Größte Medienkonzerne der Welt: 2013 im Vergleich zu 2003 / Warum das Internet englisch dominiert ist

Die Internetsuchmaschine Google ist mit einem Jahresumsatz von über 30 Mrd. US-Dollar im Jahr 2013 offiziell zum größten Medienkonzern der Welt ausgerufen worden. Wer hätte das gedacht, als in der IT-Szene im Jahr 2003 erstmals auch in Deutschland immer öfters das Wort vom "googeln" die Runde machte. Damit war gemeint, ich such mal kurz was im Internet. Ok, man konnte mit Google damals im Jahr 2003, wie mit Yahoo und einigen anderen Suchmaschinen auch, nette Dinge im Netz finden. Doch noch war nicht ansatzweise absehbar, dass die Google-Anzeigen-Programme Adsense und Adwords - jene Mini-Textteilanzeigen die im Google-Search-Index oder auf Webseiten eingeblendet werden, den beiden Gründern von Google helfen würde, zu einer uneinholbaren Medien-Weltmacht aufzusteigen. Netz-Trends.de blickt zehn Jahre zurück, ins Jahr 2003 und stellt die damaligen Medien-Giganten vor.

RocketInternet belegt: Die digitale Welt ist nicht an die Amerikaner verloren. Es gibt auch deutsche wichtige Player.

Übersichtlich und kompakt veröffentlichten Lutz Hachmeister und Günther Rager im Jahr 2003 das Buch "Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medienkonzerne der Welt" (beck'sche Reihe, ISBN 3-406-47622-8, damals 17,90 Euro, 432 Seiten). Für Netz-Trends.de ist es die Basis für den zehnjährigen Rückblick auf die Mediengiganten damals im Jahr 2003.

So schrieben die beiden Buch-Autoren Hachmeister und Rager in ihrem Vorwort zum Medien-Buch im Jahr 2003: "Dann aber erwies sich die 'New Economy' als millennarisches Wunschgebilde aus Lug und Trug, das von den Medienkonzernen im Verbund mit den Yuppies der Finanzmärkte und den verzweifelt nach Lösungen für die Strukturkrise des konventionellen Wachstumskapitalismus suchenden Politikern selbstbezüglich konstruiert worden war. Bald konnten die Journalisten der mediatisierten Neu-Ökonomie nicht einmal mehr den Charme der Gründerzeit abgewinnen...".

Dieses Vorwort ist nur zehn Jahre her. Zehn Jahre, die auf nicht gekannte rasante atemraubende Art und Weise belegten, wie falsch selbst kompetenteste Medien-Fachleute liegen können. Denn 10 Jahre später, im Jahr 2013, sind jene "Yuppies" stärker da denn je - mächtiger, reicher, den ganzen Globus politisch und gesellschaftlich durchdringend: Ob Facebook oder Google, ob Expedia, Tripadvisor, Amazon, Ebay - oder in Deutschland Unternehmen wie die Axel Springer AG (Yes, sie hat den Turn-Around in die digitalen Medien geschafft), TOMORROW FOCUS AG, United Internet AG (1&1, GMX etc.) Unister, RocketInternet Group, Deutsche Telekom AG und einige mehr: Sie alle belegen, wie real die digitale Welt heute doch ist - weltweit, in Europa, in Deutschland.

Groß ist die digitale Welt, aber auch die Spionage durch die US-Regierung die damit möglich wird

Viele fragen sich im Angesicht der gigantischen Spionage-Affäre der US-Regierung, in der sie hunderte Millionen Menschen weltweit über einen direkten heimlichen digitalen Zugriff auf die Server der großen Digital-Unternehmen Apple, Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, AOL, Skype und YouTube bespitzelt: Wie konnte es kommen, dass fast alle weltweiten Player der digitalen Welt aus den USA stammen und damit einem direkten Zugriff der US-Regierung unterliegen?

Die Antwort ist so simpel wie wahr: Da die Welt englisch spricht und da die US-Amerikaner schon immer für Neues offen waren und mit kindlicher Neugier Technik und Innovationen gegenüberstehen. Eine deutsche Internet-Suchmaschine wäre vielleicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz groß geworfen (wenn Bertelsmann, Axel Springer, Gruner + Jahr, Deutsche Telekom AG, Heinrich Bauer Verlag, Hubert Burda etc. nicht geschlafen hätten), niemals aber weltweit. Das hätte nicht etwa an der mangelnden Innovationsfähigkeit der Deutschen gelegen, sondern einfach daran, dass eine in Deutschland entstandene Internet-Suchmaschine zunächst einmal komplett in Deutsch gewesen wäre. Eine weltweite Expansion wäre, wie es den US-Unternehmen häufig viel leichter gelingt, einfach nicht möglich gewesen. Die Investitionen wären gigantisch und nicht zu bewältigen gewesen.

