American Airlines und US Airways fusionieren zu Gigant - Amerikanischer Flugmarkt mit immer weniger Wettbewerb

Neben der jetzt vorliegenden Zustimmung unter Auflagen durch das Justizministerium der USA muss der geplanten Vereinigung zwischen American Airlines und US Airways noch eine Überprüfung durch das "Federal District Court in the District of Columbia" durchlaufen werden. Außerdem muss die Prüfung entsprechend der gesetzlichen Anforderungen an die Verhinderung von Bankrott bestanden werden. Doch gehen Marktbeobachter davon aus, dass alle drei Instanzen grünes Licht für die Fusion zwischen American Airlines und US Airways geben werden. Alle US-Behörden die kartellrechtliche Belange für amerikanische Unternehmen in den vergangenen 20 Jahren zu überprüfen hatten, haben sich fast immer für die Fusionen ausgesprochen – und damit für weniger Wettbewerb. Das Kartellrecht existiert in den USA faktisch fast nur noch für ausländische Unternehmen.

Foto: American Airlines und US Airways
Die Fusion zwischen American Airlines und US Airways verschiebt Grundlegendes in der weltweiten Flugzeug-Industrie.

Es ist eine der größten Fusionen in der weltweiten Reiseindustrie: American Airlines und US Airways sind kurz davor, zusammenzugehen. Mit der Fusion von American Airlines und US Airways würde ein dritter Weltplayer auf dem Flugmarkt entstehen. Vor einigen Monaten war American Airlines, und damit die Konzernholding AMR, beinahe in Konkurs geraten.

Bereits vor kurzem war die Fusion zwischen United Airlines und Delta Air Lines vom Kartellamt der USA durchgewunken worden. Die jetzige Fusion zwischen American Airlines und US Airways dürfte auch den europäischen Flugmarkt weiter unter Druck bringen - beispielsweise die Lufthansa oder auch die British Airways. Die Gründe für den Fusionsdrang vieler Fluglinien liegen auf der Hand: Weltweit sind zahlreiche Carrier, so auch die amerikanischen Reise-Giganten, durch steigende Kerosinpreise oder hohe Extrasteuern - wie der in Deutschland pro Passagier neu erhobenen Luftverkehrssteuer - unter Druck geraten. Die von der CDU/CSU und FDP vor einigen Jahren eingeführte weitere Flugsteuer verteuert ein Flugticket pro Passagier um 7,50 Euro bis 42,18 Euro (Langstrecke).

Ein weiterer Grund für die Fusionsbemühungen vor allem westlicher Fluglinien, liegt unter dem zunehmenden Angebot von Billigairlines. Laut fluege.de gibt es weltweit mittlerweile über 750 Fluglinien. Darunter sind aber immer mehr Nischenanbieter mit Billigtickets und häufig schlechterer Qualität auch hinsichtlich der Sicherheitsstandards. Im Schnitt entsprechen aber auch rund 750 nennenswerte Fluglinien weltweit auch nur rund 3 Airlines pro Land – bei gut 210 eigenständigen Nationen auf dem Globus.

Allerdings nutzen vor allem die Araber ihren faktisch grenzenlosen Zugriff auf für sie fast kostenloses Öl, beziehungsweise Kerosin, schamlos aus: "Die fliegen teils mit Kerosin vollbeladenen Maschinen durch die Welt, um ja nirgends teuer Kerosin tanken zu müssen", berichtet ein Pilot von Germania Netz-Trends.

Arabische Fluglinien wie Emirates oder Etihad Airway aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bringen dabei nicht nur mit einem unfairen Einkaufspreis von Kerosin die Welt der Fluglinien aus den Fugen, sondern investieren den durch ihre Regierungen erschlichenen drastischen Wettbewerbsvorteil auch in die Qualität der Flugzeuge selber: Eco-Sitze in diesen Flugzeugen sind häufig ausgestattet wie Businessclass-Sitze bei europäischen Fluglinien. Doch statt durch Steuerentlastungen den europäischen Flugmarkt zu entlasten, werden die hiesigen Fluglinien von den Regierungen immer mehr belastet - zu Gunsten der Araber, die sowieso schon einen großen Vorteil haben.

Fusionen weltweit mit immer weniger Wettbewerb

Bereits im April war beispielsweise bekannt geworden, dass die australische Airline Qantas erstmals und strukturell ins Minus gerutscht war, ohne Hoffnung auf dauerhafte Besserung. Ein Grund war die aggressivste Preispolitik der Emirates auf der Langstrecke zwischen Europa, beziehungsweise den Vereinigten Arabischen Staaten und Asien, beziehungsweise Australien. "Durch diese Politik wurde systematisch Qantas Airlines ins Minus getrieben", berichtet ein Lufthansa-Mitarbeiter. Am Ende stand eine in arabischen Medien groß gefeierte angebliche Hochzeit "zweier Gleichberechtigter". Doch Kenner der Flugindustrie wissen: Qantas blieb keine andere Wahl mehr als mit seinem größten und aggressivsten Konkurrenten ins Bett zu steigen.

American Airlines und US Airways verhandelten bereits seit Monaten, wie eine künftige wirtschaftliche und strategische günstigere gemeinsame Zukunft aufgebaut werden könnte - auch um Konkurrenten auf Abstand zu halten. In den USA gehören Flugzeuge traditionell zu den am meisten genutzten Verkehrsmitteln der Amerikaner.

Doch weltweit wird die möglicherweise nun bevorstehende Fusion der beiden amerikanischen Fluggiganten auch kritisch gesehen. Denn damit würde, schreibt die New York Times, ein "komplett neues Kapitel in der Deregulierung der amerikanischen Flugindustrie entstehen". Nach der Fusion blieben, so die NYT weiter, nur noch "eine Handvoll Airlines, welche die meisten inneramerikanischen und internationalen Flüge kontrollieren würden".

Wie das US-Justizministerium nun zu dem Urteil gelangt, dass nach der neuen Mega-Hochzeit zwischen American Airlines und US Airways angeblich die Drehkreuze New York und Washington "neue Möglichkeiten" bekämen, ist wenig nachvollziehbar. Angeblich, behauptet das Justizministerium, würde durch die Fusion der Markt der "lower-cost carrier" positiv angeheizt.

So schreibt denn auch die New York Times weiter: "Analysten fragen sich, wie viel Wettbewerb nun kreiert wird". Dabei zitiert die über 100 Jahre alte Tageszeitung George Hoffer, einen Professor für "transportation economics" an der University of Richmond, mit den Worten: Die Fusion zwischen American Airlines und US Airways würde erheblichen Wettbewerb, der bislang bestanden habe, ins Abseits befördern. Er gehe davon aus, wonach sich dieses negativ auf den Flugmarkt in den USA auswirken könne - beispielsweise durch Streckenstreichungen oder weniger Flüge.

Wie nicht anders zu erwarten, reagiert die Börse positiv auf die bevorstehende Fusion der beiden amerikanischen Traditionsairlines American Airlines und US Airways. So gehen bereits jetzt die Aktien der beiden Fluglinien nach oben.

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