Wer mit Sparkassen-Card oder Kreditkarte im Netz zahlt, muss die Karte dafür in der S-pushTAN-App registrieren
Das Wichtigste in Kürze
- Die Sparkassen Mittelsachsen, Förde und Hannover nennen den 31. Januar 2027 als Ende der S-ID-Check-App; die Berliner Sparkasse schreibt von „Ende 2026“.
- Ohne Umstellung ist danach nach Angaben der Sparkasse Mittelsachsen keine Freigabe von Online-Kartenzahlungen mehr möglich.
- Die Registrierung startet über die Seite der eigenen Sparkasse; nach dem Freischalten kommt ein Brief mit QR-Code.
In Deutschland stellen mehrere Sparkassen die S-ID-Check-App zum 31. Januar 2027 ein. Die Freigabe von Online-Kartenzahlungen wandert nach Angaben der Sparkasse Mittelsachsen vollständig in die S-pushTAN-App.
Betroffen sind Sparkassen-Card, Sparkassen-Kreditkarte und weitere Karten, die für 3-D Secure freigeschaltet sind. Das ist ein internationaler Sicherheitsstandard: Wer online zahlt, bestätigt den Kauf in einer App, sonst wird er nicht ausgeführt. Nicht jede Online-Zahlung verlangt diese Bestätigung, wie die Sparkassen auf ihrer Informationsseite zu 3-D Secure erklären.
Der Stichtag: 31. Januar 2027, teils früher
Die Sparkasse Mittelsachsen nennt den Termin in einem Blogbeitrag vom 31. Juli 2026. Die Förde Sparkasse führt denselben Tag in ihrem Beitrag vom 21. Juli 2026 auf. Auch die Sparkasse Hannover schreibt in ihrem Umstellungsassistenten für die pushTAN-App: „S-ID Check App wird zum 31.01.2027 eingestellt“.
Die Berliner Sparkasse formuliert auf ihrer Seite zu 3-D Secure anders: Dort heißt es, Ende 2026 werde der Support der S-ID-Check-App eingestellt. Ob damit ein früheres Abschaltdatum gemeint ist oder nur das Ende des Supports, geht aus der Seite nicht hervor.
„Die S-ID-Check-App wird zum 31. Januar 2027 eingestellt.“
Sparkasse Mittelsachsen, Blogbeitrag vom 31. Juli 2026
Bis dahin funktionieren die in der App hinterlegten Karten nach Angaben der Sparkasse Mittelsachsen weiter. Der Blog rät, nicht bis zum letzten Moment zu warten. Danach sei ohne Umstellung keine Freigabe von Online-Kartenzahlungen mehr möglich.
Modellrechnung: Wie viel Zeit bleibt?
- Bis Ende 2026 (Berliner Sparkasse): 69 Tage ab dem 23. Oktober 2026.
- Bis 31. Januar 2027 (Mittelsachsen, Förde, Hannover): 100 Tage ab dem 23. Oktober 2026.
- Postweg: Der Registrierungsbrief kommt nach Angaben der Berliner Sparkasse bei chipTAN-Nutzung „in wenigen Tagen“.
Rechenweg: Kalendertage vom 23. Oktober 2026 bis zum jeweiligen Datum; Stand der Rechnung: 23. Oktober 2026.
Für die Umstellung bleibt damit rechnerisch Zeit, der Postweg und mögliche Rückfragen in der Filiale sprechen aber gegen ein Warten bis in die letzten Tage. Wer die eigene Sparkasse nicht kennt oder mehrere Karten hat, sollte den Termin dort nachlesen.
Diese Karten sind betroffen
Die Informationsseite der Sparkassen nennt für die Registrierung diese Karten:
- Sparkassen-Card mit Co-Badge Debit Mastercard oder Visa Debit
- Sparkassen-Kreditkarte
- Sparkassen-Karte Basis
- Sparkassen-Card Plus und Sparkassen-Card Plus Gewerblich mit Co-Badge Debit Mastercard oder Visa Debit
Die Förde Sparkasse zählt zusätzlich die Sparkassen-Business-Card auf. Eine girocard ohne Co-Badge taucht in den Listen der ausgewerteten Seiten nicht auf. Wer unsicher ist, ob die eigene Karte betroffen ist, kann im Online-Banking über „Card Control“ prüfen, ob sie bereits freigeschaltet ist. Das gilt laut Sparkassen nur bei teilnehmenden Instituten.
So läuft die Umstellung in vier Schritten
- Status prüfen: Im Online-Banking zeigt „Card Control“ an, ob die Karte schon für 3-D Secure freigeschaltet ist.
- Freischalten: Über „Jetzt 3-D Secure freischalten“ auf der Informationsseite geht es zur eigenen Sparkasse; alternativ hilft ein Beratungstermin.
- App laden: Die S-pushTAN-App gibt es kostenlos im App Store und bei Google Play.
- Brief scannen: Nach erfolgreicher Registrierung kommt ein Brief mit QR-Code, den die App scannt.
Wer bereits S-pushTAN nutzt, bestätigt Online-Käufe laut Berliner Sparkasse nach der Freischaltung direkt in der App. Die Sparkasse Mittelsachsen schreibt, Nutzende der App erhielten eine Push-Nachricht und könnten die Umstellung daraus starten. Bei der Sparkasse Hannover erscheint der Assistent 15 Minuten nach der Freigabe eines Online-Auftrags oder beim Öffnen der App. Wer chipTAN für das Online-Banking verwendet, behält dieses Verfahren dafür, so die Berliner Sparkasse.
