Demonstrationen in der Türkei: Erdogan fällt sein eigener Terror auf die Füße

Seit dem Morgengrauen lässt der Gouverneur von Istanbul, Huseyin Avni Mutlu, mit tausenden Polizisten auf dem Taksim-Platz angeblich hunderte Demonstranten verhaften. Von Berichten in deutschen Massenmedien, wonach die türkische Regierung auf die türkischen Demonstranten eingehe, lässt sich in den türkischen Medien bislang nicht viel lesen. Dass es in der Türkei seit Monaten zu massiven Protesten gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan (türkisch: Başbakan Recep Tayyip Erdoğan'dan) kommt, liegt daran, dass er seit bald 16 Jahren mit Gewalt und Terror gegen Andersdenkende, Demonstranten, Journalisten, Unternehmer regiert.

Foto: Netz-Trends.de
Das Bett des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk. Seine Ideale von einer offenen demokratischen Türkei stehen im Zentrum der Demonstrationen in der Türkei.

Das Fass zum Überlaufen brachte vor einigen Wochen der Umstand, dass die türkische Internet-Hackergruppe RedHack herausgefunden hatte, dass die türkische Regierung den Tot von 51 Türken durch Bombenattentate vorsätzlich in Kauf genommen hatte, um politisch den Boden für eine türkische Militärgewalt-Aktion in Syrien legen zu können. Jetzt fällt Erdogan sei eigener Terror auf die Füße. Viele Türken vertrauen ihm, der seine Macht so oft missbrauchte, nicht mehr.

Während die Polizei seit dem Morgengrauen gegen Tausende Demonstranten mit Schlagstöcken, Tränengas, Panzern oder anderen bedrohlich wirkenden Polizei-Fahrzeugen vorgeht, versuchen sich die überwiegend jungen Türken mit Steinwürfen, Molotow Cocktails oder dem Abwurf von Schleuder-Murmeln zu wehren. Viele sind vermummt, aus Angst vor späterer erkennungsdienstlicher Strafverfolgung. Wie in Kairo der Tahir Platz so dient auch in Istanbul ein Platz - der Taksim Square - als Zentrum der Demonstrationen in der Türkei.

Viele suchen dabei Schutz an der Statue des Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk. Er steht für eine offene Türkei, eine demokratische Bürgergesellschaft. Doch es ist genau das, was unter Erdogan immer stärker ins Wanken gerät nach Ansicht vieler Beobachter und Türken.

Derweil versuche die Polizei die Stadt "zu sichern, teilte Istanbuls Gouverneur Huseyin Avni Mutlu auf Twitter mit. Die Polizei wolle Banner und Bilder von der Statue des türkischen Staatsgründers Atatürk sowie vom Atatürk Cultural Center entfernen. Weitere Hintergründe: http://www.kriegsberichterstattung.com/id/2539/RedHack-Dokumente-Tuerkei-wusste-von-Terroranschlag-in-Reyhanli--Diese-Regierung-hat-immer-versucht-ihre-Verbrechen-zu-vertuschen-/

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