Stand 22. Oktober 2026: 151,1 Terawattstunden im Speicher, Haushalte zahlten im ersten Halbjahr im Schnitt 11,58 Cent je Kilowattstunde
Das Wichtigste in Kürze
- Die deutschen Gasspeicher waren am 22. Oktober 2026 zu 61,1 Prozent (151,1 Terawattstunden) gefüllt, deutlich weniger als in Vergleichszeiträumen früherer Jahre.
- Die Bundesnetzagentur nennt die Versorgungssicherheit gewährleistet und die Gefahr einer angespannten Lage gering; ein niedriger Füllstand am Winterende gilt als wahrscheinlich.
- Haushalte zahlten im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 11,58 Cent je Kilowattstunde Gas, 4,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.
Die deutschen Gasspeicher waren am 22. Oktober 2026 zu 61,1 Prozent gefüllt, deutlich weniger als in früheren Jahren. Die Bundesnetzagentur bezeichnet die Versorgungssicherheit dennoch als gewährleistet.
Für Haushalte mit Gasheizung stellt sich vor dem Winter die Frage, ob Speicherstand und Preise Anlass zur Sorge geben. Die Antwort der Behörde fällt nüchtern aus: Die Lage wird fortlaufend beobachtet, ein vergleichsweise niedriger Füllstand am Winterende gilt aber als wahrscheinlich.
Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Bundesnetzagentur in ihrer Lagebewertung vom 22. Oktober 2026 schreibt, was Gas Haushalte laut Statistischem Bundesamt im Schnitt kostet und was sich daraus für den eigenen Vertrag ableiten lässt.
61,1 Prozent: Was die Bundesnetzagentur meldet
Nach der Lagebewertung der Bundesnetzagentur lag der Füllstand der deutschen Gasspeicher am 22. Oktober 2026 bei 61,1 Prozent, das entspricht 151,1 Terawattstunden. Die Behörde nennt den Stand deutlich niedriger als in den Vergleichszeiträumen früherer Jahre. Konkrete Vorjahreswerte enthält der Text nicht.
Die zuletzt teils niedrigen Einspeicherungen führt die Behörde auf die Absicherungsstrategien der Handelsunternehmen zurück und stuft sie als nicht kritisch ein. Das Erreichen der Füllstandsziele zum November sei nicht zwingend für die Versorgungssicherheit, heißt es in der Lagebewertung.
Warum die Behörde keinen Alarm sieht
Im Zeitraum vom 14. bis 20. Oktober 2026 kamen nach Angaben der Behörde 17,5 Terawattstunden per Pipeline und 1,6 Terawattstunden als Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland, zusammen 19,1 Terawattstunden. Die LNG-Terminals waren im Schnitt zu 37,2 Prozent ausgelastet. Die Importe beschreibt die Bundesnetzagentur als stabil.
„Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.“
Bundesnetzagentur, Lagebewertung Gasversorgung vom 22. Oktober 2026
Auch beim Notfallplan Gas hat sich der Rahmen geändert: Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat die Alarmstufe aufgehoben, die seit dem 23. Juni 2022 galt. Seit dem 1. Juli 2025 gilt die Frühwarnstufe. Die Entwicklungen im Nahen Osten beobachtet die Behörde, weil sich Preiseffekte auf den Weltmärkten auf die europäischen Großhandelspreise auswirken.
Wer die Speicher füllen muss
Die Wintervorsorge und die Speicherbefüllung sind nach der Lagebewertung grundsätzlich Aufgabe der Gashandelsunternehmen. In ihren Fragen und Antworten zur Gasversorgung schreibt die Bundesnetzagentur, die Befüllung sei grundsätzlich eine Aufgabe der Marktakteure, die auch für einen kalten Winter vorsorgen müssten. Rechtliche Folgen regeln die Paragrafen 35a ff. des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), sie betreffen vor allem den Entzug gebuchter Speicherkapazität. Die Behörde gibt an, keine Hinweise darauf zu haben, dass Marktakteure ihren Pflichten nicht nachkommen.
Die strategische Gasreserve soll nach den Angaben der Behörde nur im Fall einer Bundeslastverteilung eingesetzt werden.
