Der Luxusmarkt in Russland wächst weiter – trotz Millionen Russen, die immer noch in Armut leben. So gibt es mittlerweile circa 7 Mio. russische Haushalte, die statistisch zu jenen gezählt werden, welche sich Luxusgüter leisten können. Im Luxussegment angesiedelt sind besonders Autos wie BMW, Audi, Porsche, Mercedes-Benz oder auch Markenkleider.

Bis 2025 würden bereits 13 Mio. Haushalte in Russland zu jenen gehören, die über ausreichend Haushaltsnetto-Einkommen verfügten, um sich im Luxusmarkt auch in Russland mit den schönen und besten Waren eindecken zu können, so Marktforscher. Grund genug für netz-trends.de sich den Luxusmarkt in Russland einmal näher anzuschauen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem Luxusauto-Markt in Russland.

Unter den Luxusgütern der Welt expandiert seit Jahren der Automobilmarkt – trotz Weltwirtschaftskrise. Besonders der qualitativ hochwertige und weltweit anerkannte deutsche Luxusauto-Markt wächst nach kurzer Einbruchsdelle im Jahr 2009 wieder stark. So geht der „high-end carmaker“ Porsche davon aus, dass er alleine innerhalb der nächsten sechs Jahre die Anzahl seiner Vertragshändler in Russland auf 36 verdoppeln werde. Porschezentren gibt es dann nicht mehr nur in Leipzig, München, Hamburg, Miami, Paris, London, Tokyo oder Rom sondern zudem in allen größeren russischen Städten.

Auch Audi, der sagenhafte Senkrechtstarter im internationalen Luxus-Automobilmarkt der vergangenen Jahre, geht von hohen Wachstumsimpulsen der reichen Russen aus. Alleine im Vergleich zu 2009 verdoppelten die Ingolstädter Autohersteller die Anzahl der abgesetzten Wagen auf rund 30.000 verkaufter Audis in Russland. Noch 2009 waren es gut 15.000 an den Käufer gebrachte Automobile. Bis 2018 möchte auch der Münchner Autokonzern BMW seine russischen Dependancen auf rund 20 ausbauen. Heute sind es rund 12.

Die deutsche Automobilwirtschaft teilte mit, dass man davon ausgehe, dass neben den USA und China Russland der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Autos werde. Schon jetzt gilt Russland als wichtigster europäischer Großmarkt für die Deutschen. In Russland werden derzeit jährlich rund 3,4 Mio. Autos verkauft (inklusive der Gebrauchten). Das bedeutet jährliche Absatzanstiege von rund 20 Prozent oder einem geschätzten Gesamt-Jahresumsatz von 61 Mrd. Euro alleine im Jahr 2012.

2011 wurden doppelt so viele Autos in Russland zugelassen wie 2010

Das russische Marktforschungsunternehmen Autostat (eng.autostat.ru), das Studien rund um den Automobilmarkt verkauft, sagte zudem, dass im Jahr 2011 insgesamt 330.300 neue Automobile registriert wurden. Das seien 57 Prozent mehr seien als im Vorjahr 2010. Darunter seien gut 60 Prozent oder 190.000 abgesetzte LCV-Automobile (light commercial vehicle; +42 Prozent) sowie 122.600 Lkws oder Trucks (+93 Prozent).

Doch auch wenn die deutschen Autohersteller in Russland massiv an Boden gewinnen können, so gilt nach wie vor die alte Sowjet-Marke Lada als die am meisten gekaufte. Lada ist für billige Autos bekannt, wenngleich der Hersteller technisch meilenweit hinter dem deutschen Standard hinterherhinkt. Jedoch: Trotz des Boommarkt „Luxus“ in Russland gilt, dass die meisten Russen kein Geld für die teure deutsche Luxusautos haben (von einigen VW-Modellen einmal abgesehen).

Die zweitwichtigste Automarke nach Lada ist in Russland ausgerechnet eine in Deutschland eher mäßig gekaufte – Renault im Zusammenspiel mit dem Renault-Partner Nissan. Die Gruppe geht von einem Umsatzplus in Russland für 2012 von 33 Prozent aus.

Kein Wunder ist es, dass Moskau – jene Stadt mit den angeblich meisten Milliardären der Welt – auch jene Region ist, in der der Luxuswagen-Hersteller Rolls-Royce nun einen zweiten Vertragshändler installiert hat (dealership). Das gebe es weltweit sonst nur noch in New York. Der bisherige Rolls-Royce-Händler sitzt in Moskau in der besten Lage auf einer Halbinsel an dem Fluss Moskva in Diagonaler zum Kreml (Rolls-Royce Motor Cars Moscow 2/1 bld 1, Kutuzovskiy prospekt, 121248 Moscow). WEITER LESEN NÄCHSTE SEITE.

