Sport Olympische Winterspiele 2014 in Russland: Putin feuert Vizechef Sochi Ski Jump

Die Winterspiele 2014 sind für Russland das größte internationale Ereignis seit Jahrzehnten. Deshalb ist es Russlands Präsident Vladimir Putin, welcher neben russisch auch deutsch spricht, ein großes Anliegen dass Russland hier weltweit glänzt. Die Winterspiele sind für ihn Chefsache. Besonders verärgert zeigte sich Putin jetzt, da ein Mitglied des Olympischen Komitees dafür verantwortlich sei, da es beim Beu der Sochi Ski-Sprung-Anlage zu monatelangen Verzögerungen gekommen ist und die Baukosten sich um ein vielfaches erhöhten. Deshalb wurde nun der 42-Jährige olympische Vizepräsident Akhmed Bilalov (Ахмед Билалов) von Putin gefeuert.

Bilalov muss sowohl von seinem Posten als Vize-Präsident des Olympischen Komitees als auch als Vorstands-Mitglied des russischen Touristenkonzerns "Northern Caucasus Resorts OJSC" (Курорты Северного Кавказа; Homepage: ncrc.ru/en/page/background) zurücktreten. Putin sagte, Bilalov könne zwar in Russland nach wie vor privat seinen Geschäften nachgehen aber der Staat werde künftig vorsichtig im Umgang mit ihm sein. Das heißt nichts anderes als dass Bilalov aus dem großen Milliarden-Geschachere zwischen Staatsgeldern und möglicher Korruption auf Kosten des Staates erst einmal ausgeschlossen ist.

Putin machte Bilalov persönlich für die Verzögerungen der Baumaßnahmen verantwortlich. Die Skisprung-Anlage "Sochi" wird von dem Touristikkonzern "Northern Caucasus Resorts" (Курорты Северного Кавказа) durchgeführt. Im nördlichen Kaukasus entstehen bis 2014 fünf neue Skigebiete mit 898 Kilometern Pisten und 179 neuen Skiliften (Quelle: skiresort.info). Insgesamt sollen dafür bis 2025 22,8 Mrd. Euro investiert werden. Noch Mitte Januar hatte Ahmed Bilalov auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos den Wirtschaftsführerin von den großen russischen Plänen zu den olympischen Winterspielen 2014 berichtet (Quelle: vestnikkavkaza.net).

Das wurde nun innerhalb einer Revision der olympischen russischen Anlagen - genauer des Sport-und Touristenzentrum "Mountain Carousel" - bekannt. Ingesamt soll dieses neue Skigebiet 2.000 Hotelzimmer sowie zahlreiche Infrastruktur-Einheiten den Sport- und Winterbegeisterten bieten (Quelle: rg.ru/2013/02/07/reg-ufo/uvolen.html). Derweil erklärte der Leiter des Organisationskomitees "Sotschi 2014" (Сочи 2014), Dmitry Chernyshenko, er rechne mit der Fertigstellung der neuen russischen olympischen Sprungschanze bis Sommer 2013.

Insgesamt baut der des russischen Touristenkonzerns "Northern Caucasus Resorts" für 140.000 Personen im Nord-Kaukasus Hotelzimmer und Ferienhäuser in den Komfortklassen 3 bis 5 Sterne. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass die "Traditionen der regionalen Architektur des Nordkaukasus" berücksichtigt wird. Insgesamt soll den Urlaubern und Wintersportlern in der Region künftig 1.097 Kilometer Skipiste zur Verfügung stehen (Quelle: ncrc.ru).

Neben der Verzögerung wirft Putin den Bauherren des olympischen staatlichen Megaprojektes auch erhebliche Fehlkalkulation vor, indirekt möglicherweise Korruption. So sollte die Skianlage ursprünglich 1,2 Mrd. Euro kosten, wird aber mittlerweile auf 8 Mrd. Euro taxiert. Außerdem scheint es weitere Ungereimtheiten zu geben. So wurde die hinter dem Projekt stehende Firma "Krasnaja Poljana" bereits vor zehn Jahren gegründet. Ahmed Bilalov besaß noch im Jahr 2010 an der Firma einen Anteil von 90 Prozent, verkaufte diesen dann aber unter etwas dubiosen Umständen an seinen Bruder Magomed Bilalov.