NSA verursacht US-Wirtschaft 180 Milliarden Dollar Schaden

Diese Zahlen publizierte die amerikanische Technology & Innovation Foundation (ITIF). Die Organisation mit Sitz in Washington wird von zahlreichen Großkonzernen unterstützt - darunter sind Google, IBM, Intel oder Cisco. Grund für den hohen befürchteten Schaden in der US-Wirtschaft: Die internationalen Bedenken gegen amerikanische Großkonzerne, die mit der NSA zwangsweise zusammenarbeiten müssen, wachsen. Betroffen sind Unternehmen wie Microsoft, Apple, Google, Intel & Co. Die wahrscheinlich wichtigste deutsche Dependance der U.S. intelligence agencies in der amerikanischen Botschaft gegenüber des deutschen Kanzleramtes wurde erst kürzlich vom deutschen Magazin Der Spiegel als "Das Nest" bezeichnet. Solche Titel verleiht das wöchentliche Nachrichtenmagazin normalerweise an Terrororganisationen.

Edward Snowden war so mutig und teilte der Welt mit, wie kriminell die US-Regierung hunderte Millionen Bürger bespitzeln lässt, ja selbst die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

Jetzt wird’s teuer: Die kriminellen Hackeraktivitäten der amerikanischen Regierungs-Stasi NSA kostet die US-Wirtschaft nach Schätzungen bis zu 180 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2016.

Besonders vom Bann durch Regierungen oder private Unternehmen dürften künftig amerikanische Computer-Hardware-Unternehmen oder Software-Schmieden betroffen sei. Auch wenn es keine Regierung offen ausspricht: Viele Regierungs-Vertreter boykottieren schon jetzt US-Produkte. "Die Europäer haben die Schnauze von der kriminellen US-Schnüffelei gestrichen voll", sagte ein Bundestagsabgeordneter der ersten Reihe Netz-Trends. So gehe man einfach "nicht mit Freunden um".

Schätzungen gehen davon aus, dass die Affäre um die National Security Agency (NSA) alleine die wichtigsten amerikanischen IT-Hardware-Hersteller und Software-Hersteller gut 22 Milliarden bis 35 Milliarden Dollar Schaden kosten könnte.

Wie die "Technology & Innovation Foundation" (ITIF), so sieht auch die "New American Foundation" großen NSA-Schaden. So sagte Rebecca MacKinnon gegenüber dem Finanznachrichtendienst Bloomberg, wonach sie eine hohe Chance auf deutliche Auftragsrückgänge bei der US-Wirtschaft auf Grund der NSA-Affäre sehe.

Doch trotz der recht hohen Schätzungen des wirtschaftlichen Schadens, den die US-Geheimdienste anrichten, gehen Analysten davon aus, dass die von der ITIF (Technology & Innovation Foundation) berechneten Fakten immer noch erheblich zu niedrig sein könnten.

Beispielsweise hatte das bekannte US-Marktforschungsunternehmen Forrester errechnet, wonach man dort davon ausgehe, dass der wirtschaftliche Schaden lediglich für das Geschäft mit der Computer-Cloud (cloud businesses) bereits bei 180 Milliarden Dollar liegen werde. In diesem digitalen Geschäftsbereich machen vor allem Weltkonzerne wie HP, Microsoft oder Cisco Systems ihr Geld.

Auch amerikanische MSPs, also sogenannte "managed service providers", sind auf internationale Cloud-Kunden angewiesen. Forrester geht davon aus, wonach die Umsätze der Cloud Providers und MSPs in den nächsten drei Jahren international um gut 20% sinken dürften. Dass diese Schätzungen nicht an den Haaren herbeigezogen sind, zeigen die aktuellen Bilanzzahlen von Hewlett-Packard. Dort gegen die Verkäufe im abgelaufenen 4. Quartal des Geschäftsjahres 2012/2013 teils drastisch zurück.

Trotz der kritischen Äußerungen gegen die eigene Regierung, behauptet Forrester aber, wonach man angeblich wisse, dass "Deutschlands G10 act es den Geheimdiensten des Landes ermöglicht, die Telekommunikation zu monitoren ohne einen Gerichtbeschluss". Doch damit liegt Forrester falsch: In Deutschland sind für systematische Telekommunikations-Abhörmaßnahmen gerichtliche Beschlüsse notwendig, die obendrein zeitlich limitiert sein müssen.

Doch egal wie man es dreht und wendet: So kriminell wie die US-Stasi NSA hat bislang kein anderes Land Gesetze anderer Länder übertreten. Deshalb ist die Kritik der US-Wirtschaft an der NSA entsprechend laut. Denn Weltkonzerne haben weltweit Depandances und bekommen sehr unmittelbar mit, wie die Stimmung global ist.

So führte beispielsweise das US-Unternehmen Cisco aus – der weltgrößte Hersteller von Networking Equipment -, wonach die NSA unmittelbar Schuld habe, dass in einigen Weltmärkten die Geschäfte deutlich schlechter liefen. Besonders spüre man dies in den sogenannten "emerging markets" wie China. Hier seien die Umsätze um drastische 12% zurückgegangen, sagte Robert Lloyd, bei Cisco als Präsident zuständig für die Unternehmensentwicklung und den Vertrieb, also die Verkäufe.

Auch Google berichtet davon, wie internationale Regierungen die Zusammenarbeit mit Google nun auf den Prüfstand stellten. Betroffen seien beispielsweise, sagte Richard Salgado, bei Google "Director of law enforcement and information security", die Cloude-Services. Hier habe man klare Signale aus Ländern wie Norwegen oder Brasilien, die Zusammenarbeit zu überprüfen. Brasilien habe klar signalisiert, dass alle Daten aus Brasilien von Service Providern wie Google ausschließlich in Brasilien zu speichern wären. Wer dieses nicht tue, riskiere sehr hohe Strafen.

Die Befürchtung von Google ist nun, dass sich das Internet weltweit fragmentieren könnte - dass es also nicht mehr das uneingeschränkte weltweite Internet gibt, das über einige wichtige Knotenpunkte läuft, sondern dass die Regierungen selbst entscheiden, was noch nach draußen weitergeleitet wird und was nicht. Die Datenautobahnen könnten also künftig deutlich differenzierter mit zahlreichen Datenschranken errichtet werden als bislang.

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