+Rolls-Royce erhält Luxus-Award auf Moskauer Internationalen Autoshow

Rolls-Royce ist ein Brand des Autoherstellers BMW. Auch wenn die Homepage des russischen Vertragshändlers die Option anbietet, gebrauchte Rolls Royce anzubieten, so fand netz-trends.de zumindest im Internet derzeit keine abrufbaren gebrauchten Modelle (rolls-roycemotorcars-moscow.ru).

Das dürfte Gründe haben: Die reiche russische Kundschaft ist vor allem deshalb bei Luxuswaren-Herstellern beliebt, da sie häufig die Mentalität hat: Geld spielt keine Rolle und gebrauchte Waren werden auch im Luxussegment eher ungern gekauft. Ein russischer Milliardär würde es als Blöße empfinden, einen Rolls Royce zu kaufen, den schon einmal ein anderer Reicher gefahren hat. Auf Nachfrage von netz-trends.de in der Moskauer Rolls Royce Dependance, wie das Geschäft bislang im Jahr 2012 gelaufen sei, übermittelt man uns lediglich kurz telefonisch, es sei „gut gelaufen“.

Dennoch: Derzeit freut sich Rolls Royce über den Award BEST LUXURY CAR welcher anlässlich der MOSCOW INTERNATIONAL MOTOR SHOW 2012 (Moskauer Internationale Autoshow) am 9. September vergeben wurde. 150 Journalisten vergeben jährlich diesen begehrten Luxus-Preis. Zur Preisübergabe sagte James Crichton, Regional Director Rolls-Royce Motor Cars für Europa und Südafrika, er sei sehr angetan, diesen Prestige-Preis für Rolls Royce entgegen nehmen zu dürfen. Rolls Royce hatte zum ersten Mal an der Moscow International Motor Show teilgenommen. Rolls-Royce Motor Cars verkauft in Russland die gängigen Modelle, so u.a. den Rolls-Royce Ghost, den Ghost Extended Wheelbase, den Rolls-Royce Phantom, den Phantom Extended Wheelbase, das Phantom Drophead Coupé oder das Phantom Coupé.

Konkurrenz Bentley ist ebenfalls in Russland stark

Auch bei der Konkurrenzmarke Bentley (gehört zu VW) dürfte es in Russland entsprechend überaus zufriedenstellend laufen. Im Gegensatz zu Rolls Royce findet netz-trends.de auch im Internet auf der Seite von Bentley Moskau (moscow.bentleymotors.com) immerhin zwölf gebrauchte Bentleys zum Kauf – zwischen 50.000 Euro für einen veraltet aussehenden Bentley ARNAGE aus dem Jahr 1999 und einen 257.000-Euro Bentley-Cabrio AZURE aus dem Jahre 2009. Eher eine Randnote im Luxusmarkt von Russland spielt der schwedische Hersteller Volvo, dem langfristig keine guten Überlebenschancen zugeschrieben werden, da zu klein.

Der Auto-Wachstumsmarkt Russland steht in deutlichem Widerspruch zum sonstigen europäischen Kfz-Markt. So erwartet die Europäische Union EU-Weit in den 27 Mitgliedsländern einen Kfz-Verkaufs-Rückgang von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht dem niedrigsten Wert seit 1995.

Neben Moskau gilt die seit Jahrhunderten stark deutsch beeinflusste Stadt St. Petersburg zum wichtigsten Absatzmarkt für Luxusgüter in Russland. Hier sitzt auch der Mercedes-Benz-Vertragshändler Olympus (mercedes-olimp.ru). Er gilt als ältester Vertragshändler von Mercedes-Benz in Russland. netzt-trends.de zählte für Mercedes-Benz rund 62 Vertragshändler in ganz Russland (dealers.mercedes-benz.ru/).

Alleine in Moskau sind es mittlerweile 12, gefolgt von St. Petersburg mit 5 Vertragshändlern, Jekaterinburg, Nizhny Novgorod, Пермь („Dauerwelle“), Rostov-on-Don (Челябинск) und Chelyabinsk (Ростов-на-Дону) mit jeweils zwei Vertragshändlern.

Dass besonders deutsche Luxus-Automobile in Russland, wie auch in China oder den USA, sehr gut bei der reichen Verbrauchern ankommen, liegt an ihrer hohen Design-Eleganz gepaart mit hoher deutscher Ingenieursleistung.

In Teil zwei zum Luxusmarkt Russland schaut sich netz-trends.de auf dem Luxusimmobilien-Markt in Russland um.

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