Biotech Bald HIV-Impfstoff? Drei US-Studien machen Hoffnung

Auch wenn es nach vor fast in keinem Fall gelungen ist, eine HIV-Infektion dauerhaft aus dem menschlichen Körper wieder zu entfernen, machen drei neue US-Studien auf einen HIV-Impfstoff gedämpft Hoffnung.

Bild: Ungarn
Affen und Mäuse sollen helfen, endlich einen HIV-Impfstoff oder eine Heilung von der Krankheit zu ermöglichen.

Alle drei Studien konnten belegen, dass es ihnen gelungen sei, die im Falle von Impfstoffen erforderliche Menge von HIV-Antikörpern zu entwickeln, welche es schafften, eine HIV-Infektion von Kaninchen, Affen oder Mäusen zu verhindern.

Die Stimulierung von Antikörpern gegen Krankheiten ist bislang der einzige Weg, um eine Impfung erfolgreich durchführen zu können. An einem HIV-Impfstoff arbeiten Tausende Forscher weltweit seit über 30 Jahren.

Die nun von 3 amerikanischen Studienteams publizierten Ergebnisse, belegten alle, dass es ihnen gelungen sei, die stimulieren Tierzellen zur Bildung von Antikörper zu drängen. Sie sollen rechtzeitig eine Infektion verhindern. Nach wie vor infizieren sich weltweit Hunderttausende neu mit HIV, auch in Deutschland sind Tausende Personen betroffen. Als der riskanteste Übertragungsweg gilt ungeschützter Sexualverkehr, wobei vaginal oder anal als die gefährlichsten Übertragungswege gelten (Blut, Sperma).

Zellen sollen helfen Antikörper zu entwickeln

Doch noch gehen die Wissenschaftler nicht so weit zu sagen, sie hätten den lang ersehnten HIV-Impfstoff entwickelt. Doch immerhin äußern sie, man sehe ein Potential, eine Ausbreitung von HIV-infizierten Zellen im Körper zu verhindern und rechtzeitig Antikörper entwickeln zu lassen.

Ob sich aber die Tierversuche tatsächlich auf den Menschen übertragen lassen, dieser Beweis steht noch aus. Denn auch dieses würde voraussetzen, dass es gelingt, neutralisierende Antikörper gegen einen HIV-Stamm zu entwicklen. Doch gerade bei Affen ist bekannt, dass einige Affenarten zwar seit Jahrtausenden HIV-infiziert sind, dieses aber zu keinerlei Krankheiten bei den Affen führte, da die Viren ihnen nichts antun können.

Im Zentrum aller drei unterschiedlichen aktuellen Ansätze für einen HIV-Impfstoff stehen auch Proteine, welche die HIV-Viren im menschlichen Blut benötigen, um zu überleben. Heutige Anti-HIV-Medikamente beruhen sehr effektiv darauf, dass man den HIV-Viren diese Proteine durch tägliche Tabletteneinnahme schlicht verweigert. Hier hat die Forschung in den vergangenen zehn Jahren phänomenale Fortschritte gemacht, vor allem in den USA in Biotech-Unternehmen.

Spektakuläre Fortschritte in der HIV-Behandlung schon heute

Die Zeiten, wo HIV-Infizierte Männer oder Frauen pro Tag bis zu 18 Tabletten nehmen mussten, sind lange vorbei. Patienten, die sich 2015 infizieren, können mit nur noch einer Tablette pro Tag faktisch von HIV soweit gefreit werden, dass Kinderzeugen möglich wäre und ein Übertragung des kaum mehr im Körpers vorhandenen HIV-Virus nach Angabe von Medizinern als extrem unwahrscheinlich eingeordnet wird, eine Sicherheit bestehe vielmehr auf dem Niveau üblicher Impfungen gegen sonstige Krankheiten.

Ganz aus dem Körper entfernen lassen sich HIV-Viren bis heute nicht, eine lebenslange Tabletteneinnahme ist bis heute Stand der Forschung (was sich aber auch noch ändern könnte). Hinzu kommt die erheblich psychische Belastung für die, deren Arzt oder Ärztin ihnen mitteilt, sich bei einem ungeschützten Sexualverkehr doch mit HIV angesteckt zu haben. Auf Grund der psychischen Schwere einer Hiv-Diagnose empfehlen Therapeuten keinesfalls die immer weiter verbreiteten Selbst-Tests mit dem Partner oder der Partnerin oder auch alleine zu machen. Kurzschlusshandlungen könnten das Ergebnis sein.

Mäuse sind keine Menschen, helfen aber einen HIV-Impfstoff zu entwicklen

Die meisten HIV-Neuinfektionen gibt es in Deutschland heute unter den 18 bis 30-Jährigen, die meinen, HIV sei doch nur eine Krankheit der Alten und einmal ungeschützter Vaginal- oder Anal-Verkehr wäre problemlos möglich (dabei langt eine Übertragung durch Sperma oder Blut in die Partnerin oder den Partner, um sich zu infizieren).

Im Falle des HIV-Impfstoffes, der derzeit in einer weiteren Forschungsarbeit in den USA an Mäusen erprobt wird, spielen Proteine ebenfalls eine Rolle. Hier versucht man ein Protein zu kreieren, welches im Entstehen befindliche Antikörper dazu ermuntert, ein anderes Protein entstehen zu lassen, welches hoch effektive Antikörper ermöglicht. Diese sollen einerseits eine HIV-Infektion verhindern. Andererseits sollen sie aber irgendwann HIV-Infizierte von dem Virus wieder befreien können.

In einem weiteren in der Entwicklungsphase entstehenden HIV-Impfstoff versuchen Forscher Mäusen ein modifiziertes Protein einzupflanzen, um B-Zellen in Mäusen zu stimulieren. Diese B-Zellen sollen wiederum Antikörper bilden, welche die Fähigkeit haben, eine Reihe von verschiedenen HIV-Stämmen zu neutralisieren. Gelingt dies, könnte auch daraus ein Impfstoff entwickelt werden als auch eine HIV-Heilung ermöglich werden. Doch so oder so: In den nächsten fünf bis zehn Jahren ist weder von einem HIV-Impfstoff auszugehen, noch von einer HIV-Heilung.