Teil 2 - Wo die Sonne immer scheint Sehenswürdigkeiten in Abu Dhabi: Emirates Palace, Große Moschee, Ferrari World

Abu Dhabi (arabisch ‏ إمارة أبو ظبي ‎, DMG Imārat Abū Ẓaby) ist zwar noch weit von einer künstlich inszenierten Stadt wie Dubai entfernt, dennoch gibt es – neben dem phantastisch guten Wetter – doch einige Sehenswürdigkeiten in Abu Dhabi.

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Weltweit gehört die Große Moschee von Abu Dhabi zum edelsten im Reich der Muslime. Alleine ihr Bauwert dürfte in die Milliarden Euro gehen.

Dazu gehört zum Beispiel das 7-Sterne-Hotel Emirates Palace, die Große Moschee (Masǧid aš-Šaiḫ Zāyid bzw. Sheikh Zayed Moschee), der Central Market und der Goldmarkt, die Ferrari World, die Inseln Yas Island und Saadiyat Island, Corniche Beach (klassischer Badestrand) sowie der Al Raha Beach (exklusiver auf Yas Island) oder die acht Kilometer lange Corniche Beach Strandpromenade.

Nachdem in Teil Eins der netz-trends.de-Reiseberichte über Abu Dhabi auf die Mentalität der Emirati eingegangen worden ist, möchte Teil Zwei einen generelleren Überblick zu touristischen Highlights bieten. Sollten Sie Teil Eins noch nicht gelesen haben, HIER klicken ("Urlaub in Abu Dhabi: Da wo "Männer noch richtige Männer sind" und die Sonne immer scheint / Nur: Was ist mit der Frau?").

Ein Höhepunkt eines Besuchs in Abu Dhabi ist der Besuch der Großen Moschee (auch: Masǧid aš-Šaiḫ Zāyid bzw. Sheikh Zayed Grand Mosque). Sie gehört weltweit zu den schönsten und teuersten, die jemals gebaut wurden. Für den Bau wurden nur die edelsten Materialien benutzt – Gold, Marmor, Edelsteine. Bis zu 40.000 Betende finden im Haus der Moschee von Abu Dhabi sowie unter freiem Himmel auf dem Moschee-Vorplatz Unterkunft. Für Reisende gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Moschee umfangreich – auch unter kostenloser regelmäßiger Führung – zu besichtigen.

Neben der ausgefallenen Architektur der Moschee beeindruckt auch ein handgeknüpfter Perserteppich, der das ganze Glaubenshaus austattet. Er wurde in zweijähriger Arbeit von 1.200 Iranerinnen handgeknüpft und wog in seiner ursprünglichen Version 46 Tonnen. Nach Auslage in der Moschee und dem Herausschneiden von Teilstücken, beispielsweise durch Anpassung an Moschee-Säulen in der Moschee-Gebetshalle, bringt der weltweit größte Teppich, der jemals an einem Stück geknüpft wurde, immer noch gut 36 Tonnen auf die Wage, erzählt uns der Moschee-Führer. Der Perserteppich ist in seiner Qualität und Schönheit beste islamisch-iranische Hochkultur.

Die Große Moschee von Abu Dhabi - für Reisende ein absolutes Pflichtprogramm. netz-trends.de


Neben der Moschee gehört selbstverständlich auch das Emirates Palace Luxushotel – das sich selbst gleich mit 7 Sternen versehen hat, einer Kategorie die es international eigentlich gar nicht gibt - zu den Sehenswürdigkeiten in Abu Dhabi. Es steht Interessenten zur Besichtigung offen und ist ein Palast im wahrsten Sinne des Wortes. Er dient den "Ruling Families" der Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Abu Dhabi gehört, gleichzeitig als großes Gäste- und Empfangshaus.