Gaspreise: 11,58 Cent je Kilowattstunde
Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete am 30. September 2026 in seiner Pressemitteilung Nr. 345, dass private Haushalte in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 11,58 Cent je Kilowattstunde Gas zahlten. Das waren 5,3 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025 und 4,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 liegt der Preis allerdings um 80,7 Prozent höher.
| Jahresverbrauch eines Haushalts | Cent je kWh, 1. Hj. 2026 | Änderung zum 2. Hj. 2025 |
|---|---|---|
| Unter 20 Gigajoule (rund 5.600 kWh) | 15,17 | −6,1 % |
| Durchschnitt aller Haushalte | 11,58 | −5,3 % |
| Über 200 Gigajoule (rund 55.600 kWh) | 10,92 | −3,5 % |
In die Preise fließen laut Destatis der Grund- und der Arbeitspreis sowie alle weiteren Bestandteile wie Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen ein. Im kleinsten Verbrauchsband liegt der Durchschnittspreis mit 15,17 Cent je Kilowattstunde deutlich über dem im größten Band mit 10,92 Cent. Der Preis im eigenen Vertrag kann von diesen Durchschnitten abweichen.
Modellrechnung: Was ein Cent ausmacht
Modellrechnung: Jahreskosten bei 20.000 Kilowattstunden
- Verbrauch (Annahme der Redaktion): 20.000 kWh pro Jahr
- Durchschnittspreis 1. Halbjahr 2026: 11,58 Cent je kWh, das sind 2.316 Euro pro Jahr
- Preis einen Cent höher: 12,58 Cent je kWh, das sind 2.516 Euro pro Jahr
- Unterschied: 200 Euro pro Jahr
Rechenweg: 20.000 kWh × 0,1158 Euro = 2.316 Euro; 20.000 kWh × 0,1258 Euro = 2.516 Euro. Berechnung: NETZ-TRENDS; Beispielrechnung, kein Tarifangebot und keine Prognose.
Die Rechnung zeigt nur die Größenordnung: Schon ein Cent Unterschied je Kilowattstunde macht bei diesem Verbrauch 200 Euro im Jahr aus. Wie sich die Netzentgelte 2027 auf Strom und Gas auswirken, hat NETZ-TRENDS gesondert aufbereitet.
Was Haushalte jetzt prüfen können
Die Bundesnetzagentur hält einen sparsamen Umgang mit Gas angesichts des weiterhin erhöhten Preisniveaus für Haushalte für sinnvoll. Daraus lassen sich einige praktische Schritte ableiten.
Checkliste: Gasvertrag und Verbrauch
- Arbeitspreis, Grundpreis und Vertragslaufzeit im Vertrag oder in der letzten Abrechnung nachlesen.
- Prüfen, ob eine Preisgarantie besteht und wann sie endet.
- Jahresverbrauch aus der letzten Abrechnung mit dem monatlichen Abschlag vergleichen.
- Den Zählerstand notieren, damit sich die nächste Abrechnung nachprüfen lässt.
- Tarife vergleichen und dabei neben dem Arbeitspreis auch Grundpreis, Laufzeit und Boni betrachten.
Kommt eine Preiserhöhung ins Haus, kann ein Sonderkündigungsrecht bestehen; wie das bei Strom und Gas funktioniert, erklärt NETZ-TRENDS in einem eigenen Beitrag. Die Schritte ersetzen keine individuelle Beratung, etwa durch die Verbraucherzentrale.
Wie schätzen Sie die Lage vor dem Winter ein, und haben Sie Ihren Gastarif zuletzt geprüft? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Häufige Fragen
Wie voll waren die deutschen Gasspeicher am 22. Oktober 2026?
Nach der Lagebewertung der Bundesnetzagentur lag der Füllstand bei 61,1 Prozent, das entspricht 151,1 Terawattstunden. Die Behörde nennt den Stand deutlich niedriger als in früheren Vergleichszeiträumen.
Ist die Gasversorgung in Deutschland gefährdet?
Die Bundesnetzagentur beschreibt die Versorgung als stabil und die Versorgungssicherheit als gewährleistet. Die Gefahr einer angespannten Gasversorgung schätzt sie nach aktuellem Stand als gering ein und beobachtet die Lage fortlaufend.
Wer ist für das Befüllen der Speicher zuständig?
Nach den Angaben der Bundesnetzagentur grundsätzlich die Marktakteure, vor allem Gashandelsunternehmen und Lieferanten. Sie müssen auch für einen kalten Winter vorsorgen.
Was kostete Gas Haushalte im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt?
Laut Statistischem Bundesamt 11,58 Cent je Kilowattstunde, inklusive Grundpreis, Netzentgelten, Steuern und Abgaben. Das waren 4,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025.
Quellen
- Bundesnetzagentur: Aktuelle Lage der Gasversorgung in Deutschland, Lagebewertung vom 22. Oktober 2026
- Bundesnetzagentur: Fragen und Antworten zur Gasversorgung
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 345 vom 30. September 2026 zu Strom- und Gaspreisen für Haushalte
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.