Die Speicherchip-Sparte verdient rund 71 Milliarden Euro, die Handysparte mit Galaxy S26 schreibt trotz mehr Umsatz rote Zahlen
Das Wichtigste in Kürze
- Samsung Electronics meldete am 29. Oktober 2026 für das dritte Quartal 2026 einen konzernweiten operativen Gewinn von 107,4 Billionen südkoreanischen Won (rund 71,7 Milliarden Euro) – nach eigenen Angaben der erste Technologiekonzern mit mehr als 100 Billionen Won operativem Gewinn in einem Quartal.
- Fast der gesamte Gewinn stammt aus der Halbleitersparte Device Solutions: Sie erzielte 106,5 Billionen Won (rund 71,1 Milliarden Euro) operativen Gewinn, vor allem durch Rekordpreise für Speicherchips wie DRAM, NAND und HBM.
- Die Mobilfunksparte MX, die unter anderem das Galaxy S26 und das Z Fold8 Ultra verkauft, schrieb trotz 8 Prozent mehr Umsatz einen operativen Verlust von 0,6 Billionen Won (rund 401 Millionen Euro) – und mehrere deutsche Fachmedien beobachteten Anfang Oktober, dass Samsung die Preise des Galaxy S26 in Deutschland um bis zu 230 Euro anhob.
Samsung Electronics hat im dritten Quartal 2026 den höchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte erzielt. Die eigene Handysparte rutschte trotz mehr Umsatz in die Verlustzone.
Getragen wird der Rekordgewinn allein von der Speicherchip-Sparte. Die Mobilfunksparte mit dem Galaxy S26 profitiert von diesem Boom nicht, sondern leidet darunter.
Der südkoreanische Technologiekonzern veröffentlichte die Zahlen für das am 30. September 2026 beendete Quartal am Donnerstag in einer Pressemitteilung auf Samsung Newsroom. Der konsolidierte Umsatz stieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 195,3 Billionen Won (rund 130,4 Milliarden Euro) – ebenfalls ein Rekordwert.
Die Zahlen des Quartals im Überblick
Der operative Konzerngewinn von 107,4 Billionen Won übertrifft nach Angaben von Samsung erstmals für ein Technologieunternehmen die Marke von 100 Billionen Won in einem einzelnen Quartal. Fast die gesamte Ertragskraft kommt dabei aus einer einzigen Sparte.
| Sparte | Umsatz Q3 2026 | Operatives Ergebnis | Veränderung zum Vorquartal |
|---|---|---|---|
| Konzern gesamt | 195,3 Bio. Won | 107,4 Bio. Won | Umsatz +14 % |
| Device Solutions (Chips) | 147,1 Bio. Won | 106,5 Bio. Won | Umsatz +15 % |
| MX & Networks (Handys) | 37,7 Bio. Won | −0,6 Bio. Won | Umsatz +8 % |
| VD & DA (TV, Haushaltsgeräte) | 13,9 Bio. Won | −0,2 Bio. Won | k. A. |
| Samsung Display | 8,0 Bio. Won | 1,1 Bio. Won | k. A. |
Quelle: Samsung Electronics, Pressemitteilung zum dritten Quartal 2026, veröffentlicht am 29. Oktober 2026. Eurobeträge im Fließtext zum Kurs vom 30. Oktober 2026 (1 Euro ≈ 1.497,8 Won) umgerechnet.
Die Sparte Device Solutions, die neben Speicherchips auch Prozessoren und Bildsensoren umfasst, steigerte ihren Umsatz um 15 Prozent auf 147,1 Billionen Won (rund 98,2 Milliarden Euro). Samsung selbst spricht von einem Rekordquartal bei Umsatz und operativem Gewinn im Speichergeschäft.
Warum Speicherchips gerade so gefragt sind
Laut Samsungs eigener Mitteilung trieb vor allem die Nachfrage aus Rechenzentren die Preise: „Strong demand momentum for servers led to higher market prices across all applications“, heißt es dort – auf Deutsch sinngemäß: Die starke Nachfrage nach Serverspeicher trieb die Marktpreise in praktisch allen Anwendungen nach oben. Samsung nennt insbesondere den Hochleistungsspeicher HBM4 (High Bandwidth Memory), dessen Absatz im Quartal deutlich zunahm, sowie eine starke Nachfrage nach Server-SSDs.
Was HBM, DRAM und NAND unterscheidet
DRAM ist der klassische Arbeitsspeicher in PCs, Servern und Smartphones. NAND-Chips speichern Daten dauerhaft, etwa in SSDs. HBM (High Bandwidth Memory) ist eine besonders schnelle, gestapelte DRAM-Bauform, die vor allem in KI-Beschleunigern von Nvidia und anderen Herstellern verbaut wird. Weil Rechenzentren für KI-Training derzeit in großem Umfang HBM nachfragen, binden Speicherhersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron Fertigungskapazität, die dadurch bei klassischem DRAM und NAND fehlt – mit Folgen für die Preise von Arbeitsspeicher und SSDs für Privatkäufer.
