Augsburg Airways - Trauer um Ende

Sollte – wie in Fachmedien spekuliert wird – tatsächlich bereits Ende Oktober 2013 der Flugbetrieb mehr oder weniger eingestellt werden – könnten bis zu 450 Mitarbeiter ihre Jobs verlieren - Flugkapitäne, Piloten, Stewardessen, Bodenpersonal. Am Samstag war bereits an einem Flughafen ein Abschiedsflug zu beobachten (Foto exklusiv von Netz-Trends). Rund 90 der 100 Piloten von Augsburg Airways stünden derzeit angeblich mit der weltweit expandierenden Fluglinie Turkish Airlines in Verhandlungen. Turkish Airlines suche dringend weitere Piloten, heißt es. Angeblich habe diese Zahlen die Vereinigung Cockpit genannt, heißt es auf dem Blog airliners.de.

Foto: dp
Trauer um das Ende einer großen und bekannten Regionalfluggesellschaft: Augsburg Airways. Hier ein Foto vom Abschied am 26.10.2013

Mit dem nun bevorstehenden Ende von Augsburg Airways (Augsburg Airways GmbH) könnte schon in Kürze eine weitere Regionalfluggesellschaft gehen. Augsburg Airways flog seit 1993 als Regionalfluggesellschaft. Seit 1997 war das Unternehmen Carrier für die Lufthansa. Am Samstag den 26.10. wurde zum letzten Mal für Lufthansa geflogen. Die Trauer in der Belegschaft ist entsprechend groß. Die Marke Augsburg Airways gibt es seit 1980. Der Umsatz lag 2012 bei 106,8 Mio. Euro. Insgesamt umfasst(e) 15 Flugzeuge die Flotte von Augsburg Airways.

Trotz Verhandlungen scheint eine Rettung von Augsburgs Airways nicht bevor zu stehen. Zum möglichen Aus von Augsburg Airways dürfte auch die Luftverkehrsabgabe von CDU und FDP beigetragen haben, welche das Fliegen trotz 30 Prozent gestiegener Kerosinkosten in nur 3 Jahren noch einmal erheblich teurer machte. Ein weiteres Problem sind die Billigairlines, sogenannte Low Cost Carrier. Auch Air Berlin ist in diesem Zeitraum in die Krise gerutscht. Dabei konnte zwar bislang ein Ende von Air Berlin verhindert werden, aber sicher ist auch die Zukunft von Air Berlin nicht.

Derzeit, so heißt es zumindest, verhandele die Geschäftsführung von Augsburg Airways (CEO Bernadette Rampl, Harald Poeschke) über eine "geregelte Betriebseinstellung", welche in wenigen Tagen greifen könnte. Dass das Aus von Augsburg Airways nun unmittelbar bevor stehen könnte, liegt vor allem daran, dass die Lufthansa - welche derzeit selber ein Milliarden Euro schweres Sparprogramm am Laufen hat ("Score") - den Vertrag mit der Regional Airline nicht mehr verlängert hat. Bekannt war zum Beispiel die Flugroute Zürich-Nürnberg oder Leipzig-München.

Mit der Umstellung vom Sommer- auf den Winterflugplan ändert die Lufthansa, der wichtigste Kunde von Augsburg Airways, seinen Zubringerverkehr, wozu auch gehört, dass die Lufthansa nur noch Jets und keine Turbopropmaschinen mehr einsetzen möchte – die aber durchaus bei Fluggästen beliebt waren.

Geschichte: Die bei Fluggästen beliebten Propellermaschinen der Lufthansa - hier vom Dienstleister Augsburg Airways.Foto: dp

Ob Augsburg Airways möglicherweise weiterhin Aufträge von Dritten als Charteranbieter entgegennimmt, ist auch noch nicht klar. Ein Testanruf von Netz-Trends am Samstag um 15:41 Uhr in der Charter-Hotline verlief im Nichts – es war keiner ans Telefon gegangen. Bereits seit 1993 ist Augsburg Airways nach eigenen Angaben "für deutsche Reiseveranstalter, Unternehmen und Sportvereine als Charterfluggesellschaft im Europaverkehr tätig". Insgesamt 37 Destinationen war Augsburg Airways im Sommerflugplan 2010 in Deutschland und Europa angeflogen. Der Heimatflughafen der Regionalfluggesellschaft ist der Flughafen München, das südliche Drehkreuz der Lufthansa in Deutschland.

Mit dem für viele traurigen Ende von Augsburg Airways wird das einst dichte Regionalflugnetz in Deutschland noch dünner. Hatten vor Jahrzehnten noch unzählige Städte in Deutschland eigene Regionalflugzeug-Gesellschaften, muss man sie heute bereits mit der Lupe suchen. Ob, wie eine Fachzeitschrift schrieb, auch die Hochgeschwindigkeitszüge - insbesondere der ICE - mit Schuld am Ende der regionalen Fluggesellschaften haben, kann nicht ausgeschlossen werden, dürfte aber nicht das Hauptproblem sein.

Noch erinnert auf der Homepage von Augsburg Airways nicht viel an die mögliche kommende eigene Beerdigung. So heißt es voller Vitalität auf der Webseite des Unternehmens: "Willkommen an Bord von Augsburg Airways, einer mehrfach ausgezeichneten mittelständischen Regionalfluggesellschaft, die seit Jahren ein verlässlicher Partner im Lufthansa Regional Verbund ist. Im Auftrag der größten deutschen Fluggesellschaft bietet Augsburg Airways ein umfassendes Angebot von Flügen innerhalb Deutschlands und Europas. Vom Heimatflughafen München aus verbinden wir fast 40 Destinationen mit modernen Flugzeugen vom Typ Embraer 190/195 und Dash 8-Q400 und befördern Tag für Tag unsere Passagiere sicher, zuverlässig und komfortabel."

Die Flotte von Augsburg Airways umfasste zuletzt eine nach eigenen Angaben "moderne Flotte von 15 Flugzeugen - Regionaljets des Typs Embraer 195 mit 116 Sitzplätzen, Embraer 190 mit 100 Sitzplätzen und Turbo-Propmaschinen Dash 8-Q400 des Herstellers Bombardier mit 72 Sitzplätzen".