Auf Studenten lasten in den USA 29.400 Dollar Schulden

Damit geht die Kostenspirale für Studenten in den USA weiter. Das gab nun das "Institute for College Access & Success' Project on Student Debt" bekannt. Doch gibt es von Region zu Region große Unterschiede im Verschuldungsgrat von Studenten.

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Viele Studenten hoffen sich mit einem Studium ein Stück Freiheit im Leben zu erarbeiten. Oft geht dieser Traum auch auf - aber mit hohen Schulden.

Der durchschnittliche Student in den USA, also der college graduate, verlässt seine Hochschule durchschnittlich mit 29.400 Dollar Schulden. Noch 2012 waren es 29.000 Dollar gewesen.

Studieren ist in den USA teuer. Deshalb müssen viele Studenten ihre Familie oder auch Freunde anpumpen und häufig nebenher im Supermarkt oder in Restaurants jobben. Doch während das durchschnittlich zur Verfügung stehende Haushaltsnettoeinkommen in den USA, wie in Deutschland oder Österreich, tendenziell sinkt, steigen gleichzeitig die Kosten für die Universitäten und Colleges, teilte das "Institute for College Access & Success' Project on Student Debt" mit.

Tendenziell gingen die Kosten für das Studieren in den USA demnach von 2012 zu 2013 um rund 10% nach oben. Doch gilt auch in den USA: Mit einem Uni-Abschluss ist die Chance einen Arbeitsplatz zu finden, deutlich größer, als ohne: Immerhin 17,9% der Abgänger von amerikanischen Colleges, welche keinen Abschluss aufweisen, stehen erst einmal vor einer Arbeitslosigkeit. Aber nur 7,7% der College-Abgänger mit einem Abschluss finden keinen Arbeitsplatz in den USA.

Bevor amerikanische Familien ihre Söhne oder Töchter auf Universitäten schicken, steht meist eine umfangreiche Recherche an, die klären muss, wie teuer das Studium wohl wird. Nicht wenige Familien investieren in die Bildung ihrer Kinder an einer Universität einen Großteil der Lebens-Ersparnisse.

Auch wenn der durchschnittliche Verschuldungsgrad pro Student in den USA im Jahr 2013 bei 29.400 Dollar lag, so ist die Spannbreite der Schulden doch enorm. Im günstigsten Falle tritt ein Studenten, welcher Schulden für das Studieren aufnehmen musste, seine Berufslaufbahn mit 4.450 Dollar Studien-Altlasten an, im schlechtesten Fall mit 49.450 Dollar.

Doch nicht jeder Student muss sich in den USA hoch verschulden. So gibt es amerikanische Universitäten, deren Studenten nur zu 6% Schulden aufnehmen müssen (meist an reicheren Universitäten), während andere Studenten wiederum an den Unis fast zu 100% verschuldet sind.

Wie in Deutschland so gilt auch in den USA, wonach "ein college degree der beste Wegweiser ist, um im engen amerikanischen Arbeitsmarkt einen Job zu finden", sagt Lauren Asher, die Präsidentin der TICAS aus Washington ("The Institute for College Access & Success").

Wie gigantisch das amerikanische Verschuldungsniveau der Studenten ist, zeigt sich daran, dass offizielle Schätzungen des "Consumer Financial Protection Bureau" von 1.200 Milliarden Dollar Studenten-Schulden ausgehen, also 1,2 Billionen Dollar. Dabei bieten neben staatlichen Stellen auch zahlreiche private Kreditinstitute den Studenten Kredite an. Zu den bekanntesten gehört beispielsweise Sallie Mae. Neben Versicherungen vergeben Universitäten, beziehungsweise Colleges, an die Studenten Kredite (loans). Besonders die "nonprofit schools" sind bemüht, ihren Studenten mit Krediten einen höheren Abschluss zu ermöglichen.

Doch sind in den USA nicht nur Studenten deutlich verschuldet, welche über einen hohen Abschluss verfügen, sondern auch Bachelor-Abgänger: Hier liegt der durchschnittliche Verschuldungsgrad der Abgänger-Studenten bei 27.850 Dollar im Jahr 2013. Noch 2012 waren es 26.600 Dollar gewesen.

Die teuersten amerikanischen Universitäten liegen im Nordosten Amerikas (beispielsweise Studenten der Quinnipiac University in Connecticut oder in New York (zum Beispiel am Utica College). Hier liegt der Verschuldungsgrad der Studenten im Schnitt bei 41.500 bis 49.450 Dollar. Sehr hohe Schulden lasten häufig aber auch auf Studenten in den Gebieten New Hampshire, Pennsylvania, Rhode Island, Maine, Minnesota oder Ohio, teilte das "Institute for College Access & Success' Project on Student Debt" nun mit.

Am seltesten leiden in den USA Studenten unter Schulden, deren Colleges oder Universitäten in Gebieten liegen, wo es eine hohe Dichte an öffentlichen und privaten Universitäten gibt und entsprechenden Wettbewerb um Studenten. Hierzu gehören zum Beispiel die Campbellsville University of Kentucky oder die Princeton University. Hier liegt die durchschnittliche Verschuldung der Studenten bei relativ niedrigen Sätzen von 4.450 bis 11.750 Dollar.

Geringere Schulden drücken außerdem Studenten an Universitäten in Nevada, Utah, Arizona, Louisiana, Wyoming oder Kalifornien. Mit einem durchschnittlichen notwendigen Studentenkredit in Höhe von 18.000 Dollar schneiden zudem die staatlichen Universitäten in New Mexiko in der neuen Hochschulstudie der USA recht gut ab.

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