Für das vierte Quartal 2026 erwartet Samsung nach eigenen Angaben eine fortgesetzte Investitionswelle in KI-Infrastruktur sowie Wachstumsimpulse durch neue Prozessor- und Grafikchip-Plattformen sowie die Nachfrage nach QLC-SSDs.
Die Handysparte: mehr Umsatz, trotzdem Verlust
Während die Chipsparte Rekordgewinne einfährt, zeigt sich auf der anderen Seite des Konzerns ein gegenteiliges Bild. Die Sparte MX & Networks, zu der das Smartphone- und Tablet-Geschäft sowie die Netzwerksparte gehören, steigerte ihren Umsatz zwar um 8 Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 37,7 Billionen Won (rund 25,2 Milliarden Euro) – unter anderem dank der Faltmodelle Z Fold8 Ultra und Z Fold8. Das operative Ergebnis fiel dennoch negativ aus: ein Verlust von 0,6 Billionen Won (rund 401 Millionen Euro).
Samsung begründet das in der Mitteilung mit Kostendruck, ohne die Ursachen im Detail zu beziffern. In Zusammenhang mit der gleichzeitigen Rekordentwicklung der Speichersparte liegt ein Zusammenhang nahe, den Samsung selbst so nicht ausspricht: Die Bauteile, die im eigenen Chipgeschäft Rekordgewinne bringen, sind dieselben, die in jedem Smartphone verbaut werden – auch in den eigenen Galaxy-Modellen. Steigende Einkaufspreise für Speicherchips verteuern damit die Fertigung der eigenen Geräte.
Was das für Käufer in Deutschland bedeutet
Für deutsche Käuferinnen und Käufer zeigt sich dieser Zusammenhang bereits an der Kasse. Mehrere deutsche Technikmedien beobachteten Anfang Oktober 2026 im deutschen Samsung-Onlineshop höhere Preise für die gesamte Galaxy-S26-Serie. Laut einer Preisübersicht der Fachzeitschrift PC Games Hardware, die die Preise direkt im Samsung-Shop verglich, stiegen die unverbindlichen Verkaufspreise um 100 bis 230 Euro.
| Modell (Speicher) | Preis vorher | Preis seit Oktober | Differenz |
|---|---|---|---|
| Galaxy S26 (256 GB) | 1.000 € | 1.100 € | +100 € |
| Galaxy S26 (512 GB) | 1.200 € | 1.300 € | +100 € |
| Galaxy S26 Plus (256 GB) | 1.250 € | 1.350 € | +100 € |
| Galaxy S26 Plus (512 GB) | 1.450 € | 1.550 € | +100 € |
| Galaxy S26 Ultra (256 GB) | 1.450 € | 1.550 € | +100 € |
| Galaxy S26 Ultra (512 GB) | 1.650 € | 1.750 € | +100 € |
| Galaxy S26 Ultra (1 TB) | 1.920 € | 2.150 € | +230 € |
Quelle: PC Games Hardware, Preisbeobachtung im Samsung-Onlineshop Deutschland, Stand 2. Oktober 2026. Unverbindliche Verkaufspreise (UVP), Straßenpreise im Handel liegen je nach Modell und Händler teils deutlich niedriger.
Eine offizielle Begründung für die Preiserhöhung in Deutschland hat Samsung nach Kenntnis der Redaktion bislang nicht veröffentlicht. Auch eine zeitgleiche Preisanhebung beim Galaxy S26 Ultra in Südkorea kommentierte der Konzern laut einem Bericht von Netzwelt nicht offiziell; das Portal führte sie auf gestiegene Speicherkosten durch KI- und Servernachfrage zurück – eine Einschätzung, die zur nun veröffentlichten Rekordentwicklung der Speichersparte passt.
Praktische Checkliste: Jetzt kaufen oder warten?
- Straßenpreise im Handel liegen laut Preisvergleichsportalen teils mehrere Hundert Euro unter der UVP von Samsung – ein Preisvergleich vor dem Kauf lohnt sich weiterhin.
- Wer kurzfristig ein neues Smartphone braucht, sollte nicht automatisch auf fallende Preise beim aktuellen Modell hoffen – Samsung selbst rechnet für das laufende Quartal mit anhaltend hoher Nachfrage nach Speicherchips, was den Druck auf die Bauteilkosten eher hochhält als senkt.
- Bei PC- und Notebook-Käufen gilt dieselbe Logik: Wer ohnehin aufrüsten will, sollte RAM und SSD-Speicher nicht auf unbestimmte Zeit verschieben, da die Marktlage laut Samsungs Ausblick für das vierte Quartal angespannt bleibt.
