
Die Mittelmeerinsel Malta ist das kleinste Mitgliedsland der Europäischen Union (EU). Als klassisches Urlaubsland spielt Malta eine eher unbedeutende Rolle. Dennoch finden sich jährlich einige hunderttausende Touristen ein. Die einen kommen um Alkohol in Unmengen zu konsumieren und Party zu machen. Dazu gehören nicht wenige Briten. Britannien war jahrhunderte lange Kolonialbesatzungsmacht. Die anderen fliegen ein, um einen eher kulturellen abwechslungsreichen Kurzurlaub zu genießen und ab April Sonne zu tanken. Das kann – trotz des launischen Inselwetters – funktionieren, vorausgesetzt man ist vom allgegenwärtigen Verkehrschaos, der nicht vorhandenen Traumstände und der allgegenwärtigen schrecklichen Plattenbauten nicht abgeschreckt. Malta ist nichts für Romantiker, aber etwas für Entdecker oder eben Partygänger. Gut erhaltene Zeugnisse der 7.000 Jahre alten menschlichen Zivilisation – wie Tempel – faszinieren selbst Touristen, die schon viel gesehen haben. Der netz-trends.de-Reisebericht nennt wichtigste Tops und Flops einer Maltareise.
Der auf Malta geborene Stephen, 33, kommt mit einer Zeitung in die Sauna unseres Hotels, des Westin Dragonara Resort St. Julian’s Bay. Das schöne 5-Sterne-Resort liegt direkt am Meer an der St. Julian’s Bay nördlich der berühmten Altstadt Valletta. Grund für sein ungewöhnliches Zeitungslesen: Er habe nur zehn Minuten am Tag Zeit sich aus der Malta Times, einer englischsprachigen Tageszeitung, zu informieren. Sie ist ein in Lettern gehauenes Überbleibsel der britischen Zwangsherrschaft.

Bis 1964 war Malta eines von unzähligen von den Briten während der Kolonialzeit unterjochten Länder. Doch über die Jahrhunderte hatten sich, wie so viele Völker weltweit, auch die Malteser an die Steuerzahlungen nach London gewöhnt. Es geht das Gerücht rum, dass selbst arme Insel-Bewohner, die bis 1964 – dem Jahr der Unabhängigkeit – keine Knechtsteuer an Britannien abführen wollten, von den Briten aus ihren Häusern vertrieben wurden oder gleich ins Gefängnis transportiert wurden.

Selbst arme Bürger, die noch bis spät im 19. Jahrhundert in den beliebten Höhlenwohnungen lebten, wurden vertrieben, wenn sie keine Steuern nach London abdrückten. Der britische Hofstaat forderte seinen Tribut. Der Reichtum Englands musste schließlich angehäuft werden. Wobei man sich heute im Angesichts verfallender britischer Städte fragt, was von dem gestohlenen Reichtum eigentlich übrig geblieben ist und wer das ganze Geld bunkert?

Vom Geldbunkern kann der Jung-Unternehmer Stephen auf Malta nur träumen. Dafür erfährt man bereits in den ersten drei Minuten des Sauna-Gesprächs, dass er auf Malta als „Orphan“, also ohne Eltern, aufgewachsen sei. Dennoch habe er es geschafft, in der Schweiz drei Jahre zu studieren, deutsch zu lernen und anschließend mit dem Gelernten eine kleine Firma mit fünf Mitarbeitern aufzubauen. Vom Englischen ins Deutsche wechselnd erzählt er, dass er in der Firma für andere Unternehmen Kosmetik, genauer Parfüms, herstelle. Täglich fahre er 45 Minuten mit dem Auto in den Westin-Fitnesscenter um sein Workout machen zu können. Immerhin wird das Center vom Runners Magazine empfohlen. „Seit acht Jahren mache ich das hier täglich“, sagt er.

Wer so viel Turbuprogramm hat, der urlaubt eher selten. Zuletzt sei es bei ihm im Januar gewesen. Wobei Urlaub für den Malteser Jung-Unternehmer auch Samstag und Sonntag umschließe. Das heißt: Es gäbe für ihn fast nie ein freies Wochenende. Auch das erfahren wir: Er kaufe sich gerade auf Malta für 120.000 Euro eine 90-Quadratmeterwohnung und wolle diese für rund 70 Euro die Nacht an Touristen, gerne aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, vermieten. Ob wir dieses nicht in diesen Ländern etwas bekannt machen könnten?

Eines jedenfalls ist klar: Stephen gehört zu jenen Maltesern, die auf der kleinen Insel das Maximum für ihr Leben herausholen möchten. Das ist auf dem kargen Flecken Erde, wo es kaum Industrie gibt, nicht einfach. Zudem haben nicht alle den notwendigen Ehrgeiz um aus der Masse der Menschen etwas hervorzutreten und dem Leben etwas mehr Farbe zu geben.

Malteser sind eine Mischung aus Italienern und Arabern. Das spiegelt sich in ihrer Sprache nieder, die ein Sammelsurium aus italienischen, arabischen und ein paar Brocken englischen Wörtern ist. Den typischen Malteser gibt es nicht. Dazu ist das Land zu multikulturell ausgerichtet, zu sehr zwischen Südeuropa und Nordafrika geografisch angesiedelt. Einige Malteser sehen aus wie Araber, andere wie kleine Italiener. Wieder andere Insel-Bewohner sehen aus wie Ureinwohner, deren Gene im Laufe der Jahrtausende nicht groß mit anderen gemischt wurden. Noch heute dürfte es hunderttausende Malteser geben, die noch niemals von der Insel runter gekommen sind, ebenso ihre Vorfahren.