So aber kann in der globalisierten Welt, in der das Internet eine noch nie dagewesene Barrierelosigkeit im Erobern von Weltmärkten bietet, alles Digitale das auf Englisch das Licht der Welt erblickt, viel leichter und günstiger den Erdball umspülen. Wer eine zündende Idee hat und den Durchbruch in den USA schafft, der ist auch gleich in fast Zwei Dritteln der Welt präsent - in all jenen Ländern, die einstmals zum Britischen Empire gehörten. Noch heute zeugen unzählige englischsprachige Tageszeitungen weltweit von der Macht der englischen Sprache, der englischen Kommunikation: Ob in Malaysia, Hongkong, Cape Town, Peking, Abu Dhabi, Pakistan, Malta, Ägypten, Südafrika, Australien, Thailand - faktisch überall gibt es seit Jahrzehnten, wenn nicht bald seit Jahrhunderten, englischsprachige Zeitungen.

Die USA sind die neue Welt-Stasi, die Antwort auf die untergegangene sozialistische Horch & Guck-Fraktion der DDR

Doch wenn die Amerikaner vor allem auf Grund ihrer Zugehörigkeit zur Weltsprache Englisch, das Internet und die digitale Welt beherrschen, so bringt das unglaublich viele Vorteile, aber auch unglaublich viele Nachteile mit sich: Die US-Regierung kann über das Trojanische Pferd - das Internet (Google & Co), die Computer (Microsoft-Betriebssysteme etc.) - faktisch weltweit ohne Regierungen zu fragen, Milliarden von Menschen ausspionieren und überwachen. Einst konnte sich niemand vorstellen, dass dies technisch oder personell möglich wäre. Doch heute, seit der Spionageaffäre der US-Regierung, wissen wir: Ja, die USA sind die neue Stasi, die neue Welt-Stasi - nur größer und mächtiger und globaler als es die sozialistische Stasi, die sogenannte DDR Staatssicherheit, jemals war.

Diese von den Deutschen und Europäern nicht gewollte Tatsache birgt Fragen: Fragen nach Verstößen gegen unzählige Länderverfassungen, gegen die die USA unverfroren mit Hilfe von Google, Facebook, Apple & Co verstoßen. Wo bleibt der Datenschutz, möchten nun weltweit hunderte Millionen Menschen verärgert, aber auch verängstigt, von ihren Regierungen, der US-Regierung wissen. Die Antwort: Es gibt keinen Datenschutz mehr. Der Datenschutz ist nur noch ein Recht, welches auf kleiner lokaler Ebene Unternehmen aufgezwungen werden kann, nicht aber mehr den globalen Weltkonzernen, die letztlich die globale Kommunikation beherrschen.

Da die USA tun, was sie tun: Nämlich unverfroren hunderte Millionen Menschen digital ausspionieren, bleibt ein Thema mittel- bis langfristig so sicher wie das Amen nicht in der Schublade: Können es sich freie Gesellschaften wie es Deutschland, Frankreich oder Japan sind, leisten, dass eine Supermacht die Rechte der Bürger dramatisch und unverfroren unterhöhlt und ignoriert, indem es die Spionage in den privatesten Alltag, auf den privaten PC, das private Handy bringt? Doch nicht nur das wird man sich künftig stärker denn je fragen, sondern auch: Können wir noch Google, Facebook & Co als private Unternehmen ansehen oder sind es Handlangern der US-Regierung?

China und der Iran scheinen ihre Antwort gefunden zu haben

China oder der Iran scheinen ihre Antwort gefunden zu haben: Diese Länder wünschen keine Verbreitung von digitalen US-Medien wie Google. Beide Länder verbieten Google und bauen an eigenen Internet-Suchmaschinen. Noch jubelt US-Präsident Barack Obama (Demokraten) vor der Weltpresse, wie toll und notwendig doch sein gigantonomisches digitales Spionageprogramm sei. Doch er sollte nicht vergessen: Die Menschen sind nicht dumm. In Frankreich hat es Jahrhunderte gedauert, bis die große Revolution kam, aber sie kam. Und sie hat bestehende Strukturen auf den Kopf gestellt und verändert. Auf die digitale Welt bezogen, heißt dies. Nirgends steht geschrieben, dass auch noch in 50 Jahren die Welt eine Welt von US-Unternehmen ist - also von Apple, Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, PalTalk, AOL, Skype oder YouTube.