- Vor dem Kauf lohnt sich ein Blick auf die tatsächlich benötigte Speichergröße – die kleinste Variante ist angesichts der Preisaufschläge bei höheren Speicherstufen oft das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ausblick auf das vierte Quartal
Für das Weihnachtsquartal erwartet die Mobilfunksparte MX nach eigenen Angaben saisonal bedingtes Wachstum, angeführt von der Galaxy-S26-Serie, dem Z Fold8 Ultra, dem Z Fold8 sowie weiteren Geräten im Samsung-Ökosystem. Für das Jahr 2027 kündigt Samsung an, das Produktportfolio der Mobilfunksparte weiterzuentwickeln und auf Hardware- sowie Formfaktor-Innovationen zu setzen, um weitere Gewinnrückgänge zu begrenzen.
Der Konzern bestätigte zudem eine Dividende von 4.601 Won je Stamm- und Vorzugsaktie für das dritte Quartal, insgesamt rund 30 Billionen Won (rund 20 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr 2026 plant Samsung Aktionärsrückgaben von 90 bis 110 Billionen Won (rund 60 bis 73 Milliarden Euro), wovon nach eigenen Angaben bislang 35 Billionen Won umgesetzt oder beschlossen sind. Die Investitionsausgaben lagen im dritten Quartal bei 29 Billionen Won, für das Gesamtjahr 2026 rechnet Samsung mit rund 84,4 Billionen Won (rund 56,4 Milliarden Euro) Investitionen, vor allem in den Ausbau der Speicherchip-Fertigung.
Häufige Fragen
Warum macht Samsung trotz Rekordgewinn Verlust mit Handys?
Der Rekordgewinn stammt fast vollständig aus der Chipsparte Device Solutions, die von hohen Speicherpreisen profitiert. Die Mobilfunksparte MX muss dieselben teuren Speicherchips einkaufen, um Galaxy-Smartphones zu bauen, und schrieb im dritten Quartal 2026 laut Samsungs eigenen Angaben trotz steigender Umsätze einen operativen Verlust von 0,6 Billionen Won.
Werden Smartphones jetzt allgemein teurer?
Samsung hat die Preise der Galaxy-S26-Serie in Deutschland laut Beobachtungen deutscher Fachmedien bereits Anfang Oktober 2026 um 100 bis 230 Euro angehoben. Ob und wann andere Hersteller folgen, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten – die hohen Speicherchip-Preise betreffen aber grundsätzlich alle Hersteller, die DRAM und NAND zukaufen müssen.
Was ist HBM, und warum treibt es die Preise?
HBM (High Bandwidth Memory) ist eine besonders schnelle Bauform von Arbeitsspeicher, die vor allem in KI-Beschleunigern für Rechenzentren verbaut wird. Weil Hersteller wie Samsung einen wachsenden Teil ihrer Fertigungskapazität auf HBM und andere KI-Speicherprodukte umlenken, sinkt laut Samsungs eigener Darstellung das Angebot bei klassischem DRAM und NAND – mit steigenden Preisen für Smartphones, PCs und SSDs als Folge.
Wie hoch war Samsungs Gewinn in Euro umgerechnet?
Der operative Konzerngewinn von 107,4 Billionen Won entsprach zum Wechselkurs vom 30. Oktober 2026 (rund 1.497,8 Won je Euro) etwa 71,7 Milliarden Euro. Die Umrechnung dient nur der Einordnung; Samsung selbst weist die Zahlen ausschließlich in Won aus.
Würden Sie wegen der steigenden Preise für Arbeitsspeicher und Smartphones einen Kauf vorziehen oder eher abwarten? Schreiben Sie uns Ihre Meinung gerne in die Kommentare.
Quellen und Stand
- Samsung Electronics: Pressemitteilung zum dritten Quartal 2026, 29. Oktober 2026
- Samsung Newsroom Deutschland: Samsung Electronics gibt Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 bekannt, 29. Oktober 2026
- PC Games Hardware: Preisbeobachtung zur Galaxy-S26-Preiserhöhung in Deutschland, 2. Oktober 2026
- Netzwelt: Bericht zur Preiserhöhung des Galaxy S26 Ultra in Südkorea, 1. Oktober 2026
Recherche- und Datenstand: 30. Oktober 2026, 5 Uhr. Eurobeträge zum Wechselkurs vom 30. Oktober 2026 umgerechnet (1 Euro ≈ 1.497,8 Won).
Transparenzhinweis: Bei Recherche, Strukturierung und Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die verwendeten Quellen sind im Artikel aufgeführt. Die Veröffentlichung erfolgt erst nach manueller redaktioneller Freigabe.