Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz: Limousinen-Service nur für spezielle Gäste

Die privatwirtschaftlich organisierte Konferenz findet vom 1. bis 3. April 2014 im Internationalen Congress Center Dresden statt und wartet mit zahlreichen hochkarätigen Referenten auf – darunter Stanislaw Tillich (auf russisch: Станислав Тиллих), dem Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, der gleichzeitig als Schirmherr der Konferenz fungiert oder Arkadi Dworkowitsch (auf russisch: Аркадий Дворкович), dem stellvertretenden Ministerpräsidenten der Russischen Föderation. Ebenfalls auf großes Interesse der Kongress-Teilnehmer dürften der Vortrag von Alexey Miller (auf russisch: Алексей Миллер), dem Vorsitzenden des Vorstandes der OAO Gazprom stoßen. Hochkarätig ist auch der Referent Pawel Sawalnij (auf russisch: Павел Завальный). Er ist Mitglied der russischen Staatsduma und Präsident der Russischen Gasgesellschaft (RGO).

Gut besucht: Die 7. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz in Dresden.

Mit einer festlichen Veranstaltung im schönen Schloss Albrechtsberg bei Dresden ist am Dienstagabend die Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz (auf russisch: 7-ая Российско-Германская сырьевая конференция) eröffnet worden - trotz Säbelrasselns der EU und der USA gegen Russland auf Grund der Krim-Krise.

Offiziell hatte zur Eröffnungsveranstaltung der 7. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz auf Schloss Albrechtsberg bei Dresden "Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Herr Stanislaw Tillich" geladen.

Doch wer dachte, Tillich wäre auch vor Ort, der irrte: Tillich lud lediglich ein, weilte aber in Berlin. Staatsprotokoll auf sächsisch. Immerhin waren dennoch die Redner zur Abendveranstaltung durchaus hochkarätig. Einer unter ihnen war der ehemalige Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer (auf russisch: Проф. др. Клаус Тёпфер), der in seinem späteren Berufsleben "Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen" war und die Festgesellschaft damit amüsierte, dass seine Frau am gleichen Abend Geburtstag feierte, was ihm ermöglicht hätte, recht kostengünstig seiner Gattin einen schönen Abend mit Hausmusik bieten zu können.

Abendveranstaltung der Deutsch-Russischen Rohstoffkonferenz auf Schloss Albrechtsberg bei Dresden - eine schöne Stätte. Aber für einige Gäste war die Gäste-Selektion für den Limousinen-Service etwas ungewöhnlich.

Klaus Töpfer ermahnte die Anwesenden, darauf zu achten, dass man auch im Zuge der derzeitigen politischen Schlagabtausche im Gespräch bleibe. Die deutsch-russische Freundschaft sei zu wichtig, sagte Töpfer sinngemäß, als dass man sie wegen kurzfristiger Zerwürfnisse riskieren dürfe. Deutschland brauche Russland und Russland brauche Deutschland, sagte Töpfer unter lautem Beifall der Gäste der 7. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz in Dresden auf Schloss Albrechtsberg.

Begrüßt wurde zur Abendveranstaltung zwar Dr. Edmund Stoiber (auf russisch: Др. Эдмунд Штойбер), der ehemalige Ministerpräsident des Freistaates Bayern - doch "gesichtet habe ich ihn nicht", so ein Teilnehmer gegenüber Netz-Trends.de.

Hochkarätig war auch Prof. Walerij Jasew (auf russisch: Проф. Валерий Язев), Mitglied der russischen Staatsduma und der Präsident des russischen Verbandes der Montanindustriellen. Er erklärte am Dienstagabend auf Russisch, wonach Russland die Freundschaft mit Deutschland wichtig sei und man klar unterscheiden müsse, zwischen politischen und wirtschaftlichen Interessen.

8. Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz 2015 in Murmansk?

Ebenfalls eine hohe russische Gesandte auf der Abendveranstaltung in Dresden war die Gouverneurin von Murmansk, Marina Kowtun (auf russisch: Марина Ковтун), welche seit 2012 in der russischen Politik tätigt ist. Das Amt der Gouverneurin hatte sie auf Vorschlag des russischen Präsident Dmitri Medwedew erhalten.