Es heißt, wonach in grauer Vorzeit, irgendwann zur Eiszeit, Malta und Italien einmal eins gewesen sein könnten. Damals, vor 10.000 Jahren, seien viele Tiere – seltene Wolf-Arten und anderes Getier – aus dem immer kälter werdenden Norden hinunter in den Süden Europas geflüchtet und wohl auch auf Malta gestrandet. In einer Höhle (Ghar Dalam in der Nähe von Birzebbuga) findet man noch hunderte von Knochen zahlreicher Tiere, die die Eiszeit vor vielen Jahrtausenden nicht überlebt haben. Auch auf Malta nicht. Auch in einer Höhle nicht, in der sie vor dem Eis Zuflucht gesucht hatten (kann heute noch besichtigt werden). Zudem finden sich hier Zeugnisse von Menschen, die vor 7.000 Jahren ebenfalls in der Höhle lebten und selbst ums Überleben kämpften.
Der Überlebenskampf war für die Malteser schon immer schwierig. Heute sieht man an allen Ecken und Enden Projekte, die von der Europäischen Union finanziell gefördert werden: Stadtteilsanierungen mittelalterlicher Bauten (von denen es nur noch wenige auf Malta gibt, dafür aber umso beeindruckendere), Uferstraßen oder Bildungs-Einrichtungen – wie Sprachschulen. Doch Achtung: Einige Sprachschulen sind in Häusern untergebracht, die arg baufällig wirken und billig erscheinen.

Trotz der schwierigen Ausgangslage haben es die Malteser in den vergangenen Jahren irgendwie geschafft, zwischen Steinzeit-Relikten des Menschen und der Moderne sich hindurch zu manövrieren. Die Wirtschaftskrise hat zwar Malta getroffen, aber längst nicht mit solcher Härte wie die südlichen Nachbarstaaten Griechenland, Zypern, Spanien, Portugal oder Italien.
Bei einem abendlichen Restaurantbesuch erfahren wir, dass es zwar viele Arbeitslose auf der Insel gebe, aber auch viele Gastarbeiter. Während der eine Kellner aus der Ukraine kommt, erzählt uns ein anderer, er sei aus Frankreich und der dritte ist aus Bulgarien eingewandert. Bulgarien und Malta. Wie hoch muss die Not vieler junger Menschen sein, um eine solche Distanz auf sich zu nehmen, um dann in einem Touristenrestaurant auf einer kleinen Insel wie Malta für nicht gerade viel Geld zu jobben?

Doch nicht jeder kommt aus Not hierher um zu arbeiten. Einige suchen einfach ein berufliches Abenteuer oder den heute so notwendigen Touch internationaler Bildung im Lebenslauf – und sei es nur der Job in einem Restaurant in einem anderen Land. Die Grenzen der EU sind offen, arbeiten darf man faktisch in allen 27 EU-Ländern. Malta gehört zum Schengener Raum, was bedeutet, es gibt für EU-Bürger nicht einmal Passkontrollen am Flughafen. Der direkte Durchmarsch vom Flugzeug auf die Insel ist möglich.
Malta ist ein Moloch aus Autos, schrecklichen Plattenbau-Häusern (oder wie immer man das nennen möchte), schroffen Steilklippen, vielen Horror-Einbahnstraßen und unzähligen Schmalspur-Straßen, die von Steinmauern eingerahmt sind und von Autofahrern großes Können erfordern. Wer statt mit einem der 200 modernen öffentlichen Bussen sich im eigenen Auto über die Insel fortbewegen möchte, muss den Linksverkehr beherrschen. Doch auch das ist nicht einfach, da Malteser häufig sehr rücksichtslos fahren. Den Fuß sollte man deshalb immer auf der Bremse halten. Selbst im Kreisverkehr kann es passieren, dass ein Auto von rechts kommend quer über die Kreisel-Fahrbahn schießt und einem den Weg abschneidet, um den Kreisel in Sekunden zu verlassen.

Nicht leicht ist für Nicht-Malteser das Labyrinth an Einbahnstraßen zu verstehen und danach zu fahren. Jede zweite Straße scheint eine solche zu sein. Doch: Straßenschilder weisen meist nicht darauf hin. Es scheint eine Verkehrsführung zu geben, die Malteser dem Hörensagen nach von Generation zu Generation überliefern. Nach dem Motto: Auf dieser Straße sind Autos stets in die eine Richtung gefahren, deshalb bis heute… Wehe dem, der nicht auf der Hut ist – ein Frontalcrash kann die Folge sein (kleines Foto links, Malta).

Einen solchen erleben wir als Augenzeugen zwischen zwei Autos auf einer Landstraße. Ein junger Malteser ist – wie so oft – mit unglaublich überhöhtem Tempo an einer engen Kurve in das Auto einer jungen Frau hingeingerast. Diese steht unter Schock vor den Trümmern ihres Autos und hält sich ein Tuch an die blutenden Stirn. Sie weint und schluchzt, kann nicht verstehen, was passiert ist. Wir werden uns bewusst: Das hätte auch uns passieren können.

Im auffälligen Widerspruch zu dem allgegenwärtigen Insel-Chaos steht das oftmals gute bis exquisite Essen auf Malta. Selbst in klassischen Touristen-Restaurants mit viel Laufkundschaft kann zwischen 30 und 55 Euro für zwei Personen sehr gut inklusive einer Flasche Wein gegessen werden.
Hüten sollte man sich jedoch vor angeblichen Sternen, die einige Hotels ausweisen. Eine wenig schöne Erfahrung machten wir beispielsweise im angeblichen Viersterne-Haus, dem Corinthia Hotel St. Georgs Bay im Stadtteil Paceville. Die Bettenburg liegt nördlich von der schönen weltberühmten Altstadt von Valletta. Doch nach den Sternen versuchen wir in dem Massenhotel vergebens zu greifen.

Es fängt an mit einem üblen Empfangstresen. Er ist sowohl für die Gäste wie das Hotelpersonal nahe daran, dass man sagt: Es ist eine Zumutung. Selbst die Hotelgäste sehen hinter Tresen herumliegenden Papierkram, Schmutzflecken, irgendwelche aufeinandergestapelten Gegenstände, auf denen wiederum Technik des Computers liegt. Unordnung wohin das Auge schaut.

Die mangelnde Professionalität beim Thema Hotel-Empfang scheint sich auf das Personal niederzuschlagen. Eine junge Hotel-Angestellte steht hier mit einem so schlecht gelaunten Gesicht, dass man am liebsten wieder gehen möchte. Man fühlt sich nicht willkommen. Dieser Eindruck besteht bereits, wenn man mit dem Auto die schmale Hotelrampe heraufschrubbert. Empfangspersonal suchten wir zumindest im Außen-Eingangsbereich des Hotels vergebens. Parkmöglichkeiten werden nicht groß ausgeschildert. Abends ist der Hoteleingang beleuchtet wie bei Aldi die Pappkartons. Etwas schickeres hatten wir uns bei 150 Euro die Nacht während Pfingsten erhofft.