Jede Kreditkarte muss nach der Sparkassen-Seite einzeln von der Person registriert werden, die sie nutzt. Wer mehrere Karten hat, durchläuft die Registrierung also mehrfach.
Vollmacht, Minderjährige, Zweitkarten
Bevollmächtigte können nach Angaben der Förde Sparkasse wegen rechtlicher Vorgaben keine Registrierung durchführen. Die Zustimmung muss die Person geben, auf die das Konto läuft; danach kann die bevollmächtigte Person S-pushTAN nutzen. Bei Minderjährigen ist laut Sparkassen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten nötig, bei bestehenden Karten persönlich in der Sparkasse. Bei Partnerkarten müssen beide Karteninhabenden zustimmen, bei Gemeinschaftskonten sind in der Regel alle Beteiligten gefragt.
Was offen bleibt
Einen einheitlichen Termin nennen die ausgewerteten Sparkassen nicht: Drei sprechen vom 31. Januar 2027, die Berliner Sparkasse von „Ende 2026“. Wer bei einer anderen Sparkasse Kundschaft ist, findet den Stichtag dort.
Ebenfalls unbeantwortet: Auf den ausgewerteten Seiten steht nicht, wie Kundschaft ohne Smartphone oder Tablet Online-Kartenzahlungen künftig freigeben kann. Die Berliner Sparkasse nennt als Freigabeweg nur die S-pushTAN-App. Das heißt nicht, dass es keine Lösung gibt, es ist eine Frage an die eigene Sparkasse.
Umstellung nur über die eigene Sparkasse
In den ausgewerteten Beschreibungen der Sparkassen kommen eine Push-Nachricht in der App, eine Seite der eigenen Sparkasse und ein Brief per Post vor, aber keine Aufforderung per Link in einer SMS oder E-Mail. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät im Phishing-Radar (Stand 22. Oktober 2026) allgemein, Hinweise der Bank nur über die offizielle Banking-App oder die bekannte Internetseite der Bank zu prüfen und Links in verdächtigen Mails nicht anzuklicken. Eine Warnung mit ausdrücklichem Bezug zu S-ID-Check zeigte die Seite an diesem Tag nicht.
Der Brief mit dem QR-Code folgt nach den Sparkassen-Angaben auf eine Registrierung, die Kundschaft selbst gestartet hat. Wer unerwartet Bankpost mit QR-Code erhält, findet hier einen NETZ-TRENDS-Bericht über gefälschte Bankbriefe.
Checkliste vor dem Stichtag
- Stichtag der eigenen Sparkasse nachlesen (31. Januar 2027 oder früher).
- Alle Karten notieren, die online genutzt werden, auch Kreditkarten und Zweitkarten.
- S-pushTAN-App installieren und die Freischaltung über die eigene Sparkasse starten.
- Zeit für den Registrierungsbrief einplanen.
- Bei Vollmacht, Minderjährigen oder Partnerkarten die nötigen Zustimmungen klären.
Wer diese Punkte früh erledigt, hat Zeit für Rückfragen bei der Sparkasse, bevor die Freigabe in der alten App entfällt. Eine Frist, bis zu der die Registrierung spätestens abgeschlossen sein muss, nennen die ausgewerteten Seiten nicht, außer dem Abschalttermin der App.
Häufige Fragen
Wann endet die S-ID-Check-App?
Die Sparkassen Mittelsachsen, Förde und Hannover nennen den 31. Januar 2027. Die Berliner Sparkasse schreibt von Ende 2026. Maßgeblich ist die Angabe der eigenen Sparkasse.
Muss ich S-pushTAN auch für das Online-Banking nutzen?
Nein. Nach der Informationsseite der Sparkassen lässt sich im Online-Banking das bevorzugte Verfahren behalten. Die Berliner Sparkasse nennt für chipTAN-Nutzende ausdrücklich, dass dieses Verfahren bestehen bleibt.
Kann eine bevollmächtigte Person die Karte registrieren?
Nein. Nach Angaben der Förde Sparkasse muss die Person zustimmen, auf die das Konto läuft. Danach kann die bevollmächtigte Person S-pushTAN nutzen.
Was passiert ohne Umstellung?
Nach Angaben der Sparkasse Mittelsachsen ist nach der Abschaltung keine Freigabe von Online-Kartenzahlungen mehr möglich.
Haben Sie die Umstellung schon hinter sich oder hakt es bei der Registrierung? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen gerne in die Kommentare, bitte ohne Karten- oder Zugangsdaten.
Quellen
- Sparkasse Mittelsachsen: Die S-ID-Check-App wird durch pushTAN abgelöst, Blogbeitrag vom 31. Juli 2026, aktualisiert am 7. August 2026.
- Förde Sparkasse: Blogbeitrag zu 3-D Secure, veröffentlicht am 21. Juli 2026, geändert am 2. September 2026.
- Sparkassen: Informationsseite zu 3-D Secure, ohne sichtbares Datum, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Sparkasse Hannover: Umstellungsassistent pushTAN-App, ohne Datum, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Berliner Sparkasse: Ende von S-ID-Check und Umstellung auf S-pushTAN, ohne Datum, abgerufen am 23. Oktober 2026.
- Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Phishing-Radar: Aktuelle Warnungen, Stand 22. Oktober 2026.
Recherche- und Quellenstand: 23. Oktober 2026.
Transparenz: KI-Unterstützung
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.