Time Warner lehnt 80 Mrd. Dollar Übernahme von Rupert Murdoch durch 21. Century Fox ab

Doch nun wurde bekannt: Time Warner Inc. lehnt das Übernahmeangebot, im Gespräch ist vor allem eine Fusion, durch Rupert Murdoch ab. Medienkenner wundert die Fülle an Geld, die Rupert Murdoch plötzlich für Time Warner auf den Tisch legen möchte. Bislang ging die Medienszene davon aus, dass es langfristig nur noch einen bedeutenden Medienkonzern geben würde, der alles überstrahlt und alles dominiert und sich auch alles leisten würde können: Die Google Inc. Doch nun also plötzlich wieder altes Medienkapital. Dabei steht im Raum: Könnte sich Rupert Murdoch mit einer so gigantischen Übernahme-Offerte nicht doch übernehmen?

Der australisch-amerikanisch Medienmogul Rupert Murdoch (News Corporation; u.a. New York Post, 21. Century Fox, Sun, The Times, Wall Street Journal) hat dem US-Medienkonzern Time Warner mit 80 Milliarden US-Dollar ein ungewöhnlich großes Übernahmeangebot unterbreitet.

Hinzu kommt: Es gab schon einmal eine riesengroße Time Warner-Allianz und zwar 1999: Jene von AOL Time Warner. Mit ihrem Platzen 2001 (die Fusion hatte einst ein Gewicht von 165 Milliarden US-Dollar) platze gleichzeitig die große Internetblase und riss Tausende von Internet-Unternehmen weltweit – auch in Deutschland - in den Abgrund, in den Konkurs. Die IT-Szene brauchte Jahre, um sich zu erholen.

Rupert Murdoch, der mittlerweile 83 Jahre alt ist, sagte bislang nicht, wie er gedenkt, die auch für einen Milliardär sehr hohe Kaufsumme von 80 Milliarden Dollar zu finanzieren und später refinanzieren möchte. Zum Murdoch Imperium gehören neben TV-Sendern auch weltweit Hunderte Zeitungen auf drei Kontinenten – in Australien, Europa und den USA.

Konkret liege bislang, sagte Time Warner am Mittwoch, ein Bar-und Aktienangebot durch Murdochs 21st Century Fox vor. Gleichzeitig betonte Time Warner, wonach man auch kartellrechtliche Probleme bei einer solch erneuten Megafusion sehe. Nach wie vor hält die Murdoch-Familie an 21st Century Fox 39,4 Prozent der Anteile. Das bedeutet: Die Murdochs haben Macht im Hause und können auch viel stärker als Kleinanleger in Deals maßgeblich mitgestalten.

Weiter ist bislang bekannt, wonach Murdochs 21st Century Fox angeblich je stimmberechtigte Stammaktie von Time Warner 32,42 US-Dollar bar geboten hätten. Rechne man eine Prämie hinzu, komme man auf 86,30 US-Dollar.

Würden 21st Century Fox und Time Warner fusionieren, entstünde ein Koloss mit unzähligen TV-Sendern. Dazu gehörten beispielsweise der Nachrichtensender Fox News, FX, TNT oder TBS. Hinzu kämen der Abosender HBO oder die weltbekannten Filmstudios 20th Century Fox und Warner Bros. Auch im Sport wäre das neue Mega-Medienunternehmen eine starke Nummer: Von der Major League Baseball bis hin zum College-Basketball gibt es lukrative TV- und Radio-Übertragungsrechte.

Der Gesamtumsatz von 21st Century Fox und Time Warner würde mit 65 Milliarden Dollar im Jahr lediglich knapp über jenem der Google Inc. (60 Milliarden Dollar) liegen.

Würde 21st Century Fox mit Time Warner fusionieren, wäre Murdoch sogar angeblich bereit sich von dem weltbekannten Time Warner Nachrichtensender CNN zu trennen. Damit wolle er angeblich kartellrechtliche Fusionsprobleme umgehen. Würde CNN zum Verkauf stehen, so gehen Beobachter davon aus, dass sich die anderen beiden großen TV-Networks um CNN schlagen könnten - also CBS und ABC:

Angeblich, rechnen Analysten vor, könne eine Fusion von 21st Century Fox und Time Warner zu jährlichen Kostenersparnissen von rund 1 Milliarde US-Dollar führen (besonders im Back-Office wie dem Vertrieb).

Angeblich seien bereits mehrere Wall Street Teams und Investment Banker mit dem geplanten Mega-Deal zwischen Fox und Time Warner vertraut. Als Berater an Bord seien dabei, heißt es, einige der üblichen Verdächtigen: Goldman Sachs, Centerview Partners, die Anwaltskanzlei Skadden, aber auch Arps, Slate, Meagher & Flom, die Citigroup, Cravath oder Swaine & Moore.

Sollte es nach der öffentlichen Ablehnung durch Time Warner zu keiner Fusion mit der Murdoch-Gruppe kommen, steht derzeit noch ein anderes Gerücht im Raum: dass die Google Inc. Appetit auf eine Mega-Übernahme haben könnte - oder zumindest Interesse an einer sehr engen "Partnerschaft" im Medienbereich. Fakt ist: Die Google Inc. ist derzeit bald 30 Mal so umsatzstark wie die Axel Springer SE. Das heißt: Mit Google entsteht derzeit einer der weltgrößten und mächtigsten Medien- und Kommunikationskonzerne, welche die Welt jemals gesehen hat.