Vor mehr als einem Jahr verlor T-Mobile den Exklusiv-Vertrieb des begehrten iPhone Smartphone an den Konkurrenten AT&T. Doch geschlagen gibt sich T-Mobile USA deshalb nicht. Neuerdings versucht die US-Tochter der Deutschen Telekom AG iPhone-Kunden anderer Telekommunikationsanbieter zu einem Wechsel zu bewegen. Angeblich seien die Tarife bei T-Mobile günstiger. netz-trends.de schaute sich auf den Homepages von AT&T und T-Mobile die Tarife näher an und überprüfte ob sich ein Wechsel tatsächlich finanziell lohnen könnte. Die Ergebnisse präsentieren wir hier.

Derzeit wirbt T-Mobile in den USA um Kunden anderer Telekommunikationsanbieter mit den Worten „Save $40/month over AT&T,Verizon and Sprint with a SIM-Only Value Plan“. Und weiter: „Have a smartphone you want to keep, like an iPhone? Switch to T-Mobile and you could save big each month! We’ll send you a FREE T-Mobile SIM card…“.

Heißt: Wer wechselt, könne 40 Dollar im Monat sparen. Obendrein gäbe es eine kostenlose T-Mobile SIM-Karte. Doch einfach ist ein Wechsel so oder so nicht. Er ist in den USA auch an viele Voraussetzungen gebunden. Die Hotline von T-Mobile USA erklärte netz-trends.de am Telefon was dazu gehöre: Eine Überprüfung ob die bisherige US-Nummer beispielsweise von AT&T überhaupt auf T-Mobile übertragbar ist. Obendrein müsse man standardmäßig seine Social Security Number angeben und belegen, dass man kreditwürdig ist.

Die derzeit auf der Webseite von T-Mobile angebotenen Standard-Tarife für 4G-Smartphones sind tendenziell vom Preis-Leistungs-Verhältnis günstiger als in Deutschland. Beispielsweise können T-Mobile-Kunden in den USA, die sich für das Smartphone „HTC® Radar™ 4G“ entscheiden oder für das „Samsung Galaxy S™ II – Titanium“, zwischen drei Haupttarif-Paketen wählen. Das Samsung-Handy würde offiziell 382 Euro kosten, das HTC schlüge mit 305 Euro zu Buche. Doch wer bei T-Mobile USA einen Vertrag abschließt, bekommt die beiden Handys gratis.

Eines der teuersten Pakete bei T-Mobile USA ist das „Classic Unlimited – Premium with Smartphone Mobile HotSpot Service“ für monatlich 72,54 Euro (95 Dollar). Das Paket enthält unlimitierte Telefonminuten in den ganzen USA – also von der Ost- zur Westküste -, unlimitierte SMS-Nachrichten und eine hohe 5 GB High Speed Internet-Geschwindigkeit.

In den USA werden höhere Datenmengen standardmäßig angeboten – bis 10 GB

Während in vielen Handy-Verträgen in Deutschland eine MB-Schranke (beispielsweise 300 MB pro Monat) vorhanden ist, bieten die Telekommunikations-Konzerne in den USA mittlerweile fast unlimitierte Datenmengen zum Download an. Das gilt auch für das T-Mobile-Paket „Classic Unlimited – Premium“. Die Werbung verspricht unlimitiertes „video and streaming entertainment“, wobei „sharing video and streaming entertainment“ bis 5 GB in „high-speed“ angeboten werde – solange man innerhalb des „T-Mobile networks“ bleibe. Zusätzlich gibt es 10 weitere GB für „photo and video storage“ (Foto und Video Speicher).

Das zweite von T-Mobile in den USA angebotene Paket ist das „Classic Unlimited – Unlimited Nationwide 4G“. Es kostet monatlich 68,73 Euro (90 Dollar). Es enthält: Unlimitierte Gesprächsminuten, unlimitierte SMS-Nachrichten und ebenfalls fast unlimitiert ein Internet-Datenvolumen auf 4G-Niveau (bis 10 GB). Im Werbetext heißt es: „Unlimited 4G data on T-Mobile network for accessing the web, streaming music and HD video, and downloading cool apps—as much as you want. No limits and no overages.“

Im dritten Paket „Classic Unlimited—Talk + Text“ bietet T-Mobile USA den Amerikanern für 45,82 Euro (60 Dollar) ebenfalls unlimitiert Handygespräche in allen US-Staaten und unlimitierte SMS-Nachrichten. Allerdings: In diesem Tarif sind die Kosten fürs Internet-Browsen etc. noch nicht enthalten. Alle drei Pakete gelten für USA-weite Telefonate – allerdings nur innerhalb des T-Mobile-Netzes.

