Kommentar – Wer seine WhatsApp-Nachrichten aufruft, kann derzeit auf den über 1 Milliarde Android-Smartphones von Google zunächst eine Blockade eingeblendet bekommen. Mittels derer versucht Google scheinbar die Hunderten Millionen WhatsApp-Nutzer zu verführen ihr Einverständnis dafür zu geben, dass Google sämtliche Bilder und Nachrichten auslesen und auswerten darf – wahrscheinlich auf personalisierter Ebene. Doch nach offizieller Lesart gehe es Google angeblich lediglich um das Angebot einer Backup-Funktion.
So schreibt Google in seiner Bildschirmsperre an die WhatsApp-Nutzer: „Google Drive Backup: Sichere deine Nachrichten auf Google Drive, damit deine Chats sicher sind, wenn du dein Telefon wechselst oder verlierst. Wähle, wie oft ein Backup erstellt werden soll: Täglich, Wöchentlich, Monatlich, Niemals.“ Gleichzeitig bietet Google an, auch die Videos direkt an Google zu überspielen.
Die von Google groß angebotene Backup-Funktion ist für die Nutzer so unnötig wie ein Kropf. Denn wer will allen Ernstes den Chat-Müll von gestern auch noch irgendwo gespeichert haben und zweitens: Möchten wir wirklich dass Google jetzt auch noch sämtliche unserer Chats in WhatsApp mitliest und auswertet und dazu auch noch die Fotos und Videos?
Wir meinen: Nein und finden es sowohl stilistisch wie rechtlich problematisch, dass hier ungefragt solche WhatsApp-Sperren von Google eingeblendet werden, die Verbraucher regelrecht zwingen mit Google auf dem Android-Smartphone über ureigenes Messenger-Verhalten – in dem Falle auf WhatsApp – interagieren zu müssen. Denn erst als wir Google den Punkt übermittelten, dass wir Niemals eine Speicherung unserer WhatsApp-Chats bei Google wünschen, erlaubte uns Google wieder einen Zugriff auf WhatsApp.
Was sagt eigentlich Facebook zu der Google-Whatsapp-Blockade?
Uns würde interessieren: Was meint eigentlich Google-Konkurrent Facebook zu solchen Vorgängen? Das ist doch nicht wirklich im Interesse des amerikanischen Mutter-Konzerns von WhatsApp. Aber auch die rechtliche Seite dürfte sich in der Europäischen Union lohnen näher zu beleuchten:
Denn in der EU gilt seit August 2012 das opt-in-Prinzip. Das heißt: Es ist rechtlich illegal wenn Nutzer gezwungen werden etwas zu verneinen – also ein Häkchen reinzusetzen -, ehe sie ein Produkt kaufen oder im Internet nutzen können.
Doch Google wendet hier genau eine solche in der EU eigentlich verbotene opt-out-Funktion versteckt an. Denn nur wer das Häkchen setzt, dass er oder sie beispielsweise das „Backup-Angebot“ von Google nicht wünscht, kann wieder auf seine privaten Whatsapp-Nachrichten zugreifen. Google macht also geschickt das opt-in zu einem opt-out.
Google dürfte aber auch in diesem Bereich zunächst einmal die rechtliche Seite in der EU herzlich egal sein. Denn bis Gerichte darüber entschieden haben, ob die Vorgehensweise von Google erlaubt ist, dürfte Google sicherlich von den über 800 Millionen WhatsApp-Nutzern einige Hundert Millionen Zustimmungen haben, die einfach gedankenverloren irgendwo in der Google-Anfrage drauf klicken, Hauptsache sie können WhatsApp wieder nutzen. So kann man natürlich auch Geschäfte machen.
Also ganz so sehe ich es nicht, Ja, die Vorgehensweise ist schon etwas aufdringlich, aber der Nutzen kann, wenn es vom User richtig verwendet wird, enorm gross sein.
Vielleicht sollte sich der Autor mal mit den Vorteilen von Drive beschäftigen und dann den Beitrag noch mal überdenken?!
Das Google eine Datenkrake ist, ist ja grundsätzlich richtig, aber wenn etwas kostenfrei angeboten wird, müssen auch irgendwie Einnahmen erzielt werden können. Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn Google meine Interessen kennt und dann gezielte Werbung einspielt. Ich kann sie ja auch ignorieren. Andersrum gab es auch dadurch schon Werbung die sehr brauchbar war…
Dem Autor gebe ich teilweise recht. Manche wollen ihre alten Chatverläufe mit einem Backup versehen, wie mich, aber dazu braucht man nicht Google. Geht ja auch alles per Hand und PC.
Bei mir kam heute auch diese Nachricht auf und aus welchem Grund auch immer kann ich diese Nachricht nicht einfach mit "Niemals" abwimmeln. Es taucht sofort wieder auf. Kennt jemand eine Lösung? Ich werde mir dafür sicherlich kein Google-Konto und dergleichen einrichten.
Danke für die Info, habe mich 2 Tage über die Blockade geärgert. Auf niemals gedrückt und der Spuk war weg. Hoffe das bleibt auch so!
Seit drei Tagen erlebe ich das nun auch: Die Google-Anfrage legt sich über WhatsApp, und läßt sich bei mir leider nicht wegschieben oder löschen. Eine echte Blockade also, obwohl ich G-Drive in den Einstellungen deaktiviert habe, und auch keine Nachrichten von G-Drive erlaube.
Gibt es eine Abhilfe, die ich noch nicht kenne?
Noch ein Wort zu den Befürwortern des Angebots: das kann ja jeder annehmen, der, aber mir muss es gestattet sein, solche impertinenten Angebote abzulehnen.
Update zu meiner Mail von vorhin: Auf wundersame Weise erschien jetzt plötzlich – nach mehrfachem Ab- und Abschalten des Handys in dem G-Angebotsfenster auch ein Button ‚Niemals‘, der vorher definitiv nicht vorhanden war. Den Button habe ich nun anklickst, und schon verschwand das Fenster. Im Menü also alles ok.
Google setzt hier bewusst schlechte Usability ein, um Nutzer zur gewünschten Interaktion zu nötigen.
Stand 04/2020 kan man das "Angebot" wie folgt abwimmeln:
1. Im "Angebots"-Dialog nach "Häufigkeit" suchen und drauftippen
2. Nun "Niemals" antippen und zum "Angebots"-Dialog zurückkehren(!) – geht ggf. mit einem kleinen schwarzen Pfeil
3. Sicherstellen, dass "Niemals" tatsächlich im "Angebots"-Dialog übernommen wurde
4. Jetzt unten auf "Fertig" tippen.
Interessanterweise findet man weder in Google noch Youtube Anleitungen zum Abwählen des "Angebots", dafür umso mehr Anleitungen zum Einschalten.
Ferner ändert Google die Benutzerführung von Zeit zu Zeit, damit man sich nicht an einen bestimmten Abwählvorgang gewöhnen kann. Beispielsweise wird die Auswahl für "Niemals" nicht (mehr) als Radiobutton dargestellt sondern nur noch als einfache Textzeile.