Maxibrief soll 5 Euro kosten, die Bundesnetzagentur will im November endgültig über den Preisspielraum entscheiden
Das Wichtigste in Kürze
- Die Deutsche Post will zum 1. Januar 2027 Standardbrief und Postkarte von 0,95 auf 1,15 Euro anheben, den Maxibrief von 2,90 auf 5,00 Euro.
- Die Bundesnetzagentur in Bonn hat am 12. Oktober einen durchschnittlichen Spielraum von 20,35 Prozent für private Briefe vorgeschlagen; die endgültige Entscheidung über den Spielraum wird im November erwartet.
- Einschreiben-Entgelte und Postfachmieten bleiben gleich, doch der Briefpreis kommt beim Einschreiben weiter hinzu.
Die Deutsche Post will das Briefporto in Deutschland zum 1. Januar 2027 spürbar anheben: Der Standardbrief soll 1,15 statt 0,95 Euro kosten. Ob die Bundesnetzagentur den Preisrahmen bestätigt, entscheidet sich im November.
Das teilte der Konzern am 20. Oktober 2026 um 13 Uhr mit. Laut der Pressemitteilung der Deutschen Post vom 20. Oktober 2026 sollen die neuen Briefpreise zwei Jahre gelten; die Erhöhung stehe unter dem Vorbehalt der endgültigen Genehmigung durch die Bundesnetzagentur.
Betroffen sind nach der Preisliste der Deutschen Post fast alle Inlandsbriefe, bei Einschreiben und Postfach bleiben die Entgelte gleich. Wie viel ein Haushalt zusätzlich zahlt, hängt vor allem davon ab, wie oft er Standardbriefe und Postkarten verschickt.
Die neue Preisliste im Überblick
Die Deutsche Post nennt für den 1. Januar 2027 folgende Preise im Inland. Die Aufschläge in Cent und Prozent hat die Redaktion aus den Angaben des Unternehmens berechnet.
| Inlandsprodukt | Bisher | Ab 1. Januar 2027 | Aufschlag | Prozent |
|---|---|---|---|---|
| Standardbrief | 0,95 € | 1,15 € | +20 Cent | +21,1 % |
| Postkarte | 0,95 € | 1,15 € | +20 Cent | +21,1 % |
| Kompaktbrief | 1,10 € | 1,25 € | +15 Cent | +13,6 % |
| Großbrief | 1,80 € | 2,35 € | +55 Cent | +30,6 % |
| Maxibrief | 2,90 € | 5,00 € | +210 Cent | +72,4 % |
| Einschreiben (Entgelt, Briefpreis kommt hinzu) | 2,65 € | 2,65 € | ±0 Cent | 0 % |
Die Entgelte für Einschreiben bleiben unverändert. Allerdings kommt laut den Fußnoten der Preisliste der Briefpreis zusätzlich hinzu: Ein Einschreiben mit Standardbrief kostet damit rechnerisch 3,80 statt bisher 3,60 Euro. Auch die Jahresmiete für ein Postfach bleibt bei 29,90 Euro für Privatkundschaft und 49,90 Euro für Geschäftskundschaft.
Maxibrief und Großbrief steigen am stärksten
Beim Maxibrief verlangt die Post künftig 5,00 statt 2,90 Euro, das sind gut 72 Prozent mehr. Der Großbrief steigt um 55 Cent auf 2,35 Euro (rund 31 Prozent), der Kompaktbrief um 15 Cent auf 1,25 Euro (rund 14 Prozent).
Zugleich ändern sich nach Angaben der Post die Formate: Der Großbrief soll künftig bis 3 Zentimeter Höhe und 1 Kilogramm Gewicht umfassen, der Maxibrief bis 2 Kilogramm. Wer bisher Maxibriefe verschickt hat, sollte deshalb prüfen, ob die Sendung in das erweiterte Großbrief-Format passt.
Auch ins Ausland wird es teurer: Der internationale Standardbrief steigt von 1,25 auf 1,45 Euro, das internationale Einschreiben von 3,70 auf 3,95 Euro. Neu ist ein Midibrief bis 500 Gramm für 3,80 Euro, die internationalen Maxibriefe entfallen.
Was die Bundesnetzagentur noch entscheidet
Die Bundesnetzagentur in Bonn hat am 12. Oktober 2026 ihre beabsichtigte Entscheidung zur Preisregulierung veröffentlicht. Nach der Mitteilung der Bundesnetzagentur vom 12. Oktober 2026 dürfen die Preise für private Briefe im Durchschnitt um bis zu 20,35 Prozent steigen; bei der Entscheidung 2024 waren es 10,48 Prozent. Für private Pakete nennt die Behörde 10,72 Prozent, damals 7,21 Prozent.
Die Behörde legt eine Inflationsrate von 4,04 Prozent zugrunde und rechnet mit einem Produktivitätsrückgang von 16,31 Prozent bei Briefen. Nach eigenen Angaben erkannte sie nicht alle von der Post geltend gemachten Zusatzkosten an. Die neuen Preise sollen vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2028 gelten.
Wie die Post den Spielraum auf einzelne Produkte verteilt, entscheidet das Unternehmen selbst; die einzelnen Preise genehmigt die Behörde in einem späteren Verfahren, wenn sie innerhalb des Spielraums liegen. Da es sich um einen Durchschnittswert handelt, können einzelne Produkte darüber liegen: der Standardbrief mit gut 21 Prozent knapp, der Maxibrief mit 72 Prozent deutlich.
