Auch wenn das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter unlängst mitteilten, wonach der EC-Karten-Betrug, also primär der Kreditkartenbetrug, zumindest in Deutschland zurückgegangen sei, so ist im Ausland eine entgegengesetzte Tendenz festzustellen.
Das hat jetzt auch die HypoVereinsbank, eine Tochter der italienischen Großbank UniCredit, festgestellt. Deshalb griff die Bank nun zu einer drastischen Maßnahme: Sie teilte ihren Kunden per Brief vom 25. September mit, sie würde automatisch das Dispolimit ihrer Kunden auf gerade einmal 300 Euro bei Auslands-Besuchen kürzen – in der Woche.
Wörtlich heißt es: „ecKarten sind ein sicheres und weitverbreitetes Zahlungsmittel. Es kann jedoch im Einzelfall nicht ausgeschlossen werden, dass der Magnetstreifen der Karte z.B. an Geldautomaten oder im Handel dupliziert und im Ausland missbräuchlich eingesetzt wird.“ Aus diesem Grunde, erzählt die HypoVereinsbank fast beiläufig, ergreife man nun deutliche Maßnahmen: „Um die Gefahr unberechtigter Verfügungen außerhalb Deutschlands zu minimieren“ führe das Kreditinstitut zum 26. November 2012 „ein HVB ecKarten-Limit von 300 Euro pro Woche für den Einsatz im Ausland ein“.
Wer dieses Limit seinen individuellen Anforderungen anpassen wollte, schreibt die Bank weiter, für den würde man selbstverständlich eine maßgeschneiderte Lösung offerieren. Allerdings empfehle die HypoVereinsbank ihren Kunden sogar das Auslandslimit der EC-Karte auf Null zu setzen, für den Fall dass man sich nicht im Ausland befinde.
Die HypoVereinsbank gehört zur italienischen Großbank UniCredit Group. Sie beschäftigt 162.000 Mitarbeiter und verfügt über rund 10.000 Geschäftsstellen in 22 Ländern. Die HypoVereinsbank selbst beschäftigt rund 20.000 Mitarbeiter und bietet den Bankkunden rund 780 Geschäftsstellen.
+Kommentar: Mutiges Vorgehen der HypoVereinsbank
Es ist selten, dass Banken, zumal Großbanken wie die HypoVereinsbank, so offen über die weltweite drastische Zunahme an Kreditkartenbetrug oder EC Kartenbetrug ihren Kunden schreiben, wie nun geschehen.
Das Problem hat wahre finanzpolitische apokalyptische Ausmaße angenommen. In Spanien gibt es beispielsweise Online-Flugportale, die ihre Geschäfte wieder geschlossen haben, da der Kreditkartenbetrug sehr stark zugenommen hat. Das Nachsehen hat der Verbraucher, der weniger Transparenz im Internet vorfindet.
Doch obwohl die Betrügereien mit fremden Kreditkarten oder EC Karten zunehmen, redet fast kein Unternehmen, keine Bank, über das Problem des EC-Karten-Betrugs oder Kreditkartenbetrugs. Grund: Angst vor Betrugs-Nachahmern. Besonders die Banken halten hier seit Jahren den Deckel drauf. Doch zeigt der offene Brief der HypoVereinsbank: Endlich geht eine Bank in die Offensive und macht einen wichtigen Schritt zur Sensibilisierung ihrer eigenen Kunden. Damit schlägt der Vorstand der Bank unter Führung des Vorstandsprechers Dr. Theodor Weimer einen absolut richtigen Weg ein. Es bleibt zu hoffen, dass andere Banken diesem guten Beispiel im Sinne der Verbraucher und eigenen Kunden folgen.