Offiziell lautet ihr Titel jedoch Verwaltungs-Vorsitzende des Gebietsparlaments von Murmansk. Vor ihrem politischen Mandat war die adrette Russin Managerin im russischen Konzern "Norilsk Nickel" und zwar von 2009 bis 2011 im Tochterunternehmen, dem russischen Bergbaukonzern "Kolskaja GMK". Ihre letzte Position dort war die der Vizedirektorin. Der Konzern "Norilski Nikel" gehört dem russischen Oligarchen Wladimir Potanin (auf russisch: Владимир Потанин).

Marina Kowtun bat die anwesenden Vertreter der 7. Deutsch-Russischen Rohstoff-Konferenz, doch darüber nachzudenken, ob die nächste anstehende Konferenz 2015 nicht direkt in Murmansk abgehalten werden könne. Murmansk verfüge als sibirisches russisches Bundesland über umfangreiche Bodenschätze, erklärte Kowtun, wobei man für den Abbau durchaus noch nach Investoren suche.

Für die erhoffte nächste Deutsch-Russische Rohstoff-Konferenz in Murmansk könne man, warb sie, mit umfangreichen Erfahrungen im Ausrichten internationaler Konferenzen aufwarten. Marina Kowtun ist eine Vertreterin der Partei des russischen Präsidenten Vladimir Putin (auf russisch: Владимир Путин), von "Einiges Russland".

Unter den Gästen an der Abendveranstaltung im Schloss Albrechtsberg waren aber nicht nur hochkarätige Referenten, sondern auch zahlreiche Vertreter der russisch-deutschen Energie-Wirtschaft.

Darunter war zum Beispiel ein Vertreter des "LLC Oil and Gas Research and Design Institute of The Ukhta State Technical U" oder die Deutsch und Russisch sprechende Generaldirektorin der "Jugraneftegasprojekt Gmbh" (ugrangp.ru), welche sich die "Projektierung von Objekten für Erdöl- und Gasindustrie, Chemie und Petrochemie" auf die Fahnen geschrieben hat.

Ebenfalls gesichtet: Dr. Vitaly M. Shmelkov, der "Erste Vorsitzende und Geschäftsführer" der "Deutsch-Russischen Wirtschaftsallianz" aus Berlin (deruwia.de) oder eine Projektleiterin für "Mineralische Rohstoffe für Entwicklung in Zentralasien" des "Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft" (ost-ausschuss.de; auf Englisch: Committee on Eastern European Economic Relations).

Präsenz auf der Abendveranstaltung zeigten auch Vertreter der "dialog e.V.", einer "Verneigung deutscher- und russischer Ökonomen" (dialog-ev.org) oder der Verbundnetz Gas AG (vng.de).

Für Irritation sorgten bei einigen die Namensschilder der anwesenden Gäste auf der Abendveranstaltung: Recht lieblos wurde der Nachname auf die Namensschilder geklatscht, ohne Vornamen oder akademische Titel. Ebenso fehlte beispielsweise eine Firmierung. Wer wer war, wusste man also nicht ohne weiteres.

Dazu passte auch, dass es zwar einen Limousinen- Shuttleservice gab - doch der stand nur besonderen Gästen zur Verfügung. Die Masse der Gäste musste selbst zusehen, wie sie wieder vom circa 7 Kilometer vom Dresdener Stadtzentrum entfernten Schloss Albrechtsberg abends wegkam: Entweder mit einem großen zur Verfügung gestellten Shuttle-Bus, welcher am Schloss-Eingang wartete oder mit einem auf eigene Kosten gerufenen Taxi.

Ein Teilnehmer berichtete gegenüber Netz-Trends: "Auch wenn ich von den hochkarätigen Referenten beeindruckt bin, so war ich doch etwas irritiert, dass ich mit einem Taxi zurückfahren musste oder einem Shuttelbus, da ich eigentlich gewohnt bin, dass ein Limousinen-Shuttelservice allen Gästen zur Verfügung steht und man sich auf solchen Veranstaltungen nicht vorkommen muss, als wäre man nur Zaungast zu einer Veranstaltung, für die man ja selber über 300 Euro bezahlt hat - immerhin fuhren am Schloss ja fast im Minutentakt Limousinen-Shuttle vor, die durfte man aber nicht nutzen."

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