Blick über den Hafen von Bremerhaven mit mehreren Autotransportschiffen an den Kajen, Reihen abgestellter Neuwagen auf dem Terminal und Windenergieanlagen am Horizont
Autotransportschiffe und abgestellte Neuwagen im Hafen von Bremerhaven, nach den Angaben der Bildseite am 2. Juli 2022 von der Aussichtsplattform Sail City aus aufgenommen. Ein Teil des deutschen Pkw-Außenhandels, den das Statistische Bundesamt für Januar bis Juli 2026 ausgewertet hat, läuft über solche Terminals. Foto: H. Zell / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; Bearbeitung: Beschnitt auf 16:9 durch die Redaktion.

Das Wichtigste in Kürze

  • Aus Deutschland wurden von Januar bis Juli 2026 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 2,0 Millionen neue Pkw im Wert von 73,5 Milliarden Euro exportiert – mengenmäßig 4,0 Prozent und wertmäßig 8,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
  • Die Importe neuer Pkw stiegen im selben Zeitraum um 16,0 Prozent auf rund 1,3 Millionen Fahrzeuge. Größtes Herkunftsland war China mit 175.000 Pkw und einem Plus von 120,9 Prozent, vor Tschechien mit 173.000 und Spanien mit 157.000.
  • Bei den Exporten in die USA laufen die Antriebsarten auseinander: Verbrenner plus 31,7 Prozent, Hybride minus 50,3 Prozent, Elektroautos minus 56,1 Prozent. Gründe nennt das Amt in seiner Mitteilung nicht.

Das Statistische Bundesamt hat am Montagmorgen um 8:00 Uhr seine Pressemitteilung Nr. 332 zum Außenhandel mit neuen Personenkraftwagen veröffentlicht. Sie deckt die Monate Januar bis Juli 2026 ab und enthält zwei Bewegungen, die in unterschiedliche Richtungen zeigen: Deutschland hat in diesem Zeitraum weniger neue Pkw ausgeführt und deutlich mehr eingeführt.

Exportiert wurden rund 2,0 Millionen Fahrzeuge im Wert von 73,5 Milliarden Euro. Die Menge lag 4,0 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, der Wert 8,9 Prozent. Auf der Importseite zählte die Behörde rund 1,3 Millionen neue Pkw im Wert von 34,9 Milliarden Euro – 16,0 Prozent mehr Fahrzeuge und 12,6 Prozent mehr Wert.

Der Wert sinkt mehr als doppelt so stark wie die Menge

Dass Menge und Wert unterschiedlich stark zurückgehen, ist die erste bemerkenswerte Größe dieser Statistik. Aus den beiden vom Amt genannten Raten ergibt sich rechnerisch, dass der durchschnittliche Ausfuhrwert je Fahrzeug um rund 5 Prozent gesunken ist – diese Ableitung stammt von NETZ-TRENDS, nicht aus der Mitteilung. Der Durchschnittswert eines ausgeführten Neuwagens liegt nach dieser Rechnung bei rund 37.000 Euro.

Zum Vergleich: Ein importierter Neuwagen kam nach denselben Zahlen im Schnitt auf rund 27.500 Euro. Deutschland führt also im Mittel teurere Fahrzeuge aus, als es einführt – eine Größenordnung, die sich aus Wert und Menge beider Richtungen herleiten lässt.

Nach Antriebsarten verteilten sich die Exporte so, wie es das Amt ausweist:

  • Verbrennungsmotor: 1 Million Fahrzeuge, 52,7 Prozent Anteil, minus 2,9 Prozent
  • Elektroauto: 560.000 Fahrzeuge, 28,1 Prozent Anteil, minus 2,9 Prozent
  • Hybridfahrzeug: 380.000 Fahrzeuge, 19,2 Prozent Anteil, minus 8,2 Prozent

Wichtigstes Zielland war das Vereinigte Königreich mit 258.000 Fahrzeugen oder 13,0 Prozent der Ausfuhren, gefolgt von den USA mit 245.000 Fahrzeugen oder 12,3 Prozent und Italien mit 147.000 Fahrzeugen oder 7,4 Prozent.

