Ein Arbeitslosenfund gegen die Krise Arbeitslosenversicherungs-Steuer in den USA sinkt in Maryland / Bis zu 350 Euro Arbeitslosengeld pro Woche

In Deutschland, Österreich oder der Schweiz denken viele, in den USA gäbe es keine Arbeitslosenversicherung. Das ist falsch. Es gibt durchaus US-Bundesstaaten in denen es Staatliche Arbeitslosenversicherungen gibt - so zum Beispielsweise im US-Bundesstaat Maryland. Hier senkt der Staat nun die Steuer auf die Arbeitslosenversicherung (unemployment insurance) ab 2013 um 50 Prozent, das teilte das "State Department of Labor, Licensing and Regulation", also das Ministerium für Arbeit und Regulierung, mit. Die Arbeitslosenversicherung müssen Arbeitgeber pro Arbeitnehmer auf die ersten ausbezahlten 8.500 US-Dollar (6.900 Euro) Gehalt bezahlen.

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Rechtzeitig zur Weihnachtszeit wird die Arbeitslosen-Steuer in einem US-Bundesstaat gesenkt.Viele Langzeitarbeitslose leiden in den USA.

Der Bundesstaat Maryland in den USA erhofft sich durch die Senkung der Steuer auf Arbeitslosenversicherungen eine Belebung des Arbeitsmarktes. In Maryland wurde zur Absicherung von Arbeitslosen in den vergangenen Jahren der Weltwirtschaftskrise ein spezieller Fund gegründet mit dem Namen "state's trust fund for jobless benefits".

Der Nachteil dieses Funds war jedoch, dass je mehr für Arbeitslose in der Weltwirtschaftskrise aus dem Funds versorgt werden musste, desto höher ging die Steuer. Grund: Der Staat wollte mit jährlich erhöhten Steuern das Abschmelzen des Fonds verhindern. Doch statt nur ein Abschmelzen zu verhindern, stieg der Arbeitslosen-Fonds in Maryland von 330 Millionen US-Dollar im Jahr 2011 auf nunmehr 795 Mio. US-Dollar. im Oktober 2012.

Bislang mussten die Arbeitgeber der Region einen Großteil des Arbeitslosenfonds für die Arbeitslosenversicherung durch eine Sondersteuer bezahlen. Allerdings hatte sich der Staat auch hier eine zumindest aus deutscher Sicht ungewöhnliche Lösung überlegt. So sollten jene Unternehmen, die mehr Arbeitnehmer entließen, höhere Arbeitslosensteuern bezahlen, als jene, die weniger Menschen in die Arbeitslosigkeit schickten. Zur Berechnung der Arbeitslosensteuer wurde ein Durchschnittswert der entlassenen Arbeitnehmer - vor allem der abgebauten Stellen - der vergangenen Jahre als Richtwert genommen.

Konkret bedeutete dies: Rund die Hälfe der Arbeitgeber von Maryland hatten zumindest im vergangenen Jahr keine Mitarbeiter entlassen, beziehungsweise vor allem keine Stellen abgebaut (das ist die harte Währung in der Berechnung der Steuer). Jetzt wird die Steuer zumindest für solche Arbeitgeber von 187 US-Dollar (152 Euro) im Jahr auf 85 US-Dollar (70 Euro) reduziert - pro Arbeitnehmer. Insgesamt gibt es 31 unterschiedliche Beitrags-Berechnungen für die von den Arbeitgeber in den USA im Bundesstaat Maryland zu bezahlenden Arbeitslosenversicherung. Im teuersten Fall sind 892,50 US-Dollar je Arbeitnehmer im Jahr an Arbeitslosenversicherung in den Staatsfonds einzubezahlen.

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