Doch Achtung: Der hintere Außenbezirk mit den Gartenrestaurants und der Strandpromenade des Emirates Palace ist grundsätzlich für Nicht-Hotelgäste geschlossen. Zutritt bekommt man erst ab 18 Uhr direkt über eines der Restaurants, die auch Nicht-Hotelgästen offen stehen. Deshalb der netz-trends.de-Reisetipp für all jene, die unbedingt das Emirates Palace auch einmal von der Strandseite aus sehen möchten: Ein Abendessen in einem der Gartenrestaurants des Emirates Palace ab 18 Uhr einplanen. In der Regel ist eine Tisch-Reservierung nicht nötig, da es ausreichend Platz gibt. Wer jedoch auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte kurz vorher im Hotel anrufen und auf jeden Fall genug Kleingeld einplanen.

Sowohl die Große Moschee von Abu Dhabi wie das Emirates Palace Hotel gehören zu den teuersten Gebäuden weltweit. Sie dürften mehr oder weniger in den Privatbesitz – wie so vieles – der Herrscherfamilie von Abu Dhabi gehören. Regierungschef von Abu Dhabi ist der mehr oder weniger absolutistisch regierunde Khalifa bin Zayed Al Nahyan. Er ist der Sohn vom mittlerweile verstorbenen Staatsgründer Sheikh Zayed bin Sultan Al Nahyan. Wie die Familie des Herrschers vom benachbarten Dubai (Hamdan bin Rashid Al Maktoum, geboren am 25. Dezember 1945), gehört auch der Clan der Al Nahyan zu den reichsten Familien weltweit. Ihr Vermögen schätzen Fachleute auf weit über 50 Mrd. Euro.

Dabei kann man sich einen Blick in die Forbes-Richest-List sparen: Man wird weder die Herrscher von Abu Dhabi noch von Dubai dort groß finden. Beide Clans sind als Inhaber der reichsten Ölstaaten der Welt, nicht groß gelistet. Ihr Reichtum lässt sich sowohl betriebswirtschaftlich wie volkswirtschaftlich auch kaum schätzen oder berechnen. Dennoch kann man getrost annehmen, wonach die beiden Herrscherfamilien von Dubai und Abu-Dhabi (man spricht von Erb-Dynastien), durchaus in einem Atemzug mit Milliardären wie Bill Gates oder Warren Buffet oder dem amerikanischen Wal-Mart-Clan genannt werden können.

Als weiterer Höhepunkt eines Besuchs in Abu Dhabi gilt - natürlich - die Formel Eins-Rennstrecke auf der immer luxuriöser ausgebauten Yas Island. Hier ist die berühmte Ferrari World - Ein Vergnügungspark. Doch auch, wer nicht mit Kind und Kegel Achterbahn fahren möchte, sollte sich nicht davor drücken, ein Taxi für drei bis vier Stunden bei rund 50 Euro Kosten zu schnappen, und eine Tour auf diese Insel zu unternehmen. Bitte ein gutes Trinkgeld on top dem Fahrer am Ende der Fahrt bezahlen, da Wartezeiten bedingt durch Sightseeing für Taxifahrer in Abu Dhabi kaum Umsatz bedeuten.

Eine sehr gute Route führt von der berühmten Strandpromade Corniche Beach über die Insel Saadiyat Island. Hier soll von April bis Oktober 2013 an einem kleinen Museumskomplex gebaut werden, den Abu Dhabi als "Louvre" bezeichnet. Bis auf Baukräne und einem großen Betonklotz ist bislang dort jedoch nicht viel zu sehen. Als weitere Attraktion soll auf der West-Spitze von Saadiyat Island ein "Zayed National Museum" entstehen sowie eine kleine Dependance des unvermeintlichen Guggenheim-Museums. Es soll also eine Art kleine Museumsinsel nach Vorbild der Berliner Museumsinsel entstehen. Nur halt in Strandnähe, bei bis zu 45 Grad Celsius im Sommer und unter Wüstenklima. Abu Dhabi versucht auf den Inseln das nachzuholen, was der Regierung in der City von Abu Dhabi so gründlich in den vergangenen 60 Jahren misslungen ist: Ein Gebiet zu schaffen, in dem luxuriöses Wohnen mit Kultur, Restaurants, Cafés und Ruhe möglich ist.