Zwar sind die Hotelzimmer außergewöhnlich großzügig geschnitten, doch die Probleme liegen im Detail. Zu den Problemen, die uns schon aufgefallen waren, kommen weitere hinzu: Der Blick wandert über den Hotelzimmer-Balkon auf unzählige Pool-Liegen. Sie sind dicht an dicht über mehrere Etagen aufgebaut. Die Sonnenliegewiesen erinnern an Eierlegebattarie eines Hühnerstalls. Wir wollen unser Hotelzimmer am liebsten gar nicht verlassen, so unwohl fühlen wir uns beim Blick da runter.
Deshalb: Erst einmal einen Stecker für den Computer gesucht, um etwas Ablenkung zu finden. Doch weit gefehlt. Es gibt neben dem Bett nur eine Steckdose – und die ist von der Nachttischlampe belegt. Das sind typische Probleme von Hotels, die in die Jahre gekommen sind und keiner Grundrenovierung unterzogen wurden. Doch von einem angeblichen Viersterne-Hotel erwartet der Urlauber zu Recht ein intelligentes Steckdosen-System für die Stromversorgung das heutigen Gewohnheiten der Urlauber gerecht wird.

Hierzu gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit Licht neben dem Bett anzumachen und parallel auch ohne Akku (im Urlaub ein wertvolles Gut) am Computer arbeiten zu können. Im Werbeprospekt des Hotels las sich das alles anders: „Set within the stunning Corinthia Hotel St. George’s Bay… From Family swimming pools to al fesco eateries, and restful rooms to flexible meeting spaces, we’are proud to bring you a wide selection of amenities to meet your every need….“. Das Hotel verfüge über 185 „Deluxe Rooms“. Doch von Deluxe können wir soweit das Auge reicht, nicht viel erkennen. Dafür zu viel der Marke De-Murx.

Weiteres Beispiel: Der Gang ins Bad. Hier ist der häufig in Hotels prominent installierte Spiegel für die Gesichts-Nah-Inspektion. Doch statt das Reisegesicht näher zu inspizieren, fällt der Spiegel selber auf. Alterserscheinungen scheinen dem Billig-Chrome oder versilberten Billigplastik den Garaus zu machen. Eklig: Auf dem Duschkopf sind Wasserflecken der Vorgänger-Nutzung. Wenig schön zudem: Der ebenfalls ältliche cremefarbene Hartplastik-Toilettendeckel hat eine fette beschädigte Stelle, an der der Lack ab ist.
Doch damit nicht genug: Der Kühlschrank-Verschlag aus billigem Holz franzt unten bereits aus. Am meisten stört uns aber die Zwangsbeleuchtung auf dem Balkon mit grellem weißem Aquarium-Licht der Marke Neonröhre. Der Traum vom abendlichen Wein oder Bier mit Kerzenschein – geplatzt. Ernüchterung dann wieder unten am Hoteltresen. Auf unsere Bitte, die Zwangsbeleuchtung zumindest auf unserem Balkon beenden zu mögen, erfährt von einer älteren Bediensteten eine rüde Abweisung. Das störe die Gesamtbeleuchtung des Hotels. Außerdem seien wir die ersten, die sich darüber beschwerten. Gut, solche Ausreden gehören leider zum Standard-Repertoire einiger Gastro-Mitarbeiter. Am Morgen nach der ersten Nacht sage ich nur noch eins: Ich will hier raus.

Das gelingt dann schneller, als wir dachten. Gegenüber ist das Westin Dragonara Resort St. Julian’s Bay. Etwas sehnsüchtig hatten wir immer wieder hinübergeschaut, auf den schöneren Strand, die elitärere Anlage, das schönere Ambiente. Tatsächlich bekommen wir spontan dort ein wunderschönes Hotelzimmer mit direktem Blick aufs Meer. Obendrein dürfen wir sogar umgehend – ohne die übliche 24-Stunden-Frist und ohne Stornokosten – das Corinthia Hotel noch am gleichen Tag verlassen. So viel Entgegenkommen – und damit letztlich Service – hatten wir dann zu guter Letzt doch nicht erwartet.
Das Westin Hotel an der George`s Bay glänzt mit mehreren Dingen. Die Zimmer sind ausladend groß, ebenso die Balkone. Das Hotel lässt das Getümmel von Malta hinter uns. Wir erleben zum ersten Mal seit unserer Ankunft das, wonach wir uns sehen: Erholung. Das Essen ist topp. Das Frühstück gibt es sowohl im stilvoll und nobel eingerichteten Frühstücksraum als auch auf einer wunderbaren großzügigen angrenzenden Terrasse mit Meerblick.

Einzig der Spa-Bereich im Hotel-Innern ist etwas dürftig. Das Wasser im Whirlpool wirkt schmutzig und ist lauwarm. Das gilt leider verschärft für die beiden Whirlpools neben dem Outdoor-Swimmingpool. Sie sind sogar kalt. Auch auf unsere Frage hin werden sie nicht wärmer gemacht. Dabei wäre das gerade an kühleren Malta-Tagen, die es noch im Mai geben kann, eine wunderbare Möglichkeit, den Urlaub außerhalb des Meeres oder Swimmingpools genießen zu können.
Zufrieden sind wir jedoch mit den Saunen (Dampf und Trocken). Sie sind zwar klein, aber ausreichen. Unangenehm fällt auf, dass, sobald ein paar Wolken am Himmel sind oder es etwas windet, die Frühstücks-Terrasse selbst bei 25 Grad für die Hotelgäste geschlossen bleibt. Hier hat man den Eindruck: Das Personal ist zu faul sich um tadellosen Service parallel sowohl Indoor wie Outdoor zu kümmern.
Jedoch könnte das der Kostenfrage geschuldet sein. Hotelmargen sind in der Regel gering und das Haus wirkt zumindest im Mai nicht gänzlich ausverkauft. Allerdings hat der positive Gesamteindruck des 5-Sterne-Hotels seinen Preis: Im Schnitt bezahlen die Gäste hier für ein Doppelzimmer 260 Euro pro Nacht. Das ist für ein Urlaubsressort ungewöhnlich hoch.
+Strand Malta: Strände Golden Bay, Ghajn Tuffieha Bay, Mellieha Bay

