Ölpreis fällt unter 70 Dollar je Barrel: Saudi-Arabien erklärt USA den Ölkrieg

Doch auch die OPEC, jenem Ölkartell, das seit Jahrzehnten die Ölpreise in die Höhen treibt, soll in die Schranken gewiesen werden. Nun erhöht Saudi-Arabien den Druck: So lässt das diktatorisch geführte Saudi-Arabien die Preise für Rohöl, welches das Land nach Asien und in die USA liefert, weiter nach unten fallen. Das löst derzeit am asiatischen Handel einen weiteren Preissturz aus.

Bild: Aramco
Khalid A. Al-Falih,der CEO der saudischen staatlichen Ölgesellschaft Aramco weiß um seine weltweite Bedeutung im Ölhandel.

Es ist längst ein Muskelspiel zwischen den USA und dem Rest der ölliefernden Länder der Welt: Die USA überfluten die Welt seit Monaten mit billigem Öl. Der Hauptgegner, dem man damit schaden möchte, ist Russland.

Nach Angaben des "US Benchmark West Texas Intermediate" (WTI) wird derzeit ein Preis für Brent-Rohöl für den Januar 2015 in Höhe von 66,37 US-Dollar bis 69,15 Dollar je Barrel genannt.

Daniel Ang, eine Investmentanalyst bei Phillip Futures in Singapur sagte angesichts des offensichtlichen Preiskrieges rund um den Handel mit Rohöl zwischen den USA und Saudi-Arabien: "Saudi-Arabien hat gerade den Preis des Öls für Asien und in die USA weiter gesenkt und das wird einen großen Einfluss auf den Markt Anfang der nächsten Woche haben".

Offiziell verkündete den weiteren Preisverfall des Rohöls die saudische staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco. Im Rahmen des Ölkartells OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist Saudi-Arabien mit Abstand das mächtigste, da ölreichste Land.

Doch trotz des fallenden Ölpreises sollte man den offensichtlichen Machtkampf der USA mit der OPEC derzeit nicht überschätzen. So liegt der heutige Ölpreis gerade einmal auf dem Niveau von kurz nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2009. Das bedeutet: Wir sprechen immer noch von einem hohen Ölpreis:

Derzeit gehen Investment-Analysten davon aus, dass der Ölpreis weiter sinken könnte und zwar auf 60 Dollar pro Barrel. Ab diesem Punkt könnte auch für die USA die Förderung und der Handel mit Öl unter den Break-Even-Point, also die Gewinnschwelle fallen. Für Russland wird behauptet, wonach die Gewinngrenze aber bereits ab einem Ölpreis von 100 US-Dollar je Barrel unterschritten werde. Das behauptet zumindest der Westen im Rahmen seines derzeitigen Wirtschaftssanktions-Krieges gegen Russland.

Die OPEC sagte ihrerseits auf dem vergangenen Treffen in Österreichs Hauptstadt Wien am 27. November, man könne und wolle sich nicht auf eine Stabilisierung des Ölpreises einigen. Das hatte den Ölpreis weltweit weiter auf Talfahrt gebracht.

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