Die Insel könnte für all jene eine Alternative sein, die nicht in einem der Hotelbunker in Abu Dhabi City wohnen möchten. So wird selbst das Hilton-Hotel in Abu Dhabi City von Straßen umspielt, die an unerträglich laute Autobahnen erinnern. Recht luxuriös und still wohnt es sich in Abu Dhabi beispielsweise auf der Insel Saadiyat im St. Regist Saadiyat. Hier gibt es direkt angrenzend zum Hotel einen Golfplatz. In unmittelbarer Nachbarschaft residiert auch direkt am Meer das Park Hyatt Abu Dhabi. In beiden Hotels lässt es sich auch mit Kindern exklusiver und ruhiger Urlaub in Abu Dhabi genießen. Während es Ostern 2013 Ende März in Berlin noch schneit, kann man in Abu Dhabi bei angenehmen 30 bis 32 Grad am Strand oder Hotelpool liegen.


Polizeiauto in Abu Dhabi. Foto: netz-trends.de

Ein Nachteil auf Saadiyat Island: Es ist nicht viel los auf der Insel. Entweder schwingt man sich also ins eigene gemietete Auto und fährt ab und an in die City von Abu Dhabi oder man nimmt sich ein Taxi (30 Minuten Taxifahrt kosten ca. 17 Euro), um einem Zuviel an Ruhe auch einmal zu entkommen.

Auch wir sind mit einem Taxi in Abu Dhabi unterwegs. So fährt uns unser Taxifahrer, ein Nepalese, der als Gastarbeiter hier ist, weiter von der Insel Saadiyat über die erst seit gut 2 1/2 Jahren herrlich und großzügig gebaute Meeres-Autobahn, die Sheikh Zayed Road. Sie wurde - wie so viel in den Vereinigten Arabischen Emiraten - nach dem örtlichen Herrscherhaus benannt. So taucht denn auch das Konterfei des Herrschers immer wieder an zentralen Straßen und Plätzen auf haushohen Plakaten auf. Die Sheikh Zayed Road verbindet erstmals nicht nur die beiden zentralen und wichtigen Inseln von Abu Dhabi Saadiyat Island und Yas Island (Formel 1), sondern führt auch direkt per 90-minütiger Autofahrt nach Dubai und zurück.

Unser Taxifahrer hat Geduld mit uns. Denn unser Ziel ist es: Ein schönes Foto vom weltberühmten roten Dach der Ferrari World in Abu Dhabi mit im Gepäck nach Europa zu bringen. Doch das ist in einem flachen Wüstenland gar nicht so einfach. Auf jedem Hügelchen, auf jeder Seitenbrücke, bitten wir deshalb den Taxifahrer kurz anzuhalten. Selbst auf der Standspur der Autobahn stoppt er. Doch erst am Ende der Tour wissen wir: Die besten Fotos vom Gebäude der Ferrari World erhält man in direkter Nachbarschaft des Indoor-Vergnügungsparks und zwar von der Straße der vor erst wenigen Monaten eröffneten "Waterworld". Fast alle anderen Versuche, das rote Riesenzeltdach der Ferrari-World mit dem Fotoapparat einzufangen, kann man sich sparen (von einer Luftaufnahme aus einem Hubschrauber heraus einmal abgesehen).

Die Ferrari World ist auch jenen architektonisch und als Eventhaus zu empfehlen, denen vielleicht nicht der Sinn nach Zuckerwatte und Abenteuerspielen ist. Denn ein Stopp hier lohnt sich allemal. Sowohl im Eingangsbereich lassen sich gute Erinnerungsfotos machen, als auch ist die Atmosphäre zwischen westlichen Touristen und verschleierten wohlhabenderen Araber-Frauen nicht zu unterschätzen. Auch lohnt sich ein kurzer Besuch im Ferrari Shop.