Stellungnahmen zur beabsichtigten Entscheidung sind laut der Verfahrensseite der Beschlusskammer 5 bis zum 30. Oktober 2026 möglich. Die endgültige Entscheidung über den Spielraum erwartet die Behörde im November 2026.
Begründung der Post und offene Fragen
Die Post führt sinkende Briefmengen bei steigenden Personal-, Energie- und Sachkosten an. Nach eigenen Angaben investiert der Konzern jährlich rund eine Milliarde Euro in das deutsche Post- und Paketnetz, ohne staatliche Unterstützung.
„Wenn immer weniger Briefe über diese Infrastruktur laufen, steigen die Kosten pro Brief zwangsläufig.“
Nikola Hagleitner, Vorständin Post & Paket Deutschland der Deutschen Post AG
Nach Angaben der Post bleibt der Standardbrief mit 1,15 Euro weiter unter dem europäischen Durchschnitt von 1,52 Euro. Die Mehrkosten für einen durchschnittlichen Privathaushalt beziffert das Unternehmen auf rund 75 Cent im Monat.
Beides sind Darstellungen des Unternehmens. Wie sich die 75 Cent zusammensetzen, haben wir in den ausgewerteten Unterlagen nicht gefunden. Eine Stellungnahme von Verbraucherorganisationen zur geplanten Erhöhung lag der Redaktion bis Redaktionsschluss nicht vor. Offen ist zudem, was private Paketpreise künftig kosten: Diese will die Post nach eigenen Angaben später bekanntgeben.
Modellrechnung: Was ein Haushalt mehr zahlt
Modellrechnung: 12 Standardbriefe im Jahr
- Heute: 12 × 0,95 Euro = 11,40 Euro
- Ab 2027 (geplant): 12 × 1,15 Euro = 13,80 Euro
- Mehrkosten: 2,40 Euro pro Jahr
Rechenweg: 12 Briefe × 20 Cent Aufschlag = 2,40 Euro. Beispielrechnung der Redaktion, keine Prognose; Preise nach Angaben der Deutschen Post, Stand 20. Oktober 2026.
Die Post nennt für einen durchschnittlichen Privathaushalt rund 75 Cent im Monat, also 9 Euro im Jahr. Bei 20 Cent Aufschlag je Standardbrief entspräche das rechnerisch etwa 45 Briefen im Jahr. Wer deutlich mehr oder weniger verschickt, liegt entsprechend darüber oder darunter.
Was sich jetzt prüfen lässt
Checkliste vor dem 1. Januar 2027
- Entscheidung abwarten: Die Bundesnetzagentur entscheidet im November endgültig über den Preisspielraum; einzelne Produktpreise genehmigt sie danach gesondert.
- Format prüfen: Passt eine bisherige Maxibrief-Sendung in den erweiterten Großbrief (bis 3 Zentimeter Höhe, 1 Kilogramm), kostet sie 2,35 statt 5,00 Euro.
- Einschreiben einplanen: Das Entgelt bleibt, der Briefpreis kommt wie bisher hinzu.
- Stellung nehmen: Bis 30. Oktober 2026 kann man sich am Verfahren der Bundesnetzagentur beteiligen, Anschrift und E-Mail stehen auf der Verfahrensseite.
Zu Übergangsregeln für bereits gekaufte Briefmarken enthalten die ausgewerteten Unterlagen von Post und Bundesnetzagentur keine Angaben. Hier lohnt vor dem Jahreswechsel ein Blick auf die Hinweise der Post.
Häufige Fragen
Wann soll das neue Porto gelten?
Nach den Plänen der Deutschen Post ab 1. Januar 2027; der Entwurf der Bundesnetzagentur sieht eine Geltung bis 31. Dezember 2028 vor. Die endgültige Genehmigung steht noch aus.
Was kostet der Standardbrief künftig?
Geplant sind 1,15 statt bisher 0,95 Euro, das sind 20 Cent oder gut 21 Prozent mehr. Die Postkarte soll ebenfalls 1,15 Euro kosten.
Wird das Einschreiben teurer?
Das Entgelt für das Einschreiben bleibt bei 2,65 Euro. Weil der Briefpreis hinzukommt, kostet ein Einschreiben mit Standardbrief rechnerisch 3,80 statt 3,60 Euro.
Wann entscheidet die Bundesnetzagentur?
Stellungnahmen sind bis 30. Oktober 2026 möglich, die endgültige Entscheidung über den Preisspielraum wird im November 2026 erwartet. Einzelne Produktpreise genehmigt die Behörde danach gesondert.
Wie oft verschicken Sie noch Briefe, und ändert das neue Porto etwas daran? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen
- Deutsche Post AG / DHL Group: Pressemitteilung der Deutschen Post vom 20. Oktober 2026, 13:00 Uhr (Pressemitteilung des Unternehmens)
- Deutsche Post AG: Preisliste der Deutschen Post ab 1. Januar 2027 (PDF)
- Bundesnetzagentur: Mitteilung der Bundesnetzagentur vom 12. Oktober 2026 zum geplanten Spielraum für Porti
- Bundesnetzagentur: Verfahrensseite der Beschlusskammer 5 (Entwurf der Entscheidung, Stellungnahmen bis 30. Oktober 2026)
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