Der deutsche Finanzdienstleister MLP gilt bei nicht wenigen Anlegern als umstritten. Grund: Es würden häufig zu viele Kosten in vermittelten Altersversicherungen abgezogen, so die Kritik. „Von 300 Euro die ich in die von MLP vermittelte Versicherung überwiesen habe, wurden nur 100 real für die Altersvorsorge angelegt“, beklagt sich gegenüber netz-trends.de ein ehemaliger MLP-Kunde. Auch in den USA kennt man das Problem, dass einige Versicherungen nicht gerade verbraucherfreundlich mit dem ihnen anvertrauten Geld der Kunden umgehen.

Deshalb hat die amerikanische Regierung im Rahmen der Gesundheitsreform in den USA jetzt den Krankenversicherungen („Health Insurance“) eine Kostenschranke auferlegt: So muss jede Krankenversicherung, also auch die Privaten Krankenversicherungen („Private Health Care“), mindestens 80 Prozent tatsächlich an die Versicherten als Krankenleistung ausschütten. Nur noch maximal 20 Prozent dürfen für Marketing, Administration, Versicherungs-Gehälter ausgegeben werden. Damit sollen endlich die Kosten für die Versicherten sinken („Health Insurance Cost“).

Dass die US-Regierung der Partei „Demokraten“ unter US-Präsident Barack Obama sich gezwungen gesehen hat, zu handeln, beruht auf dem Fakt, dass in den USA bislang alleine die Privaten Krankenversicherungen gigantische 600 Mio. US-Dollar oder 488 Mrd. Euro für „Administratives“ aus dem Fenster geworfen haben – also für Marketing, Gehälter, fette Gewinnausschüttungen an die Versicherungs-Gesellschafter.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Cambridge Medical Care Foundation. Weitere Ergebnisse der Studie: Die errechneten 600 Mio. US-Dollar entsprächen gigantischen 31 Prozent die die Versicherungen sich bislang auf Kosten der Krankenversicherten gegönnt haben.

+In den USA gibt es Forderungen die Privaten Krankenkassen wegen Abzocke abzuschaffen

Die Studienautoren gehen sogar soweit, dass sie angesichts dieser offensichtlichen Bereicherung – einige sprechen auch von Abzocke – einiger Versicherungen auf Kosten der Krankenversicherten fordern, die Privaten Krankenkassen in den USA jetzt abzuschaffen.

Bereits im Jahr 2007 hatte eine Untersuchung ergeben, dass die Privaten Krankenversicherungen in den USA sieben Mal so viel unter anderem für Marketing und Mitarbeiter-Gehälter sowie Gewinnausschüttungen ausgeben, wie es in anderen untersuchte Ländern der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) üblich sei.

Doch nicht nur das: Bereits 2007 hatte man den US-Krankenversicherungen vorgeworfen, deutlich schlechtere Leistungen gegenüber den Krankenversicherten zu erbringen, als in vielen anderen OECD-Ländern üblich.

Die massive Bereicherung einiger US-Krankenversicherungen zu Lasten der Versicherten hat bereits zu zahlreichen Rechtsprozessen geführt. So gibt es mittlerweile Rechtsanwälte in den USA die deshalb bereits Sammelklagen eingereicht haben.

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