Online Travel Market Vereinigte Arabische Emirate: Immer mehr Araber buchen ihre Reise online sagt Studie

Besonders der Anstieg an Mobile Phones und anderen "mobile devices" (wie iPads oder anderen Tablet-PCs) begünstigen den Anstieg von Onlinebuchungen im arabischen Raum und sonstigem Mittleren Osten, behauptet eine neue Studie des Marktforschungsunternehmens PhocusWright ("PhoCusWright's Middle East Online Travel Overview“). Demnach würde zwischen den Jahren 2010 und 2014 mit einer Wachstumsrate von 18 Prozent pro Jahr zu rechnen sein.

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Die Herren wissen wie man sich hierarchisch in Szene setzt: Die Herrscher der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Scheich ganz oben ist der mit absolutistischer Macht ausgestattete Monarch von Abu Dhabi. Links darunter ist der Herrscher von Dubai abgebildet.

In Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es zumindest teilweise ähnliche oder höhere Wachstumsraten im Online-Reisemarkt. Allerdings ist im Gegensatz beispielsweise zu den Vereinigten Arabischen Emiraten - wie Dubai oder Abu Dhabi - hier der Online-Reisemarkt von Platzhirschen größtenteils besetzt. Sie operieren teils seit über 10 Jahren online mit einem entsprechenden Wettbewerbs-Vorsprung. Neue Plattformen können auf Grund der teils großen Markenbekanntheit sowie den notwendigen hohen Werbeabgaben für das Google-Adwords-System kaum mehr profitabel betrieben werden. So gibt es Gerüchte, wonach alleine die deutschen Reisebuchungs-Homepages über 1 Mio. Euro täglich an Google für eine gute Platzierung in den Google-Adwords-Anzeigen überweisen müssen. Tendenz: Steigend.

Eine der im arabischen Raum benutzten Reisewebseiten sei zum Beispiel, schrieb die Tageszeitung Gulfnews am 31. März 2013 (S. B2, Rubrik News), Cleartrip.com. Die Zeitung zitiert Tarique Khatri, den Senior-Vizepräsidenten mit den Worten, wonach er davon ausgehe, dass seine Webseite im arabischen Raum mit Apps mittlerweile mehr Reisebuchungen generiere, als über die traditionelle Webseite. So habe man mit diversen Apps einen Buchungsanstieg im Reisesegment von 125 Prozent im ersten Quartal 2013 gegenüber 2012 verzeichnet.

Ein weiterer Trend im Reisemarkt des Mittleren Osten sei, so die Gulfnews, die automatische webbasierte Lokalisierung einer Reisebuchungs-Webseite "to have a number of Sites catering for different languages". Besonders in einer Region wie den UAE (United Arab Emirates), in der viele Menschen unterschiedlichster Herkunft - auch viele Gastarbeiter - lebten, sei dieses ein entscheidendes Kriterium.

Wichtig sei weiterhin, dass man genau auf diese unterschiedlichen Menschen Reise-Angebote zuschneide. Dieses umfasse auch "special fares for members of different communities". Ähnlich wie im Reisemarkt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, würde man besonders auch auf der arabischen Halbinsel zunehmend dazu übergehen von Frühbucher-Angeboten Gebrauch zu machen, statt auf Last-Minute-Booking zu setzen.

Dass immer mehr Araber gerne online buchten, bestätigt gegenüber den Gulfnews auch Premjit Bagara, der General-Manager des arabischen Reiseveranstalters Sharaf Travel. Allerdings relativiert er das Onlinebuchungs-Aufkommen. So spricht er von vier bis fünf Prozent. Dem stünden rund 95 Prozent gegenüber, die immer noch einen Travel Agent, also den persönlichen Verkauf in einem Reisebüro, bevorzugten.

Welche Angaben stimmen - die des Vertreters des Online-Reisebüros - oder die des Reiseveranstalters - ist, ähnlich wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz schwer zu sagen. Denn zwischen Online-Reisebüros und stationären Reisebüros gibt es traditionell harten Wettbewerb.

Doch so oder so sind sich Marktbeobachter einig: Auch im arabischen Raum werden die Online-Reisebuchungen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Der Reisemarkt und Freizeitmarkt wird alleine in den Vereinigten Arabischen Emiraten für den Zeitraum 2011 bis 2013 auf ein Umsatzvolumen von rund 12,3 Mr. Euro (16 Mrd. US-Dollar) geschätzt, berichten die Gulfnews unter Bezugnahme auf die Studie PhoCusWright's Middle East Online Travel Overview”. Anmerkung: Die Studie wird allerdings von dem Marktforschungsunternehmen nicht kostenlos angeboten, sondern zu einem Preis von €1147 Euro.