Microsoft will 1 Mrd. Dollar pro Jahr von Samsung an Lizenzgebühren wegen Android

Bislang verkauften sich zwar die Hardware-Endgeräte von Microsoft nicht sonderlich gut, auch das Microsoft-Betriebssystem für Handys gilt nicht als Runner. Aber die Lizenzen scheinen Microsoft einmal mehr den Verdienst-Strom zu sichern. Das birgt eine gewisse Ironie. Nach neuesten Meldungen hätte der südkoreanische Technik-Konzern Samsung Electronics Ltd. Microsoft alleine für das Jahr 2013 noch 1 Milliarde US-Dollar an Lizenzgebühren bezahlen müssen. Doch Samsung versucht sich derzeit wohl aus dem teuren Lizenz-Abkommen zu drehen und sich vor solchen Zahlungen zu drücken:

Hat Samsung einen Lizenzstreit wegen Android mit Microsoft? Hier das neue Samsung Note Edge Smartphone.

Auch wenn die Microsoft Corp. im Ruf steht, den Anschluss an die mobilen Endgeräte signifikant verpasst zu haben, so scheint der amerikanische Software-Konzern dennoch zu wissen, wie man an Geld kommt.

Samsung verkauft Smartphones und Tablets powered by Google Inc.’s Android Software. Microsoft teilte nun mit, dass einige Patente in Android Technologien Anwendung gefunden hätten, die aber eigentlich Microsoft gehörten. Als Beispiel wird die Methode genannt, mehrere unterschiedliche Fenster in einem Web Browser zu öffnen. Für solche Anwendungen müssen - und das war bislang eher nicht bekannt - Samsung und einige weitere Smartphone-Hersteller spezielle "royalty fees" an Microsoft überweisen.

Diese Extra-Gebühren, beziehungsweise Lizenzgebühren für Patente, scheint Microsoft für jedes Android-Gerät einziehen zu können. Die Vereinbarung zwischen Samsung und Microsoft scheint auf das Jahr 2011 zurück zu gehen. Damals konnte noch niemand ahnen, dass den mobilen Endgeräte - insbesondere den stylischen Galaxy Smartphones - weltweit ein Siegeszug sondergleichen gelingen würde.

Samsung scheint die Lizenzen für Android an Microsoft unterschätzt zu haben

Erfolgshungrig, wie asiatische Technik-Konzerne traditionell sind, scheint das Management von Samsung einerseits seinen eigenen Erfolg unterschätzt zu haben und gleichzeitig den Massen-Effekt bei Lizenzgebühren, die nicht hart und nach Staffeln konsequent verhandelt werden, unterschätzt zu haben. Sprich: Mit einer Milliarde US-Dollar jährlicher Lizenzgebühren an Microsoft für den Einsatz von Googles Android-Betriebssystem scheint niemand in Südkorea gerechnet zu haben.

Dennoch verwundert das auch die IT-Szene insgesamt: Kaum jemand wusste bislang, dass in Android Microsoft überhaupt mit enthalten ist. Das trübt natürlich etwas Googles eigene Erfolgsgeschichte von der Durchstarter-Software für Handys, Android.

Gerne hatte Google darauf verwiesen, wonach Android primär ein Produkt von unterschiedlichsten Software-Firmen sei, die lediglich unter Googles Führung arbeiteten. Auch hier kam erst später heraus, dass Android doch faktisch mit Google gleichgesetzt werden kann. Die anfängliche Mär vom freien System nach dem Vorbild von Mozilla Firefox war damit dahin.

Android scheint nicht so Google zu sein, wie angenommen

Bereits im Sommer scheint die Klage von Microsoft gegen Samsung eingereicht worden zu sein. Als ausgemacht gilt dabei, dass Microsoft auf die Fortsetzung der Vereinbarung mit dem koreanischen Riesen bestehen wird. Für die bisherige Verzögerung der Lizenzzahlungen in Höhe von einer Milliarde Dollar möchte Microsoft weitere 6,9 Millionen Dollar Verzugszinsen haben - alleine für das Jahr 2013:

Bislang lässt sich lediglich Microsoft Deputy General Counsel David Howard mit den folgenden Worten zitieren:

"Wir sind zuversichtlich, dass wir hier einen starken Vorgang haben und wir deshalb auch erfolgreich sein werden. Gleichzeitig schätzt und respektiert Microsoft die langjährige Partnerschaft mit Samsung. Wir sehen uns verpflichtet und erwarten auch, mit dieser Partnerschaft fortzufahren."

Samsung selbst teilte bislang mit, man sehe durch die Übernahme von Nokia durch Microsoft nun ein Cross-Lizensierungs-Abkommen eingetreten, weshalb man keinen Grund mehr sehe, die extra anstehenden Lizenzzahlungen an Microsoft anzuweisen.