+Komplexe Telekommunikations-Tarife in den USA mit viel Leistung

Hingegen müssen Kunden des mächtigen Marktführers AT&T in den USA, die unbedingt dort bleiben möchten, beziehungsweise ihr iPhone dort erwerben, tiefer in die Tasche greifen. Das fängt schon mit dem iPhone an. Während vergleichbare Produkte bei T-Mobile unentgeltlich angeboten werden, verlangt AT&T gleich für das Handy „Apple iPhone 5 – 16GB“ insgesamt 153 Euro oder 200 Dollar.

Immerhin ist der Versandt kostenlos („FREE SHIPPING“). Allerdings müssen sich Kunden dann gleich für einen Zwei-Jahresvertrag entscheiden. Tendenziell sind die sonstigen Fixkosten monatlich zumindest für die iPhone5-Nutzung etwas teurer.

So müssen iPhone5-Telefonierer bei AT&T beispielsweise für den Tarif „Mobile Share 6GB with Unlimited Talk & Text“ 68,73 Euro (90 Dollar) bezahlen. Enthalten wäre ein Datenvolumen von 6GB. Bei T-Mobile würde man für so ein Datenvolumen in den USA etwas weniger bezahlen. Jedoch scheinen die Vorteile nicht so groß, als dass ein Wechsel wirklich empfehlenswert wäre.

Auch für Viel-Surfer macht ein Wechsel von AT&T zu T-Mobile nicht unbedingt Sinn – zumindest insofern die auf der T-Mobile-Homepage angebotenen Standard-Tarife zur Anwendung kämen.

Wer einen Wechsel von einem Telekommunikations-Anbieter zum anderen plant, der sollte ganz zu Anfang sich selbst einordnen – und zwar hinsichtlich seines Surf-Verhaltens im Internet. Als exzessive Internetnutzer gelten alle, die letztlich fast täglich mit dem Smartphone im Internet Filme anschauen oder herunterladen. Wer selten ins Internet mit dem Smartphone geht, verbraucht monatlich um bis 300 MB, ein intensiverer durchschnittliche Nutzer um die 600 bis 900 MB, ein Vielnutzer im Schnitt 1 bis 5 GB monatlich und ein exzessiver Vielnutzer 5 GB bis 10 GB.

Ein Wechsel könnte sich vor allem für exzessive Vielnutzer lohnen

Würde man nun als exzessiver Vielnutzer mit seinem iPhone 5 zu T-Mobile USA wechseln und wollte auf jeden Fall einen 10 GB-Datenvolumen inklusive haben, müsste man sich bei AT & T für den Tarif „Mobile Share 10GB with Unlimited Talk & Text Includes“ entscheiden. Der Tarif würde monatlich 91,64 Euro (120 Dollar) kosten.

Ganz ähnlich aber sind auch die kosten bei T-Mobile. Für 125 Dollar gäbe es den „Unlimited – Ultra with Smartphone Mobile HotSpot Service“. Enthalten wären hier allerdings zusätzlich zum 10 GB Datenvolumen für „photo and video storage“ noch einmal 10 GB in High-Speed-Qualität für „HD entertainment, games, and music“.

Fazit Preisvergleich T-Mobile USA und AT&T

Das heißt: Ein Wechsel von AT&T könnte für iPhone5-Käufer in den USA derzeit nur Sinn für die exzessivsten Vielnutzer machen – die also Videos ohne Ende anschauen, Gaming täglich betreiben, Hunderte Fotos hin- und herschicken.

Für alle anderen scheint der Aufwand nicht gerechtfertigt, da ein Kosten-Nutzen-Vorteil nicht unbedingt offensichtlich ist. Zudem ist ein Wechsel auch technisch nicht ganz einfach. So sagte T-Mobile USA sie könnten einen Wechsel nur mit „unlocked“ iPhones vollziehen. Das „unlocking“ muss jeder selber machen. Obendrein scheint auch nicht gesichert, ob das iPhone 5 mit dem Datenstandard fürs Internet komplett kompatibel ist, dass also die angebotenen Höchstgeschwindigkeit auf bei T-Mobile erhalten bleibt.

So oder so müssten wechselwillige iPhone5-Käufer, die derzeit beispielsweise bei AT&T unter Vertrag sind, wohl bis Mitte Oktober warten. Erst dann bietet wohl T-Mobile USA eine sogenannte Nano-SIM Karte an, die wohl Voraussetzung für einen Wechsel ist.

Diskussion

1 Kommentar

  1. habe eine USA NANO SIm für das iPhone 5 als Prepaid SIM getestet und war sehr zufrieden damit, da eine Registrierung oder Hinterlegen einer Kreditkarte nicht nötig war:

    prepaid-global.de/usa-prepaid-nanosim-daten-telefon-karte-att-netz.html

    2000 MB und 5 Stunden internationale Telefonie inklusive

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