Wer auf Malta ist und keinen Partyurlaub erleben möchte, sondern Erholung verbunden mit kulturellen Ausflügen, kann dieses nur erleben, wenn er ein gutes Hotel hat. Deshalb sollte man hier, sofern es die Haushaltskasse zulässt, nicht am falschen Ende sparen. Denn Malta bietet keine Traumstrände, überhaupt konnten wir nur zwei Strände auffinden, die netz-trends.de als Not-Empfehlung nennen würden für jene, die nicht jeden Tag im Hotelpool oder im Meer vor dem Hotel baden möchten (sofern die Lage des Hotels dieses möglich macht).
Zum einen wäre da im Norden von Malta die Golden Bay, welche aber in keinem Navigationsgerät auffindbar ist. Der Strand ist einem großen Hotel vorgelagert und befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des bekannten „Ghajn Tuffieha Bay“. Da beide Strände in Buchten liegen – der Golden Bay rechts, die Ghajn Tuffieha Bay links, können innerhalb von 10 Minuten zu Fuß beide Strände – die über ansprechende Gastronomie verfügen – begangen werden.

Relativierend muss zu den Stränden gesagt werden: Wer keine steilen meterhohen Kliffs ums sich herum mag, sollte gänzlich Abstand vom Traum nehmen, an einer lauschigen Traumbucht schöne Stunden alleine oder zu zweit oder mit der Familie zu verbringen. Man muss die Kargheit Maltas, den Dreck, die trockenen Büsche und das Gestrüpp, die hunderttausenden herumliegenden großen Felssteine schon mögen, um das genießen zu können. Andernfalls ist der Frust oder die Enttäuschung bei Ausflügen über die Insel schnell da. Das gilt auch für die wenige Sandstrände. Bestechend ist allerdings das glasklare, aber kühle Meerwasser. Im Schnitt ist es auch Ende Mai noch um die 19 bis 20 Grad warm. Doch wer sich überwindet und eine Runde im Meer schwimmt, möchte es nicht mehr missen.

Zu den beiden Sandstränden im Norden Maltas gelangt man entweder mit dem Öffentlichen Bus oder mit dem Auto über die Küstenstraße – von Valletta in circa 30 bis 45 Minuten. Achtung: Eine Fahrt über Landstraßen quer durch das Landesinnere ist nur für gute Autofahrer geeignet, da viele Straßen in sehr schlechtem Zustand sind und häufig an bessere Feldwege erinnern. Obendrein sind die Maltester keine guten Autofahrer und man muss permanent auf der Hut vor Rasern sein.
+Zeugnisse der Jungsteinzeit auf Malta: Tempel über 5.000 Jahre alt
Nicht auf der Hut, aber auch offene Augen, sollte man beim Besuch von zweien von insgesamt rund 20 circa 5.000 bis 5.600 Jahre alten Zeugnissen der Jungsteinzeit haben. Nur rund 8 Kilometer entfernt vom Flughafen befinden sich in der Nähe des Örtchens Qrendi beispielsweise die beiden alte Tempelanlagen „Hagar Qim“ und „Mnajdra Tempels“ (3.600 bis 3.200 vor Christus; weitere Infos unter heritagemalta.org).
Beide Tempel sind prähistorisch und entstanden in dem späten Neolithikum. Sie stehen deshalb auf der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste. Die alten Anlagen bestechen durch eine „group of monumental megalithic buildings“. Das Erstaunliche ist die schiere Fülle uralter Zeugnisse menschlicher Zivilisation auf Malta. So heißt es in einem Informationsblatt von Malta: „Similar buildings have been found in more than twenty different places in Malta and Gozo“. Gleichzeitig sind einige Sehenswürdigkeiten Maltas Bestandteil des „European Destinations of Excellence“ (EDEN). Ein Projekt, welches von der EU-Kommission ins Leben gerufen wurde (Homepage: edenineurope.eu).

Eines ist sicher: Ohne das trockene, regenarme und steppenartige Klima auf Malta hätten die Anfänge menschlicher Zivilisation keine 5.000 oder mehr Jahre überstehen können. Der Preis für die Überlieferung ist die wenig wirtliche Landschaft. Dabei verhält es sich ähnlich, wie mit den ägyptischen Pyramiden: Ohne ein trockenes Wüstenklima gäbe es die Pyramiden und die sonstigen Relikte unserer Altvorderen nicht mehr in dieser umwerfenden Qualität und Masse. Regen und Feuchte ist langfristig der Tod von Bauwerken.
Es gibt weltweit nur sehr wenige Stellen, auf denen in so dichtem geografischem Nebeneinander Jahrtausende alte Spuren der Menschheitsgeschichte besucht werden können. Für die große Bedeutung der steinzeitlichen Tempelanlagen ist der Eintritt mit 9 Euro pro Person angemessen. Nicht vergessen sollten Reisende, die diese Menschheits-Dokumente der Ahnen besichtigen, dass die Tempelanlagen meist hauptsächlich normale Wohnanlagen waren.
Die religiösen Riten waren eher Natur-Riten. Dazu gehörte beispielsweise, dass die Menschen schon damals wussten, wann die Sonne in einem Wendekreis eine neue Jahreszeit einleitet. Das Spiel mit Licht und Schatten kann man auch heute noch an bestimmten Kalendertagen in den Tempelanlagen „Hagar Qim“ und „Mnajdra Tempels“ bewundern.