Nachdem unser Taxifahrer geduldig 30 Minuten am Eingang der Ferrari World gewartet hat, geht es weiter von der Ferrari-World in das luxuriöse neue Formel-1-Hotel Yas Island Rotana (5 Sterne). Das Hotel ist mittlerweile in jedem Reiseführer und auch auf Postkarten von Abu Dhabi abgelichtet. Das Hoteldach erinnert an zwei kuschelnde riesengroße Schildkröten. Wie schon im Emirates Palace, so gilt auch hier: Hereinspaziert. Der Luxus versteckt sich hier nicht. Sogar eine Fahrt im sogenannten "Blauen Aufzug" (farblich entsprechend zu erkennen) ist in den 9. Stock zur Poolbar erlaubt (was im Emirates Palace nicht möglich ist).

Von dort oben, in dem edel ausgerichteten Barbereich, hat man nicht nur einen perfekten Blick auf die gesamte Ferrari-World (allerdings nur durch mit weißen Mustern durchzogenen Fenstern), sondern obendrein auch auf die edlen Unterkünfte des Formel-1-Zirkuses. Die Appartements der Formel-Eins-Mitarbeiter haben fast durchgängig eigene kleinen Yachthäfen, wie sich vom Yas-Hotel gut einsehen lässt. Doch sollte man so viel Stil an den Tag legen, die Gastfreundschaft der Emirati nicht zu überspannen und wenigstens einen Trink in der Poolbar zu bestellen. Wer mit dem Gedanken spielt, einige Tage Urlaub im Yas-Hotel zu machen, ist dort zwar auf jeden Fall gut aufgehoben, aber der reine Poolbereich im 9. Stock ist doch eher etwas bescheiden und wird durch die großflächig dort oben angelegte - allerdings recht noble - Gastronomie-Möglichkeit überdeckt.

Wem weniger an Fotomotiven der Ferrari-World gelegen ist, sondern die direkt am Hotel liegende Formel-1-Rennstrecke besuchen und fotografieren möchte, der sollte rechts an der Hoteleinfahrt in den offenen Hotelpark spazieren. Hier sieht man bereits die Tribünen der Abu Dhabi Formel 1 Strecke und auch die Rennstrecke selber. Von der Terrasse des Yas-Hotels – die sowohl durch das Hotel im Erdgeschoss, wie über den Park erreicht werden kann - lässt sich perfekt die Formel-Eins-Rennstrecke anschauen. Hier sitzen wohl die edlen Scheichs, wenn es zur Sache geht bei Hamilton & Co. Heute sind wir hier und staunen - auch wenn gar keine Rennen stattfinden.

Wieder hat unser Taxifahrer eine gute Idee. Die nächste Sehenswürdigkeit auf unserem kurzen Insel-Rundtrip sei das "Coins-Gebäude": Ein Hochhaus, das einer Münze nachempfunden wurde. Doch vorher macht er noch halt im neuen Luxus-Wohnviertel von Abu Dhabi auf Yas Island. Dort, wo reiche Scheichs mit reichen Europäern ihre Eigentumswohnungen haben - und zwar am "Al Bandar Al Raha Beach" (Taxifahrer fragen, ist noch in fast keiner Touristenkarte eingezeichnet).

An diesem Strandabschnitt ist auch die herrlich gelegene edle Ornina Restaurant & Lounge gelegen. Hier verkehren sowohl wohlhabende und reiche Araber, wie auch Europäer. Tipp: Besonders für den Abend sollte man sich hier einen Tisch reservieren. Nirgends sitzen man wohl in Abu Dhabi so herrlich und stilvoll am Meer wie hier - mit direktem Blick rüber zur Formel-1-Rennstrecke (Homepage: orninalounge.com).