Wer die Freiheit und Würde der Menschen durch maßlose staatliche Spionage mit Füßen tritt, der muss mit einer Antwort rechnen. Dabei werden die politischen und gesellschaftlichen Mühlen langsam mahlen, aber die werden mahlen und sie werden das was ist - die totale Spionage der Deutschen und vieler anderer Völker und Nationen durch die US-Regierung - erst zaghaft, aber dann immer heftiger versuchen zu verhindern.

Ja, Google ist das größte Medienunternehmen der Welt. Dabei steht ganz außer Frage: Google hat, ebenso wie Apple, Microsoft, Yahoo, Facebook, PalTalk, AOL, Skype oder YouTube, die Welt zu einer besseren gemacht: Sie ist offener. Sie ist transparenter. Google bietet auch kleinen Plattformen - wie Netz-Trends.de - die Chance und Möglichkeit ohne einen Medienkonzern im Rücken, sein Nutzergemeinde aufzubauen. Auch wenn deutsche Medienkonzerne gerne das Gegenteil behaupten. Doch Google ist - zumindest noch - fairer als es die sonstigen Medienkonzerne dieser Welt jemals waren. Gerade die Zeitungskonzerne in Deutschland, in der Welt, hatten früher recht unverhohlen Neugründungen von regionalen Wochenzeitungen / Anzeigenzeitungen oder auch von Tageszeitungen, Zeitschriften oder TV-Sendern einfach dadurch verhindert, indem sie sehr oft wirtschaftlich ausgetrocknet wurden: Anzeigen wurden so lange in der jeweiligen Region zu Dumpingpreisen verkauft, bis der Konkurrenz zahlungsunfähig war oder bereit war, die Mehrheit an seiner Mediengründung an den vermeintlichen Platzhirschen zu verkaufen.

Unter den 50 größten Medienkonzernen im Jahr 2001 tauchte Google noch nicht einmal auf

Unter den 50 größten Medienkonzernen der Welt taucht in dem im Jahr 2003 erschienen Buch "Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medienkonzerne der Welt" - Google nicht einmal in der Top-50-Statistik auf. Dabei basieren Umsatzzahlen auf dem Jahr 2001. Netz-Trends.de zählt die damaligen Mediengiganten an dieser Stelle auf -und zwar entsprechend des erwähnten Buches "Wer beherrscht die Medien...":

Auf Platz 1 war AOL Time Warner (USA) mit einem Jahresumsatz von 42,69 Mrd. US-Dollar. Es folgt auf Platz 2 die Microsoft Corporation (USA) mit einem Umsatz von 31,67 Mrd. US-Dollar. Den 3. Platz belegte Walt Disney Co. (USA) mit einem Umsatz von 28,2 Mrd. US-Dollar. Der 4. Platz ging damals - also im Jahr 2001 - an Vivendi Universal (Frankreich; 28,12 Mrd. US-Dollar). Es folgen Viacom Inc. (USA; 25,93 Mrd. US-Dollar; Platz 5), AT & T Comcast Corp (USA; 21, 74 Mrd. US-Dollar; Platz 6), Sony Corp. (Japan, 21 Mrd. US-Dollar; Platz 7), Bertelsmann AG (Deutschland; 20 Mrd. US-Dollar; Platz 8), News Corp. Ltd. (Australien/USA; 14,77 Mrd. US-Dollar; Platz 9), EchoStar Communications (USA; 13,69 Mrd. US-Dollar; Platz 10), Cox Enterprises Inc. (USA; 9,71 Mrd. US-Dollar; Platz 11), Clear Channel Communications (USA; 8,89 Mrd. US-Dollar; Platz 12), Lagardère SCA (Frankreich; 7,67 Mrd. US-Dollar; Platz 13).

Einige der folgend genannten Unternehmen gibt es teils heute schon gar nicht mehr in der Form. Dazu gehört beispielsweise die deutsche KirchGruppe.

Zu den 50. größten Medienkonzernen der Welt gehörten 2001 die folgenden weiteren Unternehmen: Reed Elsevier plc (Großbritannien; 7,34 Mrd. US-Dollar; Platz 14), Gannett Co. (USA; 7,08 Mrd. US-Dollar; Platz 15), Pearson plc (Großbritannien; 6,79 Mrd. US-Dollar; Platz 16), NBC Inc. (USA; 6,44 Mrd. US-Dollar; Platz 17), Reuters Group (Großbritannien; 6,23 Mrd. US-Dollar; Platz 18), NHK(Nippon Hoso Kyakai (Japan; 6 Mrd. US-Dollar; Platz 19), Tribune Co. (USA; 5,87 Mrd. US-Dollar; Platz 20), Hears Corp. (USA; 5,81 Mrd. US-Dollar; Platz 21), ARD (Deutschland; 5,61 Mrd. US-Dollar; Platz 22), BBC (Großbritannien; 5,44 Mrd. US-Dollar; Platz 23), Advance Publications (USA; 5,07 Mrd. US-Dollar; Platz 24), Cablevisions Systems Corp. (USA; 4,92 Mrd. US-Dollar; Platz 25).