So kommt ein Sonnenstrahl nur am 21. Juni auf einen bestimmten Punkt in der „Mnajdra Tempels“. Doch nicht nur das, heißt es in dem Informationsblatt der Insel Malta: „The South Temple at Mnajdra was built in such a way that its main doorway is aligned with sunrise during the spring and autumn equinoxes (20th Marc and 22nd Septembre). During the winter and summer solstics (21st June and 21st December) the beams of the rising sun pass along the sides of the main doorway hitting two decorated slabs within the first chamber.“

Das heißt: Die Kalender-Erfindung und die Darstellung des Jahreszeiten-Wechsels mittels von Sonnenstrahlen und Gebäuden, geht nicht auf die ägyptischen Pharaonen und ihre Pyramiden zurück, sondern wurde von den Bauherren der Pharaonen von anderen Kulturen übernommen. Das ist Globalismus der Alten Zeit. Die Tempelanlagen „Hagar Qim“ und „Mnajdra Tempels“ können von November bis Mai von 9 bis 17 Uhr besichtigt werden, in den anderen Monaten bis 19 Uhr. Wer Mittags mit dem Flugzeug für seinen Urlaub auf Malta eintrifft, der sollte die nahe Lage des Flughafens zu den alten Tempelanlagen (8 Kilometer entfernt) nutzen, um am besten gleich mit dem Bus oder Auto dorthin zu fahren und erst hinterher das Hotel aufzusuchen.
Immer wieder werden Malta-Reisende an der Insel-Küste kleine Türmchen entdecken. Sie stehen teils in der Nähe der steinzeitlichen Tempelanlagen, haben aber mit ihnen nichts zu tun. Gebaut wurden sie erst im Jahr 1659 von Martin de Redin – und zwar als „watchtowers“, also Aussichtstürme. Denn Malta hatte und hat als strategischer Knotenpunkt zwischen Afrika und Europa schon immer eine wichtige machtpolitische Achse belegt. Das galt sowohl für Kriegszeiten (Erster und Zweiter Weltkrieg), wie für Kriege und Eroberungszüge früherer Zeitalter.

+Mdina: Traumhaft schöne mittelalterliche alte Hauptstadt Maltas

Dass Malta es schon in früher Zeit zu Wohlstand gebracht hat, der immer wieder Neider auf sich zog, zeigt die ungewöhnlich perfekt erhaltene und von Grund auf mit Hilfe von hunderten Millionen EU-Fördergeldern restaurierte alte Hauptstadt von Malta, Mdina. Die Stadt liegt bildschön auf einem üppig bewachsenen Hügel und ist von einem großen Burgwall umgeben, dem immer wieder Kirchtürme zu entspringen scheinen.

Für Touristen heißt das: Es gibt phantastische Fotomotive der mittelalterlichen Steinstadt, welche von gewaltigen Stadtmauern umgeben ist. Dabei sind die Fotomotive im Innern der Stadt recht einfach zu finden. Schwieriger wird es, den richtigen Zeitpunkt und Platz für die Außenmotive zu orten. Hier ist es ratsam, in einer guten Fußstunde einfach einmal an der Straße entlang um die Anlage zu spazieren. Der beste Zeitpunkt für Fotos ist morgens gegen 9 oder 10 Uhr oder abends zwischen 17 und 19 Uhr. Eben dann, wenn die Sonne die Anlage sanft anstrahlt.
netz-trends.de-Tipp: Sollte es in Mdina am Tag der Besichtigung regnen oder kalt sein, so empfehlen wir das in einer Seitenstraße von Mdina befindliche und von außen kaum erkennbare Restaurant Sharma (19, Casa Magazzini, Tiq L- Imhazen, Mdina, Tel. 21453817; Homepage: sharma.com.mt). In das großzügige mittelalterliche Restaurant kehren überwiegend Einheimische ein, entsprechend gut und bezahlbar ist das Essen. In touristischen Hochzeiten empfehlen wir eine Tischreservierung vorab. Doch auch bei gutem Wetter lässt sich in das Restaurant einkehren. Hinter den Räumlichkeiten im ersten Stock (Wirte fragen) befindet sich eine große Terrasse mit einer „wonderful view from the top oft the bastions“. Achtung: Öffnungszeiten beachten.
+Katakomben auf Malta seit 2.000 Jahren: Apostel Paulus war da

Neben dem Städtchen Mdina – ein Muss für Touristen – ist zudem das zu Fuß in zehn Minuten erreichbare Nachbarörtchen Rabat zu empfehlen. Der Legende nach sei der Apostel Paulus 63 nach Christus drei Monate auf Malta gewesen, um dort das Christentum voran zu bringen. Angeblich in Rabat. Deshalb steht dort noch heute eine Kirche aus dem 17. Jahrhundert (die Vorgängerkirche wurde zerstört) mit dem Namen St. Pauls (kleines Foto). Das besondere an ihr: Unter ihr gibt es christliche Katakomben zu besichtigen, die fast 2.000 Jahre alt sind. Die Katakomben (catacombs) dienten den Christen als Zufluchtsort vor den römischen Herren, die auch Malta besetzt hielten und der Bevölkerung die Spielregeln diktierten. Viele Christen wurden verfolgt, gefoltert oder umgebracht. Das verwinkelte alte Örtchen Rabat gilt deshalb als alte römische Stadt. Sogar Päpste beteten bereits in den Katakomben, die heute als heilig gelten (Foto unten).
Mitten im Zentrum von Rabat – an einer Tankstelle geht es von Mdina kommend rechts in den Ort – liegt die alte Kirche St. Paul und unter ihr geht es dann in die Katakomben. Es heißt, an diesem Ort habe 60 nach Christus der Apostel Paulus die christliche Gemeinde von Malta gegründet. Weitere Informationen gibt es unter wignacourtmuseum.com.

Doch liegen unter der Kirche nicht nur die sehr gut erhaltenen und begehbaren 2.000 Jahre alten Katakomben, sondern wurden in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts zusätzlich rund 50 unterirdische Zimmer gebaut, die der Bevölkerung von Rabat während des Zweiten Weltkrieges (WW2) als Zufluchtsort vor den Bombenangriffen der Italiener und Deutschen dienten. Dabei ist das Labyrinth aus unterirdischen „Shelters“ letztlich eine Erweiterung der Katakomben. Beides geht unterirdisch ineinander über. In einem Touristenführer von Malta heißt es, man finde dort ein „labyrinth of Punic, Roman and Christian Hypogea“. Täglich dürfen die Katakomben bis 16.30 besichtigt werden.


