Den Toten zu Ehren: World Trade Center öffnet 13 Jahren nach Terroranschlag 9/11 in New York City

13 Jahre, nachdem ein noch nie dagewesener Terroranschlag mit Flugzeugen das weltberühmte World Trade Center (WTC) komplett zertrümmert hatte und über 2.700 unschuldige Menschen, die meisten Amerikaner, in den Tod gerissen hatte. Die Rede ist von 9/11:

Foto: cc
Skyline von New York City.

Es ist eine Eröffnung eines der weltbekanntesten Gebäude und es ist ein historischer Moment: In New York wurde am Montag den 3. November 2014 das neu aufgebaute World Trade Center eröffnet.

9/11 war gleichzeitig ein Wendepunkt der USA im Umgang mit allen Konfliktherden dieser Welt: Ohne 9/11 hätte es den Irak-Krieg nicht gegeben, den Afghanistan-Krieg nicht, den Libyen-Krieg nicht. Alles Kriege, welche die USA mit dem Kriegsbündnis NATO, in welchem auch Deutschland engagiert ist, führte und die weit über 200.000 Tote kosteten. Neben den Zehntausenden getöteten Zivilisten waren auch 55 deutsche Soldaten im Afghanistan-Krieg gefallen.

Doch 9/11, also der 11. September 2001, war mehr: es war der endgültige Abschied der Führungsmacht des Westens, der USA, von zahlreichen grunddemokratischen Rechten: Plötzlich wurde die Folter in den USA und in geheimen auch osteuropäischen CIA-Gefängnissen von der US-Regierung erlaubt. Die Welt wurde in den vergangenen 13 Jahren mit einem noch nie dagewesenen dichten Stasi-Netz durch die US-Behörde NSA überzogen. Seither werden Hunderte Millionen Handys, Emails, Festnetztelefonate, Webcam-Sessions ohne richterlichen Beschluss von den USA und Großbritannien bespitzelt. Aufgedeckt hatte das Edward Snowden, der mutige junge US-Bürger, der seither in Russland Asyl genießt.

World Trade Center ist in zweierlei Hinsicht nun Symbol: Für Trauer und für das Ende vieler Bürgerrechte

Insofern ist die Eröffnung des World Trade Center in zweifacher Hinsicht symbolisch und historisch. Sagt sie doch zum einen: Der Westen, die USA, lassen sich auch durch Terror nicht aus den Fugen heben. Gleichzeitig ist die Eröffnung aber auch trauriges Symbol für die Beerdigung von Bürgerrechten im Zuge der 9/11-Terroranschläge und der seither oft bemühten Floskel, man müsse die Bürgerrechte wegen des Kampfes gegen den Terror, der angeblich überall lauere, weiter einschränken.

Doch derzeit überwiegt in den USA die Feierlaune der Amerikaner, der Stolz, endlich nach quälenden 13 langen Jahren, die furchtbare Schneise der Verwüstung mitten in Manhattan mit den zwei nun erbauten neuen World Trade Center Türmen markant schließen zu können. In unmittelbarer Nähe des neuen WTC ist die berühmte St. Nicholas National Shrine, welche nach den Terroranschlägen von Trauernden wochenlang aufgesucht worden war. Die kleine Kirche kann heute noch besichtigt werden und zeigt zahlreiche Fotos der während der Terroranschläge Getöteten Bürger.

Einer der ersten Mieter des neuen World Trade Centers wird das Medienhaus Conde Nast sein. Bereits zum Montag den 3. November zog das Medien-Haus in den 104. Stock des World Trade Centers. Conde Nast CEO Chuck Townsend erklärte, er sei sicher, wonach er mit seiner Mannschaft nun das am "besten gesicherte Bürogebäude in Amerika" bezogen habe.

Die ersten Mieter ziehen in das WTC ein – darunter Conde Nast, Legends Hospitality, BMB oder Servcorp

Conde Nast wird auf insgesamt 5 Stockwerken im World Trade Center residieren. Weitere bislang bekannt gewordene Mieter sind die Werbeagentur "Kids Creative", außerdem der Stadion-Betreiber "Legends Hospitality", die "BMB Group investment adviser" sowie das Immobilien-Unternehmen für "executive offices", Servcorp.

Insgesamt 3,9 Milliarden Dollar hatte der Bau der beiden Riesen-Türme verschlungen. Patrick Foye, Executive Direktor der Hafenaufsicht von New York und New Jersey, der "Port Authority of New York and New Jersey", sagte angesichts der Eröffnung des WTC: "Da das World Trade Center nun wieder seinen Platz an der New Yorker Skyline eingenommen hat, kann gesagt werden: Die Skyline von New Yorker ist wieder komplett."

Weiter sagte Foye, wonach das neue "One World Trade Center neue Standards im Design, der Konstruktion, im Prestige und der Nachhaltigkeit" setze. Mit dem Bau und der Eröffnung sei ein Meilenstein bewältigt worden, durch welchen auch das Gebiet in Lower Manhattan nun zu einer lebhaften 24-Stunden Nachbarschaft entwickelt werde.

3.000 Menschen werden wieder in den Zwillingstürmen arbeiten

Gut 3.000 Arbeitnehmer werden die beiden Bürotürme des World Trade Centers, das sich jetzt wieder rühmen kann, das höchste Gebäude in den USA zu sein, beziehen. Bereits 60% der Büroflächen sind vermietet.

Neben der berühmten Erinnerungs-Kirche an 9/11 ist in unmittelbarer Nachbarschaft des World Trade Center zudem das "National September 11 Memorial and Museum". Dort werden die vielen Toten der Terroranschläge geehrt. Getötet worden waren sie durch verblendete und radikale Islamisten, welche gezielt Flugzeuge entführt hatten und direkt in die beiden Zwillingstürme des World Trade Center gelenkt hatten. An jedem traurigen 9. September 2001 stockte der Welt vor Trauer, vor Schock der Atem. Die Welt stand während jener beklemmenden Stunden der Terroraktionen still.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 blickte die Welt jahrelang auf "ground zero", jenes Loch, das nach dem Einsturz und dem Schuttabtragen der beiden weltberühmten Zwillingstürme des World Trade Centers übrig geblieben war. Jetzt ist "ground zero" geschlossen. Insgesamt 8 lange Jahre wurde an den beiden Türmen gebaut, welche nun 1.776 Fuß hoch sind, also über 500 Meter.

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