Es folgen die weiteren Plätze 26 bis 50 der weltweit größten Medienkonzerne im Jahr 2001 in der Netz-Trends.de-Darstellung, welche sich auf das Buch "Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medienkonzerne der Welt" aus dem Jahr 2003 bezieht:
So ist auf dem 26. Platz das Unternehmen VNU N.V. (Niederlande; 4,8 Mrd. US-Dollar). Es folgen die KirchGruppe (Deutschland; 4,45 Mrd. US-Dollar; Platz 27), Charter Communications (USA; 4,41 Mrd. US-Dollar; Platz 28), NTL Group Ltd. (Großbritannien; 4,13 Mrd. US-Dollar; PLatz 29), Fuji Television Network Inc. (Japan; 3,95 Mrd. US-Dollar; Platz 30), EMI Group plc (Großbritannien; 3,93 Mrd. US-Dollar; Platz 31), Asahi Shibun (Japan; 3,78 Mrd. US-Dollar; Platz 32), Organisacoes Globo (Brasilien; 3,57 Mrd. US-Dollar; Platz 33), New York Times Co. (USA; 3,37 Mrd. US-Dollar; Platz 34), Nippon Television Network Corp. (Japan; 3,25 Mrd. US-Dollar; Platz 35), Daily Mail & General Trust plc (Großbritannien; 3,16 Mrd. US-Dollar; Platz 36), Bloomberg L.P. (USA; 3,13 Mrd. US-Dollar; Platz 37), Axel Springer Verlag AG (Deutschland; 2,86 Mrd. US-Dollar; Platz 38), Rogers Communications Inc. (Canada; 2,74 Mrd. US-Dollar; Platz 39).

Die Plätze 40 bis 50 belegten im Jahr 2001 die folgenden Medienkonzerne: Carlton Communications (Großbritannien; 2,74 Mrd. US-Dollar; Platz 40), Washington Post Co. (USA; 2,70 Mrd. US-Dollar; Platz 41), RAI (Italien; 2,64 Mrd. US-Dollar; Platz 42), Tokyo Broadcast Systems (Japan; 2,64 Mrd. US-Dollar; PLatz 43), Granada plc (Großbritannien; 2,39 Mrd. US-Dollar; PLatz 44), Mediaset SpA (Italien, Berlusconi; 2,35 Mrd. US-Dollar; Platz 45), Georg von Holtzbrinck GmbH (Deutschland; 2,33 Mrd. US-Dollar; Platz 46), TF S.A. (Frankreich; 2,33 Mrd. US-Dollar; Platz 47), Liberty Media Corp. (USA, John Melone, wollte damals das deutsche Kabelnetz von der Deutschen Telekom AG fast komplett übernehmen; 2,30 Mrd. US-Dollar; Platz 48), Nihon Keizai Shimbun (Japan; 2,28 Mrd. US-Dollar; Platz 49), Zeitungsgruppe WAZ (Deutschland; 1,90 Mrd. US-Dollar; Platz 50).

Fazit: Eine Demokratie ohne Vielfalt und Unabhängigkeit von Medienunternehmen ist keine Demokratie

Wenn man bedenkt, dass die Internetsuchmaschine Google heute mit jährlich über 10 Mrd. US-Dollar mehr Gewinn erwirtschaftet, als im Jahr 2001 40 der 50 größten Medienkonzerne jährlich jeweils an Umsatz ausweisen konnten (pro Unternehmen gerechnet), wird deutlich, wie gigantisch die digitale Welt geworden ist, wie gigantisch und mächtig. Das zeigt aber vor allem eines: Der Staat darf sich nicht zurücklehnen und dem Geschehen zuschauen. Er muss dafür sorgen, dass auch künftig eine unabhängige Vielfalt an Medienunternehmen, auch an Kleinst-Medien-Unternehmen, erhalten bleibt. Eine Demokratie ohne Vielfalt ist keine Demokratie.

Wenn aber die Antwort jene ist, die die US-Regierung der Welt derzeit vorführt, nämlich dass sie die weltweit dominierenden digitalen US-Unternehmen dazu nutzt, um die Welt noch stärker gesellschaftlich und politisch zu dominieren und auszuspionieren, läuft etwas ganz gewaltig schief.