Malta hatte, wie schon im Ersten Weltkrieg, so auch im Zweiten, eine strategische Bedeutung. Hatten doch die britischen Kolonialherren, die sich erst 1964 von der Insel verabschiedeten, dort ihre geheime Schaltzentrale für alle militärischen Operationen im Mittelmeerraum sowie für Nordafrika. Über die damaligen militärischen Mittel der Briten berichtet das Militärmuseum in der alten Festung „Fort Rinella“. Sie war 1566 erbaut worden und zwar am heutigen Standpunkt von den „Upper Barracca Gardens“ gegenüber von Valletta.
+Malta zälte 1.458 Tote im Zweiten Weltkrieg – Verstecke zu besichtigen
Während des Zweiten Weltkrieges kamen 1.458 Malteser ums Leben. Weitere 3.720 wurden verletzt. Insgesamt konnten die Briten in Zusammenarbeit mit den USA 1.634 italienische oder deutsche Kampfflugzeuge abschießen. Während die Deutschen und Italiener 707 britische Kampfflugzeuge abschossen. Alle Angaben sind jedoch lediglich Näherungswerte und entstammen der britischen Geschichtsschreibung, die sicherlich tendenziell eigene Erfolge beschönigt. Insgesamt wurden 16.000 Tonnen Bomben während WWII auf Malta herabgelassen.
In dem Kriegsmuseum von Malta, dem „Fort Rinella“ („War Museum„) können Technik-Begeisterte oder Geschichts-Interessierte neben zahlreichen Waffen und alten Militär-Flugzeugen einer 1878 von den Briten gebauten Super-Kanone gegenüber stehen. Im Informations-Prospekt heißt es: „Powered by coal-fired steam driven hydraulics, its monstrous 100-ton gun could load and fire in just six minutes, sending a one-ton shell up to a distance of eight miles to pierce no less than 21 inces (65 cm) of ship armour“.

Die 100-Tonnen Kanone, eine Art monströses Maschinengewehr, ist eine Kreation des britischen Militär-Ingenieurs Sir William George Amstrong gewesen. Das Kriegsgerät ist wohl in die Geschichte eingegangen als „the worlds largest muzzle-loader and the first one to be worked mechanically“. Lediglich die Italiener hatten eine ähnliche Waffe. Malta oder die Briten hatten deshalb immer Sorge, dass die Italiener die kleine Insel doch noch übernehmen könnten. Weitere Informationen zum Militärmuseum von Malta unter: fortrinella.com (geöffnet: Fast täglich bis auf Montag und Feiertagen).

Wie wichtig Malta strategisch war zeigt sich auch daran, dass der spätere US-Präsident Dwight D. Eisenhower hier gemeinsam mit den Briten in geheimen Kriegsräumen – den heute in der Altstadt von Valletta zu besichtigenden Lascaris War Rooms („ultra-secret complex“) – seine Zentrale eröffnet hatte. Die Räumlichkeiten sind überwiegend unterirdisch (Homepage: lascariswarrooms.com). In unmittelbarer Nähe sind die Deutsch-Maltesischen Zirkel. Das deutsche Auswärtige Amt schreibt hierzu, es würde seit 1962 exisiteren und die Aufgaben „des auf Malta nicht vertretenen Goethe Institutes“ wahrnehmen. So würden Sprachkurse angeboten, Ausstellungen oder Filmvorführungen.
Bis auf die unmittelbare Nachbarschaft zwischen dem Kriegsmuseums Lascaris War Rooms und dem Deutsch-Maltesischen Zirkel gibt es keine weitere Berührungspunkte. Im Prospekt des Kriegsmuseums steht: „In July 1943, the War rooms were used by General Eisenhower and his Supreme Commanders Admiral Cunningham, Field Marshal Montgomery and Air Marshal Tedder as their advance Allied HQ for Operation Husky – the Invasion of Sicily.“

Im Jahr 1967 wurden diese Räumlichkeiten schließlich von dem westlichen Kriegsbündnis, der NATO, übernommen – „as a strategic Communication Centre for the interception of Soviet submarines in the Mediterranean“.
Heute werden die Kriegs-Räume nicht mehr militärisch genutzt, doch präsent ist die NATO auf Malta immer noch – beispielsweise während des NATO-Libyen-Krieges im Jahre 2011. Wie präsent Kriege auf Malta sind, auch die NATO, zeigt sich daran, dass es Tage gibt, an denen Kriegs- und militärische Aufklärungsschiffe permanent an der Küste patrouillieren.
+Geheimnisvolle Steinstraßen auf Malta: cart-ruts 5.000 Jahre oder älter
Wem nach einem gut einstündigen Rundgang in der unterirdischen Stadt aus Katakomben und WW2-Schutzräumen wieder eher nach friedlichen Spuren des menschlichen Zusammenlebens zu Mute ist, der könnte mit dem Auto oder Linienbus weiter fahren in Richtung „cart-ruts“, den in die Landschaft gemeißelten Jahrtausende alten Steinstraßen. Sie sind auch als „cart-rugs“ bekannt.
Niemand weiß so ganz genau, wie alt diese Straßen sind und wozu sie dienten. Aber so viel ist bekannt: Sie sind wahrscheinlich mindestens 5.000 bis 6.000 Jahre alt. Möglicherweise dienten sie dazu, um auf der Insel große Steine aus Steinbrüchen auf einer Art Schlitten über die Insel zu befördern. Einige dieser seltsamen Steinstraßen sind noch äußert gut erhalten und enden im Meer.
Ein Deutscher, den wir zufällig an einer solchen „cart-rut“ treffen, erklärt uns, dass die Steinstraßen-Endungen im Meer ein Hinweis darauf seien, dass der Meeresspiegel im Laufe der Jahrtausende deutlich gestiegen sein müsse. Dieses deute wiederum daraufhin, dass die Steinstraßen möglicherweise sogar „deutlich älter als 6.000 Jahre sind“. Er wundere sich, dass das bis heute niemand richtig erforscht habe, wie weit die Steinstraßen an einigen Stellen ins Meer gingen. Nur so viel wisse man: Römische Gräber würden teils die Steinstraßen unterbrechen, was wiederum ein klares Indiz sei, dass die Steinstraßen schon früher gebaut worden seien.