In die USA gingen 245.000 Neuwagen – der Wert brach um 17,1 Prozent ein

Bei den Lieferungen in die USA fällt die Schere zwischen Menge und Wert noch weiter auseinander als im Gesamtbild. Die Menge sank um 2,6 Prozent, der Wert um 17,1 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Je Fahrzeug entspricht das rechnerisch einem Rückgang von rund 15 Prozent; auch dieser Wert ist eine eigene Ableitung aus den beiden veröffentlichten Raten.

Die Erklärung dafür liegt sichtbar in derselben Mitteilung, und zwar in der Aufteilung nach Antrieben. Von den 245.000 in die USA gelieferten Neuwagen hatten 198.000 einen Verbrennungsmotor – 80,8 Prozent und 31,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Elektroautos sank dagegen auf 25.000 Fahrzeuge oder 10,0 Prozent, ein Minus von 56,1 Prozent. Hybride kamen auf 23.000 Fahrzeuge, 50,3 Prozent weniger.

Balkendiagramm: Die Pkw-Exporte aus Deutschland in die USA stiegen von Januar bis Juli 2026 bei Verbrennungsmotoren um 31,7 Prozent, während sie bei Hybridfahrzeugen um 50,3 Prozent und bei Elektroautos um 56,1 Prozent sanken
Grafik: NETZ-TRENDS. Datenquelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 332 vom 21. September 2026, Exportmengen neuer Pkw von Januar bis Juli 2026.

Warum sich die Antriebe so unterschiedlich entwickeln, sagt die Statistik nicht. Zeitlich fällt der Rückgang mit dem Ende einer US-Steuergutschrift zusammen: Die US-Steuerbehörde IRS hält auf ihrer Informationsseite fest, dass der New Clean Vehicle Credit von bis zu 7.500 US-Dollar für Fahrzeuge, die nach dem 30. September 2025 erworben wurden, nicht mehr verfügbar ist; Grundlage ist das US-Bundesgesetz Public Law 119-21 vom 4. Juli 2025. Der Vergleichszeitraum Januar bis Juli 2025 lag damit noch vollständig innerhalb der Förderung, der Berichtszeitraum 2026 vollständig außerhalb. Ein Ursachenzusammenhang folgt daraus nicht – die Außenhandelsstatistik erfasst Warenströme, keine Kaufmotive.

Hinzu kommt, dass die Zollbedingungen im Berichtszeitraum nicht konstant waren. Nach Darstellung der Europäischen Kommission trat das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA erst am 1. Juli 2026 in Kraft; es sieht einen einheitlichen Zolldeckel von 15 Prozent vor, der unter anderem Autos umfasst. Sechs der sieben ausgewerteten Monate liegen damit vor diesem Datum.

Aus China kamen 175.000 neue Pkw – mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor

Auf der Importseite hat sich die Reihenfolge der Herkunftsländer verschoben. Größtes Herkunftsland neuer Pkw war nach den Zahlen des Amtes China mit 175.000 Fahrzeugen und einem Anteil von 13,8 Prozent. Der Zuwachs von 120,9 Prozent ist der größte Einzelzuwachs, den die Mitteilung ausweist.

Herkunftsland Neue Pkw Anteil Veränderung zum Vorjahr
China 175.000 13,8 % +120,9 %
Tschechien 173.000 13,7 % +22,9 %
Spanien 157.000 12,4 % −0,4 %
USA (Rang 6) 59.000 4,7 % −5,1 %
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 332 vom 21. September 2026. Importe neuer Pkw nach Deutschland, Januar bis Juli 2026. Das Amt weist die drei größten Herkunftsländer sowie die USA gesondert aus.

