Studie Global Employment Trends for Youth 2013 Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland bei 60 Prozent, in Portugal bei 40 Prozent

Die Teilung der Welt in Reich und Arm schreitet voran. Wie die aktuelle UNO-Studie "Global Employment Trends for Youth 2013" der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) mitteilt, wären alleine in Griechenland rund zwei Drittel aller Jugendlichen, also 60 Prozent, von Jugendarbeitslosigkeit betroffen. Dabei befinde sich das Land im sechsten Jahr in Folge in der Rezession. So sinke die Wirtschaftsleistung Griechenlands, also das Bruttosozialprodukt, erneut um mindestens vier Prozent. Die neuen Arbeitszahlen bedeuten für Griechenlands Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren: Noch nie waren in dem Land so viele junge Leute arbeitslos wie im ersten Quartal 2013.

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Deutschland glänzt mit niedriger Jugendarbeitslosigkeit, in Griechenland oder Portugal leiden 60 Prozent der Jugendlichen unter Joblosigkeit.

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), einer Unterorganisation der UNO, seien derzeit weltweit in den in der Studie berücksichtigten Ländern mindestens 73,4 Mio. der 15- bis 24-Jährigen ohne Job. Als Ausnahme wurde Europas größte Wirtschaftsnation, Deutschland, genannt. Hier lag die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen bei lediglich 8 Prozent.

Alleine im Februar 2013 ist die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen in Griechenland um weitere 64 Prozent angestiegen. Dabei hatte die griechische Regierung einiges gesetzlich unternommen, um den Firmen eine Festanstellung junger Menschen schmackhaft zu machen. Beispielsweise wurde der Mindestlohn für Jugendliche unter 25 Jahren auf lediglich 500 Euro gesenkt. Derzeit liegt die Gesamt-Arbeitslosenquote im Akropolis-Land bei gigantischen 27 Prozent. Das ist eine Verdreifachung seit Beginn der Weltwirtschaftskrise im Herbst 2009.

Besorgt zeigt sich die Internationale Arbeitsorganisation, dass eine ganze Generation junger Menschen hoffnungslos ins Abseits getrieben werde. Denn immer mehr Jugendliche könnten sich kein eigenes Leben finanzieren und hätten damit - gerade auch in den Industrieländern - keine Chance auf eine Selbständigkeit und die Möglichkeit einer Familiengründung. Vor allem die Massenproteste in Griechenland, Spanien, Portugal, oder auch in den Randbezirken von Paris, zeigten, wie drängend das Problem der Jugendarbeitslosigkeit mittlerweile sei.

Lob aus Deutschland für Griechenland

Trotz der Wirtschaftskrise in Griechenland kommt dennoch Lob aus Deutschland. So sagte der deutsche Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble auf der Internationalen Investment-Konferenz in London, Griechenland hätte in den vergangenen Monaten wichtige Schritte zur Restrukturierung des Landes getätigt. Positiv vermerkte Schäuble zudem, dass das Gesamt-Haushaltsdefizit innerhalb der Mitgliedsländer der Eurozone in den vergangenen drei Jahren um immerhin die Hälfte gesunken sei. Dieses sei ein wichtiges Signal an die Finanzmärkte der Welt.

Gleichzeitig forderte Schäuble, Europa müsse erheblich mehr als bislang tun, um die Jugendarbeitslosigkeit, die Millionen Menschen bedrücke, zu bekämpfen. So liegt die Jugendarbeitslosigkeit derzeit in Griechenland bei 60 Prozent, in Portugal bei 40 Prozent.

Allerdings dürfte die griechische Wirtschaft in näherer Zukunft erst einmal wieder unter dem für den 17. Mai angesetzten Generalstreik leiden. Als nach wie vor schwierig stellt sich ferner das schiere Ausmaß der Schattenwirtschaft in Griechenland dar. So schätzen Wirtschaftswissenschaftler, wonach der Umfang der Schattenwirtschaft in Griechenland - darunter versteht man Schwarzarbeit oder andere nicht versteuerte Transaktionen - bei 43,3 Mrd. Euro liege. Dieses entspricht 24 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt). Allerdings steht Griechenland mit diesem Problem nicht alleine da. So leiden alle 27 EU-Mitgliedsländer unter umfangreichen nicht versteuerten Schwarzarbeiten. Es wird geschätzt, dass der Durchschnitt bei 18,5 Prozent vom EU-Bruttoinlandsprodukt liegt.

Die hohe Quote der Schattenwirtschaft in Griechenland prangert auch der Vize-Präsident und General Manager von Visa Europe in Griechenland, Bulgarien und Zypern, Nicos Kampanopoulo, an. Seine Kritik beruht vor allem auf der Tatsache, dass sich zwischen 2008 und 2012 hier faktisch in Griechenland, aber auch vielen anderen EU-Ländern, nichts geändert habe. Das finanziellen Volumen der Schattenwirtschaft wird in der EU derzeit auf 2,1 Billionen Euro geschätzt. Zum ILO-Bericht HIER klicken.