Zwar befinden sich die „cart-ruts“ überall auf der Insel, sind aber dennoch für Kurzreisende nur relativ schwer zu finden. Am deutlichsten sind mehrere in der Nähe von Buskett Gardens. Doch sollten Reisende nicht nach dem gerne in Reiseführern genannten englischen Namen aus der Kolonialzeit fragen. Denn die Briten nannten die Steinstraßen auf Grund ihrer teils kreuzenden Wege nach dem Vorbild des Londoner Bahnhofs „Clapham Junction“. Doch unter diesem Namen kennen die Einheimischen auf Malta diese Steinstraßen nicht.
Wer es bis in die Nähe der Buskett Gardens geschafft hat, der sollte auf der Straße rechts am Hang Ausschau nach einem kleinen würfelartigen einsamen Steinhaus halten. Wenige Dutzend Meter dahinter finden sich an dem Hang zahlreiche der „cart-ruts“.
Weiter geht es dann mit dem Auto oder Linienbus in die Altstadt von Valletta. Berühmt sind dort die drei Insel-Vorsprünge die von den Maltesern „Cottonera“ bezeichnet werden. Hier findet sich eine einmalige Ansammlung alter Festungen, die Bestandteil einer malerischen alten Hafenkulisse sind. Die drei Inselzungen haben jeweils ihre eigene historische Bedeutung und eigene Namen. Die linke, ans Meer grenzende, heißt „Kalkara“, die mittlere ist als „Birgu“ bekannt und die rechte wird als „Isla“ bezeichnet. Hier liegt auch der Dockyard Creek an dem wir am 19. Mai 2013 einen riesigen Luxus-Passagierleiner der TUI sehen namens „Mein Schiff“.
Am besten lassen sich die drei historisch bebauten Inselzungen von der gegenüberliegenden Stelle Vallettas auf einem Hang besichtigen und fotografieren. Im Navigationsgerät gibt man dazu einfach „Valletta Stadtzentrum“ ein. Oben auf dem Hügel ist das heutige Kulturzentrum „St. Angelo“. Kleiner Tipp: Am besten kurz vor Sonnenuntergang ein Foto von den Festungen und Hafenanlagen machen, dann ist das Bild am besten.
+Paläste auf Malta: Im Palazzo Parisio & Gardens gibt es Essen stilvoll

Wer nicht nur von außen mittelalterliche Anlagen sehen möchte, sondern gerne beispielsweise ein barockes Schlösschen auf Malta betreten möchte, der könnte einen Ausflug in das Örtchen Naxxar unternehmen. Hier steht seit 1733 der maltisch-italienische „Palazzo Parisio & Gardens“ (Homepage: palazzoparisio.com). Das Besondere: Der Palast wird nicht nur als „miniature Versailles“ bezeichnet, sondern befindet sich seit 115 Jahren in der Hand der Familie Scicluna.
Marquis Giuseppe Scicluna hatten den Palast im Jahre 1898 erworben. Das Gebäude ist für maltesische Verhältnisse außergewöhnlich schön und auch das Interieur ist für Fans des Barocks vom Feinsten. So gibt es einen hervorragend restaurierten Ballraum, welcher heute noch – wie in einigen deutschen Schlössern – für private Anlässe, wie Hochzeiten oder Firmenfeiern, gemietet werden kann.

Im zum Schloss gehörenden „Caffee Luna“ können Reisende sich von den Inselstrapazen sehr gut erholen. Denn: Erholsame Restaurants oder Kaffees gibt es nicht allzu viele auf Malta. Im schlosseigenen Restaurant, dem „Luna Di Sera“, lässt sich zudem stilvoll essen. Doch müssen die Öffnungszeiten berücksichtigt werden. So ist das Restaurant nur abends und auch nur an den Tagen Mittwoch bis Samstag von 19 Uhr bis 22.45 Uhr geöffnet. Sowohl im Restaurant wie im Kaffee empfehlen die Inhaber vorher einen Platz zu reservieren (Tel.: +356-21412461). Da faktisch ganz Malta ideal mit den öffentlichen modernen Linienbussen erreicht werden kann, gilt dies auch für das Schloss. Hier fahren zahlreichen Buslinien hin – unter anderem die Busse 21, 23, 31, 35, 36, 43, 205, 225.
Neben Privat-Palästen gibt es in Valletta einige schöne Regierungspaläste zu besichtigen. Dazu gehört zum Beispiel der „Grand Master’s Palace“ aus dem 16. Jahrhundert.

Ebenfalls zum stilvolleren Ambiente von Malta gehört der Royal Malta Golf Club. Eine Golfstunde mit Unterricht kostet hier für Nicht-Mitglieder 40 Euro (Adresse: Aldo Moro Road, Marsa MRS 9064, Malta oder Homepage golfschule-malta.de). Der Golfplatz ist etwa drei Kilometer von Valletta entfernt. Allerdings sollte man sich von der Anlage nicht zu viel versprechen.
+Teatru Manuel auf Malta wurde 1731 erbaut: Ältestes bespieltes Theater Europas
Ebenfalls für Fans der Hochkultur ist Europas ältestes fast durchweg bespieltes Renaissance-Theater in Valletta, das „Teatru Manuel“. Es wurde zwischenzeitlich als „Theatre Royal“ bezeichnet – als Zwangs-Verehrung gegenüber dem britischen Besatzerhaus, dem Königshaus. Das „Teatru Manuel“ wurde im Jahr 1731 eröffnet und zwar vom Baumeister Antonio Manoel de Vilhena. Gedacht war es für die Bürger von Valletta zum „honest entertainment“. Das Eröffnungsstück war im Jahr 1732 „La Merope“, eine Tragödie von Scipione Maffei.
Das Theatru Manoel ist bis heute offiziell Maltas Nationaltheater. Das Architekturjuwel des Barock ist unscheinbar in einer Seitengasse von Valletta zwischen den sonstigen normalen Bürgerhäusern eingebaut. Spektakulär ist es jedoch nur von innen. Wer das Theater besichtigen möchte, kann das am besten in einer der täglichen Touren oder innerhalb einer abendlichen Theateraufführung.
Bei so viel Hochkultur und sonstigen kulturellen Eindrücken auf Malta meldet sich früher oder später der Magen. Wer in einem der Hotels in Sliema wohnt oder im benachbarten Paceville, der kommt nicht umhin, wenigstens einmal am Abend eines der Restaurants an der Spinola Bay aufzusuchen. Vom Westin-Hotel läuft man zu Fuß circa 10 bis 15 Minuten. Die Spinola Bay ist allerdings – wie fast alle Bays auf Malta – nichts für Romantiker. Denn auch hier finden sich überquellend die für verwöhnte Urlauberaugen wenig schmeichelhaften typischen Plattenbauten.