Auch bei den Antrieben verschiebt sich das Bild der Einfuhren, und zwar genau umgekehrt zu den USA-Lieferungen: Verbrenner gingen auf 554.000 Fahrzeuge oder 43,7 Prozent zurück, ein Minus von 9,0 Prozent. Hybride stiegen auf 403.000 Fahrzeuge oder 31,8 Prozent (plus 36,0 Prozent), Elektroautos auf 309.000 Fahrzeuge oder 24,4 Prozent (plus 66,3 Prozent).

Was diese Statistik nicht sagt

  • Herkunftsland ist nicht Marke. Die Außenhandelsstatistik erfasst nach den methodischen Angaben der Mitteilung grenzüberschreitenden Warenverkehr anhand von Warennummern. Aus einem Import „aus China“ folgt deshalb nicht, welcher Hersteller das Fahrzeug gebaut hat.
  • Gründe nennt das Amt nicht. Die Mitteilung beschreibt Mengen und Werte. Weder für den Einbruch bei den Elektro-Ausfuhren in die USA noch für den Anstieg der Einfuhren aus China enthält sie eine Erklärung.
  • Importe sind keine Zulassungen. Gezählt wird die Einfuhr eines Fahrzeugs, nicht sein anschließender Verkauf im Inland.
  • Der Zeitraum ist nicht einheitlich. Sieben Monate mit wechselnden Handelsbedingungen lassen sich nicht als ein Zustand lesen.

Was die Zahlen für Deutschland bedeuten

Welche Folgen die Ausfuhrmengen für Arbeitsplätze haben, weist die Mitteilung nicht aus. Eine andere amtliche Statistik beschreibt aber, wie sich die Branche in Deutschland entwickelt: Nach der Pressemitteilung Nr. N057 des Statistischen Bundesamtes vom 14. August 2026 arbeiteten zum Ende des ersten Halbjahres 2026 rund 691.500 Menschen in der deutschen Automobilindustrie – 42.300 oder 5,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und nach Angaben der Behörde der niedrigste Stand seit 2005.

Für den deutschen Markt selbst ist die zweite Zahl die relevantere: 1,3 Millionen eingeführte Neuwagen in sieben Monaten, ein Plus von 16,0 Prozent, bei einem durchschnittlichen Einfuhrwert von rund 27.500 Euro. Ein eingeführter Neuwagen war damit im Schnitt rund 9.500 Euro günstiger als ein ausgeführter – auch das eine eigene Ableitung aus den Wert- und Mengenangaben des Amtes. Ein wachsender Anteil der Einfuhren stammt aus China, und unter den Antriebsarten legten eingeführte Elektroautos mit 66,3 Prozent am stärksten zu.

Was als Nächstes ansteht

Die Reihe wird fortgeschrieben: Das Statistische Bundesamt führt die zugrunde liegenden Daten nach den Angaben der Mitteilung in der GENESIS-Online-Tabellengruppe 51000, auf die die Mitteilung ausdrücklich verweist. Damit lässt sich prüfen, ob sich die Entwicklung im August und September fortsetzt.

Ein zweiter nachprüfbarer Termin liegt am Jahresende: Nach Darstellung der Europäischen Kommission müssen die USA ihre Zölle auf Stahl- und Aluminiumderivate bis Ende 2026 auf die Obergrenze von 15 Prozent absenken, sonst kann die EU ihre eigenen Zugeständnisse aussetzen. Autos nennt die Kommission an dieser Stelle nicht – der Punkt zeigt aber, dass der Zollrahmen für 2026 noch nicht abschließend geklärt ist.

NETZ-TRENDS hatte am 20. September über die Halbjahreszahlen von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW berichtet, deren operativer Gewinn nach einer EY-Auswertung um 19,0 Prozent sank, und im August über die Frage, wie wenige Neuwagen in Deutschland noch unter 20.000 Euro kosten. Die Außenhandelszahlen vom Montag liefern dazu die Mengenseite – und den Preisabstand zwischen ein- und ausgeführten Fahrzeugen.

Welche Rolle spielt das Herkunftsland eines Autos für Sie beim Kauf – und würden Sie ein in China gebautes Fahrzeug in Betracht ziehen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.

Quellen

Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.

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