120 Städte-Studie: Autoklau immer schlimmer!

Besonders bitter für die betroffenen Autohalter: Nur ¼ (26,1%) der Delikte werden bundesweit aufgeklärt, so preisvergleich.de. Das heißt: Es besteht wenig Hoffnung für die Autobesitzer ihre gestohlenen „Karossen“ je wieder zubekommen. Die Zeche zahlen letztlich alle Kasko-Versicherten in Deutschland mit steigenden Beiträgen... Laut Studienergebnissen erweist sich Frankfurt an der Oder als Hochburg der Autodiebe:

In einer aktuellen 120 Städtestudie des Energie- und Finanzdienstleistungsportals preisvergleich.de zum Thema Kraftwagenklau in Deutschland, wird wieder deutlich: Deutschland ist ein Tummelplatz von Kriminellen. Laut den Studienergebnissen wurden in Deutschland 37.427 Kraftwagen gestohlen (2012: 37.238). Über 1/3 (33,8%) der Tatverdächtigen kommen von jenseits der deutschen Grenzen. Und auch in diese Richtung verschwindet das Gos der gestohlenen Autos aus Deutschland.

In der Stadt an der polnischen Grenze wurde statistisch gesehen 907 Wagen je 100.000 zugelassene Fahrzeuge geklaut. Damit liegt Frankfurt an der Oder 750% über dem Studienschnitt. Insgesamt verschwanden im Jahr 2013 283 Kraftwagen:

Platz zwei geht wieder an die deutsche Ostgrenze nach Görlitz. Die Stadt weist eine Quote von 720 Gestohlene je 100.000 zugelassener Wagen aus. Auf Platz drei folgt das große Berlin. Groß sind vor Ort auch die Diebstahlsquoten: Insgesamt verschwanden in der Hauptstadt 6.659 Fahrzeuge (534 je 100.000 zugelassene Autos). Insgesamt entfallen auf die 120 untersuchten Städte 54% (20.284) alles in Deutschland gemeldeten Kraftwagendiebstähle (37.427).

Aktuelle Medienberichte lassen nichts Gutes auch für das Jahr 2014 erahnen. So bereichtet beispielsweise die Bild-Zeitung Leipzig am Mittwoch (Autor: Julia Kynast) in einem fast ganzseitigen Seitenaufmacher, dass allein in den vergangenen fünf Monaten 17 Autos am Leipzig Flughafen geklaut wurden. Das teuerste Auto: Ein Audi RS6 Avant im Wert von 140.000 Euro.

Im Fokus der ausländischen Diebesbanden (33,8% der ermittelten Tatverdächtigen, kommen von jenseits der deutschen Landesgrenzen) stehen vor allem Städte im Osten, Norden und teilweise im Westen, mit optimalen Autobahnverbindungen (u.a A2, A4, A7, A9, A12)an die deutschen Grenzen. So zählen auch Städte wie Hamburg, Rostock, Hannover, Wolfsburg, Köln, Aachen oder Düsseldorf zu den bevorzugten „Jagdrevieren“ der Diebe. Denn innerhalb von Minuten oder wenigen Stunden sind die gestohlenen Fahrzeuge über die Grenze gebracht und verschwunden.

Grenzöffnung nach Osteuropa treibt das Problem des Autoklaus an

Fatal: Besonders seit Öffnung der Grenzen nach Osteuropa (21.12. 2007) steigt die Rate der „nichtdeutschen Tatverdächtigen“ immer weiter an. Mittlerweile sind es 33,8%. Laut Preisvergleich.de setzen sich die ermittelten „nichtdeutschen Tatverdächtigen" bundesweit vor allem aus Polen (32,7%), Türken (11%), Litauern (10%) und Rumänen (6,1%) zusammen. Wenn die Polizei die Täter - egal welcher Nationalität sie angehören - ermitteln kann, so stellen sich 69,8% als bereits aktenkundig heraus.

Etwas ruhiger können Autobesitzer im Süden und Südwesten des Landes ihre Fahrzeuge abstellen. So stellen etwa Garmisch-Partenkirchen, Kempten, Freising oder Reutlingen sicher Städte laut preisvergleich.de dar. In diesen Städten verschwanden 2013 absolut betrachtet maximal nur 8 Kraftwagen. Statistisch gesehen ist aber Reutlingen die sicherste Stadt im Vergleich: 11 gestohlene Wagen je 100.000 Zugelassener.

Laut Preisvergleich.de gibt es für die Diebe unterschiedliche Möglichkeiten in den Besitz fremder Fahrzeug zu gelangen:

· Klonen von Autoschlüsseln: Gauner bringen nur kurzzeitig einen Autoschlüssel - ohne Wissen der Autobesitzer - an sich und erstellen mit einer Spezialsoftware eine Kopie des Schlüssel/ Zugangscodes und bringen den Wagen später in ihren Besitz.

· Schlüssellose System (Keyless-Go): Vom Autofahrer unbemerkt spähen zwei Gauner während des Schließens oder Öffnens des PKW mit zwei speziell ausgestattet Aktenkoffern die Funksignale aus. In einem davon befindet sich eine Antenne. Koffer-Mann eins muss sich dem Träger der Zugangskarte auf ungefähr einen Meter nähern. Dann kann er Daten von der Karte empfangen, die er via Handy aus dem Koffer automatisch an den Träger des zweiten Koffers übermittelt. Der steht neben dem Auto, das durch diese Übertragung automatisch seine Türen öffnet:

· "Polenschlüssel": Mechanische "Instrumente" finden sich eher bei Gelegenheitsdieben. Der sogenannte "Polenschlüssel" ist eine PKW-Schlüsselnachbildung aus Stahl. Ursprünglich diente er dazu, Schlösser nach dem Verlust des Schlüssels zu öffnen.

· "Wohnungsklau": Auch die eigenen vier Wände sind nicht mehr sicher. Immer öfter brechen Autodiebe in Wohnungen oder Häuser ein, um die PKW-Schlüssel zu stehlen. Und dies mit Erfolg. Häufig liegen diese griffbereit - zum Teil sogar mit der Zulassung.