Jedoch gibt es an der Spionala Bay faktisch nur drei Restaurants (die aber scheinbar in irgendeiner Weise zusammengehören) in denen man gepflegter essen gehen könnte. Alle drei Restaurants sind an der linken Seite der Lagune gelegen und heißen „Ristorante San Giuliano“, „Caffe Rafael“ und „Girasole“. Die Restaurants verteilen sich rund um ein Hafenhaus über zwei Stockwerke. Doch Achtung: Im obersten Stockwerk gibt es einen Mindestverzehr von 17 Euro für das Essen pro Person. Wer also beispielsweise nur für acht Eure Spaghetti bestellt, dem wird einfach eine Rechnung über 17 Euro präsentiert.
Zwar verweist die Bedienung darauf, dass auf der Menükarte der Mindestverzehr für Essen ausgewiesen sei, doch müssen wir diesen Hinweis mit der Lupe suchen – er ist ganz rechts unten auf der Karte, aber in einer Schriftart, die sich in keinster Weise von den angebotenen Speisen unterscheidet. Dennoch überrascht uns das Essen: Es ist ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sowohl die kalte Suppe ist bestens als auch die Spaghetti Carbonara (ein Leibgericht des Autors) sowie ein weiterer bestellter Fisch.
Reisetipp: Im Mai kann es abends noch recht kühl und windig auf Malta sein – mit Temperaturen von unter 20 Grad. Zudem weht häufig ein frischer durchaus auch stärkerer Wind. Deshalb sollte das Dinner im Restaurant, sofern es sich um ein Outdoor-Gasthaus handelt, nur mit einem dickeren Pullover oder einer Jacke und langen Hosen in Erwägung gezogen werden.
Eines gilt für fast alle Restaurants und Gastronomie-Betriebe auf Malta: Die Preise sind recht moderat. Häufig gibt es eine Flasche Wein für unter zehn Euro – selbst in Restaurants, die von Touristen hoch frequentiert werden. Auskünfte zu den Restaurants „San Giuliano“, „Caffe Rafael“ und „Girasole“ gibt es unter sangiuliano.com.mt. In der Urlaubs-Hochsaison – also ab Anfang Juli bis Ende August – empfiehlt es sich einen Tisch vorzubestellen.
+Blaue Grotten auf Malta: Weltweit seltenes Dunkelblau
Da auch eine fünftägige Urlaubsreise einmal sich dem Ende neigt, bleibt ein Ausblick auf einen würdevollen Abschluss einer Reise nach Malta. Das könnte eine circa 25-minütige Bootstour zu den berühmten Blauen Grotten, den „Blue Grotto“ (Wied iz-Zurrieq) sein. Dabei werden mehrere Grotten, die von malerischem tiefblauen Wasser umspielt werden, mit einem Bootsführer kurz angesteuert.
Die Blauen Grotten liegen in der Nähe der Ortschaften Qrendi sowie Zurrieq. In einem Informationsprospekt von Malta heißt es: „It is one of several sea caves worldwide that is flooded with a brilliant blue and emerald light.“ In Rahmen der Blauen-Grotte-Tour gibt es unter anderem die „Wied Babu“-Grotte zu sehen, als auch die „Il-Mara“. Wenn es stürmt oder bewölkt ist, fallen die Fahrten mit dem Boot in der Regel aus. Weitere Infos unter: bluegrotto.malta.com.

Bei schönem Wetter können Badewütige phantastisch direkt an der Anlegestelle der Boote, welche zu den Blauen Grotten fahren, in einer Meer-Lagune schwimmen. Deshalb sollte ein Handtuch und eine Badehose durchaus für den Grotten-Ausflug eingepackt werden. Zudem kann man in die angrenzenden eher spartanischen Restaurants Essen gehen. Jedoch sind dort die Öffnungszeiten zu beachten. Die Meisten Restaurants schließen mit der letzten Bootsfahrt zur Blauen Grotte, also gegen 16.30 Uhr.

Fazit der netz-trends.de-Reiseempfehlungen: Malta ist keine Insel, auf die man fährt, um einen schönen Strandurlaub zu machen. Dennoch gibt es trotz so manchner Urlaubs-Mängel auf der Insel viele Möglichkeiten, seine freien Tage erholsam und ereignisreich zu vollbringen. Besonders hilfreich ist dabei das in der Regel recht schöne und warme Poolwetter ab Mai.

+Wirtschaft auf Malta: Lufthansa Technik bis Microsoft

Das EU-Mitglied Malta lockt mit günstigen Steuern nicht wenige Konzerne auf die Insel. Zu den bekanntesten gehören die Lufthansa mit ihrer Einheit Lufthansa Technik, Microsoft (direkt am Flughafen von Malta) sowie Playmobil. Für Malta, ein wirtschaftsarmes Land, sind solche Unternehmensansiedlungen wichtig.
Die Lufthansa Technik übernimmt auf Malta beispielsweise die Wartung von Flugzeugen anderer Airlines. Microsoft bedient von Malta aus auch Italien. Das deutsche Unternehmen Playmobil unterhält auf Malta seit Jahren eine große Fertigungshalle und bietet für die Kinder auch Playmobilshops auf Malta. Dennoch: Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören auf Malta die Einnahmen aus Tourismus, auch das Geschäft mit den Sprachschulen.