BlackBerry A10 neu im Verkauf / In den USA nur noch 3 Prozent Marktanteil

BlackBerry ist ein gutes Beispiel, wie ein Marktführer innerhalb von nur fünf Jahren nahezu vom Markt versschwinden kann. Von einst 50 Prozent Marktanteil in den USA ist das Unternehmen Dank Apple und Samsung (Galaxy) nur noch bei 3 Prozent der Amerikaner mit dem BlackBerry-Handy in der Tasche zu finden - und das obgleich das Unternehmen nach wie vor sehr gute Smartphones in den Handel bringt. Doch vor allem der regelmäßig von den Medien veranstaltete teils geradezu peinliche Hype rund um Apple-Produkte (iPhone) ist stärker als jedes noch so gute Produkt. So haben es neue Apple-Produkte sogar auf die Titelseiten der angeblichen Qualitätspresse unter den Tageszeitungen und Zeitschriften geschafft: Kostenlose Werbung pur für den mit über 100 Mrd. US-Dollar cash auf der hohen Kante reichsten Konzern der Welt.

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Das Blackberry 10.

Wie schlimm es BlackBerry getroffen hat, zeigt sich daran, dass in der Vergangenheit von einst 11000 Mitarbeitern 5000 entlassen werden mussten. Jetzt versucht Blackberry mit dem neuen Handy BlackBerry A10 wieder an Boden zu gewinnen.

Mit dem BlackBerry A10 geht das Unternehmen, wie schon mit den Vorgängermodellen BlackBerry 10, BlackBerry Q 10, BlackBerry Z 10 und BlackBerry Q 5 den Weg, die Tastatur digital anzubieten und nicht mehr wie in früheren Jahren mit zu drückenden Knöpfen. Denn ob Computer-Maus oder Handys, Computer-Bildschirme oder Telefone: Die Tastaturen sind immer öfters nur noch digital ohne zu drückende Knöpfe. Der Maus-Hersteller Logitech legte beispielsweise mit der M600 Maus eine Computer-Maus vor, die kein Rädchen zum Manövrieren auf dem Computer-Bildschirm aufweist, sondern nur noch einen unsichtbaren Sensor, der mit dem Finger zu bedienen ist.

Das BlackBerry A10 möchte seine möglichen Käufer mit neuer Technik überzeugen. Hierzu gehört ein brillantes 5-inch Super AMOLED Display (Auflösung: 1280 x 720 Pixel; üblich sind lediglich 1080 Pixel), ebenso ein schnelles und recht abhörsicheres Betriebssystem, in das unter anderem der Dual-Core Processor von Intel integriert ist. Für ein schnelles Laden von Grafiken, Tabellen oder sonstigen visuellen Elementen soll ein separater Grafik-Processor sorgen.

Im Großen und Ganzen kommt das neue BlackBerry A10 zumindest auf Blogs und in sonstigen Medien ganz gut an. Überzeugend ist das Gute Hand-in-Hand-Spiel von Betriebssystem und Apps sowie dem Zugriff auf Emails. Blackberry gilt als Trendsetter beim Email-Abruf via Handy. Schon im Jahr 2005 konnte Blackberry diesen Service standardmäßig anbieten. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Kunden noch die üblichen Handy-Knochen - beispielsweise von Nokia - in der Tasche.

Nach wie vor gilt Blackberry für viele Regierungen als Standardhandy für Staatssekretäre, Minister oder Regierungschef.

Grund: Bislang galt das Betriebssystem als am sichersten und zuverlässigsten. Ob das im Zuge der NSA-Stasi-Affäre von US-Präsident Barack Obama (linkskonservative Partei der Demokraten) auch künftig in deutschen oder anderen europäischen Regierungsstellen so gesehen wird, darf allerdings bezweifelt werden. Das Misstrauen gegen die Amerikaner ist mittlerweile sehr groß und es wird nachhaltige Änderungen in der Technologie-Nutzung amerikanischer Unternehmen in Europa mit Sicherheit nach sich ziehen.

Der Verkaufsstart des BlackBerry A10 läuft derzeit schleppend, was sich auch am Aktienkurs ablesen lässt, der aber vor allem durch ein schwaches Ergebnis in den vergangenen Geschäfts-Quartalen zu begründen ist. Dabei hatte Blackberry erst im März 2013 den Aktienkurs durch die Meldung beflügeln können, wonach ein Partner eine Millionen Blackberry 10 bestellt habe.

So lässt sich denn auch der deutsche Vorstandschef Thorsten Heins von Blackberry mit den Worten zitieren, wonach "wir offensichtlich nicht geliefert haben, was viele Analysten und Investoren kurzfristig erwartet haben". Man arbeite "Tag und Nacht, um Verbesserungen zu erreichen." Der Aktienkurs der jetzt in DBA BLACKBERRY umbenannten einstigen Firma RIM - RESEARCH IN MOTION, liegt derzeit bei 7,06 Euro. Noch im September 2012 war er allerdings bei über 12 Euro.