Razzia bei LG in Korea wegen Samsung Waschmaschinen-Zerstörung auf IFA Berlin

Der Elektronikbauer Samsung beschuldigt seinen Konkurrenten LG, er habe auf der Internationalen Funkausstellung Berlin (IFA 2014), also der weltgrößten Consumer Electronic Show in Berlin, angeblich vorsätzlich Waschmaschinen von Samsung beschädigt:

Bild: netz-trends.de
Stolz präsentierten Samsung-Mitarbeiter auf dem IFA-Stand die neuen Samsung-Waschmaschinen.

Die Staatsanwaltschaft in Südkorea solle nach einer offiziellen Anzeige durch den Konkurrenten Samsung angeblich in Südkorea bei LG Electronics eine Razzia in Seoul durchgeführt haben.

Im Zuge der Anzeige durch Samsung suche angeblich, heißt es in mehreren Berichten, nun die Staatsanwaltschaft von Südkorea in der Zentrale der LG Electronics nach Belegen, dass die Sachbeschädigungen am Samsung IFA-Stand in Berlin vorsätzlich angeordnet worden seien. Die IFA ist die weltweit wichtigste Messe um sowohl der Presse als auch dem Handel neue Elektronik-Produkte vorzustellen und damit den Verkauf anzukurbeln.

Der zuständige koreanische Staatsanwalt sagte, er vermute, dass die auf der IFA 2014 in Berlin zerstörten Samsung-Waschmaschinen vorsätzlich angeblich durch LG-Mitarbeiter beschädigt worden seien. Deshalb seien nun, heißt es, angeblich sogar Büros von Sung-Jin Cho, dem Chief Executive Officer des Bereichs "Home Appliance Company" bei der LG Electronics Inc. durchsucht worden. Im Fokus der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen scheint also anscheinend vorwiegend die LG-Abteilung H & A (Haushaltsgeräte, Klimaanlagen) zu stehen. Angeblich sei es dabei, wie bei Razzien durch Staatsanwaltschaften und Kriminalbeamte üblich, zu Beschlagnahmungen gekommen.

Samsung hält jedenfalls an dem etwas seltsamen und ungewöhnlichen Vorwurf gegen den Konkurrenten LG aufrecht, wonach LG-Mitarbeiter angeblich vorsätzlich auf der IFA Berlin die neue Samsung Crystal Blue Waschmaschine (SEC) zerstört hätten. Angeblich, sagt Samsung, habe man ein Video über die Tat.

LG hingegen sagte, man sehe sich durch den Konkurrenten Samsung einer unverschämten Verleumdungs-Kampagne gegenüber. Außerdem sei es schwer, mit den Vorwürfen von Samsung umzugehen. Bislang habe Samsung lediglich einen angeblichen Beweis vorgelegt, in welchem man eine verdächtige Person sehe, wie diese sich an der SEC-Waschmaschine zu schaffen mache. LG Electronics zeigte zudem "ein starkes Bedauern, dass es zur Durchsuchung und Beschlagnahme durch die Behörden der Strafverfolgung" gekommen sei:

Weiter sagte LG, die Vorwürfe des Wettbewerbers Samsung seien "einseitig und unvernünftig". Sie dienten primär dazu, "die normale Geschäftstätigkeit von LG zu beschädigen und uns erhebliche Sorgen zu bereiten, indem unsere Glaubwürdigkeit beschädigt wird".

Man wolle nun, sagte LG weiter, auf der anstehenden "CES 2015", also der Consumer Electronic Show Las Vegas, sich aktuellen technologischen Entwicklungen widmen und sich nicht mit Vorwürfen durch Konkurrenten belasten.