Citadel Hedge Fund: Ken Griffin spendet 150 Mio an Harvard Uni

Die Spende ("Gift") von Ken Griffin an Harvard ist die größte, welche die weltweit bekannte Eliteuni Harvard jemals erhalten hat. Griffin baute sich sein riesiges Vermögen mit dem Handel von Aktien und Bonds auf - und zwar bereits als Student in seinem Studentenzimmer an der Harvard Universität. Im Jahr 1990 gründete er dann Citadel. Heute gehört der Hedge Fund mit einem Anlagevolumen von 17 Milliarden Dollar zu einem der größten Hedge Funds weltweit ("Multistrategy Hedge Fund").

Während in Deutschland einige selbst sehr reiche Spender stolz sind, einmal 10.000 oder 100.000 Euro zu spenden, sieht die Bürgergesellschaft in den USA ganz anders aus: Hier spendet mal eben jemand wie der Citadel-Gründer Ken Griffin aus Chicago seiner ehemaligen Universität Harvard 150 Millionen Dollar.

Allerdings startete Ken Griffin als Student alles andere als Arm. So heißt es in der Firmenhistorie von Citadel: "Armed with a fax machine, a personal computer, a telephone and $265,000 in capital, Ken Griffin set up a fund from his Harvard dorm room in 1987. From this modest but ambitious beginning, Griffin raised nearly $1 million and caught the attention of Frank Meyer, a hedge-fund pioneer and co-founder of Chicago-based Glenwood Partners. Griffin’s performance earned him the opportunity to establish what would one day become Citadel."

Zum Anlagevermögen von Citadel gehören unter anderem das "Amaranth Advisors’ energy portfolio" sowie das "Sowood’s credit portfolio". Citadel verfügt über Büros, beziehungsweise Niederlassungen, unter anderem in Chicago, New York, London, Hong Kong, San Francisco, Boston oder Dallas.

Mit der jetzigen Spende in Höhe von 150 Millionen Dollar für Harvard möchte der Chef des Hedge Funds Citadel, Ken Griffin, vor allem Studenten aus ärmeren Familien unter die Arme greifen und ihnen während ihres Studiums ein Stipendium schenken. Insgesamt 800 Studenten soll seine Stiftung künftig jährlich unterstützten. Sein Investment sieht er als "an investment in the next generation of leaders as we continue to break down barriers to an outstanding education."

Doch nicht alles Geld von Griffin soll für die Studenten direkt investiert werden. 10 Millionen Dollar sollen dafür verwendet werden, um eine Professur an der Harvard Business School (HBS) dauerhaft zu finanzieren. Ein Studium an Harvard ist nicht gerade günstig. Vielmehr gehört die Universität mit einem jährlichen Kostenvolumen (Studiengebühren und das Leben auf dem Campus) von geschätzten 60.000 US-Dollar zu den teuersten Unis weltweit. Zum Vergleich: Die meisten deutschen Unis, auch Eliteunis wie die Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU), oder die Technische Universität in München (TUM), sind so gut wie kostenlos für die Studenten.

Es ist nicht das erste mal dass Ken Griffin sehr großzügig der Gesellschaftsform, welcher er seinen Reichtum verdankt, ein großes Stück zurück gibt: Bereits im Jahr 2006 schenkte Ken Griffin gemeinsam mit seiner Frau Anne Dias Griffin 19 Millionen Dollar an das Chicago Art Institute, damit dieses einen modernen Museums-Flügel bauen konnte. Der Museums-Trakt wird nun als "Griffin Court" bezeichnet.

Wie bekannt wurde, möchte Harvard aus Dankbarkeit für die große Spende das "college’s financial aid office" sowie den Direktorentitel als "Mr. Griffin" umbenennen.

Doch schon jetzt gilt Ken Griffin in den USA als Investoren-Legende. So hatte ihn das "Institutional Investor’s Alpha" in die im Jahr 2008 geschaffene "Hedge Fund Hall of Fame" aufgenommen. In dieser Hall of Fame sind mittlerweile 13 weitere legendäre Hedge Fund-Manager aufgenommen worden.


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