der tatsächliche Betrag hängt vom individuellen Verbrauch und Wohnort ab.
Warum sind die Strompreise zuletzt wieder gestiegen?
StromAuskunft nennt gestiegene Gaspreise an den europäischen Großhandelsmärkten als Hauptgrund. Gesunkene Netzentgelte zu Jahresbeginn 2026, unter anderem durch einen Bundeszuschuss, haben den Anstieg nur teilweise ausgeglichen.
Haben Sie Ihren Stromvertrag zuletzt verglichen oder gewechselt – und wie groß war der Unterschied? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrung gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- StromAuskunft: Strompreis-Dashboard, Datenstand 29. Oktober 2026.
- StromAuskunft: „Das kostet Strom aktuell in Deutschland“, abgerufen am 29. Oktober 2026.
- Verivox-Chef Daniel Puschmann: Interview mit der Rheinischen Post, dokumentiert über ad-hoc-news.de, 2. Oktober 2026.
- NETZ-TRENDS: „XXXLutz steigt in den Strommarkt ein“, 29. Oktober 2026.
Recherche- und Datenstand: 29. Oktober 2026.
Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz recherchiert und formuliert und ist zur menschlichen redaktionellen